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Südafrikas "Truth and Reconcilation Commission"

Anspruch auf Versöhnung und Wahrheit im Kontext der politischen Rahmenbedingungen

Title: Südafrikas "Truth and Reconcilation Commission"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 47 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M. A. Daniel Rasmus (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security

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Summary Excerpt Details

Im Rahmen politischer Transitionsprozesse oder Umstürze, in denen Militär- oder autoritäre Unrechtsregime, deren Kampf gegen oppositionelle Gruppen von schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet waren, von neuen Regierungen abgelöst werden, und insbesondere nach Bürgerkriegen, stellt sich die dringende Frage, wie die Gesellschaft wieder in Frieden zusammenleben kann, und die moralische und politische Ordnung wiederhergestellt werden kann. Dazu bedarf es nach weit verbreiteter Meinung einer Aufarbeitung der Vergangenheit. Doch die Art der Aufarbeitung, ob eher auf rechtlicher oder auf moralischer Ebene, ob Menschenrechtsverbrechen gerichtlich verurteilt werden, und ob eine Aufarbeitung überhaupt stattfindet, hängt von einer Reihe politischer und gesellschaftlicher Faktoren ab.
So erfuhren in den neunziger, Jahren im Zuge der wachsenden Popularität der Menschenrechte, Wahrheitskommissionen, vor allem in Staaten , deren Stabilität auf die Kooperation der noch mächtigen Vertreter des vorausgegangenen Unrechtsregimes angewiesen ist, eine zunehmende Bedeutung. Sie wurden zunächst in einer Reihe von Ländern Süd- und Mittelamerikas eingesetzt, um die im Verlauf von staatlicher Repression von Seiten der Militärdiktaturen oder in Bürgerkriegen begangene Menschenrechtsverbrechen und das Verschwinden von vermissten Personen zu untersuchen. Dabei konnten die für die Verbrechen Verantwortlichen meist einer Strafverfolgung entgehen.
Diese Wahrheitskommissionen dienten auch dem sich im Übergang von Apartheid zur Demokratie befindlichen Südafrika, nach einer sorgfältigen Analyse ihrer Problempunkte und Mängel, zum Vorbild für die ,Truth and Reconciliation Commission’ (TRC).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsklärung

1.1 „Ubuntu“

1.2 Versöhnung und Vergebung

2. Geschichte der Apartheid

3. Entstehung der Truth and Reconciliation Commission (TRC)

4. Mandat und Zielsetzungen der TRC

5. Aufbau und Struktur der Kommission

5.1 Das Komitee für Menschenrechtsverletzungen

5.1.1 Die christlich religiöse Ausrichtung

5.1.2 Psychologische Betreuung

5.1.3 Versöhnung zwischen schwarzen Südafrikanern

5.1.4 Spezialanhörungen für Frauen

5.2 Das Komitee für Amnestie

5.2.1 Kontakt und Mediation zwischen Tätern und Opfern

5.2.2 Unterschiedliche Belangung der jeweiligen Gruppen

5.3 Das Komitee für Reparation und Rehabilitation

6. Der Abschlussbericht

7. Die Bipolarität der Kommission: szientistisch verbindlich – narrativ unverbindlich

8. Argumente gegen Amnestie

8.1 Verletzung von Gerechtigkeitsempfinden

8.2 Fallbeispiel: Verfassungsklage gegen die TRC

8.3 Delegitimierung von Menschenrechtsnormen und negative Auswirkungen für die moralische und rechtstaatliche Ordnung

9. Argumente für die Gewährung von Amnestien

9.1 „Logic of Consequences“

9.2 Wiederherstellende Gerechtigkeit

10. Ansprüche der TRC und Erwartungen an Wahrheitskommissionen

10.1 Individuelle Heilung durch Erfahren der Wahrheit

10.2 Kathartische Wirkung durch öffentliches Erzählen traumatischer Erlebnisse

10.3 Heilung und Versöhnung durch Schuldeingeständnis des Täters

10.4 Gewaltprävention und Schaffung nationaler Identität durch Aufarbeitung

11. Kritik am Anspruch „Versöhnung durch Wahrheit“

11.1 Unmöglichkeit individueller Versöhnung

11.2 Unzureichende Wahrheit für individuelle Opfer

11.3 Retraumatisierung der Opfer

11.4 Versöhnung nur durch wiederherstellende Gerechtigkeit

11.5 Nichtbeachtung von struktureller Benachteiligung und Unterdrückung

11.6 Mangelnder Erkenntnisgewinn über die Kommandostruktur des Apartheidapparates

11.7 Fehlende Reue und Verantwortungsübernahme

11.7.1 Gefühlskälte der Täter

11.7.2 Das fehlende Unrechtsbewusstsein der „Nationale Partei“

11.7.3 Mangelndes Verantwortungsgefühl der weißen Bevölkerung

11.7.4 Opportunismus und mangelndes Interesse an Aufarbeitung beim ANC

12. Motive der neuen Regierung

12.1 Respekt vor staatlicher Legalität

12.2 Zentralisierung und Stärkung der Autorität der Regierung

Abschließende Betrachtungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Anspruch auf Versöhnung durch die südafrikanische Truth and Reconciliation Commission (TRC) und analysiert, inwiefern politische Rahmenbedingungen den Prozess der Wahrheitsfindung sowie die Umsetzung von Gerechtigkeit beeinflusst haben.

  • Analyse des Versöhnungsbegriffs und der Rolle von Amnestien im politischen Übergangsprozess.
  • Strukturelle Untersuchung der drei Komitees der TRC und ihrer Arbeitsweisen.
  • Kritische Beleuchtung der Diskrepanz zwischen kollektiver Versöhnung und individueller Gerechtigkeit.
  • Untersuchung der politischen Motive der Regierung zur Stärkung ihrer Autorität.

Auszug aus dem Buch

1.1 „Ubuntu“

Ein im Rahmen der TRC und des politischen Versöhnungsprozesses häufig auftauchender Begriff war „Ubuntu“. Im Sinne des Ansatzes der Kommission impliziert Ubuntu, dass das Verhältnis zwischen Tätern und Opfern kein gegnerisches, sondern ein gemeinschaftliches zum Zwecke gemeinsamer Heilung sein soll. Denn: gemäß dem von Präsident Nelson Mandela zum Vorsitzenden der TRC ernannten anglikanischen Erzbischof Desmond Tutu sind alle Beteiligten Opfer des brutalen Systems und durch die Apartheid und ihre Gewalt entmenschlicht worden.

,Ubuntu’ ist das Zulu-Wort für Menschlichkeit, Gemeinschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl, ein kulturelles Konzept des ,Füreinander-Daseins’, ähnlich wie Nächstenliebe, und bedeutet in den Worten Desmond Tutus: ,.Ubuntu says I am human only because you are human. If I undermine your humanity, I dehumanize myself. You must do what you can do to maintain this great harmony, which is perpetually undermined by resentment, anger desire for vengeance. That´s why African jurisprudence is restorative rather than retributive.“ Die Humanität des einzelnen ist untrennbar mit der des anderen verbunden.

Menschenleben ist zu achten und Menschen einer Gemeinschaft haben Verantwortung füreinander zu tragen.

Die Elemente von ‚ubuntu’ sind: Mitmenschlichkeit, Mitgefühl, Toleranz, Respekt für den Wert eines jeden, Großzügigkeit, Empathie, Geschlossenheit, Kompromissfähigkeit, Aufrichtigkeit, Gastlichkeit und Einigkeit im Sinne des Gemeinwohls.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik politischer Transitionsprozesse ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Anspruch auf Versöhnung der TRC kritisch zu untersuchen.

1. Begriffsklärung: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Konzepte wie Ubuntu, Versöhnung und Vergebung, die für das Verständnis der Arbeit grundlegend sind.

2. Geschichte der Apartheid: Hier wird der historische Kontext der Apartheid, ihre institutionalisierte Diskriminierung und der Weg zum Übergangsprozess skizziert.

3. Entstehung der Truth and Reconciliation Commission (TRC): Dieses Kapitel beschreibt die politischen Vorverhandlungen und die Entstehung der Kommission im Kontext der Amnestiefragen.

4. Mandat und Zielsetzungen der TRC: Hier werden die Aufgaben und das offizielle Mandat der Kommission sowie die Erwartungen an ihre Arbeit dargelegt.

5. Aufbau und Struktur der Kommission: Dieses Kapitel analysiert die Gliederung der TRC in drei spezialisierte Komitees und deren jeweilige Arbeitsweise.

6. Der Abschlussbericht: Hier werden die Ergebnisse und Erkenntnisse des Abschlussberichts sowie die öffentliche und politische Reaktion darauf thematisiert.

7. Die Bipolarität der Kommission: szientistisch verbindlich – narrativ unverbindlich: Dieses Kapitel arbeitet die methodische Zweiteilung der Kommission zwischen Amnestiekomitee und opferzentrierten Komitees heraus.

8. Argumente gegen Amnestie: Hier werden die ethischen und rechtlichen Bedenken gegen das Amnestieprinzip sowie die Verfassungsklage thematisiert.

9. Argumente für die Gewährung von Amnestien: Dieses Kapitel beleuchtet die pragmatischen Gründe für Amnestien und das Konzept der wiederherstellenden Gerechtigkeit.

10. Ansprüche der TRC und Erwartungen an Wahrheitskommissionen: Hier werden die therapeutischen und gesellschaftlichen Hoffnungen, die mit dem Wahrheitsfindungsprozess verknüpft waren, analysiert.

11. Kritik am Anspruch „Versöhnung durch Wahrheit“: Dieses Kapitel kritisiert die Grenzen der Versöhnung, insbesondere die Unzulänglichkeiten bei der individuellen Heilung und die Vernachlässigung struktureller Probleme.

12. Motive der neuen Regierung: Hier wird die Rolle der Regierung bei der Zentralisierung ihrer Autorität und der Nutzung der TRC für das Nation-Building untersucht.

Abschließende Betrachtungen: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, die eine Differenz zwischen symbolischen Erfolgen der Kommission und der fehlenden sozioökonomischen Veränderung feststellt.

Schlüsselwörter

Truth and Reconciliation Commission, Apartheid, Versöhnung, Amnestie, Ubuntu, Menschenrechte, wiederherstellende Gerechtigkeit, Übergangsgesellschaft, Wahrheitsfindung, politische Transformation, Opfer, Täter, Nationenbildung, Schuld, Reparation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die südafrikanische Truth and Reconciliation Commission (TRC) hinsichtlich ihres Anspruchs, Wahrheit und Versöhnung nach der Apartheid zu schaffen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Spannungsfelder zwischen rechtlichen Amnestieregelungen, moralischen Versöhnungsnarrativen und den sozioökonomischen Realitäten des südafrikanischen Transformationsprozesses.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, ob der Versöhnungsanspruch der TRC haltbar ist und welche machtpolitischen Bedingungen die Wahrheitsfindung sowie die Gerechtigkeitsumsetzung prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, gestützt auf Literatur zur Übergangsjustiz, um die Arbeit der TRC-Komitees strukturell und inhaltlich zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Mandats, der Struktur der Komitees, der Amnestiepraxis sowie einer fundierten Kritik an der Wirksamkeit der Versöhnungsrhetorik unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Opfer- und Täterperspektiven.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind TRC, Versöhnung, Amnestie, wiederherstellende Gerechtigkeit, Ubuntu, Apartheid, Opfer, politische Transformation und nationale Identität.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Kirchen in der TRC?

Die Arbeit hinterfragt die Ambivalenz der Kirchen, die einerseits als spirituelle Tröster fungierten, aber andererseits auch dazu dienten, soziale Proteste im Sinne der neuen Regierung zu befrieden.

Was kritisiert die Arbeit bezüglich der "wiederherstellenden Gerechtigkeit"?

Die Kritik richtet sich darauf, dass "wiederherstellende Gerechtigkeit" oft nur auf der symbolischen Ebene stattfand, während eine echte ökonomische Wiedergutmachung und strukturelle Veränderung zugunsten der Opfer ausblieb.

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Details

Title
Südafrikas "Truth and Reconcilation Commission"
Subtitle
Anspruch auf Versöhnung und Wahrheit im Kontext der politischen Rahmenbedingungen
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaft)
Course
Schuld und Sühne in den Internationalen Beziehungen
Grade
1,0
Author
M. A. Daniel Rasmus (Author)
Publication Year
2006
Pages
47
Catalog Number
V202310
ISBN (eBook)
9783656283812
ISBN (Book)
9783656284017
Language
German
Tags
Wahrheitskommission Apartheid Versöhnung Amnestie Bürgerkrieg Kirche in Afrika Vergebung Menschenrechte Gerechtigkeit Nation-Building State-Building Trauma Heilung Tribunale innerstaatliche Konflikte ANC Menschenrechtsverletzungen Staatsterrorismus Schuld
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Daniel Rasmus (Author), 2006, Südafrikas "Truth and Reconcilation Commission", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202310
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