Film- und Fernsehserien haben gerade im digitalen Zeitalter einen Einfluss auf die RezipientInnen. Insbesondere erfolgreiche Fernsehserien erfreuen sich einer hohen Beliebtheit. Die Serie „How i met your mother“ verzeichnet auch im deutschsprachigen Raum hohe Einschaltquoten. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Wahrnehmung und Inszenierung der drei männlichen Hauptfiguren in der Serie. Hinsichtlich des spärlichen Forschungsstandes war es Ziel dieser Arbeit das Geschlecht des Mannes in einer beliebten Sitcom zu untersuchen. Die theoretische Grundlage bildet der Ansatz des „Doing Gender“ nach Gildemeister (2008) und der Geschlechterstereotypen nach Eckes (2010). Zudem wurden die theoretischen Ansätze der Männlichkeitsforschung, der hegemonialen Männlichkeit nach Connell (2006) und des sozialen Habitus nach Bourdieu (1987, 1992, 2001) hinzugezogen. Außerdem wurde noch auf die Theorie der parasozialen Interaktion Rücksicht genommen. Als Methode wurde ein quantitativer Online-Fragebogen erstellt, an dem 240 Personen teilgenommen haben. Es sollten regelmäßige ZuschauerInnen der Serie befragt werden.
Der Arbeit gelang es fünf Männertypen mit Hilfe einer Faktorenanalyse herauszuarbeiten. Es wurde infolgedessen überprüft, welchen der drei männlichen Hauptcharaktere die TeilnehmerInnen welchen Männertypen zuteilen. Daraufhin wurde eine funktionale Inhaltsanalyse mit einem Kategoriensystem durchgeführt, das auf den Männertypen basiert. Es wurde herausgefunden, dass die TeilnehmerInnen die männlichen Hauptfiguren Ted Mosby und Marshall Eriksen eher als „Beziehungstypen“ sehen während die Figur Barney Stinson eher als „Erfolgstyp“ wahrgenommen wird. Dies wird auch so in der Serie inszeniert, was mit der Inhaltsanalyse geprüft wurde.
Die Arbeit ist insgesamt anschlussfähig und leistet einen wertvollen Beitrag zum Forschungsstand. Durch die Verbindung von Rezipientenbefragung und funktionaler Inhaltsanalyse mit Hilfe eines Kategoriensystems wurde eine Basis für weitere Studien geschaffen. Diese Arbeit soll auch als Anstoß für eine weitere Beschäftigung mit dem Forschungsfeld gelten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Forschungsfrage
4. Theorie
4.1. Sex und Gender
4.2. Doing Gender
4.3. Geschlechterstereotype
4.4. Männlichkeiten
4.5. Das System der hegemonialen Männlichkeit
4.6. Der soziale Habitus
4.7. Kommunikation und Interaktion
4.8. Parasoziale Interaktion
4.9. Die Sitcom
4.9.1. Die Sitcom „How i met your mother“
4.9.2. Die Männlichkeit in der Sitcom „How I met your mother“
5. Methodik der Untersuchung
5.1. Forschungsfrage
5.2. Methodenkombination
5.3. Quantitativ standardisierte Online-Umfrage
5.3.1. Aufbau des Fragebogens
5.4. Auswahlmethode
5.4.1. Stichprobe
5.4.2. Untersuchungsablauf
5.5. Statistische Auswertung mit SPSS
6. Ergebnisse der Befragung
6.1. Demographische Verteilung der Untersuchungseinheit
6.2. Faktorenanalyse
6.3. Männertypen
6.4. Idealer Mann
7. Inhaltsanalyse
7.1. Funktionale Inhaltsanalyse
7.2. Auswahl der Stichprobe
7.3. Film- und Fernsehanalyse
7.4. Kategoriegeleitete Analyse der Inhaltsebene
8. Figuren und Akteure
9. Beantwortung der Forschungsfrage
10. Diskussion
10.1. Verbindung von Theorie und Empirie
10.2. Einordnung der Ergebnisse
10.3. Reichweite und Kritik
11. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Wahrnehmung und Inszenierung von Männlichkeit anhand der drei männlichen Hauptfiguren in der Sitcom „How I met your mother“. Das primäre Ziel ist es, Diskrepanzen und Gemeinsamkeiten zwischen der Rezeption durch die Zuschauer und der tatsächlichen medialen Darstellung in der Serie aufzudecken.
- Doing Gender und hegemoniale Männlichkeit
- Geschlechterstereotype in populären Medien
- Parasoziale Interaktion und Sitcom-Rezeption
- Empirische Männertypologie mittels Faktorenanalyse
- Inhaltsanalytische Untersuchung von Seriensequenzen
Auszug aus dem Buch
4.1. Sex und Gender
Um die Darstellung der Männlichkeit genauer untersuchen zu können, müssen die zugrunde liegenden Geschlechterbegriffe genauer definiert werden. Der Begriff Gender, der aus dem angloamerikanischen Raum stammt, wird für die Beschreibung des Geschlechts verwendet. In den 1960er war der Begriff „Gender“ in der heutigen Gebrauchsweise noch weitgehend unbekannt. In der heutigen Zeit gibt es zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und etablierte Forschungsrichtungen, die sich mit dem Thema „Gender“ beschäftigen. Allerdings gibt es unterschiedliche Interpretationsansätze, um das Geschlecht und den Begriff Gender zu beschreiben und ob das Geschlecht biologischer Natur ist oder eine soziale Konstruktion.
Gender „subsumiert jene Erwartungen, Verhaltensregeln und Ausdrucksformen, die entweder dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden, ohne dass es dafür einen biologischen Ursprung geben muss“ (Ponocny-Seliger/Ponocny 2005: 7). In den 1960er war der Begriff „Gender“ im angloamerikanischen Sprachraum in der heutigen Gebrauchsweise noch weitgehend unbekannt. Der Psychoanalytiker Robert Stoller wies schon 1968 in seinem Buch „Sex und Gender“ darauf hin, dass unser Frauen- und Männerbild sehr viel komplexer ist, als bisher angenommen. Er zeigte auf, dass unser Konzept von Männern und Frauen nicht nur biologisch, sondern auch von der Gesellschaft und deren Bestimmungen konstruiert wird (vgl. Hof 2005: 12).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Einfluss von Medien auf die Geschlechterrollen und definiert die Zielsetzung einer Untersuchung der Sitcom „How I met your mother“.
2. Forschungsstand: Dieser Abschnitt skizziert die historische Entwicklung der Männerforschung und stellt relevante Vorstudien zu Männerbildern in Medien dar.
3. Forschungsfrage: Es wird die zentrale Forschungsfrage formuliert, die die Wahrnehmung und Inszenierung männlicher Charaktere fokussiert.
4. Theorie: Hier werden zentrale Konzepte wie Doing Gender, hegemoniale Männlichkeit, sozialer Habitus und parasoziale Interaktion theoretisch hergeleitet.
5. Methodik der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die quantitative Online-Umfrage und die funktionale Inhaltsanalyse als methodisches Vorgehen.
6. Ergebnisse der Befragung: Präsentation der demographischen Daten und die Identifikation von fünf Männertypen mittels Faktorenanalyse.
7. Inhaltsanalyse: Durchführung einer kategorialen Analyse ausgewählter Episoden zur Untersuchung der filmischen Inszenierung.
8. Figuren und Akteure: Analyse der drei männlichen Hauptdarsteller vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln.
9. Beantwortung der Forschungsfrage: Synthese der empirischen Ergebnisse aus Umfrage und Inhaltsanalyse zur Beantwortung der zentralen Fragestellung.
10. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Lichte der theoretischen Ansätze sowie eine kritische Reflexion der Untersuchung.
11. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Ergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Männlichkeit, Sitcom, How I Met Your Mother, Doing Gender, Hegemoniale Männlichkeit, Medienwirkung, Parasoziale Interaktion, Geschlechterstereotype, Faktorenanalyse, Inhaltsanalyse, Männerbilder, Sozialer Habitus, Rezeption, Inszenierung, Geschlechterforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Männlichkeit in der populären Sitcom „How I met your mother“ sowohl von den Zuschauern wahrgenommen als auch in der Serie durch die Charaktere inszeniert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Männlichkeitsforschung, Mediensozialisation sowie die filmische Darstellung von Rollenbildern.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der männlichen Hauptfiguren durch das Publikum und deren gezielter Inszenierung durch die Serienmacher.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin verwendet einen Methodenmix aus einer quantitativen Online-Befragung (240 Teilnehmer) und einer funktionalen Inhaltsanalyse, um Ergebnisse statistisch zu validieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zu Männlichkeitstheorien und einen empirischen Teil, der die Auswertung der Umfragedaten und die Analyse konkreter Sequenzen aus der ersten Staffel umfasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Schlüsselbegriffe sind Männlichkeit, Doing Gender, hegemoniale Männlichkeit, Inhaltsanalyse, parasoziale Interaktion und Geschlechterstereotype.
Wie unterscheiden sich die Hauptfiguren in der Wahrnehmung?
Ted Mosby und Marshall Eriksen werden primär als Beziehungstypen wahrgenommen, während Barney Stinson als klassischer Erfolgstyp und Draufgänger eingestuft wird.
Was ist das Ergebnis bezüglich Barney Stinson?
Barney Stinson ist die polarisierendste Figur; seine Inszenierung als „Erfolgstyp“ und „Draufgänger“ deckt sich in der Studie fast vollständig mit der Wahrnehmung durch die Zuschauer.
Welche Rolle spielt die Theorie der parasozialen Interaktion?
Sie erklärt die Illusion einer zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Zuschauer und Medienakteur, die bei Sitcoms wie „How I met your mother“ besonders ausgeprägt ist.
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- Daniel Haegele (Author), 2013, Die Wahrnehmung und Inszenierung der Männlichkeit in der Sitcom "How I met your mother", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213697