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Kino als Gegenmittel

Über die Zweckbestimmtheit des Kinos als Poesie bei Jean Epstein

Title: Kino als Gegenmittel

Term Paper , 2010 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Veronika Seitz (Author)

Film Science

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Summary Excerpt Details

In seinem 1949 in der Zeitschrift Mercure de France erschienenen Essay über die Zweckbestimmtheit des Kinos („Finalité du Cinéma“) schreibt Jean Epstein einen Satz, der in dem Text genauso heraus sticht wie in Nicole Brenez’ Aufsatz über Epstein mit dem Titel „Ultra-Modern“: „L’homme a besoin d’un puissant antidote poétique pour sublimer les déchets de son individualisme.“ bzw. „Der Mensch braucht ein starkes poetisches Gegengift, um die Abfälle seines Individualismus zu sublimieren.“
Was meint Epstein mit dieser Bemerkung? Wie definiert er Poesie? Was ist das „poetische Gegengift“? Was bedeutet für ihn „Abfälle des Individualismus“? Und wie hängt das zusammen mit dem Kino der zwanziger Jahre bzw. mit der Wahrnehmungstheorie Jean Epsteins, in die sein früheres (Film-)Schaffen fällt? Diese Fragen sollen im Folgenden wenn nicht geklärt, so doch so nahe wie möglich beleuchtet werden und auch anhand eines Filmbeispiels mit der Wahrnehmungstheorie Epsteins in Beziehung gesetzt werden.
Als Filmbeispiel dient dabei LA GLACE À TROIS FACES – ein Film über die Relativität von Zeit und Raum, über Geschwindigkeit, Flüchtigkeit, die moderne Gesellschaft, moderne Kommunikation mittels moderner Kommunikationsmittel und im Film dargestellte Erinnerungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Finalité du Cinéma“: (Zweck-) Bestimmung des Kinos

2.1. Abfälle des menschlichen Individualismus

2.2. Poesie als Gegengift zur rationalistischen Praxis

2.3. Film als poetisches Antidot

3. LA GLACE À TROIS FACES als Beispiel zeitgemäßer Poesie

3.1. Bewegung, Flucht, Flüchtigkeit

3.2. Spiel mit Präsenz und Absenz, dem Aktuellen und Virtuellen

3.3. Raum-Zeit: Zeitfiguren

3.4. Der Film eine Träumerei?

4. Mögliche Risiken des Kinos

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen und filmtheoretischen Überlegungen Jean Epsteins zur gesellschaftlichen Rolle des Kinos in den 1920er Jahren. Dabei wird analysiert, inwiefern das Kino als „poetisches Gegengift“ fungieren kann, um die durch Rationalisierung und moderne Lebensweise verursachten Entfremdungserscheinungen zu kompensieren, wobei der Film „La Glace à trois faces“ als exemplarisches Fallbeispiel dient.

  • Die Zweckbestimmung des Kinos bei Jean Epstein
  • Das Konzept der Poesie als Antidot zur rationalistischen Praxis
  • Die filmische Gestaltung von Zeit, Raum und Erinnerung
  • Virtualität und die Struktur von Träumereien im Film

Auszug aus dem Buch

3.4. Der Film eine Träumerei?

Der Film Epsteins weist viele der oben genannten Traum-Merkmale auf (Fragmentieren der Blicke, Vergrößerung eines Details (z.B. klingelndes Telefon, Lucies Hand), Multi-Perspektivität (Dreifachüberlagerungen von Bäumen, Auto und Straße bei der Fahrt mit Lucie zum See)). Epstein sagt selbst: Im Film erscheinen „alle Natur, alle Dinge (…), wie ein Mensch sie träumt; die Welt ist so geschaffen, wie du sie dir vorstellst; (…) eine neue Realität ist eröffnet.“

Und der Zuschauer zieht die Parallelen zu ähnlichen Bildern in den Sequenzen, er findet die Folgen der Träumereien wieder, die durch Assoziationen hervorgerufen werden (SEIN Lachen) und die keiner objektiven Zeit gehorchen und kann so in die von Epstein beabsichtigte Art der Träumerei eintreten.

Fahle vermutet sogar, dass die Auslegung dieser Einstellungen durch den Begriff der Träumerei nicht weit genug geht. Denn LA GLACE À TROIS FACES baue eher „visuelle Korrespondenzen auf, um ein Assoziationsgefüge zwischen den Bildern zu errichten, deren Status nicht offensichtlich ist – Erinnerungs- oder Vorstellungsbilder oder Wahrnehmungen äußerer Ereignisse durch die Protagonisten.“ Dies vermischt sich beispielsweise in der bereits weiter oben beschriebenen Szene, als einem Mann ins Ohr gezwickt wird und die Überblendung mit einem älteren Mann folgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Jean Epsteins Essay „Finalité du Cinéma“ und die zentrale Fragestellung nach der Funktion des Kinos als poetisches Gegengift zur modernen Rationalisierung.

2. „Finalité du Cinéma“: (Zweck-) Bestimmung des Kinos: Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen, die zur Entstehung des Kinos führten, und Epsteins Kritik an der durch Sprache und Rationalität verursachten Entfremdung.

2.1. Abfälle des menschlichen Individualismus: Untersuchung der negativen Folgen der modernen Lebensweise wie Planwirtschaft und technischer Determinismus auf das Individuum.

2.2. Poesie als Gegengift zur rationalistischen Praxis: Definition von Poesie bei Epstein als alles Irrationale, das als Ersatzbefriedigung für den durch die Zivilisation eingeengten Menschen dient.

2.3. Film als poetisches Antidot: Erörterung der prophetischen Ansicht Epsteins, dass das Kino durch visuelle Sprache und soziale Wirksamkeit die rationale Überstruktur überwinden kann.

3. LA GLACE À TROIS FACES als Beispiel zeitgemäßer Poesie: Vorstellung des Films als Fallbeispiel, das Epsteins Theorien durch seine assoziative Erzählweise und Struktur veranschaulicht.

3.1. Bewegung, Flucht, Flüchtigkeit: Analyse der zentralen Motivik der ständigen Bewegung und der flüchtigen Kommunikation im Film.

3.2. Spiel mit Präsenz und Absenz, dem Aktuellen und Virtuellen: Untersuchung der spiegelbildlichen Struktur und der Unschärfe zwischen virtuellen und aktuellen Bildebenen.

3.3. Raum-Zeit: Zeitfiguren: Darstellung der Filmtechnik, die das Ursache-Wirkung-Schema aufbricht und Fragmente verschiedener Zeiten in einem „Jetzt“ vereint.

3.4. Der Film eine Träumerei?: Zusammenfassende Betrachtung der traumähnlichen Merkmale des Films und seiner assoziativen Montage.

4. Mögliche Risiken des Kinos: Kritische Reflexion über das Potential des Kinos zur Manipulation und die Parallelen zur Suchtwirkung.

Schlüsselwörter

Jean Epstein, Filmtheorie, Kino, Poesie, Rationalisierung, Individualismus, La Glace à trois faces, Virtualität, Träumerei, Zeitfiguren, Montage, Assoziation, Medientheorie, Filmgeschichte, Wahrnehmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Filmtheorie Jean Epsteins, insbesondere seine Sicht auf das Kino als ein Medium, das der exzessiven Rationalisierung der Gesellschaft entgegenwirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte des „poetischen Gegengifts“, der Film als Mittel zur Träumerei sowie die spezifische filmische Gestaltung von Zeit und Raum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll beleuchtet werden, wie Jean Epstein die gesellschaftliche Funktion des Kinos definierte und wie sich diese Theorien anhand des Films „La Glace à trois faces“ praktisch belegen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine filmtheoretische Analyse, bei der sie primäre Essaytexte Epsteins mit einem konkreten filmischen Werk vergleicht und in den Kontext der 1920er Jahre stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Epsteins Medienverständnis und eine detaillierte filmische Analyse von „La Glace à trois faces“ hinsichtlich Montage, Zeitkonzepten und virtueller Räume.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Filmtheorie, Poesie, Rationalisierung, Montage und das Konzept der „Träumerei“ als Gegenmodell zum rationalen Alltag.

Welche Rolle spielt der Spiegel in „La Glace à trois faces“?

Der Spiegel fungiert als zentrales Symbol für die Vervielfältigung der Identität und verdeutlicht das Spiel zwischen Präsenz und Absenz des Protagonisten.

Wie bewertet Epstein das Kino kritisch?

Obwohl er das positive Potential hervorhebt, warnt er vor einer möglichen Suchtwirkung und dem Risiko, dass das Kino als „Opium für das Volk“ standardisierte Ersatzbefriedigungen liefert.

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Details

Title
Kino als Gegenmittel
Subtitle
Über die Zweckbestimmtheit des Kinos als Poesie bei Jean Epstein
College
University of Vienna  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Course
Proseminar "Filmtheorien der 20er Jahre"
Grade
1,0
Author
Veronika Seitz (Author)
Publication Year
2010
Pages
12
Catalog Number
V207248
ISBN (eBook)
9783656343936
ISBN (Book)
9783656344704
Language
German
Tags
Jean Epstein La glace à trois faces Kino Gegengift Gegenmittel cinema Poesie Wahrnehmung Phantasie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Seitz (Author), 2010, Kino als Gegenmittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/207248
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