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Antisemitismus im Spielfilm des Nationalsozialismus

Title: Antisemitismus im Spielfilm des Nationalsozialismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andrea Oberheiden (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

„Die Wurzel des Judenhasses liegt nicht bei den Juden, sondern in der psychologischen Ausstattung ihrer Feinde.“ Von dieser Theorie ausgehend wird sich diese Arbeit dem Antisemitismus im Spielfilm (d.h. Unterhaltungsfilm) des Nationalsozialismus nähern. Der rassistische Antisemitismus mit dem Ziel der vollständigen Ausrottung der europäischen Juden war grundlegender Bestandteil des politischen Programms der Nationalsozialisten:

„Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in- und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann würde das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa."

In diesem Hitler-Zitat, ein Auszug aus seiner Reichstagsrede vom 30. Januar 1939, finden sich bereits die zentralen antisemitischen Stereotypen, mit denen sich auch diese Arbeit beschäftigen wird: die angebliche Allianz von Judentum und Kapital („Finanzjudentum“), der Glaube an eine internationale jüdische Weltverschwörung („internationales Finanzjudentum“, „Sieg des Judentums“), der Vorwurf des heimat- und vaterlandslosen Juden (die Juden als oppositionelle Gruppe zu „[den] Völker[n]“, der Bezug auf ein internationales, angeblich homogenes Judentum), die Degradierung des Juden zum Sündenbock der Geschichte („noch einmal in einen Weltkrieg […] stürzen“) und die angebliche Nähe des Finanzjudentums(!) zum Kommunismus („Bolschewisierung der Erde“). Bereits hier wird deutlich, dass für den Antisemiten alles erdenklich Schlechte auf den Juden zurückzuführen ist. „If the Jew did not exist, the anti-Semite would invent him“ , schreibt Jean-Paul Satre 1944 in Anti-Semite and Jew (Originaltitel: Réflexions sur la question juive).

Die jüdischen Zerrbilder, wie sie der nationalsozialistische Spielfilm propagierte, werden in Auseinandersetzung mit Satres Überlegungen zum Antisemitismus und damit vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Selbstbildes aufgezeigt, analysiert und ausgewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Antisemitismus in Europa bis 1945

III. Antisemitismus im Spielfilm des Nationalsozialismus

1. Der Jude und das Geld

1.1 Jud Süß (1940)

1.2 …reitet für Deutschland (1941)

1.3 Venus vor Gericht (1941)

2. Der Jude und das Vaterland

2.1 Bismarck (1940)

2.2 Jud Süß (1940)

2.3 …reitet für Deutschland (1941)

3. Der Jude und die Erotik

3.1 Jud Süß (1940)

3.2 …reitet für Deutschland (1941)

4. Der Jude als Chamäleon

4.1 Robert Koch (1939)

4.2 Jud Süß (1940)

4.3 …reitet für Deutschland (1941)

4.4 Heimkehr (1941)

IV. Das nationalsozialistische Selbstbild

V. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion von antisemitischen Stereotypen im Spielfilm des Nationalsozialismus. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Filme durch die Konstruktion eines negativen Feindbildes dazu dienten, das nationalsozialistische Selbstbild zu festigen und antijüdische Ideologien propagandistisch zu stützen.

  • Historische Herleitung des Antisemitismus in Europa
  • Analyse antisemitischer Stereotype im NS-Unterhaltungsfilm
  • Gegenüberstellung von Filmnarration und historischer Realität
  • Untersuchung der psychologischen Konstruktion des Feindbildes
  • Darstellung des NS-Selbstbildes im Spiegel der Propaganda

Auszug aus dem Buch

3. Der Jude und die Erotik

Neben den antisemitischen Klischees von Finanzjudentum und jüdischer Weltverschwörung sind in Jud Süß die sexuellen Gelüste des Juden dominierend. Bereits sehr früh im Film sieht man einen jüdischen Greis mit einer halb angezogenen weitaus jüngeren jüdischen Frau („Rebecca“) im Fenster stehen (00:07:42). Am Hof des Herzogs organisiert Oppenheimer diverse Orgien: „Der Jude arrangiert den normalen Fleischmarkt. Diesmal im Schloss. Und unsere Töchter sind gut genug, die Ware dafür abzugeben“ (00:27:41), sagt der um die Reinheit seiner Töchter besorgte Vater Fiebelkorn. Nachdem sich Dorothea zunächst von Oppenheimers Charme hat blenden lassen, durchschaut auch sie seine niederen Absichten. Trotz aller Ablehnung ihm gegenüber, scheut sich Oppenheimer nicht, ihren Vater um ihre Hand zu bitten (00:47:45). Gleichzeitig schreckt er auch nicht vor einem sexuellen Verhältnis mit der Frau des Herzogs zurück (01:02:53). Unter der Berufung auf das Alte Testament („Auge um Auge, Zahn um Zahn“) vergewaltigt er letztlich die christliche Jungfrau Dorothea (01:20:56), während ihr Mann am Hof gefoltert wird. Der Blutschande wegen bleibt ihr nur noch der Suizid (01:22:45). Oppenheimer selbst wird als Verbrecher und Rasseschänder gehängt (01:34:25). Eine derartige Vergewaltigung hat in der Realität nie stattgefunden. Der Film lässt als „historische Tatsache“ aus, dass die historische Prozessführung nicht legitim war, das Todesurteil bereits vor Prozessbeginn festgestanden hatte und es im Prozess selbst nur noch darum ging, hanebüchene Argumentationsketten zu konstruieren, um das schon gefällte Urteil zu „begründen“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des rassistischen Antisemitismus ein und skizziert die methodische Auseinandersetzung mit dem NS-Spielfilm unter Einbeziehung philosophischer Perspektiven wie der von Jean-Paul Sartre.

II. Antisemitismus in Europa bis 1945: Es wird die historische Entwicklung des Judenhasses von der Antike bis ins 20. Jahrhundert beleuchtet, wobei der Übergang vom religiös motivierten Antijudaismus zum rassistischen Antisemitismus aufgezeigt wird.

III. Antisemitismus im Spielfilm des Nationalsozialismus: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Filme (wie Jud Süß oder Robert Koch) hinsichtlich der Darstellung von Geldgier, Vaterlandsverrat, Erotik und der wandelbaren Rolle des Juden.

IV. Das nationalsozialistische Selbstbild: Dieses Kapitel untersucht, wie durch die Abwertung des „Anderen“ ein positives, moralisches Selbstbild des Deutschen im NS-Film konstruiert und zur Rechtfertigung eigener Taten genutzt wurde.

V. Schlussbetrachtung: Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Stigmatisierung des Juden im Film in erster Linie der Identitätsstiftung und Kompensation für die eigene empfundene Ohnmacht des „erniedrigten“ deutschen Volkes diente.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Nationalsozialismus, Spielfilm, Propaganda, Feindbild, Judenverfolgung, Jud Süß, Rassismus, Stereotype, Ideologie, Propaganda, Unterhaltungsfilm, Geschichte, Propaganda-Analyse, Selbstbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die antisemitische Bildsprache und die inhaltliche Ausgestaltung antisemitischer Stereotype im Spielfilm des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Stilisierung des Juden als Kapitalist, als Verräter am Vaterland, als Bedrohung der Erotik und als wandelbares „Chamäleon“, sowie die Konstruktion eines NS-Selbstbildes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie nationalsozialistische Spielfilme durch die Verbreitung antisemitischer Mythen zur Festigung der NS-Ideologie und zur moralischen Selbstaufwertung des „deutschen Volkes“ beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine film- und inhaltsanalytische Herangehensweise gewählt, die die filmischen Darstellungen mit historischen Fakten sowie philosophischen Überlegungen, insbesondere denen von Jean-Paul Sartre, vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret, wie in Filmen wie Jud Süß, …reitet für Deutschland, Venus vor Gericht, Robert Koch und Heimkehr jüdische Charaktere als Projektionsfläche für das absolut Böse konstruiert wurden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Antisemitismus, Propaganda, NS-Spielfilm, Stereotype, Feindbild-Konstruktion und das nationalsozialistische Selbstbild.

Warum spielt der Film Jud Süß eine so zentrale Rolle in der Arbeit?

Jud Süß wird als eines der prominentesten Beispiele für die propagandistische Instrumentalisierung historischer Mythen analysiert, um eine direkte Verbindung zwischen der Darstellung des Juden als Gefahr und dem NS-Programmbild zu ziehen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des "guten Deutschen" im NS-Film?

Die Autorin verdeutlicht, dass das positive Bild des Deutschen im NS-Film stets als Kompensationsmechanismus dient, bei dem moralische Integrität des „guten Deutschen“ konträr zum „bösen Feind“ gestellt wird, unabhängig von der historischen Realität der begangenen Verbrechen.

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Details

Title
Antisemitismus im Spielfilm des Nationalsozialismus
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Neuere deutsche Literatur und Medien)
Course
Hauptseminar: Der deutsche Spielfilm im Nationalsozialismus
Grade
2,0
Author
Andrea Oberheiden (Author)
Publication Year
2012
Pages
28
Catalog Number
V204282
ISBN (eBook)
9783656314943
ISBN (Book)
9783656315643
Language
German
Tags
Nationalsozialismus Nazifilm Antisemitismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Oberheiden (Author), 2012, Antisemitismus im Spielfilm des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204282
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