Durch Einführung neuer Technologien, zunehmende Globalisierung des
Wettbewerbs und erhöhte Anforderungen an die Produktqualität, sowie
wachsende Kundenorientierung verändert sich die Arbeitswelt in jüngster
Zeit immer schneller. Diese Veränderungen machen eine ständige Anpassung
der beruflichen Qualifikationen erforderlich (Holling & Liepmann, 2004, S.
345).
Die Personalentwicklung beschäftigt sich mit der systematischen Erweiterung
von beruflichen Handlungskompetenzen, und verwendet dazu spezifische
Methoden der Beratung, Aus- und Weiterbildung (Holling & Liepmann,
2004, S. 347).
Die vorliegende Hausarbeit enthält einen Lehrplanentwurf (Blueprint) für einen
Bildungswissenschaftler1, der nach seinem Universitätsabschluss in der
Personalentwicklungsabteilung eines Unternehmens Anstellung gefunden hat.
Zu seinem Aufgabengebiet soll künftig die Implementation von Trainingsprogrammen
zur betrieblichen Weiterbildung der Mitarbeiter gehören. Daher
gilt es für ihn zunächst, den Weiterbildungsbedarf zu ermitteln
Im ersten Teil wird ein auf Basis des von Jeroen van Merriënboer entwickelten
Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (im Folgenden 4C/IDModell)
entwickelter Blueprint vorgestellt, der den Bildungswissenschaftler
beim Erwerb der erforderlichen Kompetenzen unterstützt.
Beginnend mit der Erstellung einer Fertigkeitenhierarchie werden im weiteren
Verlauf Lernaufgaben, unterstützende -, sowie Just-in-time Informationen
beschrieben.
Im theoretischen Teil der Arbeit wird das 4C/ID-Modell in Bezug zu Lerntheorien
und situiertem Lernen betrachtet. Darüber hinaus werden didaktische
Szenarien aufgezeigt, die sich zur Integration in das 4CI/D-Modell eignen,
und es werden Medien zur Unterstützung des Blueprints erläutert.
Den Abschluss bildet eine zusammenfassende Bewertung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die praktische Anwendung des 4C/ID-Modells
2.1 Kompetenzanalyse
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen
2.3 Entwurf von Lernaufgaben
2.4 Entwurf von unterstützenden Informationen
2.5 Entwurf von Just-in-time-Informationen
3 Das 4C/ID-Modell in der Theorie
3.1 Lerntheoretische Überlegungen
3.2 Aspekte des situierten Lernens
3.3 Didaktische Szenarien
3.4 Medien zur Unterstützung des Blueprints
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen Lehrplanentwurf (Blueprint) für einen Bildungswissenschaftler zu entwickeln, der in der Personalentwicklung tätig ist und den betrieblichen Weiterbildungsbedarf ermitteln soll. Auf Basis des 4C/ID-Modells von Jeroen van Merriënboer wird ein didaktisches Konzept entworfen, das den Kompetenzerwerb für diese komplexe Aufgabe systematisch unterstützt.
- Anwendung des 4C/ID-Modells in der beruflichen Weiterbildung
- Entwicklung einer Fertigkeitenhierarchie zur Bedarfsanalyse
- Konzeption von Lernaufgaben mit unterschiedlichem Scaffolding-Grad
- Integration lerntheoretischer Grundlagen und didaktischer Szenarien
- Einsatz von primären und sekundären Medien zur Lernunterstützung
Auszug aus dem Buch
2.1 Kompetenzanalyse
Die Festlegung des Lernziels bildet den ersten Schritt bei der Konzipierung eines Blueprints. Dazu werden die zu erwerbenden Kompetenzen in ihre einzelnen Fertigkeiten zerlegt und mittels einer Fertigkeitenhierarchie dargestellt (van Merriënboer et al., 2002, S.40).
Die einzelnen Fertigkeiten stehen hierbei in bestimmten Relationen zueinander, wobei zwischen horizontalen und vertikalen Relationen unterschieden wird. Horizontale Relationen werden von links nach rechts gelesen und können sowohl sequentiell als auch gleichzeitig ausgeführt werden. Sie beschreiben den zeitlichen Ablauf der Fertigkeiten, weshalb hier auch von temporären Relationen gesprochen wird (van Merriënboer et al., 2002, S.41).
Im konkreten Beispiel muss der Bildungswissenschaftler zunächst die Mitarbeiter des Unternehmens über das Vorhaben der Geschäftsführung informieren, um eine Vertrauensbasis zu schaffen, die als Voraussetzung für die Teilnahme der Mitarbeiter an der geplanten Befragung gilt. Erst danach kann er fortfahren, indem er Ist- und Soll-Zustand analysiert, den Bedarf an Weiterbildung ermittelt um diesen abschließend der Unternehmensführung vorlegen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die wachsende Bedeutung der Personalentwicklung dar und beschreibt das Ziel, mittels eines 4C/ID-Blueprints einen Bildungswissenschaftler bei der betrieblichen Bedarfsermittlung zu unterstützen.
2 Die praktische Anwendung des 4C/ID-Modells: Dieses Kapitel erläutert die praktische Umsetzung des Modells, von der Kompetenzanalyse und Sequentialisierung der Aufgaben bis hin zur Gestaltung von Lernaufgaben sowie unterstützenden und JIT-Informationen.
3 Das 4C/ID-Modell in der Theorie: Der theoretische Teil beleuchtet die lerntheoretischen Einflüsse, das situierte Lernen, passende didaktische Szenarien und die Auswahl geeigneter Medien zur Unterstützung des Lehrplans.
4 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert den entwickelten Blueprint und bewertet die Anwendung des 4C/ID-Modells für die Einarbeitung von Personalentwicklern unter Berücksichtigung von Zeit- und Kostenfaktoren.
Schlüsselwörter
Personalentwicklung, Weiterbildungsbedarf, 4C/ID-Modell, Instruktionsdesign, Fertigkeitenhierarchie, Lernaufgaben, Scaffolding, Just-in-time-Informationen, Lerntheorien, Situiertes Lernen, Didaktische Szenarien, Bildungsmanagement, Kompetenzerwerb, Lehrplanentwurf, Weiterbildungsmaßnahmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Lehrplanentwurfs (Blueprint) für einen Bildungswissenschaftler in der Personalentwicklung, um diesen bei der systematischen Ermittlung des betrieblichen Weiterbildungsbedarfs zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit verknüpft die praktische Anwendung des 4C/ID-Instruktionsdesign-Modells mit theoretischen Aspekten der Lernpsychologie, didaktischen Szenarien wie Fallmethode oder Simulation sowie der Auswahl geeigneter Medien.
Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel?
Das primäre Ziel ist es, den betrieblichen Weiterbildungsbedarf mittels eines auf dem 4C/ID-Modell basierenden Blueprints strukturiert zu erfassen und den Bildungswissenschaftler durch gezielte Lernangebote dazu zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (4C/ID-Modell) von Jeroen van Merriënboer angewandt, um kognitive Fähigkeiten systematisch aufzubauen und den Lernerfolg durch authentische Lernumgebungen zu maximieren.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die praktische Modellanwendung (Kompetenzanalyse, Aufgabenklassen, Lernaufgaben-Design, Informationen) und die theoretische Fundierung (Lerntheorien, situiertes Lernen, didaktische Prinzipien).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind das 4C/ID-Modell, Personalentwicklung, Weiterbildungsbedarf, Fertigkeitenhierarchie, Scaffolding, Lernaufgaben sowie der Transfer von Wissen in reale Arbeitssituationen.
Warum ist eine Fertigkeitenhierarchie für das Modell so wichtig?
Die Fertigkeitenhierarchie ist entscheidend, da sie die zu erwerbenden Kompetenzen in ihre Einzelteile zerlegt und die logischen (horizontalen und vertikalen) Relationen zwischen ihnen aufzeigt, was als Basis für das gesamte Design dient.
Wie werden Lernaufgaben im 4C/ID-Modell didaktisch gestuft?
Die Lernaufgaben werden durch das Prinzip des "Scaffolding" (Unterstützung) gestuft. Der Schwierigkeitsgrad steigt über drei Aufgabenklassen an, wobei die Unterstützung durch Lernhilfen wie Lösungsbeispiele sukzessive reduziert wird.
- Quote paper
- Sabine Flexer (Author), 2013, Die Personalentwicklung mithilfe des 4C/ID-Modells, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212199