Die rasante technologische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte führte zu Veränderungen in den Organisations- und Produktionsabläufen. Leider haben diese veränderten Strukturen nicht in dem Maß zu einer Anpassung der Vergütungssysteme geführt, die eigentlich nötig wäre. Als Ursache hierfür kann die relativ starre Tariflandschaft in Deutschland gesehen werden. Vergütung in Deutschland wir vielfach noch über Lohn- und Gehaltstarifverträge geregelt. Die Folge davon ist eine Nivellierung der Arbeitsentgelte, die wenig Anreize für Leistung bietet. Die Anpassung der Tariflandschaft and die veränderten Anforderungen ist äußerst gering. Größen wie Erfolg und Ergebnis finden kaum Eingang in die Vergütung, während auf der Input-Seite die Arbeitsanforderungen sowie die absolute Leistung dominieren. Trotzdem nut-zen selbst die Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind, ihre Freiheiten bei der Vergütungsregelung nicht ausreichend. Dabei ließen sich dadurch die Kostenaspekte der Vergütung durch die Nutzung als Motivationsinstrument mehr als relativieren. Personalverantwortliche müssen daher, um den geänderten Rahmenbedingungen eines globalisierten Arbeitsmarktes Rechnung zu tragen mehr als bisher motivationsfördernde Instrumente zur Personalführung einsetzen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundbegriffe der Vergütung
2.1. Historischer Abriss
2.2. Vergütungselemente
2.2.1. Grundentgelt
2.2.2. Leistungsentgelt
2.3 Arbeitsbewertung
2.3.1 Rangfolgeverfahren
2.3.2 Katalogverfahren
2.3.3 Rangreihenverfahren
2.3.4 Stufenwertzahlverfahren
2.4 Leistungsbewertung
3. Aufgabenstellung: Einführung eines neuen Vergütungssystems
3.1. Zielsetzungen des neuen Vergütungssystems
3.2. Stellenwert von Anreiz und Belohnung
3.3. Leistung, Erfolg und Flexibilität
3.4. Zielvereinbarungen
3.5. Vergütungsniveau
3.6. Arbeitnehmervertretungen
3.7. Zeitachse für die Einführung des neuen Systems
4. Abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Vergütungssystemen als Instrument der Personalführung in modernen Unternehmen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie durch die Einführung anforderungs- und leistungsorientierter Vergütungsmodelle, insbesondere in Verbindung mit Zielvereinbarungen, sowohl die Motivation der Mitarbeiter gesteigert als auch die Effizienz betrieblicher Prozesse unter Berücksichtigung von Kostenaspekten optimiert werden kann.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Vergütungssysteme in Deutschland.
- Methoden der Arbeitsplatz- und Leistungsbewertung zur objektiven Entgeltdifferenzierung.
- Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Einführung neuer Vergütungsstrukturen.
- Die Rolle von Zielvereinbarungen und Management-by-Objectives als Steuerungsinstrumente.
- Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates bei der Gestaltung variabler Entgeltsysteme.
Auszug aus dem Buch
3.1 Zielsetzungen des neuen Vergütungssystems
Laut Fallstudie ist das Unternehmen, in dem ein neues Vergütungssystem eingeführt werden soll, nicht tarifgebunden. Damit ist die Tochtergesellschaft in der Festlegung ihrer Vergütungspolitik relativ frei. Sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer werden daher an der Einführung eines anforderungs- und leistungsorientierten Entgelt systems interessiert sein. Denn aus der Sicht von beiden soll sich Leistung lohnen. Aus Arbeitgebersicht soll die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf unternehmerische Ziele wie Erfolg gelenkt werden, wohingegen die Arbeitnehmer zumutbare und humane Bedingungen für ihren Leistungslohn erreichen wollen (Lang, 1998, S. 17). Ebenso ist die Lohngerechtigkeit ein Ziel eines variablen Vergütungssystems.
Dennoch muss konstatiert werden, dass absolute Lohngerechtigkeit nicht erreichbar ist, wohingegen relative Lohngerechtigkeit durch die Ausgestaltung von Lohnstrukturen erreichbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den Wandel der Mitarbeiterrolle vom reinen Kostenfaktor zum Leistungsträger und die Notwendigkeit flexibler Vergütungssysteme als Führungsinstrument.
2. Grundbegriffe der Vergütung: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt, die historische Entwicklung der Vergütungsmodelle sowie verschiedene Verfahren der Arbeitsplatz- und Leistungsbewertung.
3. Aufgabenstellung: Einführung eines neuen Vergütungssystems: Hier werden die strategischen Ziele, die Bedeutung von Anreizen, die Gestaltung von Zielvereinbarungen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und Implementierungsschritte für ein neues Vergütungssystem dargelegt.
4. Abschließende Betrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Vergütung allein kein Wundermittel zur Effizienzsteigerung ist, sondern in ein Konzept der persönlichen Führung eingebettet werden muss.
Schlüsselwörter
Vergütung, Personalführung, Leistungsbewertung, Arbeitsplatzbewertung, Zielvereinbarungen, Entgeltsysteme, Motivation, Anreizsysteme, Lohngerechtigkeit, Betriebsverfassungsgesetz, Mitarbeiterbeteiligung, Leistungsorientierung, Management by Objectives, Fixkosten, Variable Vergütung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Gestaltung von Vergütungssystemen und deren Funktion als zentrales Instrument der Personalführung in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Entlohnung, Methoden der Arbeitsplatzbewertung, die Einführung von leistungsorientierten Anreizsystemen sowie rechtliche Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein modernes, leistungsorientiertes Vergütungssystem die Motivation der Mitarbeiter fördern und die betriebliche Effizienz steigern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Anwendung betriebswirtschaftlicher Konzepte zur Arbeitsbewertung und Zielvereinbarung im Kontext einer Fallstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die Analyse verschiedener Bewertungsverfahren für Arbeitsplätze und Leistung sowie die praktische Umsetzung eines neuen Vergütungssystems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Vergütung, Personalführung, Leistungsbewertung, Zielvereinbarungen und Anreizsysteme charakterisiert.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei der Einführung des Systems?
Gemäß § 87 BetrVG hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Lohngestaltung, insbesondere bei der Festlegung variabler Entgeltbestandteile und der Zielvorgaben.
Warum empfiehlt der Autor eine "top-down" Einführung?
Eine stufenweise Einführung von der Führungsebene zu den Mitarbeiterebenen soll Vertrauen in das System schaffen und eine überstürzte Implementierung vermeiden, die zu Akzeptanzproblemen führen könnte.
- Arbeit zitieren
- Basilius Eberle (Autor:in), 2009, Vergütung als Führungsinstrument, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204069