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Das Nibelungenlied als Volksbuch

Friedrich Heinrich von der Hagen und der moderne Mythos des ‚Nibelungenliedes‘

Title: Das Nibelungenlied als Volksbuch

Thesis (M.A.) , 2011 , 106 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Cristina Nissen (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Die Frage ist: was geschieht mit dem Epos "Nibelungenlied", wenn man sich mit ihm beschäftigt, ohne seine Rezeptionsgeschichte zu berücksichtigen? Ist es überhaupt möglich, ein solches Verfahren der Textanalyse anzubringen, und zu irgendwelchen befriedigenden Ergebnissen zu kommen?

In dieser Arbeit wird die These getestet, dass es keine Rezeption des
Nibelungenliedes gibt, die nicht direkt oder indirekt beeinflusst ist durch seine eigene, semantisch aufgeladene Rezeptionsgeschichte. Diese ist maßgeblich gekennzeichnet durch die völkisch-nationale Deutung Friedrich Heinrich von der Hagens; diejenige, die im Bewusstsein der Allgemeinheit überlebt hat und auch bis heute noch Echos in der wissenschaftlichen Bearbeitung findet, gewollt oder nicht.

Zu diesem Zweck wird auch darauf eingegangen, wie Zeitgenossen Hagens Arbeit bewertet haben, und welchen direkten und indirekten Einfluss er durch sein Werk auf die Nibelungenforschung, sowie auf die Popularität des Stoffes hatte. Speziell werden auch die Deutungstradition und die Schwierigkeiten einer Deutung dargelegt, denn dies ist wichtig um zu beweisen, dass auch die anti-nationale Rezeption stark von der frühen, ‚völkischen‘ geprägt ist. Zudem werden zwei verschiedene Rezeptionstraditionen unterschieden:
Nibelungen-Stoff und breite Masse (alles, was nicht akademisch ist) versus Nibelungenlied und akademische Rezeption.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Inhalt und methodische Ansätze

1.2. Gedanken über die verwendeten Quellen

2. Die Nibelungen: Von „Sage“ über „Epos“ zum „Volksbuch“

2.1 Das Umfeld der Entstehung des Heldenepos Nibelungenlied

2.2. Das Nibelungenlied: Heldensage, Stoffkreis, Mythos: Begriffsdefinitionen und –abgrenzungen

2.3 Der germanisch-heroische Stoff und seine Rezeption

2.3.1 Das germanische Weltbild reflektiert im Nibelungenlied

2.3.2 Die Begriffe „deutsch“ und „germanisch“ in der Romantik: Die Suche nach einem positiven deutschen Gründungsmythos und das Nibelungenlied

2.4. Schwierigkeiten der Deutung des Nibelungenliedes

2.5 Die Suche nach nationaler Identität und einer deutschen „Volkspoesie“

2.5.1 Der Mythos vom Volksbuch und das Nibelungenlied

3. Die Möglichkeiten einer kontextfreien Rezeption

3.1. Sinnzuweisungsstrategien im Prozess des Verstehens: Theorien der Bedeutungszuweisungen bei literarischen Texten

3.2. Der Text, seine „Wahrheit“ und der Rezipient

3.3. „Bedeutungen“ eines Textes als Produkt der Ziele des Rezipienten

3.3.1. Die Psyche des Lesers als Regulierungsinstanz

3.3.2. Soziokulturelle Normierung als Regulierungsinstanz

4. Das Nibelungenlied- Der Werdegang des Mythos „Nationalepos“

4.1. Theorien zur Entstehung des Nibelungenliedes aus seinem „Sagenkreis“

4.1.1. Andreas Heuslers „Ältere Nibelungenôt“: Die Suche nach einem Archetypus

4.1.2. Johann Gottfried Herder, Karl Lachmann, die Brüder Grimm und die ‚Volkslied‘-Theorie

4.2. Die „Wiederentdeckung“ des Epos: Ein künstlicher Ursprungsmythos

4.3. Die Nibelungen als „deutsches Nationalepos“: Die Verselbständigung der nationalen Deutungstradition vom Achtzehnten zum Zwanzigsten Jahrhundert

4.3.1. Die Zeit von 1755 bis 1871: „Heldische“ Lektüre als Legitimation von Vaterlandsgefühlen

4.3.2. Die Weimarer Republik: Veränderte politische Voraussetzungen für die Nibelungen-Rezeption

4.3.3. Kulminierung eines Rezeptionsmythos: Das überspitzte Nibelungen-Pathos im Nationalsozialismus

4.3.4. Post-1945: Distanzierungen von der Rezeptionsgeschichte des Nibelungenliedes

4.4. Friedrich Heinrich von der Hagen und das Nibelungenlied

4.4.1. Von der Hagen und die Anfänge der Germanistik

4.4.2. Die „Erneuerung“ von der Hagens: Methoden, Absichten und Ziele seiner Nibelungen-Überarbeitungen

4.4.3. Das „Nationalepos“ als „Buch für das Volk“: Das Nibelungenlied als Katalysator vaterländischer Gefühle

4.4.4. Von der Hagens Kritik an Bodmer

4.4.5. Von der Hagens „Erneuerung“ und die Kritiker

5. Der „Nibelungen-Stoff“ und die nicht-wissenschaftliche Rezeption versus Nibelungenlied und akademische Rezeption

5.1 Populäre Kultur und die Nibelungen: Beispiele der Rezeption in Musik, Literatur und Film

5.1.1. Friedrich Hebbels „Nibelungen-Trilogie“

5.1.2. Richard Wagner und der Ring des Nibelungen

5.1.3. Fritz Langs Nibelungen

5.1.4. „Die Nibelungen für unsere Zeit erzählt“: Das Nibelungenlied in der Unterhaltungsliteratur nach 1945

5.1.5. „Nibelungentreue“- das Schlagwort in der populären Kultur des einundzwanzigsten Jahrhunderts

5.2. Spuren des Interpretationsmodells von der Hagens in der wissenschaftlichen Rezeption des Nibelungenliedes nach 1945

6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die komplexe Rezeptionsgeschichte des Nibelungenliedes und analysiert, wie das Werk im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen ideologischen und politischen Strömungen als „Nationalepos“ instrumentalisiert wurde. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, ob und wie eine von dieser historischen Wirkungsgeschichte losgelöste, „kontextfreie“ Lektüre und Interpretation des Textes überhaupt möglich ist.

  • Historische Entwicklung des Nibelungen-Mythos und dessen „Wiederentdeckung“ im 18. Jahrhundert.
  • Die Rolle von Friedrich Heinrich von der Hagen bei der Etablierung des Nibelungenliedes als nationales Identitätssymbol.
  • Analyse der Rezeption des Nibelungen-Stoffs in der populären Kultur (Wagner, Hebbel, Fritz Lang).
  • Untersuchung der nationalsozialistischen Instrumentalisierung des Epos und deren Auswirkungen auf die Nachkriegsforschung.
  • Methodische Reflexion über Literaturrezeption, Sinnzuweisung und die Psyche des Lesers.

Auszug aus dem Buch

2.4. Schwierigkeiten der Deutung des Nibelungenliedes

Die Schwierigkeiten, das Nibelungenlied auch nur auf irgendeine Weise zu deuten, hat ihren Kern in der bereits erläuterten verschiedenartigen Stofftradition. Die alten mæren, von denen der Verfasser spricht, liegen uns schriftlich nicht vor, und von der sogenannten germanisch-heroischen Dichtung hat man nur eine gewisse, allgemeine Vorstellung. Der mittelhochdeutsche Text entzieht sich hartnäckig „jeglichem Sinnfindungsanspruch“ und auch die „Wandelbarkeit der Figuren“ wirft mehr Fragen auf, als sie beantworten kann. Daher geht die neuere Forschung auch davon aus, das Lied sei im Prinzip nicht deutbar.

Schon die Reaktion der Zeitgenossen lässt Schlüsse zu, wie schwierig es ist, dem Epos einen Sinn abzugewinnen, was sich verstehen lässt durch die Existenz der Klage und der C-Bearbeitung. Die Klage ist so etwas wie die Fortsetzung des Nibelungenliedes, die unbeantwortete Fragen des Epos aufgreift und beantwortet, z.B. wie die Toten begraben und wie die Kunde der Katastrophe in die Welt getragen wurde. Kriemhild wird ihrer Schuld behoben und Hagen zum großen Bösewicht gemacht. Obwohl es nicht ganz klar ist, wie genau und durch wen die Klage entstanden ist, so liefert sie einen wichtigen Einblick in das Rezeptionsverhalten der mittelalterlichen Leser des Nibelungenliedes; und illustriert die Tatsache, dass das Epos als alleinstehendes Werk praktisch unmöglich zu deuten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die methodischen Ansätze und legt dar, wie das Nibelungenlied durch historische Überlagerungen und ideologische Rezeption schwer zugänglich geworden ist.

2. Die Nibelungen: Von „Sage“ über „Epos“ zum „Volksbuch“: Hier wird der Entstehungskontext des Heldenepos beleuchtet, wobei zentrale Begriffe wie Mythos und Sage definiert und die schwierige Deutung des Epos aufgrund seiner Stofftradition erörtert werden.

3. Die Möglichkeiten einer kontextfreien Rezeption: Dieser theoretische Teil diskutiert anhand von Rezeptionstheorien, inwieweit ein literarischer Text überhaupt unabhängig von der Psyche des Lesers und soziokulturellen Normen interpretiert werden kann.

4. Das Nibelungenlied- Der Werdegang des Mythos „Nationalepos“: Ein zentrales Kapitel, das die Instrumentalisierung des Werkes als nationales Identitätsmerkmal vom 18. Jahrhundert bis in die Zeit des Nationalsozialismus nachzeichnet, unter besonderer Berücksichtigung von Friedrich Heinrich von der Hagen.

5. Der „Nibelungen-Stoff“ und die nicht-wissenschaftliche Rezeption versus Nibelungenlied und akademische Rezeption: Diese Analyse untersucht populärkulturelle Adaptionen (Wagner, Hebbel, Lang) und deren Abgrenzung sowie Wechselwirkung zur wissenschaftlichen Forschung nach 1945.

6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass eine Trennung des Nibelungenliedes von seiner durch Jahrhunderte geprägten Rezeptionsgeschichte kaum möglich ist und diese Identifikation tief im kollektiven Bewusstsein verankert bleibt.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Rezeptionsgeschichte, Nationalepos, Friedrich Heinrich von der Hagen, deutsche Philologie, Nationalsozialismus, Mythos, Stofftradition, Volkspoesie, Literaturtheorie, Identitätsstiftung, germanische Heldensage, Rezeptionstheorie, Kulturgeschichte, Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der wechselhaften Rezeptionsgeschichte des Nibelungenliedes und untersucht, wie das Epos über Jahrhunderte hinweg als politisches und ideologisches Instrument, insbesondere als „Nationalepos“, instrumentalisiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Textrezeption, die historische „Wiederentdeckung“ des Stoffes, die Rolle von Friedrich Heinrich von der Hagen, die Instrumentalisierung durch das NS-Regime sowie moderne populärkulturelle Verarbeitungen ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, ob eine textimmanente Deutung des Nibelungenliedes möglich ist, die von seiner massiven ideologischen Wirkungsgeschichte völlig losgelöst betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit verbindet literaturwissenschaftliche Textanalyse mit rezeptionsgeschichtlichen Ansätzen und bezieht Theorien zur Sinnzuweisung und zur soziokulturellen Normierung in den Rezeptionsprozess mit ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Konstruktion des „Nationalepos“-Mythos, der Analyse von Friedrich Heinrich von der Hagens Editionen und deren Einfluss, sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der populären vs. akademischen Nibelungen-Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Nibelungenlied, Rezeptionsgeschichte, Nationalepos, Ideologie, Instrumentalisierung und deutsche Identität geprägt.

Warum gilt das Nibelungenlied als „schwer deutbar“?

Laut der Autorin liegt dies an der uneinheitlichen Stofftradition und den inhaltlichen Brüchen des Textes, die einer einheitlichen, „textimmanenten“ Interpretation widersprechen.

Welche Rolle spielte Friedrich Heinrich von der Hagen bei der Nibelungen-Rezeption?

Von der Hagen gilt als maßgebliche Figur, die durch seine „Erneuerungen“ und Überarbeitungen das Nibelungenlied populär machte und es gezielt als nationales Identitätssymbol zur Stärkung vaterländischer Gefühle aufwertete.

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Details

Title
Das Nibelungenlied als Volksbuch
Subtitle
Friedrich Heinrich von der Hagen und der moderne Mythos des ‚Nibelungenliedes‘
College
University of Göttingen  (Philosophische Fakultät)
Grade
2,0
Author
Cristina Nissen (Author)
Publication Year
2011
Pages
106
Catalog Number
V205978
ISBN (eBook)
9783656334590
ISBN (Book)
9783656335023
Language
German
Tags
Nibelungen Nibelungenlied Germanistik Mediävistik Rezeption
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cristina Nissen (Author), 2011, Das Nibelungenlied als Volksbuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/205978
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