Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit dem Einsatz von System Dynamics (SD) in der Unternehmenssteuerung. Hierbei wird im speziellen die Causal Map (CM) als Basis des gesamten Modellierungsprozesses mit System Dynamics betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 System Dynamics
2.1 Grundlegende Aspekte
2.2 Der Modellierungsprozess
2.3 Aufbau von Causal Maps und Flussdiagrammen
3 System Dynamics in der Unternehmenssteuerung
3.1 Anwendungsmöglichkeiten
3.2 Einsatz von System Dynamics zur Erweiterung der Balanced Scorecard
3.2.1 Grenzen der BSC
3.2.2 Möglichkeiten der System Dynamics-Modellierung
3.2.3 Anwendung in der Praxis / Fallstudien
4 Grenzen von System Dynamics in der Unternehmenssteuerung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz von System Dynamics (SD) als methodische Ergänzung zur Unternehmenssteuerung, insbesondere um die statischen Grenzen der Balanced Scorecard (BSC) durch dynamische Modellierung und Simulation zu überwinden.
- Grundlagen von System Dynamics und der Modellierungsprozess
- Strukturierung von Causal Maps zur Visualisierung mentaler Modelle
- Kritische Analyse der Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument
- Methodische Verknüpfung von BSC und SD zur Abbildung komplexer Wirkungszusammenhänge
- Praktische Anwendung anhand von Fallstudien zur Strategietestung
Auszug aus dem Buch
2.3 Aufbau von Causal Maps und Flussdiagrammen
Causal Maps sollen im Rahmen dieser Arbeit als Ursache-Wirkungs-Diagramme aufgefasst werden, in Folge dessen die in der Literatur zu findenden Bezeichnungen influence diagram, causal loop diagram, Kausaldiagramm und Wirkungsdiagramm als Synonyme zu verstehen sind. Sie dienen, wie schon im vorherigen Kapitel angedeutet, der Visualisierung und Veranschaulichung von mentalen Modellen. Es lassen sich mit Causal Maps Ideen, Zusammenhänge und Auswirkungen verschiedener Systemelemente veranschaulichen und auch nicht beteiligten Personen leichter verdeutlichen. Dabei können sowohl statische, als auch dynamische und zeitverzögerte Ursache-Wirkungs-Beziehungen visualisiert werden, die zur Vorhersage der potentiellen Systementwicklungen herangezogen werden können und letztlich der Entscheidungsunterstützung dienen.
Für die Erstellung einer Causal Map sind zunächst alle Größen aufzuführen, die auf die Zielgröße wirken. In einem weiteren Schritt sind die Größen aufzuführen, die wiederum diese Einflussgrößen beeinflussen. Schließlich sind auch die Rückkopplungseffekte zu erfassen, die von der Zielgröße zurück auf die Einflussgrößen wirken. Es entsteht somit ein einfaches Ursache-Wirkungs-Diagramm, dass durch Wechselbeziehungen gekennzeichnet ist, die entweder gleich- oder gegengerichtet sein können. Anhand von grafischen Symbolen wie „-“ für gegengerichtete und „+“ für gleichgerichtete Wechselbeziehungen lassen sich die Beziehungen zwischen den Variablen darstellen. Das Diagramm kann nun hinsichtlich seiner Rückkopplungen untersucht werden. Diese sogenannten feedback loops können entweder negativ (reinforcing loop) oder positiv (balancing loop) sein. Ein reinforcing loop verstärkt das Systemverhalten, während ein balancing loop das Systemverhalten stabilisiert. In Abbildung 3 ist beispielhaft ein balancing loop dargestellt, der die Auswirkung eines sinkenden Preises auf den Gewinn illustriert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Einsatzes von System Dynamics zur Unternehmenssteuerung ein und umreißt den Aufbau der Arbeit.
2 System Dynamics: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, den Modellierungsprozess sowie die Konzeption von Causal Maps und Flussdiagrammen innerhalb der System Dynamics-Methodik.
3 System Dynamics in der Unternehmenssteuerung: Hier werden die Anwendungsmöglichkeiten von System Dynamics untersucht, insbesondere als Instrument zur Erweiterung der Balanced Scorecard durch Modellierung von Zeitverzögerungen und Rückkopplungen.
4 Grenzen von System Dynamics in der Unternehmenssteuerung: Das Kapitel beleuchtet die Herausforderungen bei der Anwendung, wie hohen Zeit- und Kostenaufwand sowie die Notwendigkeit spezieller Fachkompetenz bei der Modellierung.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Vorteile der Kombination von BSC und System Dynamics für eine realitätsnähere Unternehmensführung zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
System Dynamics, Unternehmenssteuerung, Causal Map, Balanced Scorecard, Modellierungsprozess, Feedback Loops, Zeitverzögerung, Performance Measurement, Strategie, Simulation, Ursache-Wirkungs-Beziehungen, Entscheidungshilfe, Prozessoptimierung, Unternehmensführung, Dynamik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von System Dynamics als Werkzeug, um Unternehmenssteuerung dynamischer und realitätsnäher zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Analyse von System Dynamics, der Kritik an der statischen Balanced Scorecard und der praktischen Integration beider Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie komplexe unternehmerische Wirkungszusammenhänge durch Causal Maps und Simulationen abgebildet werden können, um bessere strategische Entscheidungen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Fallstudien, um die Wirksamkeit der Modellierung von Feedback Loops und Zeitverzögerungen nachzuweisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem Aufbau von Causal Maps und Flussdiagrammen sowie der gezielten Erweiterung der Balanced Scorecard durch diese dynamischen Instrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind System Dynamics, Balanced Scorecard, Causal Maps, Feedback Loops und strategische Unternehmenssteuerung.
Warum wird die Balanced Scorecard als unzureichend kritisiert?
Die Arbeit kritisiert, dass die BSC in ihrer Grundform statisch ist, keine Zeitverzögerungen (Time-Lags) berücksichtigt und unidirektionale Wirkungsketten anstelle von komplexen Rückkopplungssystemen abbildet.
Welchen Mehrwert bietet die Simulation für das Management?
Die Simulation erlaubt es, alternative Unternehmensstrategien in einer virtuellen Umgebung zu testen, Risiken zu minimieren und langfristige Auswirkungen von operativen Maßnahmen messbar zu machen.
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- M.Sc. André Stockmann (Author), 2011, Einsatz von System Dynamics bei der Unternehmenssteuerung auf Basis von Causal Maps, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/214161