Die Weichen für eine erfolgreiche Karriere im Spitzensport werden bereits in der frühen Jugend gelegt. In einigen Disziplinen beginnt das leistungsorientierte Training sogar bereits in der Kindheit. Schon in dieser ersten Phase des Lebens angehender Leistungssportler sind besondere physische und psychische Belastungen gegenwärtig. Sie ergeben sich aus dem Sport selbst, den Trainings- und Wettkampfbedingungen, der Schule und den Anforderungen des sozialen Umfelds.
Auch für begabte Schüler wird es schwierig in der Schule und im Sport erfolgreich zu sein, wenn der Stundenplan nicht an die Trainingsphasen der jungen Athleten angepasst wird. Die Koordinierungs- und Zeitprobleme werden aber später eher größer, weil das Alter für die optimale spitzensportliche Trainings- und Hochleistungszeit mit den Phasen der beruflichen Ausbildung, des Studiums oder des Berufseinstiegs zusammenfallen.
Wer sich ausschließlich auf das Training konzentriert, riskiert einen verzögerten Start ins Berufsleben mit allen Nachteilen, die daraus resultieren können. Gleichzeitig ist eine Karriere im Spitzensport in Deutschland nicht unmittelbar mit der Option auf einen sozialen Aufstieg verknüpft.
Junge Spitzensportler sollten deshalb schon in eigenem Interesse eine duale
Ausbildung und Karriere anstreben. Von Seiten der Sportverbände und des Deutsch Olympischen Sportbundes gibt es verschiedene Kooperationen mit staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen und Unternehmen, die eine duale Ausbildung ermöglichen sollen. Dennoch hat Deutschland ein Nachwuchsproblem im Bereich des Spitzensports. Immer häufiger entscheiden sich begabte junge Athleten gegen eine Karriere im Leistungssport. Ein Phänomen, das international als „Dropout“ bezeichnet wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Begriffsbestimmung „Dropout“
2. Dropoutgründe im Spitzensport
2.1 Trainer
2.2 Soziales Umfeld
2.3 Burnout
2.4 Duale Karriere
2.5 Fazit
3. Lösungsansätze
3.1 Früherkennung
3.2 Mentoren-Programm (Fachbetreuer für Athleten)
3.3 Trainerausbildung verbessern – Fachkompetenzen erweitern
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage aktueller internationaler Studien die Ursachen des vorzeitigen Karriereabbruchs (Dropout) im Hochleistungssport und identifiziert spezifische Risikofaktoren. Ziel ist es, durch die Analyse der Beweggründe für ein solches Scheitern Ansätze und Handlungsoptionen aufzuzeigen, um Karriereabbrüche präventiv zu minimieren.
- Identifikation zentraler Dropout-Risikofaktoren im Leistungssport
- Analyse des Einflusses von Trainern und sozialem Umfeld auf die Athletenmotivation
- Untersuchung der psychologischen Belastung durch Burnout und Leistungsdruck
- Bewertung der Herausforderungen einer dualen Karriere (Sport und Ausbildung/Studium)
- Entwicklung von Lösungsansätzen zur frühzeitigen Erkennung und Prävention
Auszug aus dem Buch
1.1 Begriffsbestimmung „Dropout“
Der Begriff „Dropout“ stammt aus der amerikanischen Studienabbruchsforschung und wird inzwischen auch allgemein in der Bildungsforschung verwendet. Dropout beschreibt ursprünglich den vorzeitigen Ausstieg einer Person aus dem Bildungssystem, ohne dass diese einen entsprechenden Abschluss erreicht hat (Steiner, 2009).
Parallel dazu wird in der sportwissenschaftlichen Literatur der Begriff Dropout verwendet, wenn Athleten aus dem System des Leistungssports vor dem Erreichen ihrer maximalen sportlichen Leistungsfähigkeit ausscheiden (Bußmann, 1993).
Im Wörterbuch für „Sport and Exercise Sciences“ wird ein Dropout als eine freiwillig getroffene Entscheidung definiert.
„Voluntary withdrawal from competitive sport that the participant had earlier voluntarily approached and shown some commitment to” (Anshel & Freedson, 1991, S. 48).
Dass eine Definition, die den Dropout ausschließlich als freiwillige Entscheidung der Athleten beschreibt, möglicherweise zu kurz greift, wird deutlich, wenn in einer zweiten, ausführlicheren Darstellung die Möglichkeit einer erweiterte Definition des Dropout dargelegt wird, die je nach wissenschaftlicher Forschungsaufgabe variieren kann. Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse dennoch zu gewährleisten, sollte zuvor genauestens beschrieben werden, welche Aspekte untersucht werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Karriereabbrüche im Spitzensport und Begriffsdefinition des Dropouts.
2. Dropoutgründe im Spitzensport: Analyse der wesentlichen Einflussfaktoren wie Trainerbeziehung, soziales Umfeld, Burnout-Risiken und die Herausforderungen der dualen Karriere.
3. Lösungsansätze: Diskussion von Präventionsstrategien, insbesondere durch Früherkennung, Mentorenprogramme und die Verbesserung der Trainerausbildung.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Studienergebnisse mit Empfehlungen für weiterführende Maßnahmen zur Dropout-Minimierung.
Schlüsselwörter
Dropout, Leistungssport, Karriereabbruch, Spitzensport, Trainer-Athlet-Beziehung, Burnout, duale Karriere, Prävention, Mentoring, Früherkennung, Motivationsverlust, Sportpsychologie, Transition, Leistungsdruck, soziale Unterstützung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Gründe für den vorzeitigen Ausstieg junger Athleten aus dem Hochleistungssport und untersucht, welche internationalen Studien hierzu vorliegen.
Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?
Die zentralen Felder sind der Einfluss von Trainern, das soziale Umfeld (insbesondere das Elternhaus), psychische Faktoren wie Burnout sowie die Doppelbelastung durch eine duale Karriere.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Risikofaktoren zu identifizieren, die unabhängig von der Disziplin zum Karriereabbruch führen, und daraus Präventionsmaßnahmen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse aktueller internationaler sportwissenschaftlicher und psychologischer Fachliteratur und Studien.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Identifikation von Ursachen (Trainer, Umfeld, Burnout, duale Karriere) und die anschließende Entwicklung von Lösungsansätzen wie Früherkennung und Mentoring.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Dropout, Hochleistungssport, Karriereabbruch, Trainer-Athlet-Interaktion und Prävention beschreiben.
Wie definiert die Autorin den Begriff Dropout im Leistungssport?
Die Autorin stützt sich dabei maßgeblich auf die Definition von Pranke (2007), welche sowohl freiwillige als auch unfreiwillige, fremdbestimmte Karriereenden vor dem Erreichen des individuellen Leistungszenits umfasst.
Welche Rolle spielt die Trainer-Athlet-Beziehung bei der Dropout-Prävention?
Der Trainer wird als zentrale Figur identifiziert, die durch einen autonomiefördernden Führungsstil und soziale Kompetenz maßgeblich zur Motivationserhaltung und damit zur Dropout-Prävention beitragen kann.
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- Sofian Labbani (Author), 2012, Analyse aktueller internationaler Studien zum Dropout im Hochleistungssport, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210206