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Die Universität in der Wissensgesellschaft

Bildungsansprüche, Adaptionsanforderungen, Formalisierungsfassaden, Isomorphie, ökonomischer Ausverkauf und unbedingter Universitätsanspruch

Titel: Die Universität in der Wissensgesellschaft

Essay , 2012 , 12 Seiten

Autor:in: MA Educational Sciences und MA Educational Sciences Stephan Marti (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Essay erörtert die Transformation der Universität im Kontext der Wissensgesellschaft hin zur "marktwirtschaftlichen Universität". In Abgrenzung dessen wird die "marktwirtschaftliche Universität" dem Konzept der "unbegingten Universität" gegenübergestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Universität zwischen Bildungsansprüchen, Adaptionsanforderungen, Formalisierungsfassaden, Isomorphie, ökonomischem Ausverkauf und unbedingtem Universitätsanspruch

Zielsetzung & Themen

Das Essay untersucht die Transformation der Universität im Kontext ökonomischer Zwänge, der Bologna-Reform und zunehmender Marktorientierung. Ziel ist es, unter Rückgriff auf die Ideen von Humboldt, Kant und Derrida kritisch zu hinterfragen, wie der Anspruch einer „unbedingten Universität“ in der modernen Wissensgesellschaft bewahrt werden kann.

  • Historische und gesellschaftliche Einflüsse auf die Universität
  • Kritik an der Bologna-Reform und der „Market-Model University“
  • Struktureller und curricularer Isomorphismus
  • Privatisierung von Wissen und Urheberrecht
  • Die Rolle der Geisteswissenschaften als Ort der Kritik

Auszug aus dem Buch

Die Universität zwischen Bildungsansprüchen, Adaptionsanforderungen, Formalisierungsfassaden, Isomorphie, ökonomischem Ausverkauf und unbedingtem Universitätsanspruch

Erich Ode nimmt das zehnjährige Jubiläum der Bologna-Reform zum Anlass einer kritischen Rückschau und der Klärung grundsätzlicher Fragen im Zusammenhang mit der Universität. Im derridaischen Verständnis bedient er sich dem bedingungslosen Recht zu hinterfragen und kommt zum Schluss, dass Humboldts Idee der Universität als Ort der Bildung und Freiheit tot sei (vgl. Ode 2012, S. 6). Die 'moderne Universität' ordnete sich seiner Meinung nach seit dem EU-Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit (Lissabon 2000) „einer übergeordneten wirtschaftlichen Strategie“ (ebd., S. 2) unter, nämlich der Bologna-Reform. Was daraus folgte sei bekannt: Bachelor, Master, der Modularisierungsversuch von Wissen, der Verbuchung studentischer Leistung nach Zeitaufwand statt Qualität, die Einführung einer punkteorientierten Zahlungsinstanz und der Erwerb vordefinierter Kompetenzen (vgl., ebd.).

Zu ergänzen wäre an dieser Stelle der daraus resultierende 'Abarbeiterstolz' statt einem 'Urheberstolz' bei den Studierenden und die schale Erkenntnis bei Dozierenden und Professoren, dass es mit dem Erwerb vorgefertigter Kompetenzen nicht so ganz klappen will. Zudem scheinen weder die Kernziele der Reform nicht realisiert worden zu sein, noch hat sich die Studiendauer verkürzt oder die direkte Berufsqualifizierung verbessert. Eine Erhöhung der Studierendenmobilität wurde gemäss Ode ebenfalls verfehlt (ebd.). Der traditionelle Bildungsanspruch der Schulen und insbesondere der Universität, den es vielleicht so gar nie gegeben haben mag, denn Humboldts Idee wurde bekanntlich nie realisiert, wurde über PISA und Bologna an die Wirtschaft gekoppelt, wobei ein unternehmerisches Selbstverständnis, sowie eine Anpassung an die Erfordernisse des (Arbeit)Marktes installiert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Universität zwischen Bildungsansprüchen, Adaptionsanforderungen, Formalisierungsfassaden, Isomorphie, ökonomischem Ausverkauf und unbedingtem Universitätsanspruch: Das Essay analysiert die historische Wandlung der Universität hin zur ökonomisch gesteuerten Institution und stellt diesen Entwicklungen das Konzept der „unbedingten Universität“ nach Jacques Derrida gegenüber.

Schlüsselwörter

Universität, Bologna-Reform, Wissensgesellschaft, Marktorientierung, Geisteswissenschaften, akademische Freiheit, Isomorphismus, Ökonomisierung, Bildungsanspruch, Derrida, Urheberrecht, Privatisierung, Forschung, Lehre, Bildungsauftrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Text primär?

Der Text befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung über den Wandel der Universität von einem Ort freier Bildung hin zu einer ökonomisch ausgerichteten „Market-Model University“.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Auswirkungen der Bologna-Reform, die Privatisierung von Wissen, der strukturelle Isomorphismus von Hochschulen sowie die Rolle der Geisteswissenschaften in der modernen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel des Essays?

Das Ziel ist es, die Gefährdung der akademischen Freiheit durch wirtschaftliche Interessen aufzuzeigen und die Relevanz der derridaischen „unbedingten Universität“ als notwendigen kritischen Gegenpol herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Text zugrunde?

Es handelt sich um eine essayistische Auseinandersetzung, die auf der Analyse existierender Fachliteratur und philosophischer Konzepte zu Bildungs- und Organisationsfragen basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil behandelt die Transformation universitärer Strukturen durch New Public Management, die Folgen der Urheberrechtsrevisionen für die Forschung sowie die Mechanismen der Mimesis und des Isomorphismus.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „unbedingte Universität“, „Wissensökonomie“, „Akademisierung“, „Ökonomisierung“ und „Geisteswissenschaft“ treffend beschreiben.

Wie unterscheidet der Autor zwischen „Unternehmer-Professor“ und dem traditionellen Bildungsgedanken?

Der „Unternehmer-Professor“ delegiert Lehraufgaben und fokussiert auf finanzielle Erfolge, während der traditionelle Bildungsgedanke nach Humboldt und Kant die Wahrheitssuche in völliger Unabhängigkeit von Staat und Wirtschaft forderte.

Warum spielt das Konzept der „Mimesis“ für die Argumentation eine wichtige Rolle?

Mimesis wird hier als Mechanismus beschrieben, durch den sich Universitäten strukturell und curricular angleichen, um im Wettbewerb um finanzielle Mittel attraktiver für den Markt zu werden, was zur Vernachlässigung nicht-ökonomischer Fachbereiche führt.

Welche Rolle spielt die „lose Koppelung“ laut Organisationssoziologie im Text?

Der Text nutzt das Konzept der losen Koppelung, um zu erklären, warum formale Strukturänderungen (wie durch Bologna) nicht immer sofort zu einer totalen Transformation des „academic heartland“ führen, wobei im Fall der Universität ein solcher Widerstand jedoch zunehmend schwindet.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Universität in der Wissensgesellschaft
Untertitel
Bildungsansprüche, Adaptionsanforderungen, Formalisierungsfassaden, Isomorphie, ökonomischer Ausverkauf und unbedingter Universitätsanspruch
Hochschule
Universität Basel  (Forschungs- und Studienzentrum für Pädagogik)
Veranstaltung
Das Bildungssystem der Wissensgesellschaft
Autor
MA Educational Sciences und MA Educational Sciences Stephan Marti (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V210630
ISBN (eBook)
9783656381419
ISBN (Buch)
9783656381907
Sprache
Deutsch
Schlagworte
universität wissensgesellschaft bildungsansprüchen adaptionsanforderungen formalisierungsfassaden isomorphie ausverkauf universitätsanspruch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MA Educational Sciences und MA Educational Sciences Stephan Marti (Autor:in), 2012, Die Universität in der Wissensgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210630
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Leseprobe aus  12  Seiten
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