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Thesen zu Arno Schmidts "Die Umsiedler"

Titel: Thesen zu Arno Schmidts "Die Umsiedler"

Hausarbeit , 2013 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Gabriela Augustin (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Arno Schmidts Nachkriegserzählung Die Umsiedler aus dem Jahr 1953 liefert ein eindrucksvolles Zeitzeugnis vom Leben in Westdeutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Erzählt wird die Umsiedlung einer Gruppe Menschen per Zug aus ihrer Heimat Niedersachsen nach Rheinhessen. Die Neuankömmlinge stoßen in der neuen, ihnen zugewiesenen Heimat bei den Bewohnern des Dorfes auf Zurückhaltung, Misstrauen, Voreingenommenheit und nur widerwillige Aufnahme. Nach anfänglicher Unterbringung der Flüchtlinge in notdürftigen Unterkünften findet der Erzähler der Geschichte mit Katrin - einer jungen Witwe, die er bereits bei Beginn der Reise kennenlernte und in die er sich schnell verliebt – eigenständig eine neue Bleibe.
Die Erzählung Schmidts spiegelt drastisch und auf bedrückende Weise das Leben von vielen Millionen Umsiedlern, Flüchtlingen und Vertriebenen in Deutschland nach Kriegsende 1945 wider. Was heute kaum vorstellbar ist, wird zumindest ansatzweise durch Die Umsiedler ausgeführt und der heutige Leser beginnt das gesamte Ausmaß der fatalen Situation der Nachkriegszeit zu erahnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thesen

2.1. Die Umsiedler liefert einen realitätsgetreuen und kritischen Bezug zum politischen Geschehen der westdeutschen Nachkriegszeit.

2.2. Die Umsiedler spiegelt erstmals in der deutschen Nachkriegsliteratur die Armut und die Not der Flüchtlinge und Umsiedler in ganzer Breite wider.

2.3. Der anonyme Ich-Erzähler weist zahlreiche Parallelen zu Schmidts Biographie auf.

2.4. In Die Umsiedler wird Schmidts Atheismus deutlich.

2.5. Die Umsiedler enthält zahlreiche typische Stilmittel Schmidts.

2.6. Die Neue Prosaform des Fotoalbums wird in Die Umsiedler exakt umgesetzt.

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Arno Schmidts Erzählung "Die Umsiedler" aus dem Jahr 1953 hinsichtlich ihrer literarischen, biographischen und gesellschaftskritischen Aspekte im Kontext der deutschen Nachkriegszeit.

  • Darstellung der Lebensrealität von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945
  • Biographische Bezüge zwischen Autor und Erzähler
  • Kritik an kirchlichen Institutionen und atheistische Tendenzen
  • Analyse der sprachlichen Besonderheiten und Neologismen
  • Untersuchung der innovativen "Fotoalbum"-Prosaform

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Umsiedler liefert einen realitätsgetreuen und kritischen Bezug zum politischen Geschehen der westdeutschen Nachkriegszeit.

Der Blick der Menschen auf das politische Geschehen der Nachkriegszeit und dessen Akteure war geprägt von Hilflosigkeit, Resignation und Wut. Diese Gefühle werden in Die Umsiedler deutlich, wenn einer der Reisenden Gründe für den Aufbruch aufzählt: „Von der Regierung helfen sie uns da nicht, da wollen wir selber lostreckern.“¹ Die Hilflosigkeit der Menschen wird verstärkt von einem Gefühl der Unwissenheit und Machtlosigkeit: „[M]an rangierte uns hin, her (90).“ Eigeninitiative und Mut zu Unbekanntem waren oft die einzige Chance auf ein besseres Leben.

Zu den gravierenden Problemen in der neuen Heimat der Flüchtlinge zählen keine (langfristigen) Erwerbschancen und eine völlige Überbevölkerung kleiner Gebiete; „in den aufnehmenden Gebieten verschärft[e] der große Bevölkerungsstrom die ökonomischen und sozialen Probleme.“² Auf dieses Chaos reagierte schließlich die Politik. Das Potsdamer Abkommen vom 02.08.1945 sollte die Überführung der deutschen Aussiedler aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn „in ordnungsgemäßer und humaner Weise“ regeln.

Später sollte eine vom Bundestag am 11.11.1949 gebilligte Verordnung der Bundesregierung die Entlastung überbevölkerter Regionen beschleunigen. Der Plan war, „300 000 Flüchtlinge aus den am stärksten beanspruchten Bundesländern Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in weniger belastete Länder (insbesondere die französische Zone) umzusiedeln.“⁴ Im Jahr 1949 schätzte man die Zahl der Vertriebenen und Ausgesiedelten in Westdeutschland auf etwa 7,7 Millionen.⁵ So wurden „Abfahrt, Transport in zugigen Zügen, Ankunft und provisorische Einrichtung in der 'neuen Heimat' [zu] Themen der Reportage [Schmidts], die unzählige anging, und die stellvertretend für jene die erduldete Demütigung festhält.“⁶

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Arno Schmidts Erzählung ein und thematisiert die besondere Stellung des Werks als Zeitzeugnis der Nachkriegsumsiedlungen.

2. Thesen: Dieser Abschnitt erläutert die verschiedenen Untersuchungsschwerpunkte der Arbeit, von biographischen Parallelen bis hin zu spezifischen Stilmitteln und der innovativen Prosaform.

2.1. Die Umsiedler liefert einen realitätsgetreuen und kritischen Bezug zum politischen Geschehen der westdeutschen Nachkriegszeit.: Das Kapitel analysiert die politische Hilflosigkeit der Menschen sowie die behördlichen Umsiedlungsmaßnahmen und deren soziale Auswirkungen.

2.2. Die Umsiedler spiegelt erstmals in der deutschen Nachkriegsliteratur die Armut und die Not der Flüchtlinge und Umsiedler in ganzer Breite wider.: Hier wird die Flüchtlingsproblematik, der „Flüchtlingsstreck“ und die soziale Degradierung der Ankommenden detailliert untersucht.

2.3. Der anonyme Ich-Erzähler weist zahlreiche Parallelen zu Schmidts Biographie auf.: Dieses Kapitel beleuchtet die Gemeinsamkeiten zwischen dem Autor Arno Schmidt und seinem geschaffenen Erzähler, insbesondere hinsichtlich persönlicher Erfahrungen und Lebensumstände.

2.4. In Die Umsiedler wird Schmidts Atheismus deutlich.: Hier wird Schmidts kritische Haltung gegenüber kirchlichen Institutionen und deren Diskrepanz zur praktizierten Moral analysiert.

2.5. Die Umsiedler enthält zahlreiche typische Stilmittel Schmidts.: Untersuchung der sprachlichen Eigenheiten, insbesondere der Neologismen und der Einbeziehung von Umgangssprache zur Realitätswiedergabe.

2.6. Die Neue Prosaform des Fotoalbums wird in Die Umsiedler exakt umgesetzt.: Dieses Kapitel erklärt die theoretische Struktur von Schmidts „Fotoalbum“-Prosa, die aus kurzen, nummerierten Foto-Text-Einheiten besteht.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Schmidt durch seine inhaltliche Tabubruch-Thematik und seine formale Experimentierfreude eine einzigartige Position in der deutschen Nachkriegsliteratur einnimmt.

Schlüsselwörter

Arno Schmidt, Die Umsiedler, Nachkriegsliteratur, Flüchtlinge, Vertriebene, Sozialkritik, Atheismus, Neologismen, Prosaform, Fotoalbum, Identität, Heimatverlust, Stilmittel, Zeitzeugnis, Westdeutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Arno Schmidts Erzählung "Die Umsiedler" (1953) und analysiert, wie der Autor die sozio-politische Situation der Nachkriegszeit, seine eigene Biographie und neue literarische Formen miteinander verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören das Flüchtlingsschicksal, die Kritik an kirchlichen Institutionen, die Rolle des Autors als Beobachter sowie sprachästhetische Experimente.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist es, die Sonderstellung von "Die Umsiedler" innerhalb der deutschen Nachkriegsliteratur durch die inhaltliche Tabubruch-Thematik und die formale Eigenwilligkeit des Autors zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Methode, die sowohl inhaltliche Interpretationen der Erzählung als auch den Abgleich mit biographischen Daten und literaturwissenschaftlichen Sekundärquellen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Thesen, die von politischen Aspekten über biographische Bezüge und religionskritische Tendenzen bis hin zu sprachlichen Stilmitteln und der speziellen „Fotoalbum“-Struktur reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Nachkriegsliteratur, Flüchtlingsschicksal, Atheismus, Neologismen, experimentelle Prosaform und die spezifische Identität des Autors im Kontext seiner Zeit.

Warum spielt der Begriff "Fotoalbum" eine so wichtige Rolle in der Arbeit?

Der Begriff beschreibt eine spezifische, von Schmidt entwickelte Prosaform, die aus einer Folge von kurzen, nummerierten Text-Einheiten besteht, um Erinnerungsprozesse und isolierte Szenen abzubilden.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Schmidt zur Kirche?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Erzähler in "Die Umsiedler" eine deutliche kirchenkritische Haltung einnimmt, die durch Sarkasmus und die Entlarvung einer empfundenen Doppelmoral der kirchlichen Moral geprägt ist.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Thesen zu Arno Schmidts "Die Umsiedler"
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Das Frühwerk Arno Schmidts
Note
1,7
Autor
Gabriela Augustin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V213235
ISBN (eBook)
9783656414230
ISBN (Buch)
9783656414537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arno Schmidt Thesen Die Umsiedler Nachkriegsliteratur Umsiedlung Flucht Deutschland nach 1945
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gabriela Augustin (Autor:in), 2013, Thesen zu Arno Schmidts "Die Umsiedler", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213235
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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