In den vergangenen Jahren haben sich Informations- und Kommunikationswesen durch das Internet wesentlich verändert. Die computervermittelte Kommunikation ermöglicht allen den Informations- und Meinungsaustausch mit einer unbegrenzten Zahl von Fremden. Besonders die Japaner scheinen gern zu der neuen Kommunikationsmöglichkeit zu greifen. „Die Japaner sagen viel ohne Worte.“ Die traditionelle japanische Kultur des Schweigens bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass die Japaner kein Bedürfnis haben, ihre Meinungen zu äußern und mit anderen auszutauschen. Was die Kommunikation mit dem Ausland betrifft, haben viele Japaner immer das Gefühl, dass sie von der Welt nicht verstanden werden.
Die Beziehung zwischen Deutschland und Japan ist in ihrer gemeinsamen Geschichte mit einigen Ausnahmen stets freundschaftlich gewesen. Viele japanische Touristen besuchen jährlich Deutschland. Ihre Ziele sind heute nicht nur das Schloss Neuschwanstein oder das Oktoberfest, sondern auch das Fußballspiel. Fußball gewinnt in Japan immer mehr begeisterte Fans. Von deutscher Seite interessiert sich die jüngere Generation der Deutschen immer mehr für Manga und Anime bzw. die japanische Popkultur, die nicht nur von Manga und Anime, sondern auch von Musik, Filmen oder Fernsehserien usw. vertreten wird. Aber wie ist die Beziehung zwischen beiden Ländern wirklich? Wie nahe stehen die beiden Völker? Was denken die Japaner über die Deutschen und was denken die Deutschen über die Japaner?
Um einander bei der interkulturellen Kommunikation besser zu verstehen, ist bewusster und kritischer Umgang mit den Stereotypen notwendig. Somit stellt sich meine zentrale Frage: „Was für Stereotype haben die Deutschen und die Japaner von den anderen?“, ferner: „Auf welche Art und Weise gehen sie mit den Stereotypen um?“
In der vorliegenden Arbeit versuche ich, die Stereotype aus dem Internet herauszufinden. Da im Internet wegen der Anonymität, die es den Nutzern zur Verfügung stellt, viel spontanere Kommunikationen stattfinden, gehe ich davon aus, dass das Internet für die Stereotypenforschung verwendbar ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Beziehungen zwischen Deutschland und Japan
2.1 Geschichte
2.2 „Einseitige Liebe“
2.3 Fremdsprachenpolitik in Japan
3 Grundlagen der Stereotypenforschung
3.1 Zum Begriff des Stereotyps
3.2 Die sprachlichen Erscheinungsformen des Stereotyps
4 Recherche
4.1 Suchkriterien
4.2 Internet
4.2.1 Foren
4.2.2 Blogs
4.2.3 Vlogs
4.2.4 Witze-Sammlungen
4.3 Zur Methode
4.4 Suchmaschinen und Suchmasken
4.4.1 Deutsche Suchmaschinen und Suchmasken
4.4.2 Japanische Suchmaschinen und Suchmasken
5 Ergebnisse
5.1 Darstellung der Stereotype über die Japaner
5.1.1 „Die spinnen, die Japaner“
5.1.2 Freundlichkeit
5.1.3 Höflichkeit
5.1.4 „Die Japaner arbeiten sich zu Tode“
5.1.5 Gesamtübersicht der Stereotype über die Japaner
5.1.6 Ein anderes Stereotyp: „Sex in Japan“
5.2 Darstellung der Stereotype über die Deutschen
5.2.1 Ernsthaftigkeit
5.2.2 Genauigkeit
5.2.3 „Die Deutschen sind groß“
5.2.4 Fleiß
5.2.5 Gesamtübersicht der Stereotype über die Deutschen
5.2.6 Ein anderes Stereotyp: „Die Japaner und die Deutschen sind ähnlich“
6 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, mittels einer fundierten Internet-Recherche die aktuell existierenden Nationalstereotype zwischen Japanern und Deutschen zu identifizieren und zu analysieren, um so einen Beitrag zum besseren interkulturellen Verständnis zu leisten.
- Analyse der computervermittelten Kommunikation als Medium für Stereotypenforschung.
- Untersuchung von nationalen Fremdbildern (Deutschland vs. Japan).
- Dokumentation von Suchstrategien im Internet zur Erfassung von Stereotypen.
- Vergleichende Untersuchung der sprachlichen Ausprägung von Stereotypen.
- Identifikation und Kategorisierung häufiger Stereotype (z. B. "Fleiß", "Verrücktheit", "Ernsthaftigkeit").
Auszug aus dem Buch
Die spinnen, die Japaner
Für viele Europäer sind die Japaner ein doch gar seltsames Völkchen. Doch kaum glaubt man, durch Zeitungen, Internet und Radio-Berichte sich ein etwas besseres Bild der Inselgruppen-Bewohner verschafft zu haben, findet man in den unendlichen weiten des Netzes (naja, hauptsächlich auf youtube und Co.), sogleich wieder Beweise, dass diese Menschen vielleicht doch etwas anders ticken als wir. Ein paar Beweise dafür müssen an dieser Stelle einfach mal gezeigt werden.
Das bekannteste Videoportal Youtube und andere Anbieter bieten die neue Möglichkeit, Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos sowie selbstgedrehte Amateur-Videos auf der ganzen Welt zu sehen. Somit entdeckte auch dieser Autor des obigen Beitrags in den japanischen TV-Sendungen im Netz eine (für ihn) neue Seite der Japaner. Mit dem ersten Satz „Für viele Europäer sind die Japaner ein doch gar seltsames Völkchen“ schilderte der Autor „die Japaner sind ganz anders als wir“. Wie der Titel schon sagte, folgte daraus „die Japaner sind ganz anders als wir, und zwar die spinnen“. Die Videos von den japanischen TV-Sendungen sind Beweise dafür.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung interkultureller Kommunikation und stellt die Forschungsfrage nach den gegenseitigen Stereotypen zwischen Deutschen und Japanern.
2 Die Beziehungen zwischen Deutschland und Japan: Dieses Kapitel skizziert die historischen Kontakte und das aktuelle Fremdspracheninteresse in Japan.
3 Grundlagen der Stereotypenforschung: Es werden theoretische Definitionen des Stereotyps und deren linguistische Erscheinungsformen dargelegt.
4 Recherche: Dieses methodische Kapitel beschreibt detailliert die Vorgehensweise bei der Internetsuche sowie die genutzten Suchmaschinen und -masken.
5 Ergebnisse: Hier werden die identifizierten Stereotype sowohl über Japaner als auch über Deutsche systematisch ausgewertet und präsentiert.
6 Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle des Internets in der Stereotypenbildung.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Nationalstereotype, Internet-Recherche, Stereotypenforschung, Japan, Deutschland, Computervermittelte Kommunikation, Vorurteil, Fremdbild, Autostereotyp, Heterostereotyp, Volkscharakter, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Magisterarbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Nationalstereotype Deutsche und Japaner voneinander haben und wie diese im Internet mittels gezielter Suchmaschinenrecherche identifiziert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die deutsch-japanische Beziehungsgeschichte, die theoretischen Grundlagen der Stereotypenforschung und die Rolle der computervermittelten Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aktuelle Stereotype in internetbasierten Foren und Blogs zu finden, diese zu kategorisieren und ihre Funktion sowie deren Verbreitung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse von Internetquellen, gestützt durch eine systematische Recherche mit verschiedenen Suchmaschinen und festgelegten Suchmasken.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der Internet-Recherche: Stereotype über Japaner (z.B. "Verrücktheit", "Fleiß") und über Deutsche (z.B. "Ernsthaftigkeit", "Genauigkeit") sowie eine methodische Dokumentation.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Interkulturelle Kommunikation, Stereotypisierung, computervermittelte Kommunikation und Nationalstereotype.
Warum spielt das Internet eine so zentrale Rolle für die Studie?
Laut Autorin bietet das Internet durch seine Anonymität spontanere Kommunikationsformen, die besonders gut für die Erfassung von Stereotypen geeignet sind.
Welches spezifische "Verrücktheits-Stereotyp" wird analysiert?
Analysiert wird das häufige Klischee, dass Japaner "verrückt" seien, welches oft in Bezug auf japanische TV-Spielshows und Werbevideos geäußert wird.
- Quote paper
- Hatsune Schoderer (Author), 2008, Nationalstereotype im Internet: Deutsch vs. Japanisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208763