Ca. 3,37 Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland sprechen Deutsch nicht als Mutter-sprache, besuchen aber deutsche Schulen.
Das Beherrschen der deutschen Sprache steht in einem direkten Verhältnis zum Schulerfolg und dem Erfolg im Arbeits- und Berufs¬leben. SuS mit Migrationshintergrund haben oft Probleme in der Schule und sind meist weniger erfolgreich als ihre deutschen Mitschüler. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.
Angesichts der Tatsache, dass immer mehr SuS mit Migrationshintergrund unser Schulsystem durchlaufen, müssen wir uns die Frage stellen, was Schule tun kann, um auch diesen SuS Erfolg in unserem Bildungssystem zu ermöglichen, damit sie sich in unsere Gesellschaft und in unsere Berufs- und Arbeitswelt integrieren und ein erfülltes Leben führen können.
Im Rahmen meines Lehramtsstudiums in den Fächern Wirtschaft und Deutsch habe ich mich im Wintersemester 2012 für das „Fachdidaktische Projektmodul“ entschieden. Dieses Modul bein-haltet die Erteilung von Förderunterricht „Deutsch als Zweitsprache“ an ausgewählten Lünebur-ger Schulen. Unterrichtsbegleitend fand das Seminar statt. Da ich selbst in eine Familie mit Migrationshintergrund hineingeboren wurde, habe ich auch einen persönlichen Bezug zu diesem Thema.
Seit 2007 laufen zwei Projekte, die einerseits von der Stiftung Mercator und andererseits von dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik der Leuphana Universität getragen werden. Die Stiftung Mercator verfolgt das Ziel, Kinder und Jugendliche mit
Migrationshintergrund mit Hilfe konkreter Sprachförderungsmaßnahmen zu unterstützen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit habe ich für ein halbes Jahr an der IGS Kaltenmoor in Lüne-burg eine „DaZ-AG“ der 7.Klasse unterrichtet.
Die vorliegende Arbeit ist dreigeteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit der fachwissenschaftli-chen Darstellung des Themas Deutsch als Zweitsprache. Der zweite Teil ist ein persönlicher Erfahrungsbericht über meine unterrichtspraktische Tätigkeit an der IGS Kaltenmoor in Lüneburg mit der DaZ-AG einer 7.Klasse. Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Analyse, Bewertung und Behebung von Fehlern anhand eines Schülertextes.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretischer Teil: Fachwissenschaftliche Darstellung des Themas
1.1 Die Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb
1.2 Didaktische Überlegungen
2. Unterrichtspraktischer Teil
2.1 Lerngruppe
2.2 Lernumgebung
2.3 Tabellarischer Überblick der erteilten Unterrichtsstunden
2.4 Ausarbeitung einer Unterrichtsstunde
2.5 Tabellarischer Stundenverlaufsplan
2.6 Reflexion der Unterrichtsstunde
3. Fehleranalyse
3.1 Fehler und ihre Ursachen
3.2 Analyse eines Schülertextes mit der Erstsprache Arabisch
3.2.1 Die arabischen Sprache
3.2.2 Tabellarische Fehleranalyse
3.3 Fehlerbewertung
3.4 Einsatz von Fehleranalysen im Unterricht
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht theoretische Grundlagen des Zweitspracherwerbs und verbindet diese mit einem praktischen Erfahrungsbericht aus einer DaZ-AG an einer Hauptschule. Ziel ist es, Sprachfördermaßnahmen zu reflektieren und anhand einer detaillierten Fehleranalyse eines Schülers mit arabischer Erstsprache aufzuzeigen, wie diagnostische Verfahren zur gezielten Förderung eingesetzt werden können.
- Theoretische Grundlagen zum Zweitspracherwerb und didaktische Konzepte
- Praktische Umsetzung von Förderunterricht in einer DaZ-AG
- Methodik der Fehleranalyse und Klassifizierung von Sprachfehlern
- Kontrastive Betrachtung von Deutsch und Arabisch zur Fehleridentifikation
- Implikationen für die Unterrichtsplanung und Binnendifferenzierung
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Tabellarische Fehleranalyse
Fehler in der Groß- u. Kleinschreibung können DaZ-spezifisch sein, da es im Arabischen keine Groß- u. Kleinschreibung gibt. Da der Schüler nur in der deutschen Sprache alphabetisiert wurde, schließe ich eine DaZ-spezifische Fehlerquelle hier aus. Fehler in der Groß- und Kleinschreibung können aber auch Kompetenzfehler sein, d.h. der Schüler hat die Regeln der Groß- und Kleinschreibung noch nicht ausreichend verinnerlicht. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Fehler als Performanzfehler zu deuten, angesichts der Tatsache, dass der DaZ-Unterricht nachmittags nach dem Regelunterricht stattfindet. Für diese Vermutung spricht meiner Ansicht nach auch, dass der Schüler Fehler in der Groß- und Kleinschreibung nur vereinzelt zeigt.
Korrekte Realisierung: komme, spreche, kommen, chatten, Geld, Geschwister
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Teil: Fachwissenschaftliche Darstellung des Themas: Dieses Kapitel erläutert wissenschaftliche Hypothesen zum Zweitspracherwerb und diskutiert didaktische Ansätze für den DaZ-Unterricht.
2. Unterrichtspraktischer Teil: Hier wird die konkrete Arbeit in einer DaZ-AG beschrieben, inklusive der Rahmenbedingungen, Stundenpläne und einer persönlichen Reflexion der Lehrtätigkeit.
3. Fehleranalyse: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Kategorisierung von Fehlern und führt eine detaillierte Analyse eines Schülertextes unter Berücksichtigung kontrastiver sprachlicher Aspekte durch.
Schlüsselwörter
Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Zweitspracherwerb, Fehleranalyse, Interferenzfehler, Erstsprache, Arabisch, Kontrastive Linguistik, Sprachförderung, Heterogenität, Kompetenzfehler, Performanzfehler, Unterrichtsplanung, Schulerfolg, Sprachbiografie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und der praktischen Umsetzung von Deutschunterricht für Schüler mit Migrationshintergrund, insbesondere in einer DaZ-AG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der Zweitspracherwerb, die didaktische Gestaltung von Förderunterricht sowie die linguistische Analyse von Schülerfehlern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Verknüpfung fachwissenschaftlicher Theorien mit der Unterrichtspraxis, um den Förderbedarf von DaZ-Schülern besser zu verstehen und durch Fehleranalysen gezielter zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus Literaturrecherche zu Spracherwerbstheorien und einer fallbezogenen Fehleranalyse unter Anwendung kontrastiver linguistischer Ansätze gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, einen Bericht über eine DaZ-AG an einer IGS sowie eine detaillierte Untersuchung eines Schülertextes arabischer Muttersprachler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Deutsch als Zweitsprache, Fehleranalyse, kontrastive linguistische Ansätze, Sprachförderung und sprachliche Heterogenität.
Warum spielt die Erstsprache eine so wichtige Rolle bei der Fehleranalyse?
Die Erstsprache beeinflusst den Zweitspracherwerb massiv; viele Fehler, wie z.B. bei der Deklination oder Lautbildung, lassen sich durch Übertragungen aus der Herkunftssprache erklären.
Welchen Stellenwert hat die Fehleranalyse für die spätere Lehrertätigkeit?
Sie dient als Diagnosewerkzeug, um Lernschwierigkeiten zu identifizieren und den Unterricht binnendifferenziert an die individuellen Bedürfnisse der Lernenden anzupassen.
Was zeichnet den Schülertext aus, der in Kapitel 3 analysiert wird?
Der Text eines 14-jährigen Schülers weist typische Interferenzfehler auf, die bei Lernenden mit arabischer Erstsprache häufig auftreten, wie etwa Probleme mit dem Dativ oder der Satzklammer.
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- Susanne Ahmadseresht (Author), 2012, Theoretische Betrachtungen zum Thema Deutsch als Zweitsprache in Verbindung mit einem unterrichtspraktischen Erfahrungsbericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/207442