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Das "Nibelungenlied": Inszenierung politischer Bindungen im Nibelungenlied – anhand der Figur des Rüdiger von Bechelaren

Title: Das "Nibelungenlied": Inszenierung politischer Bindungen im Nibelungenlied – anhand der Figur des Rüdiger von Bechelaren

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Garstenauer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Der Geschichtswissenschaftler Gerd Althoff bezeichnet das Früh- und Hochmittelalter als „Neben- und Gegeneinander verschiedener Groß- und Kleingruppen, unter denen die herrschaftlich strukturierten dominieren.“ Diese Gruppen waren durch personale Verbindungen miteinander verknüpft, welche die Stärke ihres inneren Zusammenhalts begründeten, aber auch Konflikte bei sich widersprechenden Verpflichtungsverhältnissen hervorrufen konnten. Dieses politische System spiegelt sich auch in der Literatur um 1200 wider, wie etwa im Nibelungenlied, indem das Geflecht triuwe-Bindungen letztendlich die Entzündung des Konflikts und des tragischen Endes hervorruft. Daher wird im Folgenden die Bedeutung von Personenbindungen und -verbänden im Hochmittelalter - also zur Entstehungszeit des Nibelungenlieds - verdeutlicht, um die Erkenntnisse im Anschluss konkret auf die Funktion und Inszenierung solcher Bindungen im Nibelungenlied anzuwenden. Hierbei nehmen die triuwe-Konflikte eine Schlüsselfunktion ein, um Spielregeln des Handelns und sich daraus entwickelnde Konflikte besser zu verstehen. Dies soll exemplarisch anhand der Figur des „Rüdiger von Bechelaren“ stattfinden, da diese besonders stark in verschiedenste Bindungsnetze - seien es vasallische, freundschaftliche oder verwandtschaftliche - eingespannt ist, welche sich widersprechende Verpflichtungen mit sich bringen. Somit kann an diesem Beispiel die Konfliktbehaftetheit von verschiedenen politisch relevanten, personalen Bindungen, sowie deren Ausgestaltung im Nibelungenlied beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Thematische Hinführung und Zielsetzung der Arbeit

2. Bedeutung von Herrschaft und Personenverbänden im Hoch-mittelalter

3. Inszenierung politischer Bindungen im Nibelungenlied anhand des Konflikts der Figur des Rüdiger von Bechelaren

3.1. Die Ausgangssituation

3.1.1. Rüdigers Verhältnis zu den Burgunden

3.1.2. Rüdiger als Vasall Etzels

3.2. Rüdigers Bindung an Kriemhild

3.3. Rüdiger als Gastgeber der Burgunden und Schwiegervater von Giselher

3.4. Zuspitzung des Konflikts und Lösungsversuch

3.4.1. Der Konflikt

3.4.2. Die Entscheidung

3.4.3. Die zweite Schildbitte

3.4.4. Rüdigers Tod

4. Konfliktbehaftetheit personaler Bindungen im Nibelungenlied

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion und Inszenierung politischer und personaler Bindungen im Nibelungenlied, wobei der Fokus auf dem tragischen Konflikt der Figur Rüdiger von Bechelaren liegt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Geflecht aus vasallischen, verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Verpflichtungen im hochmittelalterlichen Kontext zu unauflösbaren Loyalitätskonflikten führt.

  • Personale Bindungsnetze im Hochmittelalter
  • Die Rolle der triuwe als Grundlage und Konfliktquelle
  • Die Figur des Rüdiger von Bechelaren als Modellfall für den Loyalitätszwiespalt
  • Strukturen von Herrschaft und Vasallität
  • Die Bedeutung von Eiden und symbolischen Handlungen (wie der Schildbitte)

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Rüdiger als Vasall Etzels

Zu Etzel steht Rüdiger dagegen in einem Lehensverhältnis. Als sein Vasall genießt er bei dem König ein hohes Ansehen und sein tiefes Vertrauen, was in ihrem intimen, loyalen Umgang miteinander deutlich wird. So appelliert der König auch an Rüdigers Zuneigung ihm gegenüber, und nicht nur an seine Dienstverpflichtung, als er ihn bittet: »so wirbez, Rüedeger, so lieb als ich dir si.« [1174].

Zunächst äußert Rüdiger daraufhin vorsichtig Bedenken, was auf den ersten Blick als Warnung erscheinen könnte, „weil er ein tieferes Wissen um die tragischen Zusammenhänge besitzt, als ob er die möglichen Folgen ahnt, die aus der unzerstörbaren Liebe Kriemhilds zu ihrem ersten Mann für alle entstehen werden“28.

Nachdem es darauf im Text allerdings keine konkreten Hinweise auf eine Vorahnung Rüdigers in Bezug auf den bevorstehenden Kampf gibt, ist es jedoch wahrscheinlicher, dass diese Besorgnis in der Lehensbindung selbst begründet ist. Würde Kriemhild die Heirat aufgrund der Treue zu ihrem verstorbenen Ehemann ablehnen, so würde dies „seinem Herrn wenig Ehre einbringen, und davor will er ihn [als treuer Vasall, S.G.] bewahren“29. Nachdem er mit Etzel in enger Bindung steht, hätte ein Misserfolg womöglich auch Auswirkungen auf seine eigene Ehre. Aufgrund seiner Lehensbindung nimmt er den Dienst also dennoch an und geht auf eigene Kosten auf die Reise [1176]. Er ist, nachdem er durch die Großzügigkeit seines Herrn bereits „mit allem bestens ausgestattet ist, nicht darauf angewiesen, sich für eine Dienstleistung gesondert bezahlen zu lassen“.30 Diese Personenverbindung scheint sich idealtypisch in der geben und nemen – Balance zu befinden und wird als äußerst harmonisch illustriert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thematische Hinführung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in das mittelalterliche System der Gruppenbindungen und Darlegung der Zielsetzung, diese am Beispiel Rüdigers zu analysieren.

2. Bedeutung von Herrschaft und Personenverbänden im Hoch-mittelalter: Erläuterung der historischen Grundlagen des Lehenswesens und der Rolle personaler Netzwerke für die gesellschaftliche Stabilität.

3. Inszenierung politischer Bindungen im Nibelungenlied anhand des Konflikts der Figur des Rüdiger von Bechelaren: Analyse des speziellen Konflikts Rüdigers, der in ein komplexes System aus Treuepflichten und sozialen Bindungen verstrickt ist.

4. Konfliktbehaftetheit personaler Bindungen im Nibelungenlied: Reflektion darüber, inwiefern die im Epos dargestellten Bindungen trotz ihrer moralischen Integrität zwangsläufig in die Katastrophe führen.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Rüdiger von Bechelaren, Triuwe, Personenverband, Lehenswesen, Vasallität, Personale Bindung, Mittelalter, Loyalitätskonflikt, Kriemhild, Hagen, Ehre, Herrschaft, Schuld, Rechtsordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Inszenierung von persönlichen und politischen Bindungen im Nibelungenlied und analysiert, wie diese sozialen Geflechte die Handlungsspielräume und das Schicksal der Akteure beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Konzepte von Treue (triuwe), die Struktur von Herrschaft und Vasallität sowie das Spannungsfeld zwischen persönlichen Verpflichtungen und rechtlichen Ansprüchen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Loyalitätszwiespalt des Rüdiger von Bechelaren als Spiegelung der hochmittelalterlichen Gesellschaftsstruktur und ihrer moralischen Aporien aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Konzepte (nach Gerd Althoff u.a.) nutzt, um die soziopolitische Logik des Epos zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die verschiedenen Bindungen Rüdigers – zu den Burgunden, zu Etzel und zu Kriemhild – und zeigt, wie diese den Markgrafen in den unvermeidbaren Untergang führen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Rüdiger von Bechelaren, triuwe, Personenverbandsstaat und Loyalitätskonflikt.

Wie bewertet der Autor Rüdigers Entscheidung am Ende?

Der Autor versteht Rüdigers Weg in den Tod nicht als freie Entscheidung, sondern als unumgängliche Kapitulation vor einem System, in dem gegensätzliche Treuepflichten nicht mehr zu vereinbaren sind.

Welche Bedeutung hat die "Schildbitte" des Hagen im Kontext der Arbeit?

Die Schildbitte dient als erzählerisches Mittel, um Rüdigers Integrität in einer ausweglosen Situation zu unterstreichen, auch wenn sie gleichzeitig den Druck auf den Markgrafen verstärkt.

Wird Rüdiger im Werk als Verräter oder als tragischer Held dargestellt?

Rüdiger wird trotz seiner Taten als tragischer Held wahrgenommen, dessen Untergang weniger in seinem Charakter als in der Natur der verhängnisvollen Bindungsverhältnisse begründet liegt.

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Details

Title
Das "Nibelungenlied": Inszenierung politischer Bindungen im Nibelungenlied – anhand der Figur des Rüdiger von Bechelaren
College
LMU Munich
Grade
1,3
Author
Stefanie Garstenauer (Author)
Publication Year
2012
Pages
24
Catalog Number
V210400
ISBN (Book)
9783656379638
ISBN (eBook)
9783656379782
Language
German
Tags
nibelungenlied inszenierung bindungen figur rüdiger bechelaren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Garstenauer (Author), 2012, Das "Nibelungenlied": Inszenierung politischer Bindungen im Nibelungenlied – anhand der Figur des Rüdiger von Bechelaren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210400
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