Fast jeder kann sich heutzutage unter dem Begriff „Globalisierung“ etwas vorstellen. Gehe man auf die Straße und würde mit den Passanten eine Art „Brainstorming“ durchführen, fielen neben den Worten „Wirtschaft“, „Verflechtung“, „weltweit“ und „Beziehung“, früher oder später sicherlich die Begriffe „USA“ und „MC Donalds“. Eine Umfrage der Bloomberg Businessweek bestätigt diese Vermutung und zeigt auf, dass 56% der Befragten, Globalisierung und die USA in einen Kontext setzen würden. Der US-amerikanische Trendforscher John Naisbitt geht diesbezüglich sogar noch einen Schritt weiter und setzt beide Begriffe gleich. Demzufolge verstünde man unter Globalisierung nicht die „weltwirtschaftliche Verflechtung“, sondern allein die wirtschaftlichen Aktivitäten der USA.1 Doch wie kommt es zu einer solchen Gleichsetzung bzw. warum werden auf die Frage hin, was Globalisierung sei, ausschließlich die USA genannt um eine allumfassende Definition zu geben?
In dieser Arbeit werde ich näher auf diese Frage eingehen und versuchen, dieser Art Verknüpfungsmuster, anhand einiger Beispiele auf den Grund zu gehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Phänomen „Globalisierung“ und die USA
2. Global Player „USA“
3. Die „Amerikanisierung“ der Gesellschaft
4. Generation „Nike Mc´Coke“
5. Die Schattenseiten der „Amerikanisierung“
6. Die Wirtschaftsmacht als „Motor der Globalisierung“
7. USA oder Europa – Wer übernimmt die Macht des Wirtschaftsimperiums?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika als zentraler Akteur im Globalisierungsprozess sowie die damit verbundenen kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
- Die begriffliche Verknüpfung von Globalisierung und USA
- Kulturelle Identitätsverluste durch „Amerikanisierung“
- Der Einfluss globaler Konzerne auf das Konsumverhalten der Jugend
- Die Ambivalenz der USA zwischen Fortschrittsmotor und ausbeuterischer Weltmacht
- Die machtpolitische Konkurrenz zwischen den USA und der Europäischen Union
Auszug aus dem Buch
3. Die „Amerikanisierung“ der Gesellschaft
Ein oft gebrauchter aber nur selten verstandener und doch in allen Mündern geläufiger Begriff ist in diesem Zusammenhang die „Amerikanisierung“. Die Mehrzahl der Leute versteht darunter die „Vereinheitlichung“ bzw. „Verwestlichung“ der Welt. Der Kulturpolitiker, Dr. Bernd Wagner schreibt in seinem Buch „Kulturelle Globalisierung“, diesbezüglich sogar von einem „kulturellen Einheitsbrei“, welcher durch den amerikanischen Globalisierungsprozess entsteht. Doch sind wir ehrlich müssen wir uns eingestehen, dass wir es den amerikanischen Großkonzernen, wie z.B. McDonalds, Coca Cola oder Nike nicht allzu schwer machen sich in unserer Gesellschaft zu etablieren. Laut dem McDonalds Corp. Annual Report gingen in Deutschland im Jahr 2008 mehr Big Macs, Cheeseburger und Hamburger über die Ladentheken als irgendeine traditionell deutsche Köstlichkeit. Nike ist die meistverkaufte Sportmarke auf der Welt und Coca Cola gehört ohnehin schon zu den Grundnahrungsmitteln.
Daher kommt es darauf an von welchem Standpunkt aus man den nicht gern gehörten Begriff „Amerikanisierung“ betrachtet. Denn sind wir nicht alle schon ein bisschen „Amerika“? Lasse ich den heutigen Tag noch einmal revue passieren, muss ich feststellen, dass ich mich morgens mit Nike Air Sneakern und den Lyriks von Eminem in den Headphones auf den Weg in die Universität machte, wobei ich auf halber Strecke bei McDonalds einkehrte, um mir einen Kaffee und ein Frühstücksmenü zu kaufen. Doch wie wir alle wissen bin ich in diesem Zusammenhang keine Ausnahmeerscheinung. Statistiken zufolge besitzen 64% der in Deutschland lebenden männlichen Jugendlichen, zwischen 13 und 19 Jahren, mindestens ein Kleidungsstück auf dem das Nike-Zeichen eingestickt ist. Der Fast-Food-Gigant McDonalds hat weltweit täglich ca. 58 Mio. Kunden und Coca Cola verkauft an einem Tag mehr als eine Milliarde Getränke.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Phänomen „Globalisierung“ und die USA: Dieses Kapitel erörtert die häufige begriffliche Gleichsetzung von Globalisierung mit den USA und beleuchtet die wirtschaftliche Verflechtung als Kern des Prozesses.
2. Global Player „USA“: Hier wird der weltweite ökonomische und kulturelle Einfluss der USA auf den Alltag verschiedenster Kulturen anhand konkreter Beispiele dargelegt.
3. Die „Amerikanisierung“ der Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert die schleichende Übernahme amerikanischer Konsummuster und Lebensweisen in Deutschland.
4. Generation „Nike Mc´Coke“: Der Autor beschreibt die Beeinflussung der Jugend durch Werbestrategien, die den Konsum bestimmter Marken zur Identitätsbildung nutzen.
5. Die Schattenseiten der „Amerikanisierung“: Diese Sektion kritisiert die sozialen und ökologischen Kosten des ökonomischen Imperialismus amerikanischer Großkonzerne.
6. Die Wirtschaftsmacht als „Motor der Globalisierung“: Hier wird anerkannt, dass die USA durch technologische Innovationen maßgeblich zum weltwirtschaftlichen Wachstum beigetragen haben.
7. USA oder Europa – Wer übernimmt die Macht des Wirtschaftsimperiums?: Das Kapitel diskutiert das aktuelle Spannungsfeld zwischen den USA und der EU und die Frage nach der künftigen Führung im globalen Markt.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Amerikanisierung, USA, Wirtschaftsmacht, Konsumverhalten, Kulturimperialismus, McDonaldisierung, Lebensstil, Weltmacht, Strukturwandel, Europäische Union, Marktbeziehungen, Wirtschaftswachstum, Identität, Identitätsverlust.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Vereinigten Staaten als zentrale Kraft im Globalisierungsprozess und untersucht kritisch, wie diese Macht ökonomisch und kulturell wahrgenommen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der wirtschaftliche Einfluss der USA, die kulturelle „Amerikanisierung“ der Weltgesellschaft, die Rolle globaler Konzerne und der Wettbewerb zwischen den USA und Europa.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen den positiven wirtschaftlichen Impulsen der Globalisierung durch die USA und den negativen Begleiterscheinungen wie kultureller Gleichschaltung und Ausbeutung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Statistiken und wirtschaftsgeographischen Fachpublikationen, um die genannten Zusammenhänge fundiert zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Konsumverhalten, zur Kritik an Großkonzernen (McDonalds, Nike, Coca Cola) und zum globalen Machtgefüge, inklusive eines Vergleichs zur wirtschaftlichen Stärke der EU.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Globalisierung, Amerikanisierung, McDonaldisierung, ökonomischer Imperialismus und transatlantischer Strukturwandel.
Was versteht der Autor unter dem Begriff „Generation Nike Mc´Coke“?
Es handelt sich um einen vom Autor geprägten Neologismus, der beschreibt, wie Jugendliche durch gezieltes Marketing der Konzerne in ihren Lebensgewohnheiten und ihrer Identität beeinflusst werden.
Wie bewertet der Autor die Rolle der USA im Vergleich zur Europäischen Union?
Der Autor konstatiert, dass die USA zwar das Zepter in der Hand halten, jedoch durch Aufholprozesse der Europäischen Union, etwa im Technologiesektor, die künftige Vormachtstellung in Frage gestellt wird.
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- Dominik Hoffmann (Author), 2012, Die Vereinigten Staaten und die Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202325