Der Forschungsbegriff der Economy Sounds stellt eine eigene Wortformulierung des Autors dar. Dies ist notwendig, da in den zahlreichen recherchierten Quellen kein adäquater Ausdruck für das gemeinte gefunden wurde. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass der Ausdruck sich nicht doch in anderen wissenschaftlichen Publikationen finden lässt, jedoch dann vermutlich in einem anderen Kontext als in diesem Artikel.
Unter meiner Definition sind Economy Sounds demnach “Sounds die einen Stimulus auf Menschen auswirken der zur Beeinflussung des Verhaltens bei einem Kaufprozess dient“. Hierbei ist die Ergänzung der Definition um den Zusatz der Beeinflussung des Verhaltens bei einem Kaufprozess entscheidend. Ohne diesen Zusatz verstünde man sonst auch Sounds von Industrieanlagen, Logistikverkehr, Baustellen, etc. als Economy Sounds. Diese Sounds sind ja die eigentlichen „ökonomischen Sounds“, weil sie von der „Ökonomie“, im Sinne von Wirtschaft produziert werden.
Gemäß Definition sind Beispiele für Economy Sounds: die background music in Einzelhandelsgeschäften und Restaurants; der Marktschreier auf dem Wochenmarkt; alle Kommunikationen rund ums Thema Feilschen; der Einsatz von Musik in Werbung und TV und der Bereich des Sounddesigns von Produkten. Es wird nochmals betont, dass die Sounds definitionsgemäß das Verhalten bei einem Kaufprozess beeinflussen müssen. Dies schließt im klassischen Buyer-Seller Konzept beide beteiligten Seiten mit ein, d.h. wird von einem Modegeschäft wie C&A background music mit dem Ziel der Verbesserung der Laune der Angestellten verwendet, so ist dies ein Economy Sound, da diese Menschen auf Seite der Seller eine aktive Rolle im Prozess besitzen. Wird hingegen background music in der Fabrik, welche Kleider für C&A produziert mit dem gleichen Ziel eingesetzt, so ist dies nicht als Economy Sound zu verstehen, da die Arbeiter in diesem Unternehmen keine aktive Rolle im Buyer-Seller Konzept haben. Unter aktiv wird hier die räumliche und/oder zeitliche Nähe verstanden.
Wegen der großen Vielfalt des Forschungsfeldes der Economy Sounds behandelt dieser Fachartikel nur den Einsatz von background music in Einzelhandels-geschäften. Es wird die Verbreitung und der Einsatz von background music analysiert. Als Untersuchungsstandort wurde aus praktischen Gründen die Stadt Mainz gewählt. Diese besitzt mit einer Einwohnerzahl von knapp 200 000 eine ausreichende Größe und die nötige Vielfalt von Geschäften.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Musik als entscheidender Stimulus
3 Geographische Relevanz
4 Wissenschaftliche Erkenntnisse
4.1 Studien
A Einzelhandel
B Casino
C Restaurant
4.2 Kritik an Forschungserkenntnissen
5 Analyse Mainz
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Hintergrundmusik als sogenannten "Economy Sound" in Einzelhandelsgeschäften. Dabei wird analysiert, wie gezielt eingesetzte akustische Reize das Kaufverhalten der Kunden beeinflussen und welche wirtschaftsgeographische Relevanz diese Phänomene am Beispiel der Mainzer Innenstadt besitzen.
- Definition und Kategorisierung von "Economy Sounds"
- Wirkungsweise von Musik auf Kunden aus verhaltenspsychologischer Sicht
- Analyse bestehender Studien zu Musikeinsatz in verschiedenen Handelsbranchen
- Empirische Untersuchung der Verbreitung von Hintergrundmusik in Mainzer Geschäften
Auszug aus dem Buch
4 Wissenschaftliche Erkenntnisse
Wie bereits angesprochen sind die geographischen Forschungen zum Thema „background music as an Economy Sound“ nicht weit vorangeschritten, bzw. aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichend. Aus diesem Grund stammen die wissenschaftlichen Erkenntnisse hauptsächlich aus dem Bereich der Psychologie und Marketing. Dieses Forschungsfeld ist im Gegensatz zur geographischen Perspektive wissenschaftlich gut erforscht und kann durch zahlreiche Studien gut dargestellt werden.
Im nachfolgenden Abschnitt 4.1 werden nacheinander einige Erkenntnis bringende Studien vorgestellt, die für Fragestellung dieser Arbeit relevant sind. Es wird hierbei auf eine chronologische Reihenfolge verzichtet, da die geschichtliche Abfolge der Erkenntnisse irrelevant ist. Interessant sind nur die gewonnenen Forschungsergebnisse.
Um aber eine gewisse Einteilungsstruktur zu bewahren, werden die Studien grob nach ihren Forschungsräumen sortiert. Es ist zu beachten, dass die Gestaltung der Forschungstätigkeit zum Teil sehr unterschiedlich zur geographischen Erhebungsmethode ist. Im Abschnitt 4.2 wird hierauf etwas detailierten eingegangen, um eine Verdeutlichung der Aussage zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in den selbst gewählten Forschungsbegriff der "Economy Sounds" und Begründung der Fokuswahl auf Hintergrundmusik im stationären Einzelhandel.
2 Musik als entscheidender Stimulus: Erläuterung der Bedeutung von Musik als strategisches Element der Ladengestaltung und Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie psychologischen Wirkungsmechanismen.
3 Geographische Relevanz: Einordnung des Themas in die Wirtschaftsgeographie und Erläuterung der Kriterien zur Differenzierung von Einzelhandelsbetrieben.
4 Wissenschaftliche Erkenntnisse: Vorstellung und Diskussion diverser Studien, die den Einfluss von Musiktempo, Musikrichtung und Lautstärke auf das Kundenverhalten in verschiedenen Branchen (Einzelhandel, Casino, Restaurant) belegen.
5 Analyse Mainz: Darstellung der lokalen Gegebenheiten der Mainzer Innenstadt sowie methodische Beschreibung der eigenen Datenerhebung in 75 Geschäften.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe im Bereich der soundgeographischen Analyse von Betriebsformen.
Schlüsselwörter
Economy Sound, Hintergrundmusik, Kaufverhalten, Mainzer Innenstadt, Einzelhandel, Wirtschaftsgeographie, Verhaltenspsychologie, Ladengestaltung, Musiktempo, Konsumentenpsychologie, Betriebsformen, Beschallung, Marketinginstrument, Signifikanz, Feldstudie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Musik in Einzelhandelsgeschäften als ökonomischer Faktor (Economy Sound) eingesetzt wird, um das Kundenverhalten zu steuern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Wirkung von Musik, der ökonomischen Rechtfertigung ihres Einsatzes und der wirtschaftsgeographischen Analyse der Mainzer Innenstadt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Verbreitung und Wirkung von Hintergrundmusik in realen Verkaufsumgebungen zu beleuchten und eine Brücke zwischen psychologischen Erkenntnissen und geographischen Standortanalysen zu schlagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse bestehender psychologischer Studien und eine eigene empirische Feldforschung, bei der 75 Geschäfte in Mainz auf ihren Musikeinsatz hin überprüft wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Musikwirkung (inklusive Verhaltensmodellen wie dem Mehrabian-Russell-Modell) und die detaillierte Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten aus Mainz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Konzepte sind "Economy Sounds", "Background Music", "Kaufverhalten", "Wirtschaftsgeographie" und "Standortstruktur".
Welches Ergebnis lieferte die Untersuchung in der Mainzer Innenstadt?
Die Untersuchung ergab, dass zwei Drittel der untersuchten 75 Geschäfte aktiv Hintergrundmusik einsetzen, wobei die Branchen Bekleidung und Lebensmittel signifikante Unterschiede in der Nutzungsintensität aufweisen.
Wird die Wirkung von Musik in allen Branchen gleich eingeschätzt?
Nein, die Arbeit zeigt, dass die Branche einen erheblichen Unterschied macht; während in Bekleidungsgeschäften Musik fast omnipräsent ist, ist der Einsatz im Buchhandel oder bei spezialisierten Fachgeschäften oft unüblich.
Welche kritische Sichtweise nimmt der Autor ein?
Der Autor weist darauf hin, dass die Wirkung von Musik individuell und situativ unterschiedlich ist und warnt vor einer simplen Verallgemeinerung (z.B. "langsame Musik ist immer gut").
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- Patrick Wenz (Author), 2011, Background music as an Economy Sound am Beispiel von Einzelhandelsgeschäften in der Mainzer Innenstadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201883