Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung zum Thema „Sprachgebrauch in den französischen Medien“ soll aufzeigen, wodurch mediale Kommunikation in Frankreich gesteuert wird, welche Instanzen darüber bestimmen, was bon usage und was mauvais usage ist und welche Rolle dabei der Staat übernimmt. Hierzu werde ich zunächst die audiovisuellen Medien und deren Sprachgeschichte erläutern, bevor ich dann zur heutigen Sprachpolitik Frankreichs komme und auf einige der wichtigsten Gesetze eingehe, die intendieren, den Sprachgebrauch in Frankreich zu regeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Audiovisuelle Medien und Sprachgeschichte
3. Einfluss des französischen Staates auf die Sprachverwendung in den Medien
3.1 Sprachpolitik
3.2 Sprachenpolitik und Sprachkritik
3.3 Medien für sprachliche Minderheitensprachen
3.4 Sprachlenkung
4. Schlusswort
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sprachgebrauch in französischen Medien, analysiert die staatliche Steuerung der Sprachverwendung und beleuchtet die Rolle von Institutionen bei der Abgrenzung von korrektem Sprachgebrauch gegenüber Anglizismen.
- Geschichte der audiovisuellen Medien in Frankreich
- Staatliche Sprachpolitik und gesetzliche Rahmenbedingungen
- Kampf gegen Anglizismen und die Rolle der Sprachkritik
- Förderung und Stellung von Minderheitensprachen in den Medien
- Institutionelle Mechanismen der Sprachlenkung
Auszug aus dem Buch
3.1 Sprachpolitik
„[...] im Gegensatz zu Sprachenpolitik auf einzelne Sprache gerichtet, ihre Wörter und Formen und deren Verwendung. Sprachpolitik versucht vor allem durch Verbot oder Vorschrift bestimmter Wörter und Wendungen das Bewusstsein der Sprecher zu beeinflussen; […] Dies setzt eine entsprechende weitreichende Macht voraus9.“
In Frankreich wird Sprachpolitik vor allem durch den Erlass von Gesetzen geregelt, wie der Loi Bas – Lauriol von 1975 oder der Loi Toubon von 1994. Das zuerst genannte Gesetz machte den Gebrauch der französischen Sprache in verschiedenen Domänen obligatorisch, wie z. B. bei den audiovisuellen Medien oder bei der kommerziellen Vermarktung von Produkten10. Im Jahre 1992 wurde Artikel 2 der Constitution ein weiterer Absatz hinzugefügt: «La langue de la République est le français11», was die vorherigen Gesetze komplettierte. Seit 1994 stipuliert nun die «Loi Toubon» die obligatorische Verwendung des Französischen für die Benennung und Beschreibung von Dienstleistungen, Gütern und Produkten. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zur Verwendung des Englischen zwingen wollen oder ihnen Informationen, die zur Ausübung ihres Berufs unabdingbar sind, nur auf Englisch geben, werden zunehmend häufig verurteilt12.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Steuerung medialer Kommunikation in Frankreich durch staatliche Instanzen und Gesetze zu untersuchen.
2. Audiovisuelle Medien und Sprachgeschichte: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung der audiovisuellen Massenmedien und deren Einfluss auf die Sprachverwendung, einschließlich der Konkurrenz durch amerikanische Filme.
3. Einfluss des französischen Staates auf die Sprachverwendung in den Medien: Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Sprach- und Sprachenpolitik, die rechtlichen Grundlagen wie die „Loi Toubon“ und die Rolle der Sprachlenkung.
3.1 Sprachpolitik: Fokus auf gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der französischen Sprache in Medien und Wirtschaft.
3.2 Sprachenpolitik und Sprachkritik: Untersuchung des Kampfes gegen Anglizismen und die Überwachungsfunktion staatlicher Institutionen wie dem CSA.
3.3 Medien für sprachliche Minderheitensprachen: Analyse der Situation regionaler Minderheitensprachen im französischen Rundfunk und Fernsehen seit 1982.
3.4 Sprachlenkung: Beschreibung der Institutionen und Mechanismen, die aktiv die Verwendung neuer französischer Fachbegriffe steuern.
4. Schlusswort: Das Schlusswort reflektiert die Strenge der französischen Sprachpolitik und hinterfragt die Umsetzbarkeit eines absoluten Schutzes gegenüber globalen Einflüssen.
5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Sprachpolitik, Sprachenpolitik, Sprachkritik, Sprachlenkung, Frankreich, Medien, Anglizismen, Loi Toubon, CSA, Minderheitensprachen, Französische Sprache, Sprachpflege, Globalisierung, Massenmedien, Terminologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der staatlichen Steuerung und Regulierung des Sprachgebrauchs in französischen audiovisuellen Medien sowie dem historischen und institutionellen Kontext dieser Sprachpolitik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der audiovisuellen Medien, der gesetzlichen Sprachregulierung, der Abwehr von Anglizismen durch staatliche Gremien und der Förderung von Regionalsprachen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und durch welche Instanzen mediale Kommunikation in Frankreich gesteuert wird und wer die Definitionshoheit über „korrekten“ Sprachgebrauch ausübt.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine sprachgeschichtliche Einordnung sowie die Analyse von Gesetzen, staatlichen Verordnungen und Definitionen der Sprach-, Sprachen- und Sprachkritik-Forschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Sprachpolitik und Sprachkritik, die Vorstellung von Institutionen wie dem CSA sowie die Betrachtung der Situation von Minderheitensprachen und der staatlichen Sprachlenkung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Sprachpolitik, Anglizismen, Medien in Frankreich, staatliche Sprachlenkung und Minderheitensprachen definiert.
Welche Bedeutung hat die „Loi Toubon“ für die französischen Medien?
Die „Loi Toubon“ ist zentral, da sie die obligatorische Verwendung der französischen Sprache in Dienstleistungen, Gütern und Medien rechtlich verankert und Unternehmen dazu verpflichtet, Informationen auf Französisch bereitzustellen.
Welche Rolle spielt der CSA (Conseil Supérieur de l'Audiovisuel)?
Der CSA fungiert als staatliche Instanz für die Regulierung und Kontrolle audiovisueller Medien, überwacht die Sprachqualität und achtet auf die Einhaltung von Quoten für frankophone Musik.
Wie bewertet der Autor die französische Sprachkultur im Fazit?
Der Autor zeigt sich beeindruckt von der respektvollen Sprachpflege und der langen Tradition, äußert jedoch Zweifel an der Nachhaltigkeit des Widerstands gegen den Einfluss des Englischen als Weltverkehrssprache.
- Arbeit zitieren
- Charlotte Bauer (Autor:in), 2011, Der Sprachgebrauch in den französischen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213576