In den letzten fünf bis zehn Jahren hat sich die Nutzung des Internets stark verändert. Dominierten zuvor statische Seiten das World Wide Web, so kam es im letzten Jahrzehnt zunehmend zu einer Dynamisierung des Internetseiten-Inhalts und einer aktiven Partizipation sowie Mitgestaltung durch deren Nutzer. Ein wesentliches Schlagwort, das im Zuge dieser Entwicklung oft genannt wird, ist der Begriff „Web 2.0“. Kurz gefasst repräsentiert er die neuen Möglichkeiten, aktiv das Internet mit zu gestalten und umfasst dabei gleichzeitig verschiedene Formen der Nutzung.
Da der Computer einen wesentlichen Bestandteil in der Ausbildung zum/zur Mediengestalter/in Digital und Print darstellt und die Nutzung des Internets vermehrt in den Berufsschulunterricht integriert wird, spielt der Begriff des „Web 2.0“ auch hier eine wichtige Rolle. Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, welche Möglichkeiten der Einsatz von Web 2.0 im Ausbildungsgang Mediengestalter/in Digital und Print bietet. Konkret soll dies am Beispiel des Forschungsprojekts „Mediencommunity 2.0“ erörtert werden, in dessen Rahmen modellhaft eine Web 2.0-Plattform zur beruflichen Weiterbildung im Bereich der Druck- und Medienbranche entwickelt wurde.
Da die Kultusministerkonferenz (KMK) in besonderem Maße die Entwicklung von beruflicher Handlungskompetenz in der beruflichen Bildung fordert und in Folge dessen handlungsorientierter Unterricht heute ein zentrales Konzept im Berufsschulunterricht darstellt, erfolgt die Untersuchung der Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0 speziell im Bezug auf Aspekte handlungsorientierten Unterrichts.
An erster Stelle soll daher eine genauere Erläuterung der Hintergründe und Kernaspekte handlungsorientierten Unterrichts stattfinden. Im Anschluss wird der uneindeutige und bisweilen missverständliche Begriff „Web 2.0“ definiert, bevor sich der Kern dieser Arbeit mit der Darstellung des Forschungsprojekts Mediencommunity 2.0 und der Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0 in der Ausbildung zum/zur Medien-gestalter/in Digital und Print bezogen auf Aspekte handlungsorientierten Unterrichts befasst.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 HANDLUNGSORIENTIERTER UNTERRICHT
3 WEB 2.0
3.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
3.2 ANWENDUNGSFORMEN
4 DAS FORSCHUNGSPROJEKT „MEDIENCOMMUNITY 2.0“
4.1 PROJEKTBESCHREIBUNG
4.2 BESTANDTEILE/MODULE DER MEDIENCOMMUNITY 2.0
4.3 EINSATZMÖGLICHKEITEN IM HANDLUNGSORIENTIERTEN UNTERRICHT
5 ZUSAMMENFASSUNG/FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0-Technologien im handlungsorientierten Berufsschulunterricht für den Ausbildungsgang Mediengestalter/in Digital und Print, wobei das Forschungsprojekt „Mediencommunity 2.0“ als modellhaftes Beispiel dient.
- Grundlagen des handlungsorientierten Unterrichts
- Definition und Anwendungsformen von Web 2.0
- Analyse des Projekts „Mediencommunity 2.0“
- Didaktische Integration von Web 2.0 in der beruflichen Ausbildung
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsbestimmung
Die Ursprünge sowie die Popularisierung des Begriffs „Web 2.0“ führen zum größten Teil auf den Begründer des Verlags „O’Reilly Media“, Tim O’Reilly, zurück (vgl. WALSH, KILIAN & HASS, 2011: 5), der im Jahr 2004 im Rahmen der sogenannten „Web 2.0 Conference“2 die Formulierung prägte (vgl. O’REILLY, 2005). O’REILLY selbst formuliert „Web 2.0“ wie folgt (O’REILLY, 2006):
Web 2.0 is the business revolution in the computer industry caused by the move to the internet as platform, and an attempt to understand the rules for success on that new platform. Chief among those rules is this: Build applications that harness network effects to get better the more people use them. (This is what I've elsewhere called "harnessing collective intelligence.")
Neben dem hier genannten Prinzip des „Internets als Plattform“ und der „Nutzung kollektiver Intelligenz“, formulierte O’REILLY weitere Schlüsselaspekte, die „Web 2.0“ beinhaltet. Erwähnenswert sind im Rahmen dieser Arbeit vor allem, dass Web 2.0 aktive, kollaborative Internetnutzung in den Vordergrund stellt und dabei ein reichhaltiges, intuitives Nutzererlebnis bietet. Abgesehen von technischen Neuerungen und konzeptionellen Änderungen im Bereich der Web-Programmierung stellt Web 2.0 somit keine neue „Internet-Version“ dar, sondern beschreibt eine Abwandlung der Nutzung des Webs hin zu einer (inter)aktiven, kollaborativen und benutzerfreundlichen Plattform (vgl. O’REILLY, 2005). Anstatt Webinhalte lediglich passiv zu konsumieren, eröffnet sich im Zuge des Web 2.0 die Möglichkeit, eigenständig an der Erschaffung von Inhalten zu partizipieren und in einer großen Gemeinschaft zu teilen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Dynamisierung des Internets durch Web 2.0 ein und stellt die Forschungsfrage nach dessen Einsatzmöglichkeiten im Ausbildungsgang Mediengestalter/in Digital und Print.
2 HANDLUNGSORIENTIERTER UNTERRICHT: Dieses Kapitel definiert handlungsorientierten Unterricht als didaktisches Konzept und erläutert dessen Parallelen zur konstruktivistischen Lerntheorie sowie zentrale Merkmale wie Interessenorientierung und Produktorientierung.
3 WEB 2.0: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung des Web 2.0 sowie eine Vorstellung der sieben Hauptformen von Web 2.0-Anwendungen, wie soziale Netzwerke, Blogs und Wikis.
4 DAS FORSCHUNGSPROJEKT „MEDIENCOMMUNITY 2.0“: Dieser Abschnitt beschreibt das Projekt „Mediencommunity 2.0“, seine Struktur und die Möglichkeiten zur Nutzung von Web 2.0-Funktionen im Unterricht.
5 ZUSAMMENFASSUNG/FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die erfolgreiche Integration von Web 2.0 eine didaktisch reflektierte Begleitung durch die Lehrkraft erfordert.
Schlüsselwörter
Web 2.0, handlungsorientierter Unterricht, Mediengestalter, Berufsbildung, Mediencommunity 2.0, Konstruktivismus, E-Learning, Online-Plattform, Berufsschule, Medienkompetenz, soziale Medien, Handlungsprodukte, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Web 2.0-Technologien in den handlungsorientierten Berufsschulunterricht für Mediengestalter/innen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft die didaktischen Grundlagen des handlungsorientierten Unterrichts mit den technologischen und kollaborativen Potenzialen des Web 2.0.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Web 2.0-Anwendungen – modellhaft am Projekt „Mediencommunity 2.0“ – sinnvoll in die Ausbildung von Mediengestaltern integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Auseinandersetzung mit didaktischen Konzepten und eine exemplarische Analyse der Web 2.0-Plattform „Mediencommunity 2.0“ durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Web 2.0, die Erläuterung handlungsorientierter Didaktik und die Analyse des Forschungsprojekts „Mediencommunity 2.0“ im Kontext der Unterrichtsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Web 2.0, handlungsorientierter Unterricht, Mediengestalter, Konstruktivismus und berufliche Handlungskompetenz.
Was zeichnet die „Mediencommunity 2.0“ aus?
Es handelt sich um ein Online-Bildungsportal für die Druck- und Medienbranche, das verschiedene Web 2.0-Module wie Wikis, Foren und Tutorials zur Unterstützung des Lernens bereitstellt.
Warum ist eine didaktische Begleitung beim Einsatz von Web 2.0 wichtig?
Der Autor betont, dass Web 2.0 im Unterricht kein Selbstläufer ist und eine bewusste Einführung und Moderation durch die Lehrkraft erfordert, um echte Lernprozesse zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Baumann (Autor:in), 2011, Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0 im handlungsorientierten Unterricht des Ausbildungsgangs Mediengestalter/in Digital und Print , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203730