Was als Störung wahrgenommen und in der Schulwelt als „Störung“ bezeichnet wird, entscheidet jeder Betrachter für sich selbst. Dazu zeige ich in meiner Arbeit auf, wie Experten die Situation einschätzen und wie man Störungen als LehrerIn bewältigen kann. Dabei liegt in diesem Abschnitt der Fokus darauf, zu erklären, wie überhaupt Störungen im Unterrichtsgeschehen entstehen.
Ich werde danach darauf eingehen, ob es möglich ist, jegliche Störung im und neben dem Unterricht generell zu vermeiden. Überdies werde ich Verhaltensweisen und Attribute eines guten Lehrers vorstellen, die ich für wertvoll und nützlich halte, um in der Lage zu sein, Störungen einzuschränken.
Ebenso stelle ich diverse Programme unterschiedlicher Institutionen vor, mit denen man als LehrerIn im Schulalltag Störungen entgegenwirken kann. Dabei kommt es mir darauf an, die Geschichte und Entwicklung der Programme vorzustellen, sowie die Abläufe und Regeln ebendieser aufzuzeigen. Diese Programme reichen von rechtlichen (z. B. Ordnungsmaßnahmen) bis hin zu pädagogischen Maßnahmen (z. B. das Trainingsraumprinzip oder schlechte Notengebung). Zudem wird in einem Kapitel dargestellt, wie Studienseminarleiter (hier exemplarisch das Studienseminar in Trier) das Problem bekämpfen. Diese Leiter geben in ihrem Bericht kostbare Hinweise für das Lehrerverhalten während und nach dem Unterricht.
Abschließend wird in dieser Arbeit ein endgültiges Fazit gegeben, um einen störungsarmen Unterricht zu gestalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind Unterrichtsstörungen?
2.1 Definitionen aus der Schulwelt
2.2 Wie entstehen Störungen und was wird als solche empfunden?
3. Wie kann ich als LehrerIn Störungen vermeiden?
3.1 Lehrerverhalten im Unterricht
3.1.1 Handlungsspektrum des Lehrers
3.1.2 Charaktereigenschaften des Lehrers
4. Was kann ich als LehrerIn bei Störungen tun?
4.1 Rechtlicher Rahmen bzw. Ordnungsmaßnahmen
4.2 Pädagogische Maßnahmen
4.2.1 Schlechte Notengebung
4.2.2 Pädagogische Inseln (Beispiel Matthias-Claudius-Förderschule, Kiel)
4.2.2.1 Wie entstand der Begriff „Pädagogische Insel“?
4.2.2.2 Entstehung der „Insel“ an der Matthias-Claudius-Förderschule, Kiel
4.2.3 Allgemeine Gründe für den Verweis in die Insel
4.2.4 Ablauf des Inselstunden
4.2.5 Trainingsraumprinzip (alle Klassenstufen)
4.2.5.1 Geschichte des Prinzips
4.2.5.2 Ziele und Ablauf des Programms (Beispiel „Hauptschule an der Cincinnatistraße“, München)
4.2.5.3 Welche Störungen sind für diese Methode geeignet?
4.2.5.4 Ablauf des Programms
4.2.6 Außerunterrichtlicher Exkurs: Streitschlichter-Programm (Beispiel Grundschule Lauenhagen)
4.2.6.1 Begriffserklärung
4.2.6.2 Ablauf der Streitschlichtung
5. Meinungen aus der Schulwelt
5.1 Empfehlungen der Leiter eines Studienseminars (hier: Trier)
5.2 Empfehlungen im Umgang mit Unterrichtsstörungen
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen von Unterrichtsstörungen in der Sekundarstufe, beleuchtet präventive Lehrerverhaltensweisen sowie konkrete pädagogische und rechtliche Interventionsmöglichkeiten zur Störungsbewältigung.
- Definition und Entstehung von Unterrichtsstörungen
- Prävention durch professionelles Lehrerverhalten
- Rechtlicher Rahmen und Ordnungsmaßnahmen
- Pädagogische Interventionskonzepte (Insel-Modell, Trainingsraumprinzip)
- Mediation durch Streitschlichter-Programme
Auszug aus dem Buch
3.1 Lehrerverhalten im Unterricht
So wie man als Lehrer ein bestimmtes Verhalten im Unterricht von seinen SchülerInnen erwartet, so erwarten die SchülerInnen das ebenfalls von der Lehrperson. Der Lehrer kann dabei zur Störungsreduzierung beitragen, aber ebenso selbst mit seinem Verhalten eine Störung darstellen.
Eine Liste mit Lehrereigenschaften, die unterrichtsfördernd sein sollen, findet man beispielsweise unter www.unterrichtsstoerungen.de/html/lehrerverhalten.html (siehe Linkliste). Auf einen Teil dieser Liste wird im Folgenden exemplarisch eingegangen. Diese Liste kann in zwei Bereiche geteilt werden: Handlungen und Charaktereigenschaften des Lehrers.
Eine der wichtigsten Handlungen des Lehrers, die unterrichtsfördernd sind, ist der Einsatz der eigenen Körpersprache. Hierzu zählt z. B. ein selbstsicheres und selbstbewusstes Auftreten. Wenn der Lehrer seinen SchülerInnen eine Schwäche offenbart, so wird es nicht lang dauern, bis die SchülerInnen diese auch erkennen und gegen ihn verwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert Unterrichtsstörungen als Bestandteil des Schulalltags und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, präventive Maßnahmen und Bewältigungsstrategien aufzuzeigen.
2. Was sind Unterrichtsstörungen?: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Definitionen aus der Schulpädagogik und analysiert die Ursachen sowie die psychologische Wahrnehmung von Störungen.
3. Wie kann ich als LehrerIn Störungen vermeiden?: Der Fokus liegt hier auf dem Lehrerverhalten, insbesondere auf der Bedeutung von Körpersprache, Humoreinsatz und den notwendigen Charaktereigenschaften für ein positives Lernklima.
4. Was kann ich als LehrerIn bei Störungen tun?: Dieses umfangreiche Kapitel behandelt sowohl den rechtlichen Rahmen (Schulgesetz NRW) als auch erprobte pädagogische Interventionskonzepte wie die „Pädagogische Insel“, das „Trainingsraumprinzip“ und die Streitschlichtung.
5. Meinungen aus der Schulwelt: Hier werden praxisnahe Empfehlungen von Studienseminaren präsentiert, um Impulse für das Lehrerhandeln und den professionellen Umgang mit schwierigen Situationen zu geben.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass ein völlig störungsfreier Unterricht eine didaktische Fiktion bleibt, betont jedoch die Steuerbarkeit durch professionelles und wertschätzendes Lehrerverhalten.
Schlüsselwörter
Unterrichtsstörung, Klassenmanagement, Prävention, Lehrerverhalten, Pädagogische Insel, Trainingsraumprinzip, Schulpädagogik, Disziplin, Mediation, Streitschlichtung, Lernklima, Erziehungsmaßnahmen, Unterrichtsgestaltung, Konfliktlösung, Sekundarstufe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Ursachen für Störungen im Unterricht der Sekundarstufe sowie mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte zur Prävention und Bewältigung solcher Situationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Störungen, das professionelle Lehrerverhalten, rechtliche Rahmenbedingungen wie Ordnungsmaßnahmen sowie spezielle pädagogische Modelle wie das Trainingsraumprinzip.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch ein reflektiertes, professionelles Auftreten Unterrichtsstörungen minimieren und im Bedarfsfall pädagogisch sinnvoll und rechtssicher reagieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene fachdidaktische Ansätze, psychologische Konzepte und schulgesetzliche Bestimmungen zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in präventive Maßnahmen durch das Lehrerverhalten, rechtliche Interventionsmöglichkeiten und die Vorstellung bewährter Konzepte wie der „Pädagogischen Insel“ und der Streitschlichtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Klassenmanagement, Prävention, Disziplin, Pädagogische Insel und professionelles Lehrerverhalten charakterisiert.
Was unterscheidet das „Trainingsraumprinzip“ von der „Pädagogischen Insel“?
Während die „Pädagogische Insel“ eher als Rückzugsort für Schüler mit besonderem Förderbedarf fungiert, ist das Trainingsraumprinzip ein systematisches Verfahren zur Verhaltensreflexion bei Disziplinkonflikten.
Warum betont der Autor die Bedeutung der Körpersprache?
Der Autor führt aus, dass eine selbstsichere Körpersprache wesentlich für die Autorität und Glaubwürdigkeit der Lehrkraft ist, da Unsicherheiten von Schülern schnell erkannt und potenziell gegen die Lehrperson genutzt werden.
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- Knut Kumpe (Author), 2012, Unterrichtsstörungen im Schulalltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212267