Diese Arbeit soll sich mit dem schwunghaften Leben des Marius als
Paradebeispiel der genannten Charakteristika vieler römischer Politiker
beschäftigen. Hierzu wird in dieser Arbeit der Aufstieg, sein Wirken als
Volkstribun und das stürmische Auf und Ab in seinem Leben näher untersucht.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Vita des Marius
1. Herkunft und Prägung des Marius
2. Dienst im Heer
3. Volkstribunat
III. Sieben Mal Konsul
1. Der Iugurthinische Krieg
2. Die Kimbern und Teutonen
3. Der Abstieg des Marius
4. Die Rückkehr und Tod
IV. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben des Gaius Marius als Paradebeispiel für die skrupellose und machtorientierte Politik im antiken Rom. Ziel ist es, seinen Aufstieg, seine Tätigkeit als Volkstribun sowie das stürmische Auf und Ab seiner Karriere zu analysieren, um das Spannungsfeld zwischen persönlicher Gier und politischem Wirken zu verdeutlichen.
- Analyse der sozialen Herkunft und deren Einfluss auf die politische Karriere des Marius.
- Untersuchung seiner militärischen Laufbahn und der Bedeutung der Heeresreform.
- Betrachtung der politischen Intrigen und Machtkämpfe, insbesondere im Kontext des Volkstribunats.
- Erörterung der widersprüchlichen Charakterzüge und der Nutzung populistischen Potentials.
- Bewertung der Rolle des Marius in der Endphase der römischen Republik.
Auszug aus dem Buch
3. Volkstribunat
Bis zu seiner Zeit als Volkstribun wird wenig über ihn berichtet. Die wichtigsten Informationen über seinen Werdegang bis zum Tribunat stellen epigraphische Überlieferungen dar. Im Jahr 119 v. Chr. war seine Wahl zum Volkstribunen erfolgreich, nicht zuletzt, weil sich Metellus für ihn einsetzte. Obwohl er durch die Hilfe der Meteller als Homo novus zum Volkstribunen gewählt wurde, wandte er sich in einer seiner ersten Amtshandlungen bereits gegen seine Helfer. Denn er brachte ein Gesetz durch, die Lex Maria de suffragiis, welches mit Entschiedenheit von Metellus abgelehnt wurde. Dieses Gesetz ordnete Abstimmungsvorgänge und sollte fortan mögliche Manipulationen oder Einblicke in die Stimmtafeln verhindern.
Cicero sieht in diesem Gesetz die Gewährleistung einer ordentlichen Abstimmung, denn es dient dazu „[...] die Abstimmung auf jede nur erdenkliche Weise [zu] schützen und sicher [zu] stellen, daß niemand auf das Stimmtäfelchen sieht, Fragen stellt oder Druck ausübt.“ Die Umsetzung des Gesetzes beschreibt er wie folgt: „Die Lex Maria führte sogar dazu, daß die Stege (zu den Wahlkörben) ganz eng wurden.“ Und führt weiter aus, dass selbst bei erfolgreicher Durchsetzung das Volk nicht darauf verzichten soll, seine Meinung frei und offen zu sagen, weil „[...] darin die Freiheit zum Ausdruck kommt, daß dass Volk die Möglichkeit erhält, den Rechtschaffenden auf ehrenvolle Weise einen Gefallen zu tun.“
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik rücksichtsloser Machtpolitik römischer Akteure ein und stellt Gaius Marius als exemplarisches Beispiel für einen politisch aufstrebenden, aber ambivalent agierenden homo novus vor.
II. Die Vita des Marius: Dieses Kapitel beleuchtet die ländliche Herkunft des Marius, seine frühen militärischen Erfahrungen sowie seinen politisch widersprüchlichen Aufstieg beginnend mit seinem Volkstribunat.
III. Sieben Mal Konsul: Dieser Hauptteil analysiert die militärischen Erfolge gegen Jugurtha und die germanischen Stämme sowie den politischen Abstieg und die gewaltsame Rückkehr des Marius nach Rom.
IV. Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung resümiert die skrupellosen Machenschaften des Marius und setzt seine Person in den Kontext der allgemeinen politischen Sittenlosigkeit der Zeit.
Schlüsselwörter
Gaius Marius, Römische Republik, Volkstribunat, Konsulat, Heeresreform, Homo novus, Lex Maria de suffragiis, Popularen, Optimaten, Metellus, Sulla, Jugurthinischer Krieg, Bürgerkrieg, Klientelwesen, Machtpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Biografie und dem politischen Wirken des römischen Feldherrn und Politikers Gaius Marius im späten 2. und frühen 1. Jahrhundert v. Chr.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind der politische Aufstieg eines Homo novus, der Einfluss militärischer Erfolge auf die politische Macht, die Rolle von Populismus und die eskalierenden Machtkämpfe in der ausgehenden römischen Republik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Marius durch List, rücksichtslose Agitation und militärische Erfolge trotz seiner sozialen Herkunft die höchsten Ämter erlangte und dabei die politischen Regeln seiner Zeit maßgeblich prägte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung antiker Quellen sowie der Fachliteratur basiert, um das Handeln der historischen Person zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den Stationen der Karriere des Marius, von seinem Dienst im Heer über sein Volkstribunat und die Konsulate bis hin zu seinen Konflikten mit Sulla und seinem Tod.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtpolitik, Klientel, Popularen, Heeresreform und den Cursus Honorum charakterisiert.
Warum war die Lex Maria de suffragiis so umstritten?
Das Gesetz sollte Abstimmungen schützen, wurde jedoch von den Optimaten als Bedrohung ihres Einflusses wahrgenommen, was zu harten politischen Auseinandersetzungen im Senat führte.
Welche Rolle spielte Sulla im Leben des Marius?
Sulla entwickelte sich vom Gefährten im Jugurthinischen Krieg zum schärfsten politischen und militärischen Konkurrenten des Marius, was schließlich in blutigen Bürgerkriegen gipfelte.
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- Sebastian Röder (Author), 2009, Das Leben des Gaius Marius mit seinen Höhen und Tiefen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/205296