Diese Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über Entwicklungen und Methoden des Qualitätsmanagements aus ökonomischer Sicht. Die Erläuterung qualitätsbezogener Kosten und die Definition von Kennzahlen(-systeme) bieten die Grundlage für die im nächsten Schritt vollzogene wirtschaftliche Bewertung von Methoden im Qualitätsmanagement. Weiterführend werden ausgewählte präventive und reaktive Methoden, sowie vorhandene Modelle zur Bewertung von deren Wirtschaftlichkeit vorgestellt. Im anschließenden Hauptteil wird ein Modell zu Grunde gelegt, das im ersten Schritt Kostentreiber des Qualitätsmanagements ermittelt und diese anschließend hinsichtlich ihrer Verteilung auf qualitätsbezogene Kosten quantifiziert. Weiterhin werden, sofern vorhanden, Kosteneinsparungspotentiale und Reifegrade den ermittelt Kostentreibern zugeordnet. Das Modell bietet als Ergebnis eine graphische Gegenüberstellung zur Bewertung der Vorteilhaftigkeit von Investitionen in Methoden der Qualitätsmanagements.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Begriffe
2.1 Qualität
2.2 Qualitätsmanagement
2.2.1 Historische Entwicklung des Qualitätsmanagements
2.2.2 Total Quality Management im Speziellen
2.2.3 EFQM-Modell für Excellence im Speziellen
2.2.4 Softwareunterstützung im Qualitätsmanagement (CAQ)
2.3 Qualitätscontrolling
2.4 Qualitätsbezogene Kosten
2.4.1 Klassischer Qualitätskostenansatz
2.4.2 Erweiterter Qualitätskostenansatz
2.5 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
2.5.1 Der Begriff der Kennzahl und deren Funktion
2.5.2 Klassifizierung von Kennzahlen und deren Beschränkungen
2.5.3 Der Begriff des Kennzahlensystems und dessen Funktion
2.5.4 Allgemeine Anwendungsgebiete von Kennzahlensystemen
2.5.5 Qualitätskennzahlen(-systeme) im Speziellen
3 Wirtschaftlichkeit von Qualität
3.1 Präventive Methoden im Qualitätsmanagement
3.1.1 Failure Mode and Effect Analysis (FMEA)
3.1.2 Fault Tree Analysis (FTA)
3.1.3 Quality Function Deployment (QFD)
3.2 Reaktive Methoden im Qualitätsmanagement
3.2.1 Ishikawa-Diagramm
3.2.2 5W-Methode
3.3 Klassische Ansätze zur wirtschaftlichen Bewertung von QM
3.3.1 Investitionsrechnungsverfahren
3.3.2 Gap-Analyse und Kostenstrukturanalyse
3.3.3 Scoring-Modelle
3.3.4 Reifegradmodelle
3.4 Neuere Ansätze zur wirtschaftlichen Bewertung von QM
3.4.1 Kostenorientiertes Qualitätsmanagement
3.4.2 Prozessorientiertes Controllingkonzept für QM-Maßnahmen
3.4.3 Erfassung monetärer Einsparungspotentiale bei der FMEA
3.5 Identifizierung und Analyse relevanter Kennzahlen
3.5.1 Abgrenzung von Kennzahlen
3.5.2 Kennzahlenidentifikation
3.6 Aufbau des Bewertungsmodells
3.6.1 Identifizierung einzelner QM-Kostentreiber
3.6.2 Einsparungspotentiale einzelner QM-Kostentreiber
3.6.3 Gegenüberstellung verschiedener Szenarien
3.6.4 Beispielhafte Gegenüberstellung von drei Szenarien
4 Zusammenfassung
5 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Bewertung von Methoden des Qualitätsmanagements. Das primäre Ziel besteht darin, ein Modell zu entwickeln, das Kostentreiber innerhalb des Qualitätsmanagements identifiziert und quantifiziert, um die Effektivität und Effizienz von Qualitätsinvestitionen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg bewertbar zu machen.
- Grundlagen des Qualitätsmanagements und Qualitätscontrollings
- Systematische Einteilung in präventive und reaktive Methoden
- Wirtschaftliche Bewertungsmethoden von Investitionen in Qualität
- Aufbau eines Modells zur Identifizierung von QM-Kostentreibern
- Analyse und Vergleich verschiedener QM-Szenarien anhand von Kennzahlen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Failure Mode and Effect Analysis (FMEA)
Die Fehler-Möglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) ist eine Systematik zur Risikoabschätzung bei der Entwicklung und Fertigung eines Produktes. Konzept, Konstruktion und der damit verbundene Prozess werden hierbei untersucht. Das übergeordnete Ziel einer FMEA ist die Vermeidung von Kosten. Es ist zudem eine Tatsache, dass grundsätzlich ein Produkt, das die Nutzenerwartung des Käufers erfüllt einen Markterfolg verzeichnen wird. Deshalb sorgt die FMEA für die Funktionalität des untersuchten Objekts in der geforderten Weise, unabhängig davon ob es sich dabei um ein Konzept, eine Konstruktion oder einen Prozess handelt. In vielen Fällen verdankt man der FMEA einen reibungsloseren Herstellungsprozess. Problematisch stellt sich jedoch die Bewertung der Wirtschaftlichkeit einer FMEA dar, da diese zu den präventiven Methoden im Qualitätsmanagement gehört und somit die qualitätsbezogenen Kosten der Fehlerverhütung erhöht, jedoch die Fehlerkosten selbst senkt.
Sichere Belege für die Wirksamkeit erhält man jedoch erst, sobald alle Effekte nach Einsparung oder Kosten beziffert werden können. Hierbei müssen geeignete Lösungsansätze gefunden werden, um schädliche Einflüsse und Fehler in Form von einzelnen oder sich hebelnden Kostenfaktoren in einem durch eine FMEA abgesicherten Prozess quantifizieren zu können. Obwohl die FMEA heute ein Gesamtkonzept darstellt, in das auch die Maßnahmenfindung integriert ist, birgt allein eine korrekte und standardisierte Dokumentation der Fehlersuche und -analyse schon ein erhebliches Einsparpotential. FMEA ist weiterhin eine vor Gericht geltende Dokumentationsmethode im Falle eines Produktversagens, um die etwaige Unschuld zu belegen. Dies ist in rechtlicher Hinsicht insbesondere wichtig, da seit dem Bestehen des europäischen Produkthaftungsgesetzes, der Hersteller einen Entlastungsbeweis durch lückenlose Dokumentation des Produktionsprozesses zu leisten hat. Die innerbetriebliche Kommunikation zur zukünftigen Fehlervermeidung verbessert sich zudem durch die Anwendung einer FMEA, denn es besteht die Möglichkeit geschaffenes Knowhow durch Wissensmanagement in Form von Datenbanken anderen Mitarbeitern oder Projektteams eines Unternehmens zugänglich zu machen, so dass vorhandene Erkenntnisse als Basis für weiterführende Entwicklung dienen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der wirtschaftlichen Betrachtung von Qualitätsmanagementmethoden ein und umreißt das Ziel der Modellentwicklung.
2 Grundlagen und Begriffe: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Konzepte wie Qualitätsmanagement, Qualitätscontrolling, qualitätsbezogene Kosten und die Funktion von Kennzahlensystemen.
3 Wirtschaftlichkeit von Qualität: Hier werden präventive und reaktive Methoden (z.B. FMEA, QFD, Ishikawa) analysiert und Ansätze zur deren wirtschaftlichen Bewertung vorgestellt, inklusive des entwickelten Bewertungsmodells.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse über die Methoden des Qualitätsmanagements und die Notwendigkeit ihrer ökonomischen Bewertung.
5 Ausblick: Der Ausblick diskutiert zukünftigen Forschungsbedarf bezüglich der empirischen Ermittlung von Kosten-Nutzen-Kurven für QM-Methoden.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Wirtschaftlichkeit, Qualitätskosten, Kennzahlen, Kennzahlensysteme, Qualitätscontrolling, FMEA, QFD, Fehlerverhütung, Investitionsrechnung, Prozessmanagement, Kostentreiber, Produktlebenszyklus, Effizienz, Reifegrad.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Bewertung von Methoden im Qualitätsmanagement, um den ökonomischen Nutzen von Qualitätsmaßnahmen messbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Qualitätscontrolling, der Erfassung qualitätsbezogener Kosten sowie der Analyse präventiver und reaktiver QM-Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines Bewertungsmodells, das Kostentreiber identifiziert und quantifiziert, um die Effektivität von Investitionen in Qualität zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Fundierung der Grundlagen sowie einen modellbasierten, quantitativen Ansatz zur Kostenbewertung (Excel-basiertes Bewertungsmodell).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene QM-Methoden wie FMEA, FTA und QFD und stellt ein Modell zur Erfassung monetärer Einsparungspotentiale vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Wirtschaftlichkeit, Qualität, Kosten, Methoden und Kennzahlen.
Warum sind präventive Methoden für Unternehmen oft problematisch in der Bewertung?
Da präventive Maßnahmen Fehlerkosten zwar senken, aber gleichzeitig Fehlerverhütungskosten erhöhen, ist ihr ökonomischer Nutzen im Vorhinein oft schwer zu quantifizieren.
Welche Rolle spielen Reifegradmodelle in dem vorgestellten Modell?
Sie dienen dazu, den Anwendungsgrad einer Methode im Unternehmen abzubilden, um das damit verbundene Einsparungspotential realistisch zu berechnen.
Wie unterscheidet das Modell zwischen Leistungsarten von Prozessen?
Es differenziert zwischen Nutzleistung, Stützleistung, Blindleistung und Fehlleistung, um Potenziale zur Prozessoptimierung zu identifizieren.
Was ist das Hauptergebnis bei der Gegenüberstellung der Szenarien?
Die Analyse zeigt, dass der Einsatz qualitätsfördernder Maßnahmen unter Berücksichtigung spezifischer Gegebenheiten und eines hohen Reifegrades wirtschaftlich sinnvoll ist und Kostenminima verschieben kann.
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- cand. Dipl.Wirt.Ing. Hendrik Dörr (Author), 2010, Die Bewertung verschiedener Lösungsansätze im Qualitätsmanagement durch Modellentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209089