Das Werk befasst sich mit der Frage, ob reines Wissen bei Schülern messbar ist.
Dazu wird der Wissensbegriff vom Kompetenzbegriff abgegrenzt und im Anschluss eine Analyse von Vergleichstests wie PISA, PIRLS und TIMSS durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Problematik
1.1 Fragestellung
1.2 Definitionen
1.3 Wissensgeschichte im Wandel
2. Messung von Wissen und Lernerfolg
2.1 Programme for International Student Assessment (PISA)
2.2 Internationale Grundschul-Leseuntersuchung (PIRLS/IGLU)
2.3 Trends in International Mathematics and Science Study (TIMSS)
2.4 Fazit
3. Abschließende Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Wissensbegriff im Kontext seiner Messbarkeit und Bedeutung in der modernen Wissensgesellschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Wissen definiert, von Kompetenz abgegrenzt und im Rahmen schulischer Leistungsmessungen adäquat bewertet werden kann, um den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.
- Historische Entwicklung des Wissensbegriffs
- Abgrenzung von Wissen, Kompetenz und Qualifikation
- Analyse internationaler Bildungsstudien (PISA, PIRLS, TIMSS)
- Kritische Reflexion über die Messmethodik in Schulen
- Bedeutung von Wissen in der modernen Arbeitswelt
Auszug aus dem Buch
1.2 Definitionen
Der Erziehungswissenschaftler Friedrich W. Kron konstatierte die Unterscheidung der Begrifflichkeit „Wissen“ in einen wissenschaftlichen und einen alltäglichen Teil. Vom ersteren Standpunkt aus sei Wissen „begründete Erkenntnis“ 2 . Für den Zweck der Argumentation dieser Ausarbeitung soll jedoch die alltägliche Definition ins Blickfeld rücken:
„[…] Wissen i. S. von Kenntnissen fungiert als ein kulturelles Gut und als Besitz eines Menschen. In dieser Bestimmung steht Wissen Menschen zur Anwendung zur Verfügung. Mit dieser Art von Wissen können Menschen erfolgreich arbeiten, Leistungen erbringen und Macht ausüben. […]“ 3
Somit bringt Friedrich Kron das Wissen mit den Faktoren Erfolg, Leistung und Macht in Verbindung - diese sind, operationalisiert, durchaus messbar.
Mit dem Wissensbegriff korrelieren jedoch noch die Begriffe „Kompetenz“ und „Qualifikation“:
Der Kompetenzbegriff wurde durch den Psychologen Franz Emanuel Weinert bedeutend geprägt, er definierte ihn als „[…] bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten […], um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können […]“. 4
Oft wird der Begriff der Kompetenz dem der Qualifikation gleichgesetzt, Qualifikation beschreibt im heutigen Sprachgebrauch jedoch eher die ausreichenden Fähigkeiten für eine bestimmte Aufgabe oder Position. Hechenleitner/Schwarzkopf sprechen auch von Qualifikation als Nachweis zu einer bestimmten Befähigung oder Berechtigung einer Aktion und positionieren Kompetenz als „Voraussetzung für den Erwerb von Qualifikationen“. 5
Ohne Wissen kann es keine Kompetenz oder Qualifikation geben, jedoch ist nur Wissen allein auch nicht erstrebenswert. Dieser Aspekt beeinflusst die alleinige und isolierte Messbarkeit von Wissen in maßgeblicher Weise.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Problematik: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert grundlegende Begriffe und beleuchtet den historischen Wandel des Wissensbegriffs.
2. Messung von Wissen und Lernerfolg: Hier werden verschiedene internationale Studien zur Leistungsmessung analysiert und deren Aussagekraft sowie die Problematik der aktuellen Schwerpunkte diskutiert.
3. Abschließende Bewertung: Das Kapitel fasst die Bedeutung von Wissen für heutige Berufsfelder zusammen und betont die notwendige Synergie zwischen Wissen und Kompetenz.
Schlüsselwörter
Wissensgesellschaft, Wissensbegriff, Kompetenz, Qualifikation, Bildungsmonitoring, PISA, PIRLS, TIMSS, Lernerfolg, Leistungsmessung, Bildungsstandards, Anwendungsorientierung, Wissensgeschichte, Bildungsforschung, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition von Wissen, dessen gesellschaftlicher Rolle im 21. Jahrhundert und der Problematik, wie Wissen und Kompetenzen objektiv messbar gemacht werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Abgrenzung zwischen Wissen, Kompetenz und Qualifikation sowie der kritischen Analyse aktueller Schulleistungsstudien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine rein isolierte Messung von Wissen unzureichend ist und dass das Bildungssystem stärker auf die Anwendungskompetenzen der Schüler ausgerichtet werden sollte.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse wissenschaftlicher Fachliteratur sowie die Auswertung von Ergebnissen internationaler und nationaler Bildungsstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen und Ziele bekannter Studien wie PISA, IGLU und TIMSS und reflektiert deren Einfluss auf die Unterrichtsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wissensgesellschaft, Kompetenzförderung, Bildungsmonitoring, Anwendungsfähigkeit und die kritische Distanz zu standardisierten Rankings.
Wie unterscheidet sich Kompetenz von einfachem Wissen laut der Arbeit?
Wissen wird als kulturelles Gut definiert, während Kompetenz die Fähigkeit beschreibt, dieses Wissen in variablen, komplexen Situationen erfolgreich und verantwortlich anzuwenden.
Warum kritisieren Experten die Ergebnisse der Ländervergleiche?
Die Kritik basiert darauf, dass regionale, geographische und demographische Unterschiede bei den Rankings oft ignoriert werden, was eine faire Vergleichbarkeit erschwert.
Welche Bedeutung hat das Thema für moderne Berufsfelder?
Durch die Informationsflut steigen die Anforderungen an komplexe Denkprozesse, weshalb heute selbst in einfachen Berufen ein breites Wissensfundament und weitsichtiges Handeln erforderlich sind.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Messbarkeit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Wissen und Kompetenz untrennbar miteinander verbunden sind und daher nicht isoliert voneinander gemessen werden sollten.
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- Richard Paul Unger (Author), 2013, Der Wert des Wissens. Über die Messbarkeit von Wissen und dessen Rolle in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210075