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Fußball als Religion?

Eine Überprüfung der Argumentation

Title: Fußball als Religion?

Seminar Paper , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bernd Schlüter (Author)

Sport - Sport Sociology

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Summary Excerpt Details

„Der FCB ist meine Religion“, „Schalke Unser“ und „Heiliger Rasen“: Von sakralen Begriffen geprägte Gesänge und Anfeuerungen, die nicht in den Stadien der deutschen Fußball-Bundesliga typisch sind, sondern auch in den Medien: So wurde Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß gerade erst am 26. September 2011 in der Talkshow des SWR Fernsehens von Moderator Frank Elstner als „Fußballgott“ tituliert. Der Fan ist im heutigen Sprachgebrauch ein „begeisterter Anhänger“ (Duden 2001: 204). Die Bezeichnung stammt ab vom lateinischen fanaticus, ein Sakralwort, das ursprünglich „von der Gottheit ergriffen und in rasende Begeisterung versetzt“ bedeutete (ebd.). Und die Liebe zum Verein kann sogar über das Leben auf Erden hinausgehen: In Hamburg wurde 2008 neben der Arena ein HSV-Friedhof eröffnet. An Kirche dürften Besucher kaum denken, wenn sie das Gelände betreten: Die Anlage ist einem Stadion nachempfunden, das Gras ist Originalrasen aus dem Stadion und am Eingang müssen Trauernde zunächst durch ein Fußballtor schreiten (focus online 02.11.2008).

Ist Fußball eine Religion? Oder dient dieser Sport zumindest als Religionsersatz, indem er eine religionsähnliche Funktion für die Gesellschaft hat? Etliche Sozialwissenschaftler haben sich seit den 1970er Jahren1, vor allem aber ab Ende der 1990er Jahre mit diesen Fragen beschäftigt und sollen in ihrer Argumentation durch diese Hausarbeit zum Seminar „Im Spiegel der Gegenwart – Soziologie um die Jahrhundertwende“ noch einmal überprüft werden. Grundlage des Vergleichs von Fußball und Religion ist meist das Werk „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ von Émile Durkheim aus dem Jahr 1912, das heutzutage als ein Fundament der Religionssoziologie zu bewerten ist (u.a. Knoblauch 1999: 58, Pickel 2011: 75). Der Autor hat hier der Religion eine Funktion zugeschrieben: Sie dient dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Entwicklung kollektiver Identität.

Durkheim prägt in seinen Ausführungen Begriffe wie Clan, Totem, Glaubensvorstellung und Ritus2. Seine Beschreibungen sollen in dieser Arbeit mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen über häufig ritualisierte Abläufe in Fußballstadien verglichen werden. Dazu muss zunächst Religion definiert und dann Durkheims Theorie genauer dargestellt werden, ehe im weiteren Verlauf der Arbeit Erkenntnisse diverser Sozialwissenschaftler in die Diskussion einfließen können. Abschließend wird dann ein eigenes Fazit gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Religion

3. Durkheims „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“

3.1 Trennung der Welt in heilig und profan

3.2 Überzeugungen und Praktiken im Totemismus

3.3 Unterteilung der Riten in „negativen Kult“ und „positiven Kult“

4. Ritual aus Sicht der Wissenschaft

5. Rituale im Fußball: Analogien zu Religion

5.1 Verehrung des Vereinswappens als Totem

5.2 Das Stadion als „heilige Stätte“

5.3 Spielplan und Match-Ablauf als zyklische Lebens-Ordnung

5.4 Anfeuerungen, Gesänge und Choreografien als Götter-Beschwörung

5.5 Prozess der Aufnahme in die Fan-Gruppe als Initiationsritual

5.6 Verehrung von Vereins-Ikonen als Urahnen und Zivilisationshelden

5.7 Bengalische Feuer als Opfergabe

6. Diskussion der Ritual-Analogien

7. Schlussfolgerungen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit Fußball als Religion oder Religionsersatz betrachtet werden kann, indem sie soziologische Ritualtheorien, insbesondere von Émile Durkheim, auf Phänomene in Fußballstadien anwendet und kritisch überprüft.

  • Soziologische Grundlagen der Religionsdefinition nach Durkheim
  • Analyse von Fußballstadien als heilige Räume und Vereinskult als Totemismus
  • Vergleich von Fankulturen und Ritualen mit religiösen Zeremonien
  • Kritische Diskussion der Analogiebildung und Abgrenzung zum Begriff der Religion

Auszug aus dem Buch

5.1 Verehrung des Vereinswappens als Totem

Wie die australischen und amerikanischen Clans hat auch jeder Fußball-Verein ein Emblem. Und der Umgang von Spielern und Fans mit dem Wappen erinnert stark an die von Durkheim beschriebenen Phänomene: Das Logo wird auf Kleidung und am Körper getragen, nach Torerfolgen geküsst, auf Autos und Häuser gemalt, weht vor allem an Spieltagen in heimischen Gärten am Flaggenmast und dient innerhalb und außerhalb des Stadions als Erkennungs- und Zugehörigkeitszeichen sowie verfeindeten Fangruppen als begehrte Trophäe. (u.a. Bromberger 1998: 299, Herzog 2002: 24, Bliesener/Lösel 2002: 254, Prosser 2002: 277, Kopiez 2002: 295, Gebauer 2002: 310, Röller 2006: 191ff.). Kurzum: Es kann als das Identifikations-Symbol verstanden werden, auf das sich alle Fans berufen und das sie bildhaft an eine gemeinsame Tradition erinnert, auch wenn sie die Geschichte des Vereins selbst nicht komplett miterlebt haben.

Wie bei den Ureinwohnern können sich auch innerhalb der Fanszene „Untertotems“ bilden, wenn kleine Gruppen oder Unterklans entstehen, die zu relativ autonomem Leben neigen (Durkheim 1994: 210f.). Ein gutes Beispiel dafür ist das „Jolly Rouge“ einer Fan-Gruppierung des FC St. Pauli, die sich „Sozialromantiker“ nennt: Hier haben die Anhänger dem weiß-schwarzen Totenkopf-Symbol ihres Clubs einen schwarz-roten Anstrich gegeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Fußball als moderne Religion oder Religionsersatz fungieren kann, basierend auf soziologischen Theorien.

2. Definition von Religion: Es werden funktionale und substantielle Definitionsansätze der Religionssoziologie vorgestellt, um eine wissenschaftliche Basis für den Vergleich zu schaffen.

3. Durkheims „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“: Durkheims Theorie über das Heilige, Profane und die rituellen Aspekte im Totemismus wird erläutert, welche als Vergleichsfolie für den Fußball dient.

4. Ritual aus Sicht der Wissenschaft: Der Ritualbegriff wird soziologisch definiert und auf seine Bedeutung für kollektives Handeln und symbolische Situationen hin untersucht.

5. Rituale im Fußball: Analogien zu Religion: Hier werden konkrete Praktiken im Fußball – von Stadien bis zu Fangesängen – mit den religiösen Kategorien Durkheims in Verbindung gesetzt.

6. Diskussion der Ritual-Analogien: Die Analogie zwischen Fußball und Religion wird kritisch hinterfragt, insbesondere hinsichtlich der Problematik, den Begriff "Religion" durch zu weite Auslegung zu entwerten.

7. Schlussfolgerungen: Die Arbeit reflektiert über die Ablösung des Ritualbegriffs vom Religionsbegriff und die allgemeine menschliche Tendenz zur Ritualisierung.

8. Fazit: Fußball wird abschließend eher als "Religionsersatz" im Sinne der Selbstverehrung der Gesellschaft eingeordnet, während eine Klassifizierung als echte Religion abgelehnt wird.

Schlüsselwörter

Fußball, Religion, Religionsersatz, Émile Durkheim, Ritual, Totemismus, Stadion, Fankultur, Kollektivgefühl, Identitätsbildung, Soziologie, Symbolik, Vereinswappen, Gruppendynamik, Säkularisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Fragestellung, ob Fußball aufgrund seiner rituellen Praktiken und gemeinschaftsbildenden Elemente als Religion oder zumindest als Religionsersatz bezeichnet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die Definition von Religion, die Anwendung von Durkheims soziologischer Theorie des Totemismus auf den Fußball sowie eine kritische Diskussion der Analogiebildung zwischen religiösen Riten und Fankultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die wissenschaftliche Argumentation für eine religiöse Deutung des Fußballs kritisch zu prüfen und herauszuarbeiten, ob diese Analogie haltbar ist oder den Religionsbegriff unangemessen verwässert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der soziologische Konzepte (insbesondere Durkheim) mit empirischen Beobachtungen aus dem Bereich Fußball und Fankultur abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Analogien, wie etwa das Vereinswappen als Totem, das Stadion als heilige Stätte, den Spielplan als zyklische Ordnung und Fangesänge als Götter-Beschwörung, gefolgt von einer kritischen Diskussion dieser Analogien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fußball, Religion, Religionsersatz, Ritual, Durkheim, Totemismus, Stadion, Identitätsbildung und Kollektivgefühl charakterisiert.

Wie steht die Arbeit zur Analogie des "Fußballgottes"?

Die Arbeit betrachtet die Bezeichnung "Fußballgott" oder die Verwendung sakraler Sprache eher als metaphorische Alltagssprache, die aus wissenschaftlicher Sicht nicht zwangsläufig eine religiöse Verehrung impliziert.

Warum wird das Stadion als "heilige Stätte" kritisch betrachtet?

Kritisch wird angemerkt, dass moderne Stadien durch die kommerzielle Aufteilung in verschiedene Platzkategorien (billig vs. teuer) die von Durkheim postulierte "Wesensgleichheit" der Gemeinschaft eher behindern, statt sie zu fördern.

Welche Rolle spielt die Pyrotechnik in der Argumentation?

Die Verwendung von Pyrotechnik wird als Beispiel für die Problematik der Analogie diskutiert, da sie oft eher mit Gewaltakten oder Revierkämpfen assoziiert wird als mit friedlichen religiösen Ritualen.

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Details

Title
Fußball als Religion?
Subtitle
Eine Überprüfung der Argumentation
College
University of Hamburg  (Institut für Soziologie)
Course
Im Spiegel der Gegenwart – Soziologie um die Jahrhundertwende
Grade
1,3
Author
Bernd Schlüter (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V204254
ISBN (eBook)
9783656302469
ISBN (Book)
9783656302834
Language
German
Tags
Fußball Religion Durkheim Ritual Ritualtheorie Sport Sportwissenschaft Bewegungswissenschaft Stadion Fans Fan Die elementaren Formen des religiösen Lebens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernd Schlüter (Author), 2011, Fußball als Religion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204254
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