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Das ewige Scheitern: Jugendfernsehen in Deutschland

Title: Das ewige Scheitern: Jugendfernsehen in Deutschland

Bachelor Thesis , 2008 , 65 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maria Brennecke (Author)

Communications - Movies and Television

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Summary Excerpt Details

„Jugendprogramm in der BRD – Ein Programm zwischen den Stühlen“
„Gute Unterhaltung – aber nicht für die Jugend“
„Stationen einer Dauerkrise“

Diese Titel versprechen nichts Positives für das deutsche Jugendfernsehen, und doch sind es die bekanntesten Aufsätze, die zu diesem Thema existieren.
Die Zeit, in der man über deutsches Jugendfernsehen sprach, scheint schon längst vergangen zu sein. Das ist bereits an der veralteten Fachliteratur zu sehen, die es dazu gibt. Kaum ein Autor beschäftigt sich noch ausführlich mit dieser Sparte und wenn, dann reicht das Interesse nur noch für knappe Aufsätze, die in Medienzeitschriften veröffentlicht werden. Doch anstatt Sendungen vorzustellen oder das Jugendfernsehen neu zu diskutieren, wird hier in die Vergangenheit zurückgeblickt und erzählt, wie das Angebot einst mal ausgesehen hat. Im Gegensatz dazu gibt es zahlreiche Fachbücher, Ratgeber, Artikel, Studien, Internetseiten, Dokumentationen und TV-Sendungen, die sich mit Jugendlichen beschäftigen. Man kann also nicht gerade behaupten, dass die Zielgruppe Jugend keinen mehr interessiert. Sie besitzt sogar höchste Aktualität. Schlechte Bildungsergebnisse im Pisatest, frühe Arbeitslosigkeit und Zunahme von Jugendgewalt sind nur wenige Themen, die heute mit jungen Menschen verbunden werden. Meines Erachtens fehlt ein Ausgleich, der öfters positive Jugendbilder zeigt. So scheinen erfolgreiche Projekte, Vereine und andere Entwicklungen keinen zu beschäftigen, am aller wenigsten die Medien. Es stellt für mich eine Kuriosität dar, dass Jugendliche zwar im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen und auch für die Werbeindustrie ein recht attraktives Publikum darstellen, und doch niemand dem ´Jugendfernsehen` Bedeutung zuspricht. Diesem Phänomen wird die vorliegende Bachelor-Arbeit nachgehen. Sie findet Antworten darauf, warum deutsches Jugendfernsehen bisher gescheitert ist, und überlegt, ob es überhaupt erfolgreich sein kann.
Doch zunächst werden, zum besseren Verständnis der Thematik, die Begriffe „Jugendfernsehen“ und „Jugend“ definiert. Dabei bekommt die Lebensphase, mit ihrer Entstehungsgeschichte, der Bestimmungsproblematik und ihren Entwicklungsaufgaben, eine besondere Bedeutung. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ´Jugendfernsehen` und das eigentliche Bestimmungsproblem

3. Geschichte des deutschen Jugendfernsehens

3.1 Jugendprogramme im Überblick

3.1.1 Die Ruhe vor dem Sturm

3.1.2 Die Experimentierphase

3.1.3 Neue Konkurrenz

3.2 Was vom Jugendfernsehen übrig blieb

3.2.1 „Bravo TV“ – Das Aussterben der letzten Jugendsendung

3.2.2 Jugendprogramme im Überblick

3.3 Gründe fürs Scheitern

4. Das aktuelle Angebot

4.1 ´Verstecktes` Jugendfernsehen

4.2 Eins Live – Erfolgreiches regionales Jugendradio

4.3 Neon – Eine Jugendzeitschrift, die ankommt

5. Wege zum erfolgreichen Jugendfernsehen?

5.1 Starke Geldgeber

5.2 Zielgruppenkenntnisse

5.3 Konstante Grundstruktur

5.4 Nähe zum Publikum

6. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelor-Arbeit analysiert die historische Entwicklung und das bisherige Scheitern des deutschen Jugendfernsehens. Dabei wird der Frage nachgegangen, warum entsprechende Formate langfristig kaum erfolgreich waren und ob ein zielgruppengerechtes Jugendfernsehen unter den aktuellen Marktbedingungen überhaupt noch realisierbar ist.

  • Historische Aufarbeitung des deutschen Jugendfernsehens in BRD und DDR
  • Analyse der zentralen Gründe für das Scheitern bisheriger Jugendsendungen
  • Untersuchung des aktuellen TV-Angebots und der Mediennutzung Jugendlicher
  • Vergleichende Analyse erfolgreicher Jugendangebote in anderen Medien (Eins Live, NEON)
  • Ableitung von Leitlinien für ein erfolgreiches zukünftiges Jugendfernsehen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Ruhe vor dem Sturm

Als am 25. Dezember 1952 der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) nach einer zweijährigen Testphase den Programmbetrieb aufnimmt, kann man darunter kaum ein Angebot für Jugendliche finden, das seine Zielgruppe als ein mündiges und ernstzunehmendes Publikum versteht. Im Gegenteil: Jugendliche werden in der BRD als unreife und schutzbedürftige Wesen gesehen, die eines erzieherischen Leitfadens bedürfen. Diese christlich geprägte Auffassung entsteht um die Jahrhundertwende. Ihrer Ansicht nach sind junge Menschen zwischen dem Schulende und der Gründung eines eigenen Haushaltes vielen Versuchungen ausgesetzt. Vor ihnen gilt es zu warnen und zu beschützen. Ähnliche Sichtweisen auf diese Gruppe finden sich auch in den entwicklungspsychologischen Ansätzen Bühlers und Sprangers. Um Jugendlichen den Einstieg in die Welt der Erwachsenen zu erleichtern, soll ihrer Ansicht nach eine Art ´Moratorium` geschaffen werden, in dem sich Jugendliche auf die Erwachsenenwelt vorbereiten können. Diesen Schonraum wollen auch die Programmmacher der 50er und 60er Jahre für sein junges Publikum kreieren. Das Fernsehen sieht sich neben Eltern und Schule als eine erziehende Instanz. Gesellschaftliche Werte und Normen, die hier vermittelt werden, stehen außer Frage. Bildung und Erziehung der jungen Gruppe schaffen den Grundanspruch aller Sendungen. Dagegen spielen Konflikte im Gemeinschaftsleben der Familie, Freunde oder Schule im Jugendprogramm keine weitere Rolle. Um eine gesunde Entwicklung nicht zu gefährden, wird sogar weitestgehend auf kritische Themen verzichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Dauerkrise des deutschen Jugendfernsehens und definiert die Forschungsfrage nach den Gründen des Scheiterns sowie möglichen Erfolgsfaktoren.

2. ´Jugendfernsehen` und das eigentliche Bestimmungsproblem: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Schwierigkeit, „Jugendfernsehen“ sowie die Lebensphase „Jugend“ wissenschaftlich präzise abzugrenzen.

3. Geschichte des deutschen Jugendfernsehens: Es wird die chronologische Entwicklung der Jugendsendungen in BRD und DDR analysiert, wobei die Experimentierphase der 70er Jahre und der Einfluss politischer Ideologien im Mittelpunkt stehen.

4. Das aktuelle Angebot: Dieses Kapitel beleuchtet den Rückzug spezieller Jugendformate zugunsten von Mainstream-Angeboten und stellt erfolgreiche Beispiele aus Radio und Printmedien gegenüber.

5. Wege zum erfolgreichen Jugendfernsehen?: Basierend auf den Fallbeispielen Eins Live und NEON werden zentrale Kriterien für mediale Erfolge im Jugendsegment abgeleitet.

6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass ein erfolgreiches Jugendfernsehen heute durch hohe Authentizität, klare Zielgruppenfokussierung und konstante Programmarbeit gelingen könnte, sofern die Sender bereit sind, entsprechende Freiräume zu gewähren.

Schlüsselwörter

Jugendfernsehen, Jugendprogramm, Mediennutzung, Zielgruppenanalyse, Programmkonzeption, Geschichte, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Duales Rundfunksystem, Eins Live, NEON, Bravo TV, Scheiterungsgründe, Medienpädagogik, Jugendsoziologie, Programmentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der historischen Entwicklung des deutschen Jugendfernsehens und den vielfältigen Gründen, warum dieses Genre über Jahrzehnte hinweg als „Dauerkrise“ wahrgenommen wurde und letztlich weitgehend aus dem TV-Programm verschwand.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Jugendsendungen, deren Sendeplätze, die Bestimmung der Zielgruppe durch die Sender sowie die Auswirkungen von gesellschaftlichem Wandel und politischer Steuerung auf das Programmangebot.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Scheiternsgründe deutscher Jugendsendungen herauszuarbeiten und zu prüfen, ob und wie ein erfolgreiches Jugendfernsehen in der heutigen Medienlandschaft realisierbar wäre.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich auf eine geschichtliche Rekonstruktion mittels Fachliteratur sowie eine vergleichende Analyse aktueller Studienergebnisse (z.B. JIM-Studie) und erfolgreicher Medienangebote außerhalb des Fernsehens.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung (50er bis 90er Jahre), eine Bestandsaufnahme des aktuellen TV-Marktes sowie eine Analyse von Best-Practice-Beispielen (Eins Live, NEON) als Grundlage für zukünftige Empfehlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Jugendfernsehen, Zielgruppenorientierung, Programmkonzeption, Mediennutzung, Rundfunkgeschichte und Erfolgsfaktoren.

Warum ist die Abgrenzung von "Jugendfernsehen" so schwierig?

Das Hauptproblem liegt laut Autorin darin, dass es keine allgemein gültige, rechtlich oder soziologisch eindeutige Definition für "Jugendliche" gibt und sich die Interessen innerhalb dieser Altersphase stark unterscheiden, was eine zielgenaue Programmplanung erschwert.

Welche Rolle spielt die Konkurrenz durch private Sender?

Die Einführung des dualen Rundfunksystems ab 1984 verschärfte den Wettbewerb um Zuschauerquoten. Private Sender fokussierten sich auf lukrative Mainstream-Unterhaltung, was dazu führte, dass öffentlich-rechtliche Sender ihre Bemühungen um spezielle Jugendformate weitgehend einstellten.

Warum sind Eins Live und NEON als Erfolgsbeispiele angeführt?

Beide Medien haben es geschafft, durch eine konstante Grundstruktur, hohe Authentizität, eine enge Bindung an die Zielgruppe und ausreichende finanzielle Ausstattung eine feste Marke aufzubauen, von der das Jugendfernsehen lernen kann.

Excerpt out of 65 pages  - scroll top

Details

Title
Das ewige Scheitern: Jugendfernsehen in Deutschland
College
University of Osnabrück
Grade
1,0
Author
Maria Brennecke (Author)
Publication Year
2008
Pages
65
Catalog Number
V203356
ISBN (eBook)
9783656304173
ISBN (Book)
9783656306436
Language
German
Tags
Jugendfernsehen Medienpädagogik Geschichte Jugend Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Brennecke (Author), 2008, Das ewige Scheitern: Jugendfernsehen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203356
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