„Internes und Externes Rechnungswesen“ wird als Pflichtveranstaltung im Grundstudium des
zum Wintersemester 2011/2012 neu etablierten 7-semestrigen Bachelorstudiengangs Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien (HdM), Stuttgart und als Wahlpflichtveranstaltung in den weiteren Bachelorstudiengängen der Fakultät Electronic Media angeboten.
Die seit der Einführung des Studiengangs Medienwirtschaft getrennten Vorlesungen „Buchführung und Bilanzen“ sowie „Kosten- und Leistungsrechnung“ wurde durch das Konzept einer
integrierten Sicht des Rechnungswesens in einer 4-stündigen (SWS) Vorlesung ersetzt. Dies
bedeutet einerseits didaktische Änderungen durch die Integration von management-orientierten
Planspielen in die Lehre, andererseits eine klare Reduktion der angebotenen Stofftiefe. So werden hier bewusst Aspekte des buchhalterischen Alltags, wie sie an Wirtschaftsgymnasien oder
kaufmännischen Ausbildungsberufen gelehrt werden, weggelassen.
Das Skript lehnt sich an das Lehrbuch „Einführung in das Rechnungswesen: Bilanzierung und Kostenrechnung“ von Jürgen Weber und Barbara E. Weißenberger (Schäffer-Poeschel) an und
ist flankierend zu diesem einzusetzen.
Vorarbeiten zu der vorliegenden Form dieses Skriptes wurden 2008 von Stefan Dittmar,
Student der Medienwirtschaft an der HdM Stuttgart, aus eigener Initiative geleistet. Die Masterstudentin Nadine Steinhübel steuerte wertvolle weitere Vorarbeiten zur Einführung in Buchführung und Bilanzen bei, die Studentinnen des Pionierjahrgangs des 7-semestrigen Bachelors
Katrin Durst und Magdalena Bartmann übernahmen nicht nur im Tutorium das Coaching der
Kommilitonen sondern auch die Dokumentation und Aktualisierung des neuen Stoffes in diesem
Skript – vielen Dank vor allem auch im Namen folgender Studierenden-Generationen.
In der Neuauflage zum Sommersemester 2013 wurden die Erfahrungen des Vorsemesters eingearbeitet
und ein paar kleine Korrekturen vorgenommen.
Prof. Dr. Nils Högsdal Prof. Harald Eichsteller
Hochschule der Medien (HdM), Stuttgart
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das betriebliche Rechnungswesen
1.1 Fallstudie
1.2 Geschäftsführung in Start-up-Unternehmen (an einem Beispiel)
1.3 Buchführung und Bilanzierung
1.3.1 Worum geht es in der Buchführung und der Bilanzierung?
1.3.2 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
1.3.3 Rechenwerke
1.4 Wichtige Begriffe der Finanzbuchführung
2 Bilanz und GuV
2.1 Bilanz
2.1.1 Bewertungsansätze
2.1.2 Gliederung der Bilanz seit BilMoG
2.1.3 Aufgaben der Bilanz
2.1.4 Unterscheidungskriterien
2.1.5 Bilanzveränderungen
2.2 Die Gewinn- und Verlustrechnung
2.2.1 Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung
2.2.2 Wichtige Begriffe des GuV-Kontos
2.3 Bilanzanalyse und Kennzahlen
2.3.1 Bilanzanalyse in 5 Schritten
2.3.2 Wichtige Kennzahlen
3 Buchungen auf Konten
3.1 Aktiv- und Passiv-Konten
3.1.1 Aktiv-Konten (Bestandskonto: Bestand von Vermögensgütern)
3.1.2 Passiv-Konten (Bestandskonto: Bestand von Schulden)
3.2 Regeln der Buchführung I
3.3 Regeln der Buchführung II
3.4 Aufwand und Ertrag
3.4.1 Beispiel 1
3.4.2 Beispiel 2
3.4.3 Beispiel 3
3.5 Gewinn- und Verlustkonto (GuV-Konto)
3.6 Das Privatkonto
3.7 Buchungen im Umlaufvermögen
3.8 Buchungen im Anlagevermögen
3.8.1 Abschreibungsmethoden
3.8.2 Verkauf zum/über/unter Buchwert
3.9 Überblick Konten
3.10 Jahresabschluss
4 TOPSIM
5 Grundaufbau der Kostenrechnung
5.1 Einführung Fallbeispiel More-than-copy GmbH
5.2 Abbildungsfunktion der internen Rechnungslegung
5.3 Produktionsfaktoren
5.4 Kostendifferenzierung nach Lebenszyklus-Phasen
5.5 Leistungen
5.6 Produktionsprozess-Typen nach Stoffverwertungsart
5.6.1 Analytische Stoffverwertung
5.6.2 Synthetische Stoffverwertung
5.6.3 Durchlaufende Stoffverwertung
5.6.4 Umgruppierende Stoffverwertung
5.7 Kosten für die Herstellung der Prozess-Bereitschaft
5.8 Kombination von Einzelprozessen
5.8.1 Einseitige Leistungsbeziehung
5.8.2 Wechselseitige Leistungsbeziehung
5.9 Aufgabenbereiche der Kostenrechnung
5.10 Von der Kostenrechnung unterstützte Entscheidungsfelder
5.11 Kostenrechnerische Bereiche
5.11.1 Kostenarten
5.11.2 Kostenstellen
5.11.3 Kostenträger
5.12 Traditioneller Grundaufbau der Kostenrechnung
5.13 Rechnungszwecke der Kostenrechnung
6 Grundformen der Kalkulation von Leistungen
6.1 Grundsätzliche Kennzeichnung des Kalkulationsproblems
6.2 Verursachungsprinzip und Marginalprinzip
6.2.1 Verursachungsprinzip
6.2.2 Marginalprinzip
6.2.3 Gegenüberstellung Verursachungsprinzip – Marginalprinzip
6.2.4 Fallbeispiel Fahrbereitschaft
6.3 Divisionskalkulation
6.4 Äquivalenzahlenkalkulation
6.5 Kalkulation unterschiedlicher Leistungen
6.6 Verrechnungssatzkalkulation
6.7 Zuschlagskalkulation
6.8 Grundfragen der Kalkulation im Überblick
7 Kosten- und Erlösarten
7.1 Aufgabe der Kostenartenrechnung
7.2 Merkmale der Kosten
7.3 Einzelkosten und Gemeinkosten
7.4 Variable Kosten und fixe Kosten
7.5 „Klassischer“ Verlauf von Kosten
7.6 Grundkosten – Zusatzkosten – Anderskosten
7.7 Wichtige Kostenarten
7.7.1 Anlagenkosten
7.7.2 Materialkosten
7.7.3 Personalkosten
7.8 Erlöse
8 Kostenplanung und -kontrolle
8.1 Abweichungsanalyse
8.2 Kostenauflösung
8.3 Kostenremanenz
8.4 Plankostenrechnung
8.4.1 Starre Plankostenrechnung
8.4.2 Flexible Plankostenrechnung
8.4.3 Grenzplankostenrechnung
9 Verrechnung der Kosten zwischen Kostenstellen
9.1 Einzelleistungsbezogene Verrechnung
9.2 Verrechnung mit Schlüsseln
9.3 Form der Leistungsverflechtung
9.3.1 Beispiel für gegenseitige Leistungsverflechtungen von zwei Vorkostenstellen
9.3.2 Verfahren zur genauen Berechnung der Leistungsverflechtung
9.4 Standardverrechnung von Kostenstellenleistungen
9.4.1 Anbauverfahren
9.4.2 Stufenleiterverfahren
9.5 Sonderverrechnung von Kostenstellenleistungen
9.5.1 Kostenartenverfahren
9.5.2 Kostenstellenausgleichsverfahren
9.5.3 Kostenträgerverfahren
10 Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnungen
10.1 Vollkostenrechnung
10.2 Teilkostenrechnung
10.2.1 Direct Costing
10.2.2 Stufenweise Fixkostendeckungsrechnung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, den Studierenden ein breites und integriertes Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen sowie der wichtigsten Theorien, Prinzipien und Methoden des internen und externen Rechnungswesens zu vermitteln. Die Arbeit adressiert dabei die Forschungsfrage, wie Rechnungswesen als integriertes System für die Unternehmenssteuerung und Erfolgsbeurteilung genutzt werden kann.
- Grundlagen der Finanzbuchhaltung und Bilanzierung
- Methoden der Kosten- und Leistungsrechnung
- Analyse der Bilanz und GuV sowie deren Kennzahlen
- Anwendung des Unternehmensplanspiels TOPSIM zur Vertiefung
- Kostenrechnerische Verfahren wie Zuschlags- und Divisionskalkulation
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Worum geht es in der Buchführung und der Bilanzierung?
Das Ziel des externen Rechnungswesens ist es den Adressaten ein vollständiges Bild über die Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens zu geben. Geschäftsvorfälle sind Vorgänge, die Vermögenszusammensetzung eines Unternehmens verändern. Beispiele sind der Kauf von Material, das Stellen einer Rechnung, das Bezahlen einer Rechnung, die Abschreibung einer Maschine und vieles mehr. Aber: nicht alles ist ein Geschäftsvorfall, im Beispiel des Startups ist der Abschluss eines Vertrags über eine Lizenz noch kein Geschäftsvorfall. Erst wenn die Rechnung gestellt wird bzw. die Lizenz ausgeliefert ist, dann spricht man von einem Geschäftsvorfall. Ein weiterer Geschäftsvorfall in diesem Zusammenhang ist die Bezahlung der Rechnung. Manche Geschäftsvorfälle ändern nur die Zusammensetzung des Vermögens (z.B. die Bezahlung einer Rechnung) während andere tatsächlich das Vermögen mehren (z.B. die Auslieferung eines Produktes mit Stellen einer Rechnung und d.h. dem Realisieren eines Gewinns). Das folgende Beispiel soll es erläutern:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einer Bar ein Bier trinken. Was passiert im zeitlichen Ablauf:
1. Sie betreten die Bar
2. Sie bestellen das Bier
3. Das Bier wird geliefert
4. Sie trinken das Bier
5. Sie fragen nach der Rechnung
6. Sie bezahlen die Rechnung
Machen Sie Sie Gedanken, welche der Punkte Geschäftsvorfälle darstellen und ob sich das Vermögen oder nur die Vermögenszusammensetzung ändert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das betriebliche Rechnungswesen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Geschäftsvorfälle anhand von Fallstudien und führt in die Systematik der Finanzbuchhaltung und Bilanzierung ein.
2 Bilanz und GuV: Hier werden Aufbau, Struktur und Aufgaben der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung detailliert analysiert, inklusive der methodischen Ansätze zur Bilanzanalyse.
3 Buchungen auf Konten: Das Kapitel behandelt die praktische Durchführung der doppelten Buchführung, das System der Aktiv- und Passivkonten sowie die Verbuchung von Aufwand, Ertrag und Abschreibungen.
4 TOPSIM: Dieser Abschnitt verknüpft die theoretischen Kenntnisse des Rechnungswesens mit der praktischen Anwendung in einem Unternehmensplanspiel.
5 Grundaufbau der Kostenrechnung: Das Kapitel legt die Basis für das interne Rechnungswesen durch die Einführung von Kostenstellen, Kostenträgern und die Differenzierung nach Produktionsprozessen.
6 Grundformen der Kalkulation von Leistungen: Es werden verschiedene Kalkulationsmethoden wie die Divisionskalkulation, Äquivalenzzahlenkalkulation und Zuschlagskalkulation vorgestellt.
7 Kosten- und Erlösarten: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Erfassung und Gliederung aller betrieblichen Kosten- und Erlösarten.
8 Kostenplanung und -kontrolle: Hier steht die budgetorientierte Planung sowie die Analyse von Plan-Ist-Abweichungen zur Steuerung der Wirtschaftlichkeit im Fokus.
9 Verrechnung der Kosten zwischen Kostenstellen: Dieses Kapitel beschreibt Verfahren zur innerbetrieblichen Leistungsverrechnung, wie das Anbau- und Stufenleiterverfahren.
10 Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnungen: Abschließend werden die Unterschiede und Anwendungsbereiche zwischen der Vollkostenrechnung und modernen Teilkostenrechnungssystemen wie dem Direct Costing erörtert.
Schlüsselwörter
Finanzbuchhaltung, Betriebsbuchhaltung, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kostenrechnung, Buchführung, Kalkulation, Plankostenrechnung, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Abschreibung, Deckungsbeitrag, Geschäftsvorfälle, Liquidität, Rentabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in das interne und externe Rechnungswesen und zeigt deren Bedeutung für die Unternehmensführung auf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Finanzbuchhaltung, Bilanzanalyse, Kostenrechnungsmethoden und die Anwendung dieser Daten in Entscheidungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein kritisches Verständnis für Theorien, Prinzipien und Methoden des Rechnungswesens zu schaffen, um diese vertikal und horizontal vertiefen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen des HGB mit praktischen Fallbeispielen und der methodischen Einbindung von Unternehmensplanspielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Finanzbuchhaltung, Bilanz und GuV sowie eine umfassende Darstellung der Kosten- und Leistungsrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Rechnungswesen, Bilanzierung, Kostenrechnung, Kalkulation, Liquidität, Rentabilität und Jahresabschluss.
Was unterscheidet das Anbauverfahren vom Stufenleiterverfahren?
Das Anbauverfahren verrechnet Kosten nur an Endkostenstellen, während das Stufenleiterverfahren eine sukzessive Verrechnung zwischen Vorkostenstellen ermöglicht.
Warum ist die Kostenspaltung für Unternehmen essenziell?
Die Kostenspaltung ist notwendig, um bei Änderungen der Absatzmenge das Ergebnis pro Produkt bzw. Sparte bestimmen zu können.
Welche Rolle spielt die Rentabilität in der Bilanzanalyse?
Die Rentabilität, gemessen etwa durch die Eigenkapitalrentabilität, gibt Aufschluss über die Verzinsung des eingesetzten Kapitals und die Attraktivität für Investoren.
Was beinhaltet der „Exit“ im Kontext von Risikokapitalgebern?
Ein Exit beschreibt den profitablen Ausstieg aus einem Investment nach drei bis sieben Jahren, meist durch einen Verkauf des Unternehmensanteils.
- Quote paper
- Prof. Harald Eichsteller (Author), Harald Eichsteller (Series editor), 2013, Internes und Externes Rechnungswesen 2013, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212507