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Prozessorientierte Schreibdidaktik im Fremdsprachenunterricht

Fallstudie über die Auswirkungen prozessorientierter Unterrichtsmethoden anhand von Schülertexten eines gymnasialen Leistungskurses Englisch der Klasse 13

Title: Prozessorientierte Schreibdidaktik im Fremdsprachenunterricht

Master's Thesis , 2012 , 89 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nico Tobias Wirtz (Author)

Didactics for the subject English - Pedagogy, Literature Studies

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Summary Excerpt Details

Globalziel des Fremdsprachenunterrichts an deutschen Schulen ist die fremdsprachliche Handlungsfähigkeit der Lernenden, also die Kompetenz zu einem erfolgreichen Kommunizieren in der Zielsprache (vgl. Bach/Timm 2003: 1ff). Im Unterricht ist der Fokus jedoch nicht selten auf die mündliche Kommunikationskompetenz reduziert. Lese- und Schreibkompetenzen werden kaum gezielt gefördert, im schulischen Alltag bleibt ihnen oft der Einsatz als Mittel zum Zweck der Informationsaufnahme bzw. -wiedergabe vorbehalten (vgl. Börner/Vogel 1992: III, Herrmann 2002: 13f). Dabei ist keinesfalls davon auszugehen, dass mündlich sprachbegabte Lernende sich automatisch auch zu kompetenten Schreibern und Schreiberinnen entwickeln, denn „Schreiben, verstanden als Produktion sinnvoller und kohärenter Texte, ist zweifellos die komplexeste der vier Sprachfertigkeiten, da in ihr kreative Wissens- und Sprachverarbeitung eine sehr enge Verbindung eingehen“ (Börner 1992: 287).

Fremdsprachenlehrende konstatieren regelmäßig, dass Schülerinnen und Schüler große Schwierigkeiten mit der „vierten Fertigkeit“ (Herrmann 2002: 13) haben. Ungeachtet dessen hat die fremdsprachliche Schreibfertigkeit im Vergleich zu denen des Sprechens und Hörverstehens lange Zeit nur eine eher geringe Beachtung im fachwissenschaftlichen Diskurs gefunden. Es finden sich vergleichsweise wenige wissenschaftlich fundierte empirische Studien, die den Erwerb von Schreibkompetenzen in der Fremdsprache untersuchen, die erforschen, wie sich fremdsprachliche Schreibfähigkeit gezielt fördern lässt (vgl. Herrmann 2002: 13ff, Krapels 1990: 37f, Krings 1992: 47ff). Schulisches Schreiben, so scheint es, wird oft noch immer als eine dem Sprechen und Hören untergeordnete Fähigkeit angesehen, als eine „von der Sprache abgeleitete Sprachform, die im Vergleich mit anderen Teilfertigkeiten weniger Übungen [bedarf]“ (Herrmann 2002: 13) oder gar als eine von außen kaum beeinflussbare Tätigkeit, die sich einer gezielten Förderung geradezu entzieht (vgl. Krashen 1984). Da nahezu alle entscheidenden schulischen Leistungsnachweise in Form von Schreibprodukten erbracht werden, erscheint eine derartige Vernachlässigung des Schreibens an der Schule als besonders bemerkenswert.

Der Frage, inwieweit und auf welche Art sich prozessorientierte Methoden der Schreibförderung im Fremdsprachenunterricht auf die Schreibprodukte von Schülern und Schülerinnen auswirken, widmet sich diese Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil

2.1 Prozessorientierung als didaktisches Konzept

2.1.1 Historie und Ausrichtung

2.1.2 Bildungstheoretischer Hintergrund und Merkmale

2.1.3 Medien und Inhalte

2.2 Prozessorientierte Schreibdidaktik

2.2.1 Die Rolle des Schreibens im Unterricht

2.2.2 Modelle des Schreibprozesses

2.2.3 Phasen und Verlauf von Schreibprozessen

2.2.4 Prinzipien prozessorientierter Schreibdidaktik

2.2.5 Schwierigkeiten und Kritik

2.3 Prozessorientiertes Schreiben in der Fremdsprache

2.3.1 Schreiben im Fremdsprachenunterricht

2.3.2 Spezifika des fremdsprachlichen Schreibens

2.4 Aktueller Forschungsstand zum Schreiben in der Fremdsprache

3. Praktischer Teil

3.1 Schreibvorbereitung

3.2 Textsorten- und Textmusterkenntnisse

3.3 Textbausteine

3.4 Korrigieren, Revidieren, Überarbeiten

3.5 Fehlerfeedback

4. Empirischer Teil

4.1 Anlage der Studie und methodologische Implikationen

4.1.1 Versuchsgruppe und zeitlicher Rahmen der Untersuchung

4.1.2 Evaluationsdesign

4.1.3 Erhebungsmethoden

4.1.3.1 Erhebung der Schreibprodukte

4.1.3.2 Erhebung des Fragebogens

4.1.4 Auswertungsmethoden

4.1.4.1 Auswertung der Schreibprodukte

4.1.4.2 Auswertung des Fragebogens

4.1.5 Besonderheiten/Schwierigkeiten

4.2. Untersuchungsergebnisse

4.2.1 Essay A: „Globalization“ (Erstversion)

4.2.2 Essay B: „Globalization“ (Endversion)

4.2.3 Essay C: „Tourism“

4.2.4 Essay D: „Media“

4.2.5 Gegenüberstellung der Auswertungsergebnisse

4.2.6 Auswertung des Fragebogens

4.2.7 Zusammenfassung und Diskussion der Auswertungsergebnisse

5. Fazit

5.1 Ausblick

5.2 Persönliche didaktische Konsequenzen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit prozessorientierte Methoden der Schreibförderung im Fremdsprachenunterricht dazu beitragen können, die Schreibkompetenz von Schülern in einem Englisch-Leistungskurs zu steigern, wobei der Fokus auf der lernprozessbegleitenden Entwicklung von Schreibstrategien und der kritischen Reflexion des Schreibprozesses liegt.

  • Prozessorientierte Schreibdidaktik als pädagogisches Konzept
  • Modellierung des Schreibprozesses in der Fremdsprache
  • Empirische Fallstudie zur Wirksamkeit prozessorientierter Übungen
  • Formative Evaluation von Schülertexten im Zeitverlauf
  • Methoden der Schreibvorbereitung, Textüberarbeitung und Feedbackgestaltung

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Phasen und Verlauf von Schreibprozessen

Die in Kapitel 3.2 bereits vorgestellten, auf das Schreibmodell von Hayes und Flower zurückgehenden Subprozesse des Schreibens legen eine Gliederung des Schreibprozesses in eine textgenerierende und eine textredigierende Etappe nahe. In den ersten beiden Phasen (Planung und Formulierung) steht das Generieren, in der abschließenden Phase (Überarbeitung) das Redigieren des Textes im Vordergrund (vgl. auch Kästner 1997: 158).

Pre-Writing

In der zumeist als pre-writing bezeichneten Phase der Schreibvorbereitung (auch Textgenerierung, Hinführungsphase, composing oder planning genannt) wird das Schreibvorhaben systematisch konkretisiert. Der/die Schreibende stellt sich die Fragen: Worüber will ich schreiben? (content); welche sprachlichen Mittel brauche ich, um diese Absicht zu realisieren? (language); in welcher Textform wird meine kommunikative Absicht am wirkungsvollsten realisiert? (genre) (vgl. Bludau 1998: 14). In dieser Phase, die dem eigentlichen Formulieren vorausgeht, helfen Techniken wie das Assoziieren, brainstorming und clustering dem Schreibenden dabei, ein klares Bild des Schreibvorhabens zu entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Vernachlässigung der Schreibkompetenz im schulischen Fremdsprachenunterricht und führt in das Ziel der Arbeit ein, durch prozessorientierte Didaktik eine gezielte Schreibförderung zu etablieren.

2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel verankert die Prozessorientierung in lernpsychologischen Theorien, erläutert verschiedene Modelle des Schreibprozesses (insbesondere Hayes & Flower) und analysiert die Spezifika des fremdsprachlichen Schreibens sowie den aktuellen Forschungsstand.

3. Praktischer Teil: Der praktische Teil stellt die konkret im Unterricht angewandten Methoden vor, wie die Schreibvorbereitung, Textmusterkenntnisse, das Training von Textbausteinen, Korrekturverfahren und die Fehler-Rückmeldung.

4. Empirischer Teil: Hier wird das Design der Fallstudie offengelegt, die durchgeführte Evaluation der 56 Schüleressays sowie die Auswertung des Fragebogens dargelegt und die Ergebnisse kritisch im Kontext der bisherigen Forschung diskutiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, räumt die methodischen Limitationen der Studie ein und leitet didaktische Konsequenzen für die zukünftige Unterrichtspraxis sowie Anregungen für weitere Forschungsvorhaben ab.

Schlüsselwörter

Prozessorientierte Schreibdidaktik, Fremdsprachenunterricht, Schreibkompetenz, Schreibprozess, Textüberarbeitung, Lernerautonomie, Schreibstrategien, Feedbackverfahren, Englisch Leistungskurs, Fallstudie, Schreibvorbereitung, Modell von Hayes und Flower, Textkohärenz, Handlungsorientierung, Formative Evaluation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie prozessorientierte Methoden – also die bewusste Einbeziehung der Arbeitsschritte Planung, Formulierung und Überarbeitung – die Qualität englischsprachiger Texte von Schülern in der gymnasialen Oberstufe verbessern können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Prozessorientierung, die Modellierung von Schreibprozessen, die Anwendung spezifischer Unterrichtsmethoden zur Schreibförderung sowie die formative Evaluation von Schülertexten über einen längeren Zeitraum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel besteht darin herauszufinden, ob eine Sensibilisierung der Lernenden für den Schreibprozess und das gezielte Einüben von Schreibstrategien messbare positive Auswirkungen auf die Qualität der Schreibprodukte in einem Englisch-Leistungskurs hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine formative Evaluationsstudie im Rahmen der Praxisforschung. Der Verfasser fungiert dabei als Forschender im eigenen Unterricht und wertet insgesamt 56 Schüleressays mithilfe eines kriteriengeleiteten Bewertungsrasters sowie Daten aus anonymen Fragebögen aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick, der aktuelle Erkenntnisse der Schreibprozessforschung zusammenfasst, und einen praktischen Teil, in dem konkrete Unterrichtssequenzen, Übungen und die Analyse der durchgeführten Untersuchungsergebnisse vorgestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prozessorientierung, Schreibkompetenz, Fremdsprachenunterricht, Schreibstrategien, Textüberarbeitung, Lernerautonomie und formative Evaluation.

Welche Rolle spielt die Muttersprache in den untersuchten Schreibprozessen?

Die Arbeit diskutiert auf Basis der Forschungsliteratur, dass die Muttersprache bei Fremdsprachenlernenden oft als kognitive Stütze fungiert, wobei eine Interferenz zwischen L1 und L2 sowohl positive als auch herausfordernde Effekte haben kann.

Warum ist die Überarbeitung (post-writing) ein so wichtiger Bestandteil der Arbeit?

Die Arbeit betont, dass viele Schüler den ersten Textentwurf oft irrtümlich als Endprodukt betrachten. Die gezielte Arbeit am Überarbeitungsprozess durch Methoden wie Peer-Feedback und Schreibkonferenzen wird als entscheidender Hebel für qualitativen Kompetenzzuwachs identifiziert.

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Details

Title
Prozessorientierte Schreibdidaktik im Fremdsprachenunterricht
Subtitle
Fallstudie über die Auswirkungen prozessorientierter Unterrichtsmethoden anhand von Schülertexten eines gymnasialen Leistungskurses Englisch der Klasse 13
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Course
Masterarbeit
Grade
1,0
Author
Nico Tobias Wirtz (Author)
Publication Year
2012
Pages
89
Catalog Number
V209098
ISBN (eBook)
9783656369721
ISBN (Book)
9783656370079
Language
German
Tags
prozessorientierte schreibdidaktik fremdsprachenunterricht fallstudie auswirkungen unterrichtsmethoden schülertexten leistungskurses englisch klasse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Tobias Wirtz (Author), 2012, Prozessorientierte Schreibdidaktik im Fremdsprachenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209098
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