Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das kommunikative Massenmedium Gerücht, dessen Charakteristik anhand der spezifischen Ausprägungsform des politischen Gerüchtes thematisiert und konkretisiert wird. In der Fachliteratur wird dem Phänomen des Gerüchtes häufig auch die Bezeichnung ältestes Massenmedium der Welt zugewiesen. Seine Ursprünge lassen sich bis in die römische Kaiserzeit 64. n. Chr. zurückverfolgen und das Phänomen kann somit auf eine weitreichende Popularität und eine über Jahrhunderte hinweg belegbare Existenz zurückblicken. Beide Fakten sind dem Umstand geschuldet, dass vor der Entwicklung neuer Massenmedien wie Zeitung, Fernsehen und Internet ursprünglich nur der Kommunikationsanal der mündlichen Mitteilung existierte und jede Informationen auf diesem Weg verbreitet wurde. Die Arbeit fokussiert sich auf die Nutzung des Massenmediums Gerücht im Bereich der Politik und sieht ihren thematischen Schwerpunkt in der Darstellung des politischen Gerüchtes im inhaltlichen Querschnitt. Um die Basis für ein Verständnis des vorliegenden Themas zu liefern, befasse ich mich zu Beginn mit dem Begriff des Gerüchtes und gehe in diesem Zusammenhang kurz auf seine Herkunft ein. In anschließendem Abschnitt folgt der angesprochene Querschnitt durch das politische Gerücht und die Erörterung dessen Spezifik, einschließlich der Anwendungsmöglichkeiten und Funktionen im politischen Machtkampf der heutigen Zeit. Er kategorisiert zudem das politische Gerücht als eine von vielen Formen der politischen Kommunikation und geht detaillierter auf die große Bedeutung moderner Massenmedien im heutigen Politik-Machtkampf ein. In diesem Zusammenhang wird auf die spezifische Wirkungsweise der modernen Medien wie Fernsehen und Internet eingegangen. Nachfolgend werden Bekämpfungsmaßnahmen gegen politisch...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Ursprung des Begriffes Gerücht
2.2 Charakteristische Wesenszüge und Merkmale
3 Das politische Gerücht
3.1 Seine Spezifik
3.2 Anwendungsmöglichkeiten und Funktionen
4 Bekämpfung politisch motivierter Gerüchte
4.1 Vorbeugende Maßnahmen
4.2 Reaktive Handlungsalternativen
4.2.1 Direkte Reaktion - Dementi
4.2.2 Direkte Reaktion – Gegengerücht
4.2.3 Direkte Reaktionen – juristische Schritte
4.2.4 Diskrete Reaktionen - Ablenkung
4.2.5 Diskrete Reaktionen – Umdeutung
4.3 Keine Reaktion
5 Gerüchtanalyse
6 Literaturverzeichnis
6.1 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Gerüchts als Massenmedium mit speziellem Fokus auf seine Rolle und Wirkungsweise im politischen Machtkampf. Dabei steht die Analyse der Entstehung, Verbreitung und Bekämpfung politisch motivierter Gerüchte sowie deren exemplarische Anwendung anhand der Affärengerüchte um das französische Präsidentenpaar Nicolas Sarkozy und Carla Bruni im Jahr 2010 im Vordergrund.
- Historische Herleitung und Begriffsbestimmung des Gerüchts.
- Charakterisierung und Funktionen des politischen Gerüchts.
- Prophylaktische und reaktive Strategien zur Bekämpfung von Gerüchten.
- Empirische Fallanalyse des Gerüchteverlaufs um Nicolas Sarkozy und Carla Bruni.
Auszug aus dem Buch
Charakteristische Wesenszüge und Merkmale
Charakteristisch für das Gerücht ist seine Einstufung als Medium, wobei in der Fachliteratur sogar vom ältesten Massenmedium der Welt gesprochen wird (vgl. KAPFERER 1997, S.10). Diese Einschätzung begründet sich auf der Tatsache, dass die Gesellschaften vor der Existenz der Schrift nur auf den Kommunikationskanal der mündlichen Mitteilung zurückgreifen konnten. Somit erhielt das Gerücht einen mächtigen Status. Es übermittelte Nachrichten, konnte Prestige verleihen, es aber auch wieder nehmen. Außerdem war es dazu in der Lage, Unruhen heraufzubeschwören oder sogar Kriege zu verursachen.
Die weitreichende Verbreitung der Gerüchte in allen gesellschaftlichen Schichten und Sphären begründet sich durch den mündlichen Charakter der Informationsweitergabe, denn diese Form der Kommunikation beherrscht jeder Mensch, egal welchen Bildungsstandes. Ist von Gerüchten die Rede, so bezieht sich die Bezeichnung immer auch auf ihre Verbreitungsprozesse. In diesem Zusammenhang zeichnet sich ein Gerücht immer durch Diffusion aus, d.h. es weist stets spezifische charakteristische Eigenarten bei seiner Weitergabe auf (vgl. LAUF 1990, S.15). Paradoxerweise hemmt der Umstand, dass dem Kolporteur der Wahrheitsgehalt und die Gerüchtequelle unbekannt sind nicht die Verbreitung des Gerüchtes, sondern forciert diese sogar noch. Gerade die Eigenschaft der Gerüchte, dass sie unbestätigt sind, halten ihre Zirkulation und ihre kollektive Erörterung in Gang (vgl. WEINGART 2008, S.241).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des kommunikativen Massenmediums Gerücht ein und umreißt die Struktur sowie das Ziel der exemplarischen Analyse anhand der Affärengerüchte um Nicolas Sarkozy und Carla Bruni.
2 Begriffsbestimmung: In diesem Kapitel wird der historische Ursprung des Begriffes Gerücht untersucht und seine wesentlichen Merkmale sowie die Rahmenbedingungen seiner Entstehung und Verbreitung definiert.
3 Das politische Gerücht: Der Abschnitt erläutert die Spezifika des politischen Gerüchts, kategorisiert verschiedene Gerüchtetypen und analysiert deren spezifische Funktionen sowie Anwendungsmöglichkeiten im politischen Machtkampf.
4 Bekämpfung politisch motivierter Gerüchte: Hier werden präventive und reaktive Strategien zur Bekämpfung von Gerüchten vorgestellt, darunter Dementi, Gegengerüchte, juristische Schritte, Ablenkung, Umdeutung und das Ignorieren.
5 Gerüchtanalyse: Dieses Kapitel dient der praktischen Fallstudie, in der der Verlauf des Gerüchts über die Untreue-Eskapaden des französischen Präsidentenpaares von 2010 anhand definierter Phasen detailliert nachvollzogen wird.
6 Literaturverzeichnis: Dies ist eine systematische Auflistung der in der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Politisches Gerücht, Massenmedium, Kommunikation, Gerüchtebekämpfung, Affärengerüchte, Nicolas Sarkozy, Carla Bruni, politische Kommunikation, Diskreditierung, Wahlkampf, Information, Verbreitungsprozesse, Medienmacht, Strategie, Fallanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Gerücht als ein wirkmächtiges politisches Kommunikationsinstrument und untersucht, wie dieses in der modernen Politik gezielt eingesetzt und bekämpft wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Definition des Gerüchts, seine Funktionen im politischen Machtgefüge, verschiedene Bekämpfungsstrategien sowie der mediale Lebenszyklus eines Gerüchts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den prozesshaften Charakter politischer Gerüchte zu verstehen und exemplarisch anhand einer Fallstudie aufzuzeigen, wie Akteure auf derartige Angriffe reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Fachliteratur zur Kommunikation sowie eine fallbasierte, qualitative Analyse des Gerüchteverlaufs um das französische Präsidentenpaar 2010.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Untersuchung der Spezifika des politischen Gerüchts, die Darstellung von Strategien zur Gerüchteabwehr und eine abschließende Gerüchtanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Politisches Gerücht, Massenmedium, politische Kommunikation, Diskreditierung, Wahlkampf, Affärengerüchte und Strategien der Gerüchtebekämpfung.
Warum wird das Gerücht als "ältestes Massenmedium" bezeichnet?
Diese Bezeichnung rührt daher, dass das Gerücht bereits vor der Erfindung von Schrift, Zeitungen oder Fernsehen existierte und als mündlicher Kommunikationskanal massenhaft Informationen verbreitete.
Wie unterscheidet sich die "prophylaktische" von der "reaktiven" Bekämpfung?
Prophylaktische Maßnahmen zielen darauf ab, durch ein positives Image und Informationskontrolle das Entstehen von Gerüchten im Vorfeld zu verhindern, während reaktive Maßnahmen erst einsetzen, wenn Gerüchte bereits kursieren.
Warum sind Dementis laut Arbeit oft kontraproduktiv?
Dementis können Aufmerksamkeit auf das Gerücht lenken, dieses bei den Empfängern erst bekannt machen und oft nicht verhindern, dass das Gerücht durch weitere Modifikationen im Umlauf bleibt.
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- Daniel Unger (Author), 2013, Das politische Gerücht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213425