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Aktivismus 2.0 – Politischer Protest im Internet.

Eine öffentlichkeitstheoretische Betrachtung.

Title: Aktivismus 2.0 – Politischer Protest im Internet.

Bachelor Thesis , 2012 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nora Moritz (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications

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Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit sollen die Auswirkungen des Internets auf die Bereiche Politik und Gesellschaft stehen. Dabei gilt es zentrale Fragen zu beantworten, wie in etwa den Aspekt, inwieweit sich das Internet als Raum einer sogenannten politischen Öffentlichkeit anbietet. Gleichzeitig stellt sich damit die Frage, welche Visionen und Potenziale mit dem Internet in Bezug auf die Demokratie einhergehen. Denn haben technische Entwicklungen Auswirkungen auf die Kommunikation in der Gesellschaft, sind sie immer auch von unmittelbarer Bedeutung für demokratische Prozesse (vgl. Grunwald et al. 2006: 56).
Ein weiterer zentraler Fokus der Arbeit liegt auf der Entstehung sogenannter virtueller Gegenöffentlichkeit, das heißt es soll aufgezeigt werden, inwieweit das Internet das Verbreiten beziehungsweise Aufgreifen oppositioneller Themen und Meinungen, die nicht in den klassischen Massenmedien wie Fernsehen, Radio und Zeitung vertreten sind, erlaubt. Darüber hinaus soll verdeutlicht werden, wie sich die Strukturen und Merkmale des Internets auf die Planung, Durchführung und Organisation von Protestaktionen auswirken. Daneben soll gleichzeitig beschrieben werden, welche Möglichkeiten das Internet politisch motivierten Aktivistinnen und Aktivisten bietet. Dazu soll näher auf das Phänomen des sogenannten Cyberaktivismus eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zu den Begriffen „Öffentlichkeit“ und „Gegenöffentlichkeit“

3. Das Internet als Raum politischer (Gegen-)Öffentlichkeit

3.1 Vom Informationsmedium zum „Sozialraum“

3.2 Konzepte zur internetgestützten Demokratie – zwei Ansätze im Vergleich

3.3 Politisch nutzbare Potenziale und Handlungsoptionen

4. Protest im Internet

4.1 Zum Phänomen des „Cyberaktivismus“

4.2 Politische Artikulation im Netz – exemplarische Fälle

4.2.1 Beispiel 1: Netstrikes

4.2.2 Beispiel 2: Hacktivismus

4.3 Neue Formen von Gegenöffentlichkeit – virtuelle Protestmedien

4.3.1 Alternative Medien

4.3.2 Taktische Medien

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Internets auf die Bereiche Politik und Gesellschaft. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit das Internet als Raum für politische Öffentlichkeit fungieren kann und welche demokratischen Potenziale sowie Gefahren mit der Entstehung von virtueller Gegenöffentlichkeit und neuen Formen des Cyberaktivismus einhergehen.

  • Grundlagen der Begriffe Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit im politischen Kontext.
  • Analyse des Internets als politischer Sozialraum und Handlungsoptionen für die Demokratie.
  • Untersuchung von Cyberaktivismus-Phänomenen wie Netstrikes und Hacktivismus.
  • Darstellung virtueller Protestmedien wie alternativer und taktischer Medien.
  • Kritische Bewertung der Wirksamkeit von digitalem Protest und dessen Bezug zur Offline-Welt.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Beispiel 1: Netstrikes

Ein Netstrike ist eine Art „Virtuelle Sitzblockade, in der zu einer verabredeten Zeit möglichst viele Nutzer [und Nutzerinnen, d. Verf.] gleichzeitig eine Website anklicken, um mit der Masse ihrer Anfragen eine Überlastung und schließlich den Ausfall des Angebots zu erreichen“ (Köhler 2007: 248). Aus diesem Grund werden Netstrikes auch als sogenannte „virtuelle Sit-Ins“ (ebd., Herv. d. Verf.) bezeichnet.

Eingeführt wurde der Netstrike Ende 1995 von einer Gruppe an Kommunikationsspezialistinnen und –spezialisten, welche sich zu einem Internetnetzwerk namens StranoNet zusammen taten (vgl. Medosch 2003: 2ff.). Ausschlaggebend für die Erschaffung des Netstrikes war die damalige Verteidigungspolitik der französischen Regierung. Diese führte zu jener Zeit Atombombentests im Pazifik durch, obwohl im Vorfeld daran weltweit starke Kritik verübt wurde. StranoNet rief aus diesem Anlass über verschiedene Webseiten, mit Hilfe von Mailinglisten und Foreneinträgen dazu auf, am 21. Dezember 1995 ab 18.00 Uhr über einem Zeitraum von einer Stunde immer wieder auf die Webseiten der französischen Regierung zu klicken. Zusätzlich wurden die InternetnutzerInnen dazu aufgefordert, den Aufruf nach dem Schneeballprinzip weiterzuverbreiten. Das Ziel von StranoNet war es zum einen, auf diese Art und Weise möglichst viele weitere Personen auf die Machenschaften der französischen Regierung aufmerksam zu machen. In erster Linie sollte mit der Aktion aber insbesondere die französische Regierung selbst angesprochen und damit davon in Kenntnis gesetzt werden, dass sie die weltweite Kritik der BürgerInnen nicht einfach folgenlos ignorieren kann. Tatsächlich kamen dem Aufruf von StranoNet damals so viele InternetnutzerInnen nach, dass die Webserver der französischen Regierung über einen längeren Zeitraum hinweg völlig blockiert waren. (Vgl. ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Internets als politisches Medium ein und stellt die zentralen Forschungsfragen zur demokratischen Teilhabe und digitalen Protestkultur vor.

2. Zu den Begriffen „Öffentlichkeit“ und „Gegenöffentlichkeit“: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen von Öffentlichkeit und politischer Öffentlichkeit im Austausch zwischen Regierenden und Regierten.

3. Das Internet als Raum politischer (Gegen-)Öffentlichkeit: Hier wird die Entwicklung des Internets zum Sozialraum sowie der Vergleich zwischen digitaler Demokratie und Cyberdemokratie analysiert.

4. Protest im Internet: Dieses Kapitel widmet sich den Funktionen von Cyberaktivismus, exemplarischen Fällen wie Netstrikes und Hacktivismus sowie neuen Formen virtueller Protestmedien.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über das Potenzial des Internets für Demokratie sowie die mit digitalem Protest verbundenen Risiken.

Schlüsselwörter

Internet, Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit, Cyberaktivismus, politische Partizipation, digitale Demokratie, Netstrikes, Hacktivismus, soziale Bewegungen, soziale Medien, Protest, Kommunikation, Wissensklufthypothese, digitale Spaltung, Mobilisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht die Rolle des Internets als Raum für politische Auseinandersetzungen, Protest und die Bildung von Gegenöffentlichkeit im Kontext der demokratischen Teilhabe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Öffentlichkeit, die verschiedenen Konzepte der internetgestützten Demokratie sowie die Untersuchung unterschiedlicher Praktiken des digitalen Protests (Cyberaktivismus).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das demokratische Potenzial des Internets zu bewerten und aufzuzeigen, wie politisch motivierte Gruppen das Medium für ihre Anliegen und die Mobilisierung nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Untersuchung exemplarischer Fallbeispiele (wie Netstrikes und Fake-Sites), um theoretische Konzepte in der Praxis zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die technischen Strukturen des Internets (Information, Kommunikation, Partizipation), die Formen des Cyberaktivismus (Netstrikes, Hacktivismus) sowie virtuelle Protestmedien (alternative und taktische Medien).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Cyberaktivismus, (Gegen-)Öffentlichkeit, digitale Demokratie, soziale Bewegungen und politische Partizipation charakterisieren.

Welche Rolle spielt die „Verstärkungsthese“ im Kontext der digitalen Spaltung?

Die Arbeit diskutiert, dass technischer Fortschritt nicht automatisch demokratische Verhältnisse schafft; die Verstärkungsthese deutet darauf hin, dass ohne Medienkompetenz und Infrastruktur vorhandene politische Defizite eher verstärkt statt behoben werden.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Netstrikes und Hacktivismus?

Netstrikes werden als eine Art „virtuelle Sitzblockade“ beschrieben, die auf Überlastung zielt, während Hacktivismus den gezielten, meist inhaltlichen Eingriff in Systeme oder Quelldateien zur Artikulation von politischem Protest bezeichnet.

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Details

Title
Aktivismus 2.0 – Politischer Protest im Internet.
Subtitle
Eine öffentlichkeitstheoretische Betrachtung.
College
University of Salzburg
Grade
1,0
Author
Nora Moritz (Author)
Publication Year
2012
Pages
52
Catalog Number
V200598
ISBN (eBook)
9783656266679
ISBN (Book)
9783656267966
Language
German
Tags
Onlineprotest Cyberprotest Netzprotest Webprotest Internetaktivismus Onlineaktvismus Cyberaktivismus Netzaktivismus Webaktivismus Gegenöffentlichkeit Netzöffentlichkeit Cyberdemokratie Digitale Demokratie politische Öffentlichkeit Hacktivismus Netstrike Protestmedien Alternative Medien Taktische Medien Taktiken virtueller Sit-In Mailbombing Denial-of-Service-Attacke Elektonisch Ziviler Ungehorsam Critical Art Ensemble StranoNet Anonymous Cult of the Dead Cow Kampagnenöffentlichkeit Indymedia alternative Öffentlichkeit Independent Media Center RTmark Fake-Site
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nora Moritz (Author), 2012, Aktivismus 2.0 – Politischer Protest im Internet., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/200598
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