In der vorliegenden Arbeit soll anhand aktueller empirischer Studien die Situation von Kindern in Deutschland dargestellt und dazu Stellung genommen werden, was die Ergebnisse für die Familienbildung bedeuten. Die hierfür verwendeten Studien beziehen sich nicht alle auf dasselbe Alter, weshalb ich meiner Arbeit an sich keine Definition von Kindheitsphase zu Grunde lege. In der KiGGS Gesundheitsstudie wurden Kinder von 0 – 18 Jahren einbezogen, ebenso verfahren die Berichte der OECD und UNICEF. Auch im Bildungsbericht und im 13. Kinder- und Jugendbe-richt werden Kinder von 0 – 18 Jahren berücksichtigt. Im Rahmen des LBS-Kinderbarometers wurden Kinder von 9 – 14 Jahren und in der World Vision Studie 2010 Kinder von 6 – 11 Jahren befragt. Einzelne, bzw. spezielle Ergebnisse für die Altersgruppe ab 14 Jahren bleiben in dieser Arbeit jedoch unberücksichtigt.
In Kapitel 2 werden die Lebensbedingungen von Kindern anhand der Bereiche Fami-lie, Kindeswohlgefährung, Kinderarmut, Wohlbefinden, Bildung, Gesundheit und Freizeit näher beschrieben. Anschließend werde ich in Kapitel 3 die Bedeutung die-ser Lebensbedingungen für die Familienbildung erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lebensbedingungen von Kindern in Deutschland
2.1 Familie
2.1.1 Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern
2.1.2 Soziale Herkunft
2.1.3 Finanzielle Situation von Familien
2.2 Kinderarmut in Deutschland
2.3 Wie Kinder Armut erleben
2.4 Kindeswohlgefährdung
2.5 Wohlbefinden
2.6 Bildung
2.6.1 Rahmenbedingungen
2.6.2 Betreuung
2.6.3 Schule
2.7 Gesundheit
2.7.1 Kindersterblichkeit
2.7.2 Unfälle
2.7.3 Ernährung
2.7.4 Adipositas und Übergewicht
2.7.5 Sport und Bewegung
2.7.6 Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen
2.7.7 Mundgesundheit
2.7.8 Psychische Gesundheit
2.7.9 Rauchen
2.8 Freizeit und Freunde
2.8.1 Freizeitgestaltung und Freizeittypen
2.8.2 Mediennutzung
2.8.3 Freundeskreis
2.9 Zusammenfassung
3 Bedeutung für die Familienbildung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die aktuelle Lebenssituation von Kindern in Deutschland auf Basis empirischer Studien zu analysieren und daraus Implikationen für die Familienbildung abzuleiten. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie die identifizierten Lebensbedingungen und sozialen Ungleichheiten durch zielgruppenspezifische Angebote der Familienbildung adressiert werden können.
- Analyse der kindlichen Lebensbedingungen (Familie, Armut, Gesundheit, Bildung)
- Untersuchung des Einflusses der sozialen Herkunft auf Bildungs- und Entwicklungschancen
- Evaluierung der Bedeutung von Ganztagsbetreuung und schulischer Förderung
- Identifikation von Ansatzpunkten für eine zielgruppenorientierte Familienbildung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern
2009 waren 59% der Mütter und 83% der Väter erwerbstätig. Die Erwerbsbeteiligung von Müttern steigt je älter die Kinder werden. 70% der erwerbstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit, während es bei den Vätern lediglichen 6% sind (vgl. Rübenach/Keller 2009, S. 332ff). Dabei fällt auch auf, dass Alleinerziehende Mütter deutlich häufiger in Teilzeit arbeiten, als Mütter in Paarfamilien (vgl. Roderich Egeler 2010, S.7). Insgesamt herrscht in Deutschland vor allem in der traditionellen Familie noch häufig eine „klassische Rollenverteilung“. Die Väter sind meist Vollzeit erwerbstätig, während die Frauen die Kinder betreuen und keiner oder einer Teilzeit Erwersbtätigkeit nachgehen (vgl. Rübenach/Keller, S. 332ff).
Seit Einführung des Elterngeldes sind auch Väter mehr in die Erziehung der Kinder eingebunden. So waren 2006 10,5% der Väter Antragssteller für Elterngeld, während es zu Zeiten des Erziehungsgeldes lediglich ca. 3,3% waren. (vgl. Statistisches Bundesamt 2008a).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die empirische Basis der Arbeit durch verschiedene Studien und definiert das Ziel, die Auswirkungen der kindlichen Lebensbedingungen auf die Familienbildung zu untersuchen.
2 Lebensbedingungen von Kindern in Deutschland: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Bestandsaufnahme der kindlichen Lebenswelt in Bereichen wie Familie, Kinderarmut, Kindeswohl, Bildung, Gesundheit sowie Freizeit und zeigt die Korrelation zur sozialen Herkunft auf.
3 Bedeutung für die Familienbildung: Im abschließenden Hauptteil werden aus den vorherigen Erkenntnissen konkrete Anforderungen an eine niederschwellige Familienbildung formuliert, die verstärkt mit Schulen kooperieren sollte.
Schlüsselwörter
Kinder in Deutschland, Familienbildung, soziale Herkunft, Kinderarmut, Bildungsbenachteiligung, Erwerbstätigkeit, Kindeswohl, Gesundheit, Freizeitverhalten, Mediennutzung, Migrationshintergrund, Chancengleichheit, Alleinerziehende, Frühförderung, Integrationsherausforderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Lebensbedingungen von Kindern in Deutschland und deren Auswirkungen auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten, um daraus Strategien für die Familienbildung abzuleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen die familiäre Situation, materielle Lebensbedingungen (Armut), Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten, den Gesundheitszustand sowie die Freizeitgestaltung von Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheiten die kindliche Entwicklung prägen und wie die Familienbildung durch zielgerichtete Angebote diese Defizite adressieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Sekundäranalyse aktueller empirischer Studien, darunter Berichte des Statistischen Bundesamtes, PISA-Studien, die KiGGS-Studie sowie die World Vision Kinderstudie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die vielfältigen Lebensbereiche von Kindern (von der sozialen Herkunft bis hin zur gesundheitlichen Vorsorge) detailliert analysiert und deren Auswirkungen auf die Teilhabechancen diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Herkunft, Bildungsbenachteiligung, Kinderarmut, Chancengleichheit und zielgruppenorientierte Familienbildung geprägt.
Warum spielt die soziale Herkunft eine solch entscheidende Rolle in der Analyse?
Die Analyse zeigt, dass die soziale Herkunft über fast alle Lebensbereiche – von der Wohnsituation über den Bildungserfolg bis hin zur Gesundheitsvorsorge – die Entwicklungschancen von Kindern massiv determiniert.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Familienbildung in Bezug auf die Zielgruppe?
Die Autorin plädiert dafür, dass Familienbildung sich nicht nur an Eltern richten darf, sondern verstärkt Kinder als eigenständige Zielgruppe in Kooperation mit Schulen erreichen muss, um echte Integration zu fördern.
- Quote paper
- Carina Garbe (Author), 2011, Zur Lage der Kinder in Deutschland und die Bedeutung für die Familienbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210997