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Die Budgetbewilligungsdebatten in der Vorkriegssozialdemokratie

Title: Die Budgetbewilligungsdebatten in der Vorkriegssozialdemokratie

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Wiedermann (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism

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Summary Excerpt Details

Die deutsche Sozialdemokratie errang zwischen 1890 und 1914 Wahlerfolg auf Wahlerfolg und steigerte stetig ihre Mitgliederzahlen. Diese Zuwächse konnte sie allerdings nur selten direkt in politische Erfolge umsetzen, da die Eliten im Kaiserreich sie von der Teilhabe an der Macht fern hielten.
Doch gab es Unterschiede im Reich. Während es in Preußen mit seinem Dreiklassenwahlrecht kaum Möglichkeiten gab, ernsthaften Einfluss über den Landtag auszuüben, war das Potential in den süddeutschen Landtagen erheblich höher. Nach dem Auslaufen der Sozialistengesetze 1890 formierte sich daher vor allem in den süddeutschen Parteigliederungen eine Strömung, die den parlamentarischen Kampf um Reformen aufwerten wollte, um bereits im bestehenden System Verbesserungen durchzusetzen.
Bis zum Ersten Weltkrieg stießen diese Bestrebungen auf erheblichen Widerstand seitens der Mehrheit der Gesamtpartei. Diese Mehrheit lehnte es ab mit den gegnerischen Parteien oder den herrschenden Eliten Kompromisse auszuhandeln. Nicht kleine Reformschritte sollten Zweck der Partei sein, sondern die Vorbereitung der Massen auf den großen Zusammenbruch des Klassenstaates, auf den „großen Kladderadatsch“ wie August Bebel es formulierte.
Diese taktischen Gegensätze führten zu einer Reihe grundsätzlicher Auseinandersetzungen. Kaum ein Streit wurde allerdings so häufig auf Parteitagen geführt wie der um die Budgetabstimmungen in den süddeutschen Landtagen.
Im Folgenden werden die Parteitagsdebatten um die Budgetbewilligungen nachgezeichnet, um an ihnen exemplarisch darzulegen, dass das einende Selbstverständnis der deutschen Sozialdemokratie spätestens ab 1900 zunehmend in Frage gestellt wurde und sich die Partei in einer unlösbaren Krise befand. Dafür werde ich zunächst die Stellung der Sozialdemokratie im deutschen Kaiserreich theoretisch anhand der Krisenkonzeption von Rudolf Vierhaus reflektieren, die er für das 19. Jahrhundert, insbesondere für das deutsche Kaiserreich entwickelt hat. Anschließend werde ich die Debatten auf den Gesamtparteitagen der Sozial-demokratie nachzeichnen, die immer dann erfolgten, wenn in einem süddeutschen Landtag eine sozialdemokratische Fraktion dem Gesamtbudget zustimmte. In der Regel folgten diesen als Skandal empfundenen Budgetbewilligungen auch heftige Debatten in den Parteiorganen. Diese ebenfalls auszuwerten würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Wo das Verständnis es verlangt, wird auf sie Bezug genommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Krise des Kaiserreiches und das sozialdemokratische Selbstverständnis

3. Von Frankfurt nach Lübeck – Die Parteitage 1894 und 1901

4. Budgetbewilligungen in Baden, Bayern und Württemberg und der Nürnberger Parteitag von 1908

5. Badische Budgetbewilligung von 1910 und der Magdeburger Parteitag

6. Fazit

7. Literatur und Quellenverzeichnis

7.1. Quellenverzeichnis

7.2. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Parteitagsdebatten über Budgetbewilligungen in süddeutschen Landtagen zwischen 1890 und 1914. Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, wie diese Abstimmungen das einende sozialdemokratische Selbstverständnis im wilhelminischen Kaiserreich zunehmend in Frage stellten und die Partei in eine unlösbare Krise stürzten, die ihren ideologischen Zusammenhalt gefährdete.

  • Krisenkonzeption nach Rudolf Vierhaus im Kontext der Sozialdemokratie
  • Konflikt zwischen systemoppositionellem Selbstverständnis und parlamentarischer Praxis
  • Disziplinbruch als zentrales Motiv der innerparteilichen Auseinandersetzungen
  • Die Entwicklung von der Frankfurter Debatte 1894 bis zur Magdeburger Resolution 1910
  • Spannungsverhältnis zwischen Reformismus und revolutionärem Marxismus

Auszug aus dem Buch

3. Von Frankfurt nach Lübeck – Die Parteitage 1894 und 1901

Bereits 1894 gab es einen Streit in der Partei, ob in den Landtagen sozialdemokratische Fraktionen dem Gesamtbudget zustimmen dürften. Damals hatten die Fraktionen in Baden und Bayern dem Gesamthaushalt zugestimmt. Auf dem Frankfurter Parteitag kam es in der Folge zwar zu einer längeren Debatte, aber zu keiner Klärung des Streits, da weder ein Antrag für noch gegen die Budgetbewilligung eine Mehrheit fand. Dennoch kam es erst 1901 zu einer erneuten Zustimmung zu einem Gesamthaushalt durch die badische Landtagsfraktion. Dieses Verhalten löste eine Welle der Empörung aus, die sich bereits vor dem Lübecker Parteitag in den Parteiorganen niederschlug.

Spätestens mit der Revisionismusdebatte ab 1898 hatten sich in der Partei sehr differenzierte Strömungen herausgebildet. Bebel versuchte die grundsätzliche Parteiausrichtung zwischen ihnen aufrechtzuerhalten, was ihm bis zu seinem Tod auch weitgehend gelang, aber nur zu dem Preis selbst auch Entgegenkommen zu zeigen. Die Rolle der kompromisslosen Kritiker der Budgetbewilligungen nahmen die radikalen Linken ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der deutschen Sozialdemokratie als systemoppositionelle Kraft im Kaiserreich, die Wahlerfolge nicht direkt in politische Macht umsetzen konnte.

2. Die Krise des Kaiserreiches und das sozialdemokratische Selbstverständnis: Analysiert anhand von Rudolf Vierhaus die Krisenerscheinungen des 19. Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf die Identitätsbildung der Arbeiterbewegung.

3. Von Frankfurt nach Lübeck – Die Parteitage 1894 und 1901: Untersucht die ersten heftigen Debatten über die Zulässigkeit von Budgetbewilligungen und die Bemühungen Bebels um einen innerparteilichen Kompromiss.

4. Budgetbewilligungen in Baden, Bayern und Württemberg und der Nürnberger Parteitag von 1908: Dokumentiert die Verschärfung des Konflikts durch wiederholte Disziplinbrüche süddeutscher Fraktionen und die Reaktion der Parteimehrheit.

5. Badische Budgetbewilligung von 1910 und der Magdeburger Parteitag: Analysiert den Höhepunkt der Auseinandersetzung und die kompromisslose Durchsetzung der Parteidisziplin gegen die badischen Abgeordneten.

6. Fazit: Resümiert die Unfähigkeit der Partei, den Widerspruch zwischen marxistischer Theorie und parlamentarischer Praxis zu lösen, was langfristig die Einheit der Arbeiterbewegung untergrub.

Schlüsselwörter

Sozialdemokratie, Kaiserreich, Budgetbewilligung, Parteitag, Klassenstaat, Disziplinbruch, Reformismus, Revisionismus, August Bebel, Landtag, Parteidisziplin, Parlamentarismus, Identitätskrise, Arbeiterbewegung, Süddeutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die innerparteilichen Konflikte der deutschen Sozialdemokratie vor dem Ersten Weltkrieg, die sich an der Frage entzündeten, ob Abgeordnete in süddeutschen Landtagen den staatlichen Gesamtbudgets zustimmen dürfen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das Spannungsverhältnis zwischen der theoretischen Ablehnung des "Klassenstaates" und der praktischen Notwendigkeit parlamentarischer Zusammenarbeit sowie die Erosion der Parteidisziplin.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese Budgetstreitigkeiten das einende Selbstverständnis der SPD gefährdeten und ein Symptom für die strukturelle Krise der Partei vor 1914 waren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf den Protokollen der Parteitage der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands sowie zeitgenössischer Fachliteratur basiert.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil zeichnet chronologisch die Debatten auf den Parteitagen von 1894 (Frankfurt), 1901 (Lübeck), 1908 (Nürnberg) und 1910 (Magdeburg) nach.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Budgetbewilligung, Disziplinbruch, Reformismus, Klassenstaat und Parteidisziplin geprägt.

Warum war die Budgetbewilligung für die Parteimehrheit ein "Skandal"?

Die Mehrheit interpretierte die Zustimmung zum Etat als ein Vertrauensvotum für die Regierung und als Bruch mit dem systemoppositionellen Kern der sozialdemokratischen Identität.

Welche Rolle spielte August Bebel in diesem Prozess?

Bebel versuchte über Jahre, durch verschiedene Resolutionsentwürfe einen Mittelweg zwischen den radikalen Linken und den pragmatischen Süddeutschen zu finden, bevor er sich schließlich der Linie der kompromisslosen Ablehnung anschloss.

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Details

Title
Die Budgetbewilligungsdebatten in der Vorkriegssozialdemokratie
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meineke-Institut)
Course
Das Deutsche Kaiserreich als Krisen- und Umbruchszeit
Grade
1,3
Author
Andreas Wiedermann (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V201486
ISBN (eBook)
9783656274957
ISBN (Book)
9783656276722
Language
German
Tags
August Bebel Rosa Luxemburg Preußen Deutsches Reich Staatshaushalt Budgetrecht Reichstag Landtag Bayern Baden Württemberg Reformismus Revisionismus Marxismus Sozialdemokratie SPD Revolution Reform Parteitag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Wiedermann (Author), 2012, Die Budgetbewilligungsdebatten in der Vorkriegssozialdemokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201486
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