Thema der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung des Klitiksystems des Spanischen in Bezug auf die doppelte Objektmarkierung. Als Textgrundlage wurden hauptsächlich Beispiele aus dem 13., 14. und 15. Jahrhundert gewählt, da vor allem aus dieser Zeit diplomatische Textausgaben erhalten sind, die Zeugnisse für den damaligen Sprachzustand sind.
Der Titel dieser Arbeit „Doppelte Objektmarkierung durch Klitika“ umreißt deren Gegenstand: Zunächst beschränke ich mich im zweiten Teil allgemein auf eine Definition von Klitika, kläre deren Status zwischen Wörtern und Affixen und stelle bestimmte Klitiktypen vor. Teil 3 beschäftigt sich mit dem Grammatikalisierungsprozess von frei auftretenden Personal- und Demonstrativpronomina ausgehend vom Lateinischen zu den im modernen Spanischen grammatikalisierten Formen. Der eigentliche Untersuchungsgegenstand wird in Teil 4 analysiert. Unter besonderer Berücksichtigung des Spanischen und unter Einbeziehung verschiedener Corpora wird die doppelte Objektmarkierung durch Klitika untersucht, welche einen Sonderfall im heutigen Spanischen darstellt. In Kapitel 4 wird schließlich Bezug auf die doppelte Objektmarkierung im Spanischen Lateinamerikas genommen. Außerdem wird der Gebrauch des Objektpronomens im Spanischen mit anderen romanischen Sprachen im letzten Kapitel verglichen.
Die vorliegende Arbeit verfolgt einerseits ein theoretisches Ziel, indem die Grundlagen der Verwendung der Klitika dargelegt werden. Andererseits beinhaltet die Arbeit eine empirische Analyse, die die Ergebnisse verschiedener Studien und Corpora bündelt und einen Versuch darstellt, die Ergebnisse zu erklären und einen Zusammenhang zwischen mittelalterlichem Sprachzustand, neuspanischer Grammatik, lateinamerikanischer Tendenzen sowie dem Sprachzustand anderer romanischer Sprachen herzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition von Klitika
2.1 Abgrenzung von Klitika gegenüber Wörtern und Affixen
2.2 Klitiktypen
3 Die Grammatikalisierung von Klitika
3.1 Klitika im Lateinischen
3.2 Entwicklung der Pronomina
4 Der redundante Gebrauch von Klitika
4.1 Doppelte Objektmarkierung im Altspanischen
4.2 Doppelte Objektmarkierung im modernen Spanisch
5 Doppelte Objektmarkierung in Lateinamerika
6 Doppelte Objektmarkierung in anderen romanischen Sprachen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und moderne Entwicklung des Klitiksystems im Spanischen mit einem speziellen Fokus auf die doppelte Objektmarkierung. Ziel ist es, durch die Analyse mittelalterlicher Textgrundlagen und den Vergleich mit anderen romanischen Sprachen den Grammatikalisierungsprozess zu beleuchten und eine Erklärung für die pleonastische Verwendung von Objektpronomen zu liefern.
- Grundlagen der Klitik-Definition und Abgrenzung zu Affixen
- Diachrone Entwicklung von Personal- und Demonstrativpronomina aus dem Lateinischen
- Empirische Analyse des redundanten Gebrauchs von Klitika im Altspanischen
- Syntaktische Besonderheiten und obligatorische Verwendung der Objektkongruenz im modernen Spanisch
- Vergleichende Perspektive auf lateinamerikanische Varietäten und andere romanische Sprachen
Auszug aus dem Buch
4.1 Doppelte Objektmarkierung im Altspanischen
Es gibt verschiedene Faktoren, die die doppelte Objektmarkierung im Altspanischen beeinflussen. Der kategoriale Status des Objekts kann pronominal (11) oder lexikalisch (12) sein: (11) ¿A ti qué te faze o qué nos dará a nos de te lo dezir? (12) Al Rey plogol mucho con la buena respuesta de sos uassallos. Des Weiteren können sowohl indirekte (13) als auch direkte Objekte (14) zusätzlich durch Klitika angezeigt werden: (13) Mio Cid al rey las manos le besó e dixo: - Plazme, señor. (14) Los dozientos marcos al rey los soltó, de lo ál tanto priso cuant ovo sabor. Auch kann die Stellung des Objekts in Bezug auf das Verb differieren. Es kann vorangestellt oder nachgestellt sein. (15) demonstriert die postverbale Stellung des lexikalischen Objekts: (15) ciento omnes le dio mio Cid a Álbar Fáñez por servirle en la carrera [...] (13) und (14) zeigen lexikalische Objekte in präverbaler Stellung. Auch wird aus den genannten Beispielen ersichtlich, dass der Abstand zwischen Objekt und Verb je nach Satzkonstruktion variieren kann und dass unterschiedliche Satzglieder zwischen Verb und Objekt treten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Klitiksysteme und Vorstellung der methodischen Grundlage durch diplomatische Textausgaben.
2 Definition von Klitika: Theoretische Klärung des Klitikon-Begriffs sowie Unterscheidung von Wörtern, Affixen und verschiedenen Klitiktypen.
3 Die Grammatikalisierung von Klitika: Untersuchung des Entwicklungsprozesses vom Lateinischen bis zu den modernen grammatikalisierten Formen im Spanischen.
4 Der redundante Gebrauch von Klitika: Analyse der doppelten Objektmarkierung im Altspanischen und im modernen Spanisch sowie Darstellung der strukturellen Bedingungen.
5 Doppelte Objektmarkierung in Lateinamerika: Betrachtung spezifischer Tendenzen und Besonderheiten der doppelten Objektmarkierung in lateinamerikanischen Dialekten.
6 Doppelte Objektmarkierung in anderen romanischen Sprachen: Vergleichende Analyse des Phänomens und Einordnung in den Kontext anderer romanischer Sprachsysteme.
7 Fazit: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse und Bestätigung der Hypothese zur kontinuierlichen Sprachwandel-Dynamik.
Schlüsselwörter
Spanisch, Klitika, doppelte Objektmarkierung, Grammatikalisierung, Altspanisch, Syntax, Objektpronomen, Sprachwandel, Klitikverdoppelung, Lateinamerikanisches Spanisch, romanische Sprachen, Morphosyntax, Redundanz, Pronominalsystem, Objektkongruenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung des Klitiksystems im Spanischen, insbesondere mit dem Phänomen, bei dem ein Objekt sowohl durch ein Nomen als auch durch ein Pronomen (Klitikon) im Satz markiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind die Definition von Klitika, der Grammatikalisierungsprozess vom Lateinischen zum Spanischen, die Analyse des redundanten Gebrauchs von Objektsklitika sowie der sprachvergleichende Aspekt innerhalb der Romania.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der doppelten Objektmarkierung von mittelalterlichen Textzeugnissen bis zum modernen Standardspanisch zu analysieren und zu erklären, warum diese grammatikalische Struktur entstanden ist und wie sie sich in verschiedenen Varietäten unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine diachronische Analyse, indem er auf historische Korpora und diplomatische Textausgaben zurückgreift, um statistische Häufigkeiten und syntaktische Kontexte der Klitikverwendung zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Klitikons, die Herleitung der Pronomen aus dem Lateinischen, die detaillierte Analyse der pleonastischen Objektsmarkierung und den Vergleich mit anderen romanischen Sprachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Spanisch, Klitika, doppelte Objektmarkierung, Grammatikalisierung, Syntax und Objektkongruenz.
Was versteht man in der Arbeit unter einem "Klitikon"?
Ein Klitikon ist ein schwach betontes Morphem, das keine eigene Wortbetonung besitzt und sich phonetisch an ein "Stützwort" (Host) anlehnen muss, da es nicht isoliert auftreten kann.
Gibt es Unterschiede in der Verwendung der doppelten Objektmarkierung zwischen Alt- und Neuspanisch?
Ja, während die doppelte Objektmarkierung im Altspanischen noch fakultativ und sehr häufig auftrat, ist sie im modernen Standardspanisch weitgehend durch feste grammatikalische Regeln für obligatorische Objektkongruenz (insbesondere bei belebten Objekten) eingeschränkt.
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- Alexander Kraus (Author), 2009, Doppelte Objektmarkierung durch Klitika. Sprachwandel im Spanischen des 14. und 15. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209517