1. Einleitung
Eine der größten globalen politischen Herausforderungen im 21. Jahrhundert ist es, Kriege
zu verhindern und Frieden zu schaffen. Viele kontemporäre Krisen stehen in Korrelation
mit Hunger, Elend und Armut, welche aus Umweltproblemen resultieren.
Bereits 1992 haben sich 178 Staaten am „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro für eine nachhaltige
Entwicklung entschieden, die weltweiten wirtschaftlichen Wohlstand sowie sozialen
Ausgleich ermöglichen und die Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten
soll. Die gewünschten Ziele und Handlungsempfehlungen sind sehr vielversprechend und
sinnvoll, doch ist die Umsetzung in die Praxis davon weit entfernt.
Die aktuelle Umweltsituation drängt aber global zu denken und lokal zu handeln:
Die stetig fortschreitende Erderwärmung und der damit einhergehende Klimawandel,
zunehmende Desertifikation, der Abbau und das Verschwinden natürlicher Ressourcen,
Wasserknappheit, Umweltverschmutzung, Gifte und Schadstoffe in den Nahrungsketten
etc. sind Probleme, die weltweit auftreten, die keine Grenzen kennen und nur durch globale
Kooperation gelöst werden können.
Aktionen sind unerlässlich, jedoch klaffen das Umweltbewusstsein und das
Umweltverhalten in der Bevölkerung weit auseinander. Daher erscheint es notwendig,
umweltbewusstes Verhalten zu fördern, vor allem bei jungen Menschen, die ein Recht auf
ein friedliches Zusammenleben haben und auf ihre zukünftige Lebenswelt angewiesen
sind.
Aus den genannten Gründen ist es notwendig, Wissen über Umweltprobleme sowie
Lösungsvorschläge und Partizipationsmöglichkeiten im Rahmen der schulischen Bildung
zu vermitteln. Durch fächerübergreifende Projekte können die genannten Intentionen
adäquater realisiert werden. Die Schüler sollen Einsichten gewinnen, dass Umweltschutz
weitreichende Folgen hat sowie sinnvoll und notwendig ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Umweltproblematik
2.1. Globale und gesellschaftliche Relevanz
2.2. Rechtliche Verankerung des Umweltschutzes
3. Umwelterziehung an der Schule
3.1. Fächerübergreifendes Lernen
3.2. Projektorientierung
4. Die Agenda 21 an der Schule
4.1. Idee
4.2. Übersicht und Rahmenbedingungen
4.3. Sachanalyse
4.4. Didaktisch-methodische Analyse
4.5. Analyse der Sozialformen
4.6. Formulierung von Lernzielen und Lehrplanbezug
5. Weitere Möglichkeiten umwelterzieherischer Praxis an der Hauptschule
6. Umsetzungsmöglichkeiten an anderen bayerischen Schulformen
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, Umwelterziehung als fächerübergreifende Aufgabe an Hauptschulen zu legitimieren und praxisnah umzusetzen, um bei Schülern ein Bewusstsein für globale ökologische Herausforderungen und lokales verantwortungsbewusstes Handeln zu fördern.
- Grundlagen der globalen Umweltproblematik und deren gesellschaftliche Relevanz
- Methodische Konzepte für fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen
- Praktische Realisierung am Beispiel eines Agenda-21-Projekts
- Didaktische Analyse von Sozialformen und Lernzielen
- Förderung von Umweltbewusstsein und demokratischer Partizipation
Auszug aus dem Buch
3.1. Fächerübergreifendes Lernen
Umwelterziehung ist als fächerübergreifende Aufgabe zu verstehen, die sich an der Ganzheitlichkeit des Schülers (sinnlich, leiblich, denkend, fühlend) orientiert und es dadurch eher ermöglicht, die Weltwahrnehmung des Schülers zu erweitern und eine an der Erziehung zur Mündigkeit orientierte Neukonstruktion von Welt zu ermöglichen. (vgl. Moegling 1998, S.41)
Die starren Fächergrenzen müssen einer interdisziplinären Näherung des Umweltproblems zu Gunsten des vernetzten Denkens weichen. Umwelterziehung erfordert ein Denken in verschiedene Richtungen sowie in komplexen Beziehungen, Verbindungen und Zusammenhängen. (vgl. Huber 1995, S.81)
„Um Isolierungen in den einzelnen Fächern zu vermeiden, ist Umwelterziehung als Querschnittsaufgabe anzusehen, die einerseits Überschneidungen mit schulischen Bildungsaufgaben aufweist und andererseits eine Schnittmenge ist, die interdisziplinäre Anteile enthält.“ (Hübner 1994, S.13)
Da fächerübergreifender Unterricht Sach- und Methodenbeiträge verschiedener Fächer berücksichtigt und häufig projektorientiert stattfindet, wird die Schülerselbsttätigkeit und die Kooperation in Gruppen gefördert. (vgl. Deichmann 2001, S.35)
Deichmann nennt als anzustrebende Ziele für den fächerübergreifenden Unterricht die Förderung der Selbstkompetenz, die Förderung der fächerübergreifenden analytischen Kompetenz und die Handlungskompetenz. (vgl. Deichmann 2001, S.15f)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die globale Umweltkrise als zentrale politische Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar und begründet die Notwendigkeit schulischer Bildung zur Förderung umweltbewussten Handelns.
2. Umweltproblematik: Das Kapitel analysiert die Vielschichtigkeit und Komplexität globaler Umweltprobleme und erläutert deren rechtliche Verankerung im Grundgesetz sowie der Bayerischen Verfassung.
3. Umwelterziehung an der Schule: Es wird definiert, welche Rolle Umwelterziehung im Lehrplan einnimmt und wie durch fächerübergreifendes Lernen und Projektorientierung eine wertorientierte Bildung erreicht werden kann.
4. Die Agenda 21 an der Schule: Dieses Kapitel konzipiert ein praktisches Unterrichtsprojekt für die 9. Jahrgangsstufe, inklusive Rahmenbedingungen, Sachanalyse, didaktischer Reflexion und der Analyse der eingesetzten Sozialformen.
5. Weitere Möglichkeiten umwelterzieherischer Praxis an der Hauptschule: Hier werden ergänzende Ansätze wie Exkursionen, die Einladung von Experten und handlungsbezogene Projekte zur Vertiefung der Umwelterziehung vorgestellt.
6. Umsetzungsmöglichkeiten an anderen bayerischen Schulformen: Es wird kurz erläutert, dass die vorgestellten Konzepte durch zielgruppengerechte Anpassung des Anforderungsniveaus auf andere Schulformen übertragbar sind.
7. Schluss: Der Abschluss betont die Notwendigkeit von Stetigkeit und einer Vorbildfunktion der Lehrkräfte, um dauerhaft ein verantwortungsbewusstes „Umweltgewissen“ bei Schülern zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Umwelterziehung, Agenda 21, fächerübergreifender Unterricht, Projektorientierung, nachhaltige Entwicklung, Umweltbewusstsein, Umweltschutz, Hauptschule, Didaktik, Partizipation, soziale Kompetenz, Globalisierung, ökologische Bildung, Klimawandel, Werteerziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Legitimation von Umwelterziehung als fächerübergreifender und projektorientierter Bildungsauftrag im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernpunkten gehören die globale Umweltproblematik, die rechtliche Verankerung des Umweltschutzes in Bayern sowie didaktische Strategien zur Verknüpfung von Wissen und Handeln.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schüler durch ein ganzheitliches, projektorientiertes Vorgehen ein Umweltbewusstsein entwickeln können, das über bloßes Wissen hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine didaktische Analyse und konzipiert ein Modellprojekt für die Hauptschule, das auf bestehenden theoretischen Erkenntnissen der Umwelterziehung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Umweltproblematik und eine detaillierte Planung eines Agenda-21-Projektwochenmodells für eine 9. Klasse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Umwelterziehung, Agenda 21, Projektorientierung, fächerübergreifendes Lernen, Nachhaltigkeit und soziale Partizipation.
Wie wichtig ist die Vorbildfunktion der Lehrkraft bei der Umwelterziehung?
Laut der Arbeit spielt die Vorbildfunktion eine entscheidende Rolle, da das Verhalten und die Signalwirkung der Lehrkraft die Handlungsbereitschaft der Schüler massiv beeinflussen.
Warum reicht ein einmaliges Projekt laut Autor nicht aus?
Ein isoliertes Projekt ist nicht ausreichend, um ein stabiles „Umweltgewissen“ zu bilden; Umwelterziehung erfordert kontinuierliche Thematisierung und Stetigkeit im Schulalltag.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2010, „Umwelt“ als fächerübergreifende Aufgabe – Legitimation und Realisierung umwelterzieherischer Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202092