Während der Recherchen zu meiner Arbeit, musste ich zu meinem Erstaunen zwei Dinge feststellen.
Zum einen dass ich übermäßig viel Literatur und Information zu dem Thema Armut und Kinderarmut in Deutschland und zur diesbezüglich aktuellen Lage gefunden habe, und zum anderen wie w e n i g Material zu dem Thema der Gleichstellungspolitik in Deutschland zu finden war.
Desweiteren war ich über den zeitlichen Ablauf (der wohl auch das Interesse der Bundesregierung darüber widerspiegeln mag), erstaunt, auf den ich in der Einleitung des Gleichstellungsberichts zunächst gestoßen bin.
„Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vom 11. November 2005 wurde vereinbart, einmal in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern vorzulegen. Am 23. Juni 2008 übergab die damalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Ursula von der Leyen, den Auftrag zur Erstellung des Ersten Gleichstellungsberichtes an die interdisziplinär zusammengesetzte Sachverständigenkommission. Am 25. Januar 2011 wurde der vorliegende Bericht an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend übergeben. (vgl. 1. Gleichstellungsbericht. S. 17)
Letztlich möchte ich noch darauf hinweisen, dass man zu dem Datum an dem ich die Arbeit erstellt habe, den 1. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung nicht wie ich erwartet hätte, auf der Homepage des Familienministeriums findet, sondern auf den Internetseiten des Fraunhofer – Instituts. Das verwunderliche daran ist, dass das Fraunhofer- Institut bisweilen eher naturwissenschaftlichen Forschungen nachgegangen ist.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorort
1. Definition von Gleichstellungspolitik
2. Definition von Kinderarmut
3. Ursachen von Kinderarmut
4. Folgen von Kinderarmut
5. Vereinbarkeit mit Familie und Beruf
6. Erwerbsbeteiligung von Müttern
7. Zusammenfassende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge zwischen der deutschen Gleichstellungspolitik und dem Phänomen der Kinderarmut. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern politische Rahmenbedingungen die Erwerbsbeteiligung von Müttern beeinflussen und dadurch indirekt Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation von Familien haben.
- Definition und theoretische Einordnung von Gleichstellung und Kinderarmut
- Analyse der strukturellen Ursachen von Kinderarmut im deutschen Wohlfahrtsstaat
- Untersuchung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Rolle der Müttererwerbsbeteiligung bei der Armutsprävention
- Internationaler Vergleich der staatlichen Unterstützungssysteme
Auszug aus dem Buch
5. Vereinbarkeit mit Familie und Beruf
Frauen, die den Wunsch haben, neben ihrer Berufstätigkeit Kinder zu bekommen und diese großzuziehen, unterliegen vielen Stolpersteinen, die einer Verwirklichung von Erwerbstätigkeit und Familie im Wege stehen.
Diese Stolpersteine sind von einer immer noch unzureichenden Kinderbetreuungsinfrastruktur, ökonomischen Negativanreizen beider Eltern, bis hin zu gesellschaftlichen Vorurteilen, gegeben.
Somit ist „die Bundesrepublik Deutschland ein „Vor- und Spitzenreiter“ des demografischen Wandels, der zudem auch in allen anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu beobachten ist“ (vgl. Brosius-Gersdorf. S. 151).
Unsere Gesellschaft zeigt auch bis dato weiterhin Vorbehalte gegen die Erwerbstätigkeit von Müttern in Deutschland, von politischer Seite aus sind wenig effektive Ansätze vorhanden die, dieses „Rabenmutterbild“ verändern „so sind nach aktuellen Umfragen 63 % der (West-) Deutschen der Meinung, dass ein Kleinkind unter der Berufstätigkeit der Mutter leiden würde“ (vgl. Brosius – Gersdorf. S. 103).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorort: Der Autor schildert seine Beobachtungen bei der Literaturrecherche und seine Verwunderung über die Verfügbarkeit offizieller Berichte zur Gleichstellungspolitik.
1. Definition von Gleichstellungspolitik: Es werden grundlegende Begriffe definiert und die historische Entwicklung der Gleichstellung in Deutschland anhand wichtiger Gesetze skizziert.
2. Definition von Kinderarmut: Der Begriff der Kinderarmut wird als mehrdimensionales Phänomen erläutert, wobei in dieser Arbeit insbesondere der Fokus auf relativer Armut liegt.
3. Ursachen von Kinderarmut: Dieses Kapitel analysiert zentrale Faktoren wie prekäre Arbeitsverhältnisse, den Niedriglohnbereich und die Herausforderungen für Alleinerziehende.
4. Folgen von Kinderarmut: Hier werden die Auswirkungen auf betroffene Familien und Kinder, wie soziale Ausgrenzung und eingeschränkte Zukunftsperspektiven, thematisiert.
5. Vereinbarkeit mit Familie und Beruf: Die Analyse beleuchtet strukturelle Barrieren und gesellschaftliche Vorurteile, die einer Erwerbstätigkeit von Müttern entgegenstehen.
6. Erwerbsbeteiligung von Müttern: Es wird der Zusammenhang zwischen der Müttererwerbsquote und Kinderarmutsraten sowie die Bedeutung von Arbeitszeiten und Entlohnung untersucht.
7. Zusammenfassende Betrachtung: Die Arbeit schließt mit einem internationalen Vergleich und der Empfehlung, die Förderung der Müttererwerbstätigkeit stärker in den Fokus zu rücken.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Gleichstellungspolitik, Erwerbsbeteiligung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Armutsprävention, Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, Alleinerziehende, Niedriglohnbereich, Geschlechtergerechtigkeit, Familienförderung, Chancengleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Auswirkungen der deutschen Gleichstellungspolitik auf die Situation von Kindern, die in Armut leben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Erwerbsbeteiligung von Frauen sowie den strukturellen Ursachen von Kinderarmut.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politische Rahmenbedingungen – wie etwa Kinderbetreuungsinfrastruktur oder Steuersysteme – die Armutsgefährdung von Kindern beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung statistischer Daten aus Armutsberichten und OECD-Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Analyse der Ursachen und Folgen von Kinderarmut sowie die kritische Betrachtung der politischen Maßnahmen zur Erwerbsförderung von Müttern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kinderarmut, Gleichstellungspolitik, Erwerbsbeteiligung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie soziale Gerechtigkeit.
Warum wird der Begriff "Kinderarmut" in dieser Arbeit spezifisch definiert?
Der Autor grenzt den Begriff auf die "relative Armut" ein, da diese in einem modernen Industriestaat wie Deutschland aussagekräftiger für soziale Teilhabechancen ist als der absolute Existenzbegriff.
Welche Rolle spielt das Ehegattensplitting für die Argumentation des Autors?
Das Ehegattensplitting wird als steuerliches Hindernis identifiziert, das die Erwerbstätigkeit von Frauen in Paarhaushalten hemmt und somit indirekt das finanzielle Familieneinkommen begrenzt.
Wie bewertet der Autor die deutsche Situation im Vergleich zu anderen europäischen Ländern?
Deutschland wird im Hinblick auf die Kinderbetreuungsinfrastruktur und die Unterstützung von Alleinerziehenden kritisch betrachtet, insbesondere im Vergleich mit Ländern wie Schweden oder Frankreich.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Eugen Daser (Autor:in), 2011, Auswirkungen der deutschen Gleichstellungspolitik auf die Kinderarmut in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206980