Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Analyse zweier Reportagen Egon Erwin Kischs. Mit Hilfe der in den Texten dargestellten Begebenheiten soll ein Rückschluss auf das Vorwort des „Rasenden Reporters“ gezogen werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, inwiefern Kisch sich an seine höchste Prämisse der Objektivität und Faktentreue gehalten hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Egon Erwin Kisch
3 „Das Nest der Kanonenkönige: Essen“ (1924)
Inhalt
Darstellung des Ruhrgebiets und der Menschen
Darstellung von Krupp
4 „Stahlwerk in Bochum, vom Hochofen aus gesehen“ (1924)
- Inhalt
- Darstellung des Ruhrgebiets und der Menschen
5 Vergleich der Reportagen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht zwei Reportagen von Egon Erwin Kisch über das Ruhrgebiet der 1920er Jahre mit dem Ziel, die Diskrepanz zwischen seinem postulierten Anspruch auf Objektivität und der tatsächlichen, subjektiv gefärbten Darstellungsweise in seinen Texten zu analysieren.
- Egon Erwin Kisch als Vertreter der neuen Sachlichkeit
- Analyse der Reportage „Das Nest der Kanonenkönige: Essen“
- Analyse der Reportage „Stahlwerk in Bochum, vom Hochofen aus gesehen“
- Untersuchung von Objektivität und Subjektivität im journalistischen Stil
- Kritik an industriellen Strukturen und Arbeitsbedingungen
Auszug aus dem Buch
3. 2 Darstellung des Ruhrgebiets und der Menschen
Gleich zu Beginn präsentiert Egon Erwin Kisch seine Eindrücke über die Stadt Essen: Er bezeichnet die Ruhrgebietsstadt einführend als „Vorstadt“, dann als „Kleinstadt“ und „armseliges Cetinje“ (S. 17), später sogar als „Vorspeise“ (S. 18). Es wird bereits jetzt deutlich, dass seine Erwartungen an die Stadt Essen nicht den realen Wahrnehmungen entsprechen. Allerdings zählt Essen nicht nur zu den „größten Städte[n] Deutschlands“, sondern gilt derzeit als „Kapitale der rheinisch-westfälischen Industriegebietes“ und „Hauptstadt der Montanindustrie“ (S. 17). Immerhin berichtet Kisch hier über die Stadt Essen, die bereits 1896 ungefähr 100.000 Einwohner zählte und sich somit zu Recht als Großstadt ausgeben durfte. Zudem gehörte Essen zu den zehn größten Städten Deutschlands. Kisch nimmt Essen jedoch ganz anders wahr: Sein Augenmerk gilt einmal der unübersehbaren Tristesse. Nicht ohne Grund würdigt Kisch die Großstadt so herab: Hier begegnen ihm nur dunkle Farben, wie z. B. Häuser, die „gedunkelt von kohlenstoffhaltiger Luft“ in engsten Gassen stehen (vgl. S. 17). Es scheint so, als sähe Kisch die „unvermeidlich[e] Schwärzung“ der Bauten als Routinefall an, denn diese schwarze Farbe tragen diese „schon von Geburt an“. (vgl. ebd.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der literarischen Reportage von Egon Erwin Kisch und Definition der Forschungsfrage bezüglich seiner Objektivität.
2 Egon Erwin Kisch: Biografischer Überblick über Kischs Lebensweg sowie die Einordnung seiner Arbeitsweise als Journalist.
3 „Das Nest der Kanonenkönige: Essen“ (1924): Analyse der inhaltlichen Schwerpunkte, der Darstellung der Stadt Essen sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der Industriellenfamilie Krupp.
4 „Stahlwerk in Bochum, vom Hochofen aus gesehen“ (1924): Untersuchung der Reportage über das Bochumer Stahlwerk mit Fokus auf die Perspektive des Autors und die Lebensumstände der Arbeiter.
5 Vergleich der Reportagen: Gegenüberstellung der beiden analysierten Texte zur Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und stilistischen Unterschieden.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Diskrepanz zwischen Kischs theoretischem Anspruch an Objektivität und seiner praktischen, engagierten Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Egon Erwin Kisch, Reportage, neue Sachlichkeit, Ruhrgebiet, Industrialisierung, Krupp, Objektivität, Subjektivität, Journalismus, Stahlindustrie, Weimarer Republik, literarische Reportage, Sozialkritik, Arbeitsbedingungen, Medienanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von zwei ausgewählten Reportagen von Egon Erwin Kisch über das Ruhrgebiet in den 1920er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die literarische Qualität der Reportagen, die Darstellung der industriellen Landschaft des Ruhrgebiets sowie die kritische Beleuchtung der Machtverhältnisse und Arbeitsbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit Kisch in seinen Texten seinem eigenen Anspruch treu geblieben ist, objektiv und faktentreu zu berichten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine analytische Herangehensweise gewählt, bei der die Texte Kischs im Detail interpretiert und mit seinen eigenen theoretischen Vorworten verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der beiden Reportagen sowie einen anschließenden Vergleich, um Gemeinsamkeiten und Abweichungen herauszuarbeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Egon Erwin Kisch, neue Sachlichkeit, Reportage, Objektivität und Sozialkritik charakterisieren.
Wie bewertet der Autor Kischs Umgang mit der Familie Krupp?
Der Autor arbeitet heraus, dass Kisch die Familie Krupp sehr kritisch betrachtet und ihre Machtstellung sowie die Rolle in der Waffenproduktion im Ersten Weltkrieg scharf verurteilt.
Welchen Widerspruch entdeckt die Arbeit bei Kisch?
Die Arbeit zeigt, dass Kisch zwar theoretisch Objektivität fordert, in der Praxis seiner Reportagen jedoch stark subjektiv wertet, um gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.
- Quote paper
- Claudia Kern (Author), 2013, Egon Erwin Kisch - Vergleich von zwei Reportagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212714