Im Westen nichts Neues, im Osten nichts Gutes. Also „business as usual“ im Westen und Emergenz zweifelhafter Kräfte im Osten. Der Westen hat es bislang nicht vermocht, seine Systeme in sozialverträglicher, menschengerechter Weise umzustrukturieren. Ein stets zunehmender Teil der Bevölkerung in vielen Ländern verarmt. Die ungleiche Vermögensverteilung ist in Deutschland besonders krass. Alle Regierungen, gleich welcher Couleur, tendieren dazu, mit dem vermeintlich Stärkeren zu sympathisieren. Über die Besteuerung und andere Mechanismen führt dies zu einer zunehmenden Vermögensdiskrepanz zwischen Armen und Reichen, ein Phänomen, das als Öffnung der sozialen Schere bekannt ist.
Im ferneren Osten, wo nunmehr das Gros der Weltbevölkerung lebt, löst man die Probleme seit Menschengedenken durch die harten Bandagen des Zentralismus, des Autoritarismus und der nicht zu hinterfragenden Unterordnung in allen Bereichen des Lebens.
Inhaltsverzeichnis
1. Im Westen nichts Neues, im Osten nichts Gutes: Der Verlust des menschlichen Gesichtes der Gesellschaft
2. Macht versus Demokratie
3. Das Schwinden des demokratischen Bewusstseins
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch das Spannungsfeld zwischen formalen demokratischen Strukturen und einer tief verwurzelten autoritären kulturellen Prädisposition in Deutschland, um aufzuzeigen, wie ein Mangel an echter demokratischer Identität zu einer Entmenschlichung der Gesellschaft führt.
- Die Dichotomie zwischen autoritären Machtstrukturen und demokratischen Prinzipien
- Die Rolle der kulturellen Identität und deren Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse
- Kritische Reflexion politischer und wirtschaftlicher Großprojekte vor dem Hintergrund des Demokratieverständnisses
- Die Notwendigkeit eines bewussten Wertewandels und einer wehrhaften Demokratie
- Ursachen für das Schwinden des demokratischen Bewusstseins in der heutigen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Macht versus Demokratie
Kaum ein Land der Welt hat für sein Ringen und seinen vielfältigen innen- und außenpolitischen Kampf um und für seine demokratische Identität einen höheren Preis bezahlt als Deutschland. Die damit verbunden Werte sind Einigkeit und Recht und Freiheit, die unsere Nationalhymne als des deutschen Glückes Unterpfand besingt. Deshalb werden die Deutschen sich dieses kostbare Gut unter keinen Umständen aus dem Händen nehmen und entreißen lassen. Sie werden sich bewehren, um es als ihren geschichtlicher Juwel zu schützen, selbst wenn und gerade weil er noch nicht zu vollendetem Glanz geschliffen, makellos erstrahlt. Doch manche Kräfte würden diesen Kronjuwel gerne an sich reißen und korrumpieren.
Die innenpolitischen Sachverhalte sollen hier schwerpunktmäßig betrachtet werden, denn die außenpolitischen sind im wesentlichen eine internationale Manifestation derselben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Im Westen nichts Neues, im Osten nichts Gutes: Der Verlust des menschlichen Gesichtes der Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die zunehmende soziale Schere und den Verlust menschlicher Werte durch ein autoritäres Grundkorsett, das eine echte demokratische Identitätsbildung in Deutschland behindert.
2. Macht versus Demokratie: Der Autor untersucht das sozialpsychologische Dilemma zwischen autoritären Machtmotiven und einem demokratischen Prinzip, wobei er die Notwendigkeit einer "wehrhaften Demokratie" betont.
3. Das Schwinden des demokratischen Bewusstseins: Hier wird kritisiert, dass formale demokratische Ansprüche und das Grundgesetz oft nur als Fassade dienen, während unter der Oberfläche weiterhin ein undemokratischer, partikularistischer Geist existiert.
Schlüsselwörter
Macht, Demokratie, Identität, Autoritarismus, Kultur, Soziokulturell, Entmenschlichung, Wertewandel, Rechtsstaat, Gesellschaft, Deutschland, Partikularismus, Humanisierung, Demokratisches Bewusstsein, Machtdistanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen den formalen demokratischen Institutionen Deutschlands und einer tieferliegenden, autoritären kulturellen Prädisposition, die das demokratische Miteinander gefährdet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das Macht-Demokratie-Kontinuum, der Einfluss von Migration auf nationale Identitätsstrukturen, die Rolle christlicher Werte sowie die Analyse des gesellschaftlichen "Kulturkampfes".
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Gefahren einer nur oberflächlichen Demokratie zu schaffen und den Bedarf an einer substanziellen, identitätsstiftenden Humanisierung und wehrhaften Demokratie aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine kulturwissenschaftliche und sozialpsychologische Analyse, um aktuelle gesellschaftliche Prozesse und politische Strukturen kritisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische und gegenwärtige Problematik der Machtausübung, die Rolle politischer Akteure und warum formale demokratische Regeln allein nicht vor autoritären Tendenzen schützen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Macht-Einprinzip", "Entmenschlichung", "wehrhafte Demokratie" und "kulturelle Identität" charakterisiert.
Warum sieht der Autor das aktuelle demokratische System als gefährdet an?
Die Gefahr besteht laut Autor darin, dass das demokratische System als "getünchtes Grab" fungiert, in dem zwar formale Regeln bestehen, der Geist der Demokratie aber durch Bequemlichkeit und autoritäre Machtinteressen untergraben wird.
Welche Rolle spielt die "wehrhafte Demokratie" in diesem Zusammenhang?
Die wehrhafte Demokratie dient als notwendiger Schutzschild, der aktiv gegen den Missbrauch von Freiheitsrechten vorgeht und eine Korrumpierung durch antidemokratische Kräfte verhindert.
- Quote paper
- D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deißler (Author), 2013, Im Westen nichts Neues, im Osten nichts Gutes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211985