Nachdem kurz Biokraftstoffe und deren weltweite Entwicklung (-stendenzen) erläutert werden, folgt eine Beschreibung der Zusammenhänge und Problemfelder zwischen dem vermehrten Anbau von Biokraftstoffen und dem Nahrungs- und Futtermittelanbau, was oftmals mit der einfachen Fragestellung „Tank, Teller oder Trog?“ umschrieben wird. Im Anschluss wird auf die Green Economy und die Kritik an dieser eingegangen und Biokraftstoffe als Beispiel der Debatte um Green Economy genutzt. Schließlich möchte in der Zusammenfassung bzw. im Ausblick die Fragestellung der vorliegenden Seminararbeit beantwortet und auf mögliche Lösungsansätze eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biokraftstoffe
2.1. Was sind Biokraftstoffe?
2.2. Weltweite Entwicklung (-stendenzen) der Biokraftstoffe
3. Biokraftstoffe und die „Tank, Teller oder Trog“-Problematik
4. Green Economy
4.1. Was versteht man unter Green Economy?
4.2. Kritik an der Green Economy
5. Erklärungs- und Kritikansatz der Green Economy am Beispiel der Biokraftstoffe
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht den komplexen Zielkonflikt zwischen dem Ausbau von Biokraftstoffen zur Förderung einer „Green Economy“ und der Sicherung der globalen Welternährung. Dabei steht die kritische Analyse der „Tank, Teller oder Trog“-Problematik im Mittelpunkt, um zu hinterfragen, ob technologische Lösungen allein ausreichen oder ein grundlegendes gesellschaftliches Umdenken erforderlich ist.
- Analyse der globalen Biokraftstoff-Entwicklung und deren ökologische Legitimation.
- Untersuchung des Phänomens „Land-Grabbing“ im Kontext der Energiepflanzenproduktion.
- Diskussion des Konzepts der „Green Economy“ als Instrument für nachhaltige Entwicklung.
- Kritische Reflexion der sozio-ökologischen Auswirkungen und der Gefahr des „Green Washing“.
- Erörterung von Lösungsansätzen jenseits technologischer Innovationen.
Auszug aus dem Buch
3. Biokraftstoffe und die „Tank, Teller oder Trog“-Problematik
Die Zahl der Hungernden betrug nach Schätzungen der FAO 2010 weltweit ca. 925 Millionen Menschen (FAO 2010: 1; BMZ 2012: 12). „Ernährungssicherung bleibt somit eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“ (BMZ 2012: 11). Ernährungsexperten „gehen davon aus, dass die jährlich weltweit geerntete Getreidemenge von 1,0 Mrd. Tonnen ausreichen würde, um jeden der 6,1 Mrd. Erdenbürger mit der WHO Mindestration von 2250 kcal zu versorgen“ (Fraunholz & Pulla 2008: 64). Die Problematik besteht aber darin, dass weltweit ungefähr 40 Prozent der Getreideernte an Tiere verfüttert wird (Fraunholz & Pulla 2008: 64) und somit als reines Futtermittel dient. Dabei ist weniger das anhaltende Bevölkerungswachstum, sondern der Wandel der Ernährungsweise, wie z.B. der steigende Verzehr von Milch- und Fleischprodukten in Schwellenländern wie China oder Indien der Grund für die Erhöhung des Bedarfs an zu bepflanzender Landfläche (Exner 2011: 15). So werden im globalen Süden eiweißreiche Futtermittel wie z.B. Sojabohnen in großen Mengen angebaut, um sie direkt in Industrieländer für deren Tierproduktion zu exportieren. Folglich steht das angebaute Produkt der lokalen Nahrungsmittelversorgung nicht mehr zur Verfügung, das Produktionsgut Boden wird nur geringfügig für lokale Bedürfnisse genutzt; Tendenz steigend.
Aber nicht nur für die Nutzung als Nahrungs- und Futtermittel wird Biomasse angebaut, sondern auch zur stofflichen (z.B. Baumwolle für Kleidung) und zur energetischen Verwertung (z.B. Mais für Biokraftstoff) (BMZ 2012: 11). Auf die stoffliche Verwertung wird in dieser Arbeit nicht weiter eingegangen, da eine genaue Betrachtung der energetischen Nutzung angestrebt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Seminararbeit und Darlegung der Fragestellung bezüglich der Auswirkungen von Biokraftstoffen auf die Welternährung.
2. Biokraftstoffe: Definition und Einteilung der Biokraftstoffe in verschiedene Generationen sowie Darstellung der weltweiten Entwicklungstendenzen.
3. Biokraftstoffe und die „Tank, Teller oder Trog“-Problematik: Erläuterung des Konkurrenzkampfes zwischen Nahrungs-, Futter- und Energiepflanzenanbau und dessen Folgen für die lokale Versorgung.
4. Green Economy: Definition des Konzepts der Green Economy und kritische Auseinandersetzung mit der ökologischen Transformation.
5. Erklärungs- und Kritikansatz der Green Economy am Beispiel der Biokraftstoffe: Synthese der vorangegangenen Kapitel zur Analyse des Diskurses um Klimaschutz vs. soziale Gerechtigkeit.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur untersuchten Problematik und Vorstellung von Lösungsansätzen für eine nachhaltige Zukunft.
Schlüsselwörter
Biokraftstoffe, Green Economy, Welternährung, Tank-Teller-Trog-Problematik, Land-Grabbing, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Agrarkraftstoffe, ökologische Transformation, Ernährungssicherung, Energiepflanzen, Bioenergie, soziale Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die sozio-ökologischen Folgen der Biokraftstoffproduktion und untersucht den Konflikt zwischen energetischer Nutzung von Landflächen und der Sicherung der globalen Nahrungsmittelversorgung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Biokraftstoffe, die sogenannte „Tank, Teller oder Trog“-Problematik, das Konzept der Green Economy, die Auswirkungen von Land-Grabbing sowie die soziale Nachhaltigkeit bei der ökologischen Modernisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Diskurs über die Green Economy kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, ob eine rein technologische Ausweitung von Biokraftstoffen tatsächlich zur globalen Nachhaltigkeit beiträgt oder bestehende soziale Ungleichheiten verschärft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die den aktuellen Stand der Debatte zu Nachhaltigkeitszielen und landwirtschaftlichen Nutzungskonflikten zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Definition und globale Entwicklung von Biokraftstoffen dargelegt, anschließend die Konkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Energiepflanzen analysiert und schließlich das Konzept der Green Economy einer kritischen Prüfung unterzogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Biokraftstoffe, Green Economy, Land-Grabbing, Ernährungssicherung, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit.
Was besagt die „Tank, Teller oder Trog“-Problematik?
Sie beschreibt den wachsenden Wettbewerb um fruchtbares Ackerland, das entweder für die Erzeugung von Nahrungsmitteln (Teller), Futtermitteln (Trog) oder als Anbaufläche für Energiepflanzen zur Spritherstellung (Tank) genutzt wird.
Warum wird die „Green Economy“ von Kritikern hinterfragt?
Kritiker sehen in der Green Economy oft ein „Green Washing“-Instrument, das ökologische Ziele vorschiebt, um Ressourcen für privaten Profit zu erschließen und die sozio-ökologischen Ungleichheiten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern eher zementiert als löst.
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- Anonym (Author), 2012, Auswirkungen der Ausweitung des Anbaus von Biokraftstoffen auf die Teller-Trog-Tank-Problematik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/215098