Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Einfluss des Deutschen auf Tok Pisin, eine Pidginsprache, die vor allem in Papua Neuguinea gesprochen wird. Dafür sind zunächst die Voraussetzungen für den Sprachkontakt, sprich die kolonialen Bestrebungen Deutschlands, zu klären. Außerdem erläutere ich, wie Tok Pisin entstanden ist und sich entwickelte.
Schließlich zeige ich, warum sich Deutsch als Verständigungssprache in der Südsee nicht durchsetzen konnte, jedoch bis heute Spuren in dem Sprachgebiet hinterlassen konnte: in der Pidginsprache Tok Pisin, die zur Kommunikation als lingua franca notwendig wurde und heute eine der meist verbreiteten Sprachen in dem Gebiet um Papua Neuguinea ist.
Schließlich werde ich die einzelnen Felder des Einflusses beleuchten und erläutern. Besonders im Bereich der Lexik ist dieser deutlich sichtbar, weshalb darauf mein Schwerpunkt liegt. Abschließend werde ich zusammenfassen, wie weitgreifend der Einfluss des Deutschen zu Kolonialzeiten war und inwieweit dieser bis in die heutige Zeit andauert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Die deutschen Kolonien in der Südsee
1.2 Tok Pisin – Entstehung, Entwicklung, Bedeutung
2. Der Einfluss des Deutschen auf Tok Pisin
2.1 Problematik der Durchsetzung des Deutschen als Verständigungssprache
2.2 Einfluss des Deutschen im Bereich Lexik
2.2.1 Einteilung der Lehnwörter in semantische Felder
2.2.2 Einteilung der Lehnwörter nach strukturellen Kriterien
2.3 Einfluss des Deutschen in den Bereichen Orthographie und Phonologie
3. Fazit
4. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den historischen und linguistischen Einfluss der deutschen Sprache auf die Entwicklung der Pidginsprache Tok Pisin im Kontext der deutschen Kolonialherrschaft im Pazifik und analysiert, inwieweit diese Spuren bis heute in der Sprache fortbestehen.
- Historische Voraussetzungen des Sprachkontakts im kolonialen Südpazifik
- Die Entwicklung von Tok Pisin zur lingua franca
- Strukturelle und semantische Einflüsse des Deutschen auf das Lexikon
- Phonologische und orthographische Adaptionsprozesse
- Das Fortbestehen deutscher Lehnwörter im modernen Tok Pisin
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Einteilung der Lehnwörter in semantische Felder
Betrachtet man die Bereiche, aus denen Wörter übernommen wurden, so zeigt sich folgendes Bild: Die Lehnwörter lassen sich in semantische Gruppen einteilen (vgl. Mühlhäusler 1980: 177-184; Heitfeld 1977: 74-77):
1. Handwerk 2. Schule 3. Häuslicher Kontext
4. Mission und Glaubenslehre 5. Polizei
6. Befehle und affektive Äußerungen 7. Seefahrt
8. Tiere 9. Namensgebung 10. Andere semantische Gruppen
Hier eine Auswahl an Lehnwörtern in Tok Pisin mit deutschem Ursprung (vgl. Mühlhäusler 1980: 177-184; Heitfeld 1977: 74-77):
1. Handwerk
Die deutschen Kolonialherren dachten vorausschauender und weitgreifender als die Menschen auf den Plantagen, die auf ihren Stationen isoliert waren, und Händler auf Handelsreisen. Deshalb starteten sie ein sorgfältig geplantes und effizientes Bebauungsprogramm. Deutsche Handwerker benutzten in Ermangelung von Pidgin-Ausdrücken weiterhin deutsche Fachausdrücke, die schließlich von den einheimischen Sprechern übernommen wurden (vgl. Heitfeld 1977: 75). Es folgen einige Beispiele:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, definiert das Forschungsdesiderat hinsichtlich des deutschen Einflusses auf Tok Pisin und umreißt die methodische Herangehensweise.
2. Der Einfluss des Deutschen auf Tok Pisin: Dieses Kernkapitel untersucht die historischen Gründe für den begrenzten sprachlichen Einfluss sowie die vielfältigen Spuren im Lexikon, der Phonologie und der Orthographie von Tok Pisin.
3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass trotz der kurzen Dauer der deutschen Kolonialzeit und späterer Überlagerung durch das Englische, signifikante lexikalische und orthographische Spuren in der heutigen Sprache nachweisbar sind.
4. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendete Fachliteratur auf, die als Grundlage für die linguistische und historische Analyse der Arbeit dient.
Schlüsselwörter
Tok Pisin, Koloniallinguistik, Sprachkontakt, Pidginsprache, Deutsch, Südsee, Lehnwörter, Semantik, Phonologie, Orthographie, lingua franca, Kolonialgeschichte, Mühlhäusler, Sprachwandel, Melanesien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die deutsche Sprache während der Kolonialzeit auf die Pidginsprache Tok Pisin ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Besonders die Bereiche Lexik, Phonologie und Orthographie stehen im Fokus, ebenso wie der historische Kontext der deutschen Siedlung im Pazifik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Es soll geklärt werden, warum sich Deutsch als Verkehrssprache nicht durchsetzen konnte, welche linguistischen Spuren es dennoch in Tok Pisin hinterlassen hat und wie diese bis heute erhalten sind.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der vorhandenen Forschungsliteratur, insbesondere der Werke von Peter Mühlhäusler und Valerie Heitfeld, um sprachliche Beispiele und historische Entwicklungen zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Problematik der Sprachdurchsetzung sowie die detaillierte Klassifizierung deutscher Lehnwörter nach semantischen und strukturellen Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Tok Pisin, Sprachkontakt, Koloniallinguistik, Lehnwortbildung und Sprachstabilisierung.
Inwieweit beeinflusste die katholische Mission die Sprache?
Die Missionen spielten eine zentrale Rolle bei der Standardisierung und Verbreitung von Tok Pisin, indem sie Begriffe aus der deutschen Glaubenslehre einführten und als lingua franca nutzten.
Warum sind heute weniger deutsche Lehnwörter in Tok Pisin vorhanden?
Mit dem Ende der deutschen Herrschaft und dem wachsenden Einfluss des australischen Englisch wurden viele deutsche Entlehnungen durch englische Begriffe ersetzt.
Was bedeutet der Begriff "semantische Konflation" in diesem Kontext?
Es beschreibt den Prozess, bei dem ein einzelnes Wort aus dem Tok Pisin einen breiteren semantischen Bereich abdeckt als sein deutsches oder englisches Ursprungswort.
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- Janine Weber (Author), 2012, Der Einfluss der deutschen Sprache auf die Pidginsprache Tok Pisin in Papua-Neuguinea, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202521