Die Wirklichkeit wird durch Massenmedien nie naturgemäß wiedergegeben, sie erzeugen vielmehr eine Medienrealität. Hierbei spielen vorallem die Intentionen von gesellschaftlichen Akteuren und Journalisten eine wichtige Rolle für die Berichterstattung. Der Text geht anhand verschiedener Modelle näher auf die Nachrichtenauswahl ein.
Inhaltsverzeichnis
I. Berichterstattung als Abstraktion der Realität
II. Das Integrierte Modell – Ein Modell der Nachrichtenauswahl
1. Typen von Ereignissen
a. Genuine Ereignisse
b. Mediatisierte Ereignisse
c. Inszenierte Ereignisse
2. Das integrierte Modell
a. Das Selektionsmodell
b. Das Modell der instrumentellen Inszenierung
c. Das Modell der instrumentellen Aktualisierung
3. Positionen der Realitätsdarstellung
a. Konstruktivismus
b. Expressionismus
c. Realismus
III. Realität als Medienkonstrukt
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der durch Massenmedien vermittelten Berichterstattung und der tatsächlichen Realität. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern gesellschaftliche Akteure und Journalisten durch ihre Intentionen die Nachrichtenauswahl beeinflussen und ob eine objektive Abbildung der Wirklichkeit in den Medien überhaupt möglich ist.
- Differenzierung von Ereignistypen (genuine, mediatisierte und inszenierte Ereignisse).
- Analyse des "Integrierten Modells" der Nachrichtenauswahl.
- Untersuchung von Selektionsmechanismen und instrumenteller Inszenierung.
- Kontrastierung verschiedener wissenschaftlicher Positionen zur Realitätsdarstellung (Konstruktivismus, Expressionismus, Realismus).
- Die Rolle des Journalisten als Vermittler und intervenierender Akteur.
Auszug aus dem Buch
1. Typen von Ereignissen
Die Kommunikationswissenschaft hat bereits eine sehr differenzierte Vorstellung vom Medienereignisbegriff. Hierzu Winfried Schulz, einer der bekanntesten Vertreter zur Klärung des Ereignisbegriffs in der Nachrichtenforschung:
„Denn das, was die Medien als ‚Ereignis‘ begreifen, ist bereits das Ergebnis von Selektions- und Verarbeitungsprozessen. Ereignisse sind in der natürlichen und sozialen Umwelt nicht ‚roh‘ vorfindbar, so dass man sie mit ihrem journalistischen ‚Abbild‘, den Nachrichten, vergleichen könnte. Auch Ereignisse müssen als solche definiert werden, indem das kontinuierliche Geschehen interpunktiert, indem sinnvolle ‚Figuren‘ von einem irrelevanten ‚Hintergrund‘ abgehoben werden.“
Dazu haben Kepplinger und Habermeier auf Grundlage der Nachrichtenwerttheorie ein kommunikationswissenschaftliches Unterscheidungskonzept entwickelt, „das von der Ursache von Ereignissen und deren Funktion als Unterscheidungsmerkmalen ausgeht“ Diese Unterscheidung von drei Typen von Ereignissen liegt vor allem dem integrierten Modell zu Grunde, was es von anderen Modellen der Nachrichtenauswahl insbesondere hervorhebt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Berichterstattung als Abstraktion der Realität: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, dass Journalismus stets eine Abstraktion darstellt und Medien kein objektives Abbild der Welt liefern können.
II. Das Integrierte Modell – Ein Modell der Nachrichtenauswahl: Hier werden die drei Ereignistypen sowie das integrierte Modell mit seinen drei Teilmodellen (Selektion, Inszenierung, Aktualisierung) detailliert erläutert.
III. Realität als Medienkonstrukt: Dieses Kapitel fasst zusammen, dass Medienereignisse oft Konstrukte sind, wobei sich wissenschaftlich vor allem die konstruktivistische Sichtweise durchgesetzt hat.
Schlüsselwörter
Nachrichtenauswahl, Integriertes Modell, Genuine Ereignisse, Mediatisierte Ereignisse, Inszenierte Ereignisse, Journalismus, Realitätskonstruktion, Selektionsmodell, Instrumentelle Inszenierung, Instrumentelle Aktualisierung, Konstruktivismus, Medienwirklichkeit, Kommunikationswissenschaft, Pseudo-Ereignisse, Nachrichtenforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der Nachrichtenauswahl und die Art und Weise, wie Medien Realität darstellen oder konstruieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Typologie von Ereignissen, die Mechanismen der Nachrichtenselektion und die philosophischen bzw. kommunikationswissenschaftlichen Positionen zur Realitätsdarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das "Integrierte Modell" das Verhältnis zwischen Ereignis, Berichterstattung und den Absichten gesellschaftlicher Akteure oder Journalisten erklärt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse existierender publizistikwissenschaftlicher Modelle (insb. nach Kepplinger) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung von Ereignistypen, die Erklärung des Integrierten Modells sowie die Diskussion der Positionen Konstruktivismus, Expressionismus und Realismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachrichtenauswahl, Medienkonstrukt, Inszenierung und Ereignistypen geprägt.
Wie unterscheiden sich genuine von inszenierten Ereignissen?
Genuine Ereignisse finden unabhängig von Medienberichten statt (z.B. Naturkatastrophen), während inszenierte Ereignisse ausschließlich zum Zweck der Berichterstattung erschaffen werden.
Was ist unter "instrumenteller Aktualisierung" zu verstehen?
Dabei werden bereits geschehene Ereignisse zweckgerichtet von Journalisten genutzt, indem sie durch gezielte Auswahl und Gewichtung von Meldungen die Meinungsbildung der Rezipienten beeinflussen.
Welche Position nimmt der Konstruktivismus ein?
Der Konstruktivismus geht davon aus, dass es keine objektive Realität gibt, über die berichtet werden könnte, sondern dass Medien die Realität als subjektives Konstrukt erzeugen.
- Arbeit zitieren
- Moritz Moltke (Autor:in), 2013, Der Einfluss von gesellschaftlichen Akteuren und Journalisten auf die Berichterstattung. Das Integrierte Modell, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211694