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Die Aktualität der Universitätsidee Wilhelm von Humboldts im Hinblick auf den Bologna-Prozess

Title: Die Aktualität der Universitätsidee Wilhelm von Humboldts im Hinblick auf den Bologna-Prozess

Term Paper , 2012 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Timo Fent (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics

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Summary Excerpt Details

(...)Seit 1999 hat sich der Bologna-Prozess, welcher das Ziel hat, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, rasant entwickelt. So waren im Sommersemester 2009 schon etwa drei Viertel der ca. 8.200 Studiengänge an deutschen Universitäten Bachelor- und Masterangebote (vgl. Hochschulrektorenkonferenz, 2009, S. 9 u. 21ff.). Doch diese Entwicklung wird von zahlreichen kritischen Stimmen begleitet. So nimmt die Frage nach der Zukunft des Humboldtschen Bildungs- und Universitätsideals im Zuge des Bologna-Prozesses auf der hochschulpolitischen Diskussionsagenda eine zentrale Stellung ein (vgl. Krull, 2009, S. 1). Die globalisierte Welt von heute hat zwar wenig gemein mit der Zeit um 1800, „dennoch bestimmt nach wie vor ein Bildungsideal, das dieser Zeit entsprungen ist und mit Namen wie Schleiermacher, Fichte und Steffens, insbesondere aber mit dem Namen Wilhelm von Humboldt in Verbindung gebracht wird, aktuelle hochschul-politische Debatten“ (Krull 2009, S. 6). Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Ökonomisierung der Universitäten, zudem wird befürchtet, dass die Bologna-Reform die klassischen Ideale der Universitäten aussteche, obwohl der Niedergang des Humboldtschen Ideals nach Jürgen Mittelstraß bereits mit dem Aufkommen der Massenuniversitäten einhergeht (vgl. Wagner, 2008, o. S.; vgl. Mittelstraß, 1994, S.48).
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit die Frage nach der Aktualität der klassischen Universitätsidee Wilhelm von Humboldts im Hinblick auf die Bologna-Reform. Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Ausgangslage und dem kritischen Zustand der deutschen Hochschulen um 1800. So sollen Humboldts Reformbemühungen verständlich gemacht werden, bevor eine explizite Darstellung der Universitätsidee Humboldts erfolgt. Im zweiten Teil der Arbeit wird der ca. 200 Jahre später stattfindende Bologna-Prozess fokussiert, wobei zunächst die Reformbereitschaft und -bedürftigkeit Deutschlands beleuchtet und anschließend die Umsetzung sowie Inhalte und Ziele der europäischen Universitätsreform dargestellt werden. Nach einer umfassenden Ausführung der jeweiligen Absichten in Bezug auf Humboldt und Bologna ist nun der Grundstein gelegt, um im Folgenden einen reflektierten Vergleich der beiden Universitätskonzepte anzustellen, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigt, und in einem Fazit nicht nur die aufgeworfenen Fragen –sofern möglich– zu beantworten, sondern auch einen kurzen Ausblick zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Wilhelm von Humboldt und die historische Ausgangslage um 1800

1.1 Der Zustand deutscher Universitäten

1.2 Die Humboldtsche Universitätsidee

2. Der Bologna-Prozess

2.1 Reformbereitschaft und -bedürftigkeit Deutschlands im Hinblick auf die Ausgangssituation

2.2 Inhalte, Ziele und Umsetzung der Bologna-Reform

3. Vergleich Humboldt – Bologna

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aktualität des klassischen Universitätsideals von Wilhelm von Humboldt vor dem Hintergrund der europäischen Bologna-Reform, um zu prüfen, ob Humboldts Ideale noch einen Gegenwartsbezug aufweisen oder ob die Reform das Ende dieses klassischen Konzepts markiert.

  • Historische Analyse der universitären Ausgangslage um 1800 und die Entstehung der Humboldtschen Idee
  • Untersuchung der Reformnotwendigkeiten und der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland
  • Reflektierter Vergleich zwischen dem Humboldtschen Bildungsverständnis und den Zielen der Bologna-Reform
  • Diskussion von Möglichkeiten, Grenzen und Potenzialen beider Konzepte in einer globalisierten Wissensgesellschaft
  • Betrachtung von Masterstudiengängen und zukunftsfähigen Modellen wie Stiftungsuniversitäten

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Zustand deutscher Universitäten

Augenscheinlich befanden sich die deutschen Universitäten an der Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert in einer großen Krise. So reduzierte sich deren Zahl zwischen 1792 und 1818 von ursprünglich 42 auf 20 (vgl. Kopetz, 2002, S. 38; vgl. Schelsky, 1971, S. 21). Nicht nur das Problem der Vetternwirtschaft und der Selbstergänzung in Berufungsfragen als ein Resultat der landesherrlichen Universitätshoheit und des konfessionellen Prinzips waren hierfür verantwortlich (vgl. Kopetz, 2002, S. 38; vgl. Boehm/Müller, 1983, S. 21 ff.). Unzeitgemäße Lehrbücher und die Weitergabe alter Wissensbestände führten weder zu Erforschungen und Entdeckungen neuen Wissens noch zu einer Weiterentwicklung bzw. Verbesserung der Universitäten, welche infolgedessen nicht als Stätten der Forschung – eine überwiegend scholastischen Traditionen nachkommende Lehre ließ die Forschung fast völlig von der Universität entrücken (vgl. Kopetz, 2002, S. 38) – bezeichnet werden konnten (vgl. Menze, 1975, S.282; vgl. Benner, 2003, S.200).

Bekräftigt werden kann diese Feststellung durch die „didaktische Unfähigkeit (…) der Lehrenden“ (Menze 1975, S.280), welche das Lehren hauptsächlich auf das Diktieren traditioneller Wissensbestände reduzierte (vgl. ebd., S. 280f.). Sowohl „veraltete Unterrichts- und Lebensformen selbstherrlich gewordener Professoren“ (Kopetz 2002, S. 38) als auch die „Verwahrlosung des studentischen Selbstverständnisses“ (ebd.) trugen zu einem „Reputationsverlust“ (ebd.) sowie „Absinken des Niveaus“ (ebd.) bei. So stellte Wilhelm von Humboldt gemäß seinen nachstehend beschriebenen Eindrücken eines juristischen Vortrags an der Universität Marburg auch eine zunehmende Sittenlosigkeit der Studierenden als Resultat der bezüglich Lehrweise und -inhalt nicht zeitgemäß scheinenden professoralen Vorlesung fest: „Sein Vortrag misfiel mir gänzlich. Ein singender, immer abgeschnittener, ganz aufs Nachschreiben eingerichteter Ton, platte undeutsche und lächerliche Ausdrücke (…), steife professormässige Scherze (…). Die Studenten (…) sprachen (…) sehr laut, lachten, warfen sich Komödienzettel zu, und trieben Possen voller Art“ (Humboldt 1788, S. 20).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle hochschulpolitische Debatte über die Zukunft des Humboldtschen Ideals angesichts der Ökonomisierung durch den Bologna-Prozess und die damit einhergehende Kritik.

1. Wilhelm von Humboldt und die historische Ausgangslage um 1800: Dieses Kapitel beschreibt die krisenhafte Situation der deutschen Hochschulen vor 1800 und leitet daraus die Notwendigkeit sowie die Grundprinzipien der Humboldtschen Universitätsreform her.

1.1 Der Zustand deutscher Universitäten: Es wird dargelegt, dass die Universitäten an der Wende zum 19. Jahrhundert durch Lehrmangel, scholastische Traditionen und einen allgemeinen Sittenverfall geprägt waren, was zu einer massiven Krise führte.

1.2 Die Humboldtsche Universitätsidee: Das Kapitel erläutert Humboldts Konzepte wie die Einheit von Forschung und Lehre sowie Einsamkeit und Freiheit, die das Individuum in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Suche stellten.

2. Der Bologna-Prozess: Dieser Abschnitt analysiert die Entwicklung des Bologna-Prozesses als Antwort auf Massenuniversität und globale Anforderungen an die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen.

2.1 Reformbereitschaft und -bedürftigkeit Deutschlands im Hinblick auf die Ausgangssituation: Es wird begründet, warum Deutschland einen dringenden Reformbedarf hatte, um auf internationale Wettbewerbsanforderungen und eine gestiegene Studierendenzahl zu reagieren.

2.2 Inhalte, Ziele und Umsetzung der Bologna-Reform: Hier werden die Instrumente der Reform, wie Bachelor/Master-Strukturen, Modularisierung, Credit Points und das Akkreditierungssystem, detailliert vorgestellt.

3. Vergleich Humboldt – Bologna: In diesem Kapitel werden die Gemeinsamkeiten und vor allem die Spannungsfelder zwischen Humboldtschen Idealen und der Bologna-Praxis gegenübergestellt.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit bilanziert, dass die Bologna-Reform in der bisherigen Umsetzung oft im Widerspruch zu Humboldtschen Idealen steht, und diskutiert Perspektiven für ein künftiges Miteinander von Ideal und Pragmatismus.

Schlüsselwörter

Wilhelm von Humboldt, Bologna-Prozess, Hochschulreform, Universitätsidee, Bildung durch Wissenschaft, Einsamkeit und Freiheit, Forschung und Lehre, Modularisierung, Employability, Massenuniversität, akademische Freiheit, Akkreditierung, Bachelor, Master, Wissensgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Relevanz und den aktuellen Status des klassischen Universitätsideals nach Wilhelm von Humboldt im Kontext des modernen, durch den Bologna-Prozess geprägten europäischen Hochschulraums.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die historische Entstehung der Humboldtschen Universität, die Ziele und Instrumente des Bologna-Prozesses sowie der kritische Vergleich dieser beiden Ansätze hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit.

Welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit primär?

Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Ideale von Wilhelm von Humboldt heute noch einen Gegenwartsbezug haben oder ob die Bologna-Reform den Endpunkt dieses traditionellen Bildungsmodells darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bearbeitung genutzt?

Es handelt sich um eine theoretische Literatur- und Quellenanalyse, die historische Dokumente Humboldts mit aktuellen hochschulpolitischen Stellungnahmen und Reformberichten vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Krise der Universitäten um 1800, Humboldts Reformantworten, die Genese des Bologna-Prozesses sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für Autonomie, Forschung und Lehre an heutigen Hochschulen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Humboldt-Mythos, Bologna-Reform, Modularisierung, Einheit von Forschung und Lehre, Bildungsautonomie und die Ökonomisierung des Studiums.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Modularisierung für das Studium?

Der Autor weist darauf hin, dass Modularisierung zwar Flexibilität verspricht, in der Praxis jedoch oft zu einer Verschulung führt, die den freien, forschenden Geist der Humboldtschen Idee behindert.

Welche Lösung schlägt die Arbeit für die Zukunft vor?

Die Arbeit plädiert für ein Miteinander von Humboldtschen Idealen und dem Bologneser Pragmatismus, wobei z.B. Masterstudiengänge oder Stiftungsmodelle Raum für vertiefte wissenschaftliche Forschung bieten könnten.

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Details

Title
Die Aktualität der Universitätsidee Wilhelm von Humboldts im Hinblick auf den Bologna-Prozess
College
University of Trier  (Fachbereich I: Pädagogik (Allgemeine Erziehungswissenschaft))
Course
Symbolische Ordnungen – Bildung, Lernen, Verstehen
Grade
1,0
Author
Timo Fent (Author)
Publication Year
2012
Pages
26
Catalog Number
V207467
ISBN (eBook)
9783656345688
ISBN (Book)
9783656346500
Language
German
Tags
aktualität universitätsidee wilhelm humboldts hinblick bologna-prozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Fent (Author), 2012, Die Aktualität der Universitätsidee Wilhelm von Humboldts im Hinblick auf den Bologna-Prozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/207467
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