Die Hausarbeit beinhaltet eine detaillierte und verständliche Analyse der Ursachen und Gründe für die weltweite Immobilien- und Bankenkrise von 2007/08.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/08
2.1. Der Immobilienboom
2.2. Die Vergabe von Subprime-Krediten
2.3. Die Verbriefung der Immobilienkredite
2.4. Der Ausbruch der Immobilienkrise
2.5. Die Krise des Interbankenmarktes
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der US-Banken als treibende Kraft hinter der Entstehung und globalen Ausweitung der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/08 und prüft, inwiefern diese für den Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems verantwortlich gemacht werden können.
- Analyse der Entstehung der US-Immobilienspekulationsblase
- Untersuchung der Risiken durch Subprime-Kredite und deren Verbriefung
- Kritische Bewertung der Rolle der Banken bei der globalen Risikoausbreitung
- Darstellung des Zusammenbruchs des Interbankenmarktes als Folge von Vertrauensverlust und Liquiditätsengpässen
Auszug aus dem Buch
2.3. Die Verbriefung der Immobilienkredite
Die Verbriefung ermöglichte es den Banken ihre illiquiden Forderungen, die sie gegenüber den Kreditkunden hatten, in ein Wertpapier zu verpacken und diese an Investoren zu verkaufen.76 Zu diesem Zweck wurden Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicle) gegründet, deren einzige Tätigkeit es war, Forderungen von verschiedenen Schuldnern samt deren Sicherheiten (Collateral) aufzukaufen und diese zu MBSs (Mortgage Backed Securities) als förderungsbesicherte Anleihen zu verbriefen.77 Diese Zweckgesellschaften kauften die vergleichsweise hoch verzinslichen strukturierten Wertpapiere, indem sie vergleichsweise niedrig verzinsliche und kurz laufende Kredite (Commercial Papers) aufnahmen, um sich zu refinanzieren. Es fand sozusagen eine Fristentransformation statt, bei der langfristige Kredite durch Kurzfristige abgelöst und finanziert wurden.78 Der Vorzug der Verlagerung der Kredite auf Tochtergesellschaften lag wie schon erwähnt bei den weniger strengen Kontrollen der Aufsicht, wodurch die Kreditgeschäfte der Hypothekenbanken undurchsichtig blieben.
Für die Hypothekenbanken hatte der Weiterverkauf eines verbrieften Kredits den Vorteil, dass sie für diesen Kredit keine Mindestreserve mehr halten musste. Denn normalerweise mussten die Banken, welche den Kredit an Kreditnehmer vergab, die international übliche Mindestreserve von 8 % bis zum Ende der Kreditlaufzeit vorhalten, die in den Abkommen Basel I (1988) und Basel II (2007) festgelegt wurden.79 Auf Grund dessen war die Verbriefung für die Banken das Gegenteil des klassischen Bankgeschäftes: Wenn jetzt eine Bank einen Kredit gewährte, ihn aber in verbriefter Form an eine dritte Partei weiterverkaufte, war sie nicht mehr selbst der Liquiditätsproduzent. Sie fungierte ausschließlich als Zwischenhändler zwischen dem Kreditnehmer (dem Liquiditätskäufer) und dem institutionellen Investor (dem Liquiditätsproduzenten).80
Obendrein hatte die Schaffung von Wertpapieren den Vorteil, dass es durch den Verkauf der Kreditforderungen zu einer Risikoverlagerung der Kredite auf außenstehende Investoren kam. Dies sicherte die Kreditgeber scheinbar ab, was jedoch weitreichende Folgen für das Finanzsystem haben sollte (siehe: Kapitel 2.5.).81 Der Umstand, dass die Verbriefungsmethode die Risiken verteilte, verbreitete im Prinzip die risikoreichen und damit faulen Subprime-Kredite um die ganze Welt, sodass die ausbrechende Finanzkrise nicht lokal in der USA verblieb.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/08 ein und beleuchtet anhand des Fallbeispiels AIG die verheerenden Auswirkungen auf den globalen Finanzsektor.
2. Die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/08: Dieser Teil analysiert detailliert die verschiedenen Faktoren der Krise, beginnend beim Immobilienboom über die Subprime-Kredite und die Verbriefungspraxis bis hin zum Ausbruch der Immobilienkrise und der anschließenden Lähmung des Interbankenmarktes.
2.1. Der Immobilienboom: Das Kapitel erläutert, wie durch eine expansive Zinspolitik der Fed und politische Förderung von Wohneigentum eine Spekulationsblase am US-Immobilienmarkt entstand.
2.2. Die Vergabe von Subprime-Krediten: Hier wird untersucht, wie Banken durch die leichtfertige Kreditvergabe an Personen mit geringer Bonität und durch Deregulierung das Risiko im Markt massiv erhöhten.
2.3. Die Verbriefung der Immobilienkredite: Dieser Abschnitt beschreibt die Praxis, riskante Kredite in komplexe Wertpapiere zu verpacken und weltweit zu vertreiben, was zur globalen Vernetzung der Risiken führte.
2.4. Der Ausbruch der Immobilienkrise: Hier wird analysiert, wie die Zinswende der Fed 2006 die Kettenreaktion der Zahlungsausfälle und den darauffolgenden Preisverfall am Immobilienmarkt auslöste.
2.5. Die Krise des Interbankenmarktes: Das Kapitel zeigt auf, wie das Misstrauen zwischen den Banken aufgrund intransparenter Wertpapiere den Geldverkehr zum Erliegen brachte und die Krise auf das gesamte Finanzsystem ausweitete.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die US-Banken die Hauptverantwortung für die Krise tragen, wobei politische Rahmenbedingungen eine verstärkende Rolle spielten.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Wirtschaftskrise 2007/08, Subprime-Kredite, Immobilienblase, Verbriefung, MBS, CDO, CDS, Banken, Finanzmarkt, Leitzinspolitik, Liquiditätsengpass, Interbankenmarkt, Lehman Brothers, Risiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/08, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rolle der US-Hypothekenbanken liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen den US-Immobilienboom, die Vergabe von Subprime-Krediten, die komplexe Verbriefung von Immobilienkrediten sowie deren Auswirkungen auf den globalen Finanzmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit die US-Hypothekenbanken die Hauptverantwortung für die globale Finanzkrise trugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet Zeitschriften- und Zeitungsartikel sowie Daten von Forschungsinstituten aus und interpretiert diese, um die Forschungsergebnisse der Wirtschaftsexperten kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der Krisenentwicklung: von den Anfängen der Spekulationsblase über die Verbriefungspraktiken bis hin zum Zusammenbruch des Interbankenmarktes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Finanzkrise, Subprime-Kredite, Immobilienblase, Verbriefung und das Versagen der Banken im Risikomanagement charakterisiert.
Warum wird das Fallbeispiel der American International Group (AIG) in der Einleitung herangezogen?
AIG dient als charakteristisches Beispiel dafür, wie ein ehemals global führender Versicherungskonzern durch massives Engagement in riskante Finanzinstrumente wie CDS in existenzielle Not geriet.
Welche Rolle spielten die Ratingagenturen laut der Arbeit bei der Krise?
Die Arbeit führt aus, dass Ratingagenturen durch die Vergabe von Bestnoten (AAA) für riskante verbriefte Kredite ein trügerisches Gefühl von Sicherheit schufen und damit zum Vertrauensverlust in das Finanzsystem beitrugen.
- Quote paper
- David Duong (Author), 2010, Die Banken als Verursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/207142