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Erich Kästner – ein „verbrannter Autor“ als Augenzeuge im „Dritten Reich“

Title: Erich Kästner – ein „verbrannter Autor“ als Augenzeuge im „Dritten Reich“

Term Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Wiebke Hugen (Author)

Communications - Media History

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Summary Excerpt Details

"Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug.
Und keiner weiß, wie weit."

Dies schreibt der Dichter, Schriftsteller und stete Systemkritiker Erich Kästner im Jahr 1932, ein Jahr vor der Machtergreifung Hitlers. Obwohl er selbst in seinen Werken immer wieder vor den Nationalsozialisten und dem, was sich da über Deutschland zusammenbraute, warnte, unterschätzt er das Regime bis in die Kriegsjahre hinein. Durch seine Entscheidung gegen die Emigration aus seiner Heimat wird er zwölf Jahre lang gezwungen sein, in diesem Zug als „stummer Passagier“ mitzufahren, um sein Leben nicht zu gefährden. Dies stößt bei anderen deutschen Exilanten auf Unverständnis und löst Misstrauen aus – wie kann ein Autor im Land, das sie verließen, ein Dutzend Jahre vergleichsweise unversehrt existieren, ohne sich dem Feind anzuschließen? Kästner wird sich dieser Frage noch lange nach dem Krieg stellen müssen und immer nach einer Erklärung suchen, wie es überhaupt zu einer Diktatur kommen konnte.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich vor allem Kästners Motive für seine Entscheidung gegen die Emigration herausheben und mich mit dem Konflikt auseinandersetzen, der sich dadurch für ihn während und nach der Nazizeit ergab.
Zudem soll verdeutlicht werden, wie ein (Über-)Leben als nicht nationalsozialistischer Intellektueller zwischen 1933 und 1945 in Deutschland möglich war, die Maßregelungen des Systems umgangen werden konnten und welche Kompromisse es mit sich und dem eigenen Idealismus zu schließen galt.
Bevor ich mich Kästners Werdegang ab dem Zeitpunkt der Machtübernahme Hitlers widme, möchte ich zum Einstieg einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Dichters und Schriftstellers bis zu diesem Zeitpunkt liefern, da seine Herkunft und Erfahrungen nicht unerheblich für spätere Entscheidungen sein werden.
Anschließend hebe ich einige besonders bedeutende Stationen im Leben Kästners ab 1933 hervor, so die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und seine Mitarbeit am Film Münchhausen, der ihm trotz dessen Erfolgs viel Verdruss und Rechtfertigungsbedarf gegenüber den deutschen Emigranten bescherte.
Insgesamt möchte ich den Werdegang dieses außergewöhnlichen Autors nachvollziehbar machen und zeigen, dass er – wenn er auch kein „Held“ war – doch viel Mut und Nervenstärke beweisen musste, um im Regime zu überleben und der Welt bis zu seinem Tod großartige Werke zu liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Wirken bis 1933

3. Machtwechsel und Bücherverbrennung

4. Leben im Regime

4.1 Mitarbeit am Münchhausen 1942 und die Folgejahre

5. Leben nach Kriegsende

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Motive des Schriftstellers Erich Kästner, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland zu bleiben, statt ins Exil zu gehen, und analysiert den daraus resultierenden persönlichen sowie beruflichen Konflikt im nationalsozialistischen System.

  • Entscheidung gegen die Emigration und Leben in der inneren Emigration
  • Umgang mit Zensur, Berufsverbot und der Rolle als „verbotener Autor“
  • Mitarbeit am Film „Münchhausen“ als ambivalenter Überlebensversuch
  • Verhältnis zu anderen Emigranten und der moralische Diskurs nach 1945

Auszug aus dem Buch

3. Machtwechsel und Bücherverbrennung

In den entscheidenden Wochen der Machtübernahme durch die Nazis hält sich Kästner in der Schweiz auf. Der Reichstagsbrand am 27.2.1933 ist für viele Flüchtlinge das Startzeichen zur Emigration, zu dieser Zeit befindet sich der Autor in Zürich. Täglich treffen neue Züge mit Freunden und Bekannten ein, die die Stadt als ersten Zufluchtsort wählen. Kästner jedoch entschließt sich, nach Berlin zurückzufahren und lässt sich trotz aller Bemühungen der Emigrierten, ihn von diesem Vorhaben abzubringen, nicht aufhalten. Stattdessen versucht er sogar, sie ebenfalls zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen: „Daß ich trotzdem nach Berlin zurückkehren wollte, führte (…) zu lebhaften Auseinandersetzungen (…) Ich bemühte mich, (…) weitere Gesinnungsgenossen von der Flucht ins Ausland abzuhalten. Ich beschwor sie zu bleiben. Es sei unsere Pflicht und Schuldigkeit, sagte ich, auf unsere Weise dem Regime die Stirn zu bieten.“ Im Nachhinein ist er sich darüber im Klaren, dass es wahrscheinlich alle das Leben gekostet hätte, hätten sie auf ihn gehört.

So ergibt sich die groteske Situation, dass Kästner gerade in der Zeit nach Berlin zurückfährt, als ihm die Flüchtlinge von dort entgegenkommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ausgangslage Erich Kästners vor 1933 und formuliert das Ziel der Arbeit, seine Motive gegen die Emigration und das Leben unter dem Nazi-Regime zu untersuchen.

2. Leben und Wirken bis 1933: Dieses Kapitel zeichnet Kästners Werdegang von seiner Dresdner Kindheit bis zu seinem literarischen Durchbruch und seiner Position als kritischer Intellektueller in der Weimarer Republik nach.

3. Machtwechsel und Bücherverbrennung: Der Abschnitt beschreibt Kästners bewusste Entscheidung zur Rückkehr nach Deutschland trotz der Machtergreifung und seine Konfrontation mit der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933.

4. Leben im Regime: Hier wird Kästners Alltag unter dem Schreibverbot, seine Versuche des Überlebens durch Unterhaltungsliteratur sowie die ständige Beobachtung durch das System thematisiert.

4.1 Mitarbeit am Münchhausen 1942 und die Folgejahre: Dieses Unterkapitel analysiert Kästners zwiespältige Beteiligung am NS-Prestigefilm und die Konsequenzen, die er durch das Regime dafür erfahren musste.

5. Leben nach Kriegsende: Das Kapitel behandelt Kästners Schwierigkeiten bei der Rückkehr in ein normales Leben und seine Auseinandersetzung mit den heimkehrenden Emigranten nach 1945.

6. Schluss: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über Kästners menschliches Handeln im historischen Kontext und seinem Versuch, als Augenzeuge im System zu überleben.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Nationalsozialismus, Exil, Innere Emigration, Bücherverbrennung, Münchhausen, Schreibverbot, NS-Regime, deutsche Literatur, Zweiter Weltkrieg, Diktatur, moralische Verantwortung, Widerstand, Zeitgeschichte, Intellektuelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Erich Kästners Entscheidung, trotz seiner systemkritischen Haltung nicht in das Exil zu gehen, und untersucht sein Überleben sowie sein literarisches Schaffen während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die innere Emigration, das Leben unter Zensur und Berufsverbot, der moralische Konflikt zwischen Anpassung und Widerstand sowie die spätere Rechtfertigung dieser Rolle nach Kriegsende.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Motive für Kästners Verbleib in Deutschland nach 1933 nachvollziehbar zu machen und die Bedingungen aufzuzeigen, unter denen ein nicht-nationalsozialistischer Intellektueller im „Dritten Reich“ agieren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer biographischen und literaturwissenschaftlichen Analyse, gestützt durch die Auswertung von Fachliteratur, Biographien und Kästners eigenen Werken sowie Briefen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Kästners Leben vor 1933, sein Erleben der Bücherverbrennung, sein Dasein als verbotener Autor unter Pseudonymen sowie seine umstrittene Mitarbeit am Ufa-Film „Münchhausen“ detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Innere Emigration, Nationalsozialismus, Erich Kästner, Zeitgeschichte, Schreibverbot und moralische Verantwortung.

Warum war die Mitarbeit am Film „Münchhausen“ für Kästner so problematisch?

Sie brachte ihn in einen massiven Konflikt mit Exilanten und den Machthabern: Einerseits nutzte er seine Arbeit für das Überleben im System, andererseits warf man ihm vor, durch ein exzellentes Drehbuch zur kulturellen Aufwertung der Nazis beigetragen zu haben.

Wie reagierte Kästner nach 1945 auf die Vorwürfe von Exilanten?

Kästner reagierte oft trotzig und verteidigte sich damit, als „verbotener Autor“ ebenfalls ein Opfer der Nazis gewesen zu sein, wobei er sein eigenes Überleben als notwendig betrachtete, um als Augenzeuge später Zeugnis ablegen zu können.

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Details

Title
Erich Kästner – ein „verbrannter Autor“ als Augenzeuge im „Dritten Reich“
College
Free University of Berlin  (Politik- und Sozialwissenschaft)
Course
Einführung in die Exilpublizistik
Grade
1,0
Author
Wiebke Hugen (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V205724
ISBN (eBook)
9783656323594
ISBN (Book)
9783656326021
Language
German
Tags
Exil Innere Emigration Kästner Zweiter Weltkrieg Bücherverbrennung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wiebke Hugen (Author), 2009, Erich Kästner – ein „verbrannter Autor“ als Augenzeuge im „Dritten Reich“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/205724
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