Als analoges Trägermedium blickt das Buch auf eine jahrhundertlange Tradition zurück. Die Verwendung von beweglichen Lettern revolutionierte die herkömmlichen Methoden der Buchproduktion und Johannes Gutenberg leitete damit eine dritte Medienrevolution (nach Ausbildung der Sprache und der Erfindung komplexer Schriftsysteme) ein. Die immer weiterentwickelte Form des Buchs hat das Medium selbst bis heute nicht verändert und das oft beschworene Ende der Gutenberg-Galaxis ist bis heute noch nicht eingetreten.
Dennoch befindet sich die traditionelle Buchbranche spätestens seit Einführung neuster Lesegeräte für elektronische Bücher in einem Umbruch. In der Diskussion um die Zukunft des Buchs steht das gedruckte Buch jedoch weiterhin im Mittelpunkt. Eine häufig gestellte Frage ist die, ob der wirtschaftliche Erfolg des elektronischen Buchs die Zukunft des gedruckten Buchs bedroht.
„Durch das Internet sind wir ins Zeitalter des Alphabets zurückgekehrt. Wenn wir je geglaubt hatten, wir seien in eine Kultur des Bildes eingetreten, so führt uns der Computer wieder zurück in die Ära Gutenberg, und heutzutage sieht sich jedermann gezwungen zu lesen. Zum Lesen braucht man einen Datenträger.“
Umberto Eco, italienischer Schriftsteller, Philosoph, Medienwissenschaftler und Bücherliebhaber glaubt nicht an einen Untergang der bisherigen Buchkultur. Gegenwärtige Entwicklungen in der Buchbranche führen jedoch zu der Frage, ob das Buch in Zukunft nur noch zu einem Medium Bibliophiler wird.
Die Ausführungen Umberto Ecos aus "Die große Zukunft des Buches" und "Die Kunst des Bücherliebens" stehen hier als Thesen dieser bibliophilen Zukunft des Buchs. Umberto Eco philosophiert in beiden Werken unterhaltsam und lehrreich zugleich über die Rolle des Buchs in der Kulturgeschichte, aber auch im Leben des bibliophilen Sammlers. Vor allem das Gespräch zwischen Umberto Eco, Jean-Claude Carrière und Jean-Philippe de Tonnac pendelt immer wieder zwischen allgemeinen, philosophischen oder historischen Betrachtungen und persönlichen Erinnerungen und Anekdoten, Witzen und Skurrilitäten der Kulturgeschichte, die mit aktuellen Ausblicken verbunden werden. Die große Wertschätzung des Buchs als eine der herausragenden Erfindungen führt die Gesprächspartner keineswegs zu einem Pessimismus hinsichtlich der kulturellen Entwicklung, sondern zu anregenden und überraschenden Bemerkungen.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
1. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1.1. Was ist ein Buch?
1.2. Das Buch als Medium
2. DAS E-BOOK
2.1. Definitorische Abgrenzung
2.2. Meilensteine des E-Books
2.3. Probleme des neuen Mediums
2.3.1. Die Frage des Formats
2.3.2. Das Problem des Kopierschutzes
2.4. Das E-Book auf dem Markt
2.4.1. Besonderheit des deutschen Markts
2.4.1.1. Das Gesetz über die Preisbindung für Bücher
2.4.1.2. Versteuerung
2.4.2. Nutzer des Angebots
3. DIE ZUKUNFT DES BUCHS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die technologische und ökonomische Entwicklung des elektronischen Buchs und analysiert, inwieweit das gedruckte Buch durch digitale Konkurrenz gefährdet ist oder sich zu einem Medium für Bibliophile wandelt.
- Grundlagen zur Definition von Buch und Medium
- Historische Meilensteine der E-Book-Entwicklung
- Herausforderungen durch Dateiformate und Kopierschutz (DRM)
- Marktspezifika in Deutschland, insbesondere Preisbindung und Besteuerung
- Prognosen zur Koexistenz von digitalen und physischen Buchformen
Auszug aus dem Buch
2.3. Probleme des neuen Mediums
Eng einhergehend mit dem Erfolg des E-Books scheint die Frage des Formats zu sein. Momentan gibt es unterschiedliche Datenformate für E-Books. Zunächst muss zwischen zwei grundsätzlichen Formatarten unterschieden werden. Zum einen PDF-Formate, die Optik und Design einer gedruckten Buchseite erhalten und zum anderen fließende XML-Formate, bei denen sich der Text während des Lesens neu verteilt und sich an die Bildschirmgröße anpasst.
Digitalisierte E-Books im Portable Document Format (PDF) sind vor allem für Texte geeignet, die zusätzlich noch Tabellen oder Grafiken enthalten. Der Text wird wie im gedruckten Buch angezeigt. Bei Vergrößerungen oder Verkleinerungen passt sich der Text nicht an den Bildschirm an. Seitenzahlen können so genau wiedergegeben werden. Dies ist besonders bei Fach- und Sachbüchern von Vorteil. PDF ist das meist verbreiteteste Leseformat, da sich Inhalte auf jeder Hardware- oder Software-Plattform ohne Abweichungen anzeigen lassen. Ursprünglich wurde das Format im Jahr 1993 von der Firma Adobe entwickelt. Es gilt jedoch als offenes Format, d.h., dass es ohne rechtliche Einschränkungen nutzbar ist. Offene Formate sollen einen Wettbewerb auf dem Markt ermöglichen, daher bieten auch andere Software-Produzenten Software zur Erstellung oder Umwandlung von PDFs an.
EPub ist ein ebenfalls offener Standard für E-Books, welcher vom International Digital Publishing Forum (IDPF) entwickelt wurde. In ePub formatierte E-Books ermöglichen eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Bildschirmgröße des Lesegerätes. Dieses Format ist daher besonders für mobile Geräte geeignet.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die historische Bedeutung des Buchs als Medium und stellt die Forschungsfrage nach der Zukunft des gedruckten Buchs im digitalen Zeitalter.
1. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Hier werden zentrale Begriffe wie „Buch“ und „Medium“ theoretisch hergeleitet und definiert, um eine Basis für die nachfolgende Untersuchung des elektronischen Buchs zu schaffen.
2. DAS E-BOOK: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte, technische Herausforderungen wie Formate und Kopierschutz sowie die Besonderheiten des deutschen Buchmarkts.
3. DIE ZUKUNFT DES BUCHS: Das abschließende Kapitel fasst die Marktentwicklung zusammen und wagt eine Prognose über die Koexistenz von gedruckten und digitalen Büchern.
Schlüsselwörter
E-Book, Buchmarkt, Digitalisierung, Buchpreisbindung, Kopierschutz, DRM, E-Ink, Leseverhalten, Bibliophilie, Printmedium, E-Book-Reader, Medienwandel, Publizistik, EPub, PDF.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transformation des Buchmediums durch die Digitalisierung und der Frage, ob das E-Book das traditionelle Buch verdrängt oder ergänzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition des Mediums Buch, technische Aspekte von E-Book-Formaten, der Kopierschutz sowie spezifische Marktbedingungen in Deutschland.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, auf Basis einer Bestandsaufnahme des aktuellen Marktes eine Prognose für die Zukunft des gedruckten Buchs zu erstellen und zu prüfen, ob es sich zu einem bibliophilen Nischenprodukt entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literatur- und marktanalytische Arbeit, die bestehende Studien, Definitionen und medienwissenschaftliche Theorien kombiniert, um die aktuelle Situation des Buchmarktes zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine ausführliche Betrachtung des E-Book-Marktes inklusive technischer Hürden und eine Prognose zur zukünftigen Bedeutung des gedruckten Buches.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Digitalisierung des Buchhandels, E-Book-Technologie, Marktbarrieren, Buchpreisbindung und die medienwissenschaftliche Rolle des gedruckten Buchs geprägt.
Welche Rolle spielt die Buchpreisbindung in dieser Untersuchung?
Die Autorin analysiert die Buchpreisbindung als deutsche Marktspezifik und erörtert, inwieweit diese auf elektronische Bücher anwendbar ist und welche Herausforderungen dies für den Buchhandel darstellt.
Warum wird Umberto Eco in der Arbeit zitiert?
Umberto Eco dient als philosophische Referenz, um die kulturelle Bedeutung des Buchs sowie die bibliophile Wertschätzung für das gedruckte Artefakt theoretisch zu untermauern.
- Arbeit zitieren
- Julia Kosnider (Autor:in), 2012, Die Bedrohung des gedruckten Buches durch das E-Book, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210113