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Freelancer in den neuen Medien: Entgrenzung von Arbeit und Leben?

Title: Freelancer in den neuen Medien: Entgrenzung von Arbeit und Leben?

Essay , 2008 , 8 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Marie Luedtkes (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation

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Summary Excerpt Details

Wer kennt es nicht, das Bild von in Cafés (oder unbeheizten Ladenlokalen) herumlümmelnden Menschen, den Laptop vor ihnen aufgebaut, daneben ein Latte Macchiato. Menschen, die so oder so ähnlich ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Sie nennen sich Freelancer. Es gibt auch schmissigere Bezeichnungen für sie, aber dazu kommen wir später. Vorerst muss zugegeben werden, dass jemand, der in den letzten 3 Jahren nicht in Berlin war, dieses Bild vermutlich nicht kennt. Dieses Bild kann man eigentlich nur aus Berlin kennen. Nicht, dass es in anderen deutschen Großstädten diese Menschen nicht gäbe. Es gibt sie. Und zwar zu Hauf. Aber dort sitzen sie eben nicht in unbeheizten Ladenlokalen herum. Höchstens noch in günstigen Cafés. Aber auch das eher selten. In anderen Städten sind sie einfach unauffälliger. Vielleicht mag man (der Leser) sich nun fragen, warum ich dieses Bild verwende, wenn ich es doch scheinbar selbst nicht für repräsentativ halte. Ich benutze es, weil es so passend das ausdrückt und, worüber ich hier schreiben möchte . Weil dieses Bild genau den Arbeitstypus der modernen Kultur- und Medienbranche abzeichnet, den ich hier in Worten zu skizzieren versuche. In der vorliegenden Arbeit geht es um jene Menschen, die freiberuflich „künstlerisch“ tätig sind, und die Frage, ob bei ihnen die Grenze zwischen Arbeit und Leben verschwimmt. Es geht um Freelancer in den neuen Medien über die ich behaupte, dass ihr Privatleben und ihr Arbeitsleben in besonderem Maße und auf besondere Art entgrenzt sind. Mein Anliegen ist es entgegen des Befunds von Annette Henniger (2006, 161), dass kein genereller Trend zur Entgrenzung von Erwerbsarbeit und Privatleben bei Freelancern auszumachen ist, zu zeigen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Annette Henninger konzentriert sich in ihrer Analyse auf den Aspekt der sozialen Netzwerke. Da die privaten und beruflichen Netzwerke sich ihrer Analyse nach nicht überschneiden, geht sie von keiner Entgrenzung aus. Dieser einzelne Aspekt greift meiner Meinung nach viel zu kurz, um solch einen Rückschluss zu ziehen. Dementgegen werde ich verschiedene Perspektiven und Ebenen beleuchten, um meine These, dass die Grenze zwischen Arbeit und Leben bei Freelancer zerfließt, zu stützen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Selbstverwirklichung

3. Zeit und Raum

4. Subjektivierung von Arbeit

5. Die Rolle „Freelancer“

6. Entgrenzung? Ja !

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass bei Freelancern in den neuen Medien eine ausgeprägte Entgrenzung zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben stattfindet, und setzt sich dabei kritisch mit Forschungsbefunden auseinander, die eine strikte Trennung dieser Sphären annehmen.

  • Die Rolle der Selbstverwirklichung als Motiv für die Wahl der Arbeitsform
  • Die Auflösung zeitlicher und räumlicher Grenzen durch moderne Kommunikationstechnologien
  • Die Subjektivierung von Arbeit und die Selbstkontrolle des Arbeitskraftunternehmers
  • Rollenkonflikte zwischen beruflicher Tätigkeit und privatem Umfeld
  • Die soziologische Einordnung des Freelancertums (Digitale Bohème vs. Urbane Pennertum)

Auszug aus dem Buch

Zeit und Raum

Charakteristisch für diesen Arbeitstypus ist, dass es für ihn weder eine zeitliche, noch eine räumliche Trennung von Arbeit und Privatleben gibt. Zeit und Raum sind die offensichtlichsten und greifbarsten Grenzen, die zwischen Arbeit und Privat gezogen werden können. Das Fehlen dieser Grenzen ist somit auch die erste Vorstellung, die sich aufdrängt, wenn man an Freelancer denkt. Hier geht es weniger um etwas Ideeles. Hier geht es schlichtweg um das Nicht-Vorhandensein eines festen Büros, das man zu festen Zeiten aufsucht. Um es auf den Punkt zu bringen: das einzige Betriebsvermögen von Freelancern ist ein Computer und sein Humankapital. Der Arbeitsplatz ist zu Hause oder in einem Café um die Ecke. Der digitale Bohemien arbeitet auch schon mal mit seinem Ibook in einem unbeheizten Ladenlokal in Berlin-Mitte. Das wichtigste ist wohl das Internet als Kommunikationsplattform. Es ist Werkzeug und Spielwiese. Ein kommensquelle und Lebensader. Gearbeitet wird, wo man Netz hat. Arbeitsplatz und Arbeitszeiten der neuen Wahl-Prekaristen verschwimmen mit dem Rest des Lebens. Das möchte ich bei meinem nächsten Argumentationspunkt noch verdeutlichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor stellt die Ambivalenz des modernen Freelancertums dar und formuliert seine These, dass bei Freelancern in den neuen Medien eine starke Entgrenzung von Arbeit und Leben vorliegt.

2. Selbstverwirklichung: Das Kapitel analysiert, wie der Wunsch nach beruflicher Selbstverwirklichung und inhaltlicher Autonomie zur bewussten Aufhebung der Trennung von privater und beruflicher Sphäre führt.

3. Zeit und Raum: Es wird erörtert, wie das Fehlen fixer Bürostrukturen und fester Arbeitszeiten dazu führt, dass der Lebensraum mit dem Arbeitsraum verschmilzt.

4. Subjektivierung von Arbeit: Der Freelancer wird als Hybrid aus Arbeitnehmer und Unternehmer beschrieben, der durch ständige Selbstkontrolle und Eigenverantwortung eine Verbetrieblichung der Lebensführung erfährt.

5. Die Rolle „Freelancer“: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeit, Arbeitsrolle und Privatrolle zu trennen, und zeigt auf, dass dies zwangsläufig zu Rollenkonflikten führt.

6. Entgrenzung? Ja !: Abschließend wird die Debatte um die digitale Bohème reflektiert und das Fazit gezogen, dass der zugrunde liegende Arbeitstypus unabhängig von der Bezeichnung eine neue Lebensform darstellt, die Grenzen konsequent auflöst.

Schlüsselwörter

Freelancer, Entgrenzung, Arbeit, Privatleben, Selbstverwirklichung, digitale Bohème, Arbeitskraftunternehmer, Rollenkonflikt, Zeit, Raum, Wissensarbeit, Prekarität, Selbstbestimmung, Lebensführung, Netzwerke

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Weise die Grenze zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben bei Freelancern in der Medienbranche verschwimmt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Motivation zur Selbstverwirklichung, die räumliche und zeitliche Entgrenzung der Arbeit sowie soziologische Konzepte wie die "digitale Bohème".

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, ob die Annahme einer strikten Trennung von Privat- und Arbeitsleben bei Freelancern haltbar ist, oder ob das Gegenteil – eine gezielte Entgrenzung – vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine qualitative Auseinandersetzung mit soziologischen Fachbegriffen und aktuellen Studien durch, um seine These durch eine Analyse verschiedener Ebenen (Zeit, Raum, Rolle, Subjektivierung) zu stützen.

Was wird im Hauptteil der Publikation behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Aspekte der Lebensführung von Freelancern analysiert, insbesondere der Einfluss von Selbstkontrolle, die Verschmelzung von Rollen und die Bedeutung der sozialen Vernetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Entgrenzung, Selbstverwirklichung, digitale Bohème und Arbeitskraftunternehmer beschreiben.

Warum wird der Begriff "digitale Bohème" verwendet?

Der Begriff dient als Bezeichnung für eine moderne Lebens- und Arbeitsform, die durch das Internet entstanden ist und sich durch ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit sowie eine bewusste Aufhebung der Grenzen zwischen Arbeit und Leben auszeichnet.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise des Autors von der von Annette Henniger?

Während Henniger aufgrund der Nicht-Überschneidung sozialer Netzwerke von keiner generellen Entgrenzung ausgeht, argumentiert der Autor, dass dieser Aspekt zu kurz greift und durch die Einbeziehung weiterer Faktoren wie Zeit und Rollenkonflikte eine deutliche Entgrenzung nachweisbar ist.

Welche Rolle spielt der Partner in Bezug auf die "boundary control"?

Der Autor führt aus, dass bei Freelancern häufig der Partner als "boundary control" fungieren muss, um überhaupt eine Form von Abgrenzung der Lebensbereiche im Alltag zu ermöglichen.

Was bedeutet "Subjektivierung von Arbeit" in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt die Verbetrieblichung der eigenen Lebensführung, bei der der Freelancer als "Arbeitskraftunternehmer" ständig für die Selbstkontrolle seiner Arbeitskraft verantwortlich ist.

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Details

Title
Freelancer in den neuen Medien: Entgrenzung von Arbeit und Leben?
College
Dresden Technical University  (Soziologie)
Course
Entgrenzung von Arbeit und Leben
Grade
1,5
Author
Marie Luedtkes (Author)
Publication Year
2008
Pages
8
Catalog Number
V201216
ISBN (eBook)
9783656272557
ISBN (Book)
9783656272830
Language
German
Tags
Freelancer Freischaffende freiberuflich arbeit Work-life-balance neue Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marie Luedtkes (Author), 2008, Freelancer in den neuen Medien: Entgrenzung von Arbeit und Leben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201216
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