In der vorliegenden modulabschließenden Hausarbeit werde ich das Konzept der persönlichen Zukunftsplanung darstellen. Die maßgebende Fragestellung lautet in diesem Zusammenhang: Kann die Selbstbestimmung von Menschen mit einer sog. Geistigen Behinderung durch das Konzept der persönlichen Zukunftsplanung gesteigert werden?
In dem folgenden Kapitel werden Begriffsdefinitionen gegeben, die als Grundlage dienen sollen, um ein Verständnis dafür zu geben, um welche Zielgruppe es sich handelt. Es wird im ersten Schritt eine allgemeine Definition von Behinderung gegeben und darauf aufbauend eine Definition von sog.geistiger Behinderung.
Im dritten Kapitel geht es um die Bedeutung von Identität und Selbstbestimmung. Dabei wird gezielt darauf eingegangen, welchen Stellenwert die Identitätsentwicklung für die Persönlichkeit eines jeden Menschen einnimmt. An dieser Stelle wird ein Bezug auf die Ausprägung des Selbstkonzepts genommen. Darauf aufbauend wird der Begriff der Selbstbestimmung bei Menschen mit einer sog. Geistigen Behinderung genauer betrachtet und seine Bedeutung vorgestellt.
Im vierten Kapitel wird das Konzept der persönlichen Zukunftsplanung beschrieben. Inhaltlich werden zunächst der Ursprung und die Entwicklung dieses Konzepts dargestellt. Im folgenden Abschnitt wird die Zielgruppe der persönlichen Zukunftsplanung beschrieben und darauf aufbauend wird die Durchführung näher erläutert. Ein besonderer Fokus richtet sich dabei auf die möglichen anwendbaren Methoden, sowie die Rolle des Moderators in diesem Prozess.
Abschließend wird im Fazit Bezug genommen auf die eingangs gegebene Fragestellung. Für eine bessere Lesbarkeit werde ich in der Regel männliche Formulierungen verwenden. Frauen sind damit gleichermaßen einbezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1 Definition von Behinderung
2.2 Definition von sog. geistiger Behinderung
3. Bedeutung von Identität und Selbstbestimmung
3.1 Identitätsentwicklung
3.2 Förderung der Selbstbestimmung bei Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung
4. Das Konzept der persönlichen Zukunftsplanung
4.1 Ursprung
4.2 Durchführung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der persönlichen Zukunftsplanung und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob die Selbstbestimmung von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung durch dieses Konzept effektiv gesteigert werden kann.
- Begrifflichkeiten und theoretische Grundlagen von Behinderung und Selbstbestimmung
- Bedeutung der Identitätsentwicklung und des Selbstkonzepts
- Ursprünge und konzeptionelle Entwicklung der persönlichen Zukunftsplanung
- Methoden der praktischen Durchführung und Rolle des Moderators
- Analyse der Wirksamkeit und Herausforderungen in der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
4.2 Durchführung
Die Durchführung einer persönlichen Zukunftsplanung verläuft individuell und ist somit nicht starr festgelegt. Es gibt lediglich einige grundlegende Rahmenbedingungen und Methoden, die dieses Konzept einbetten und als mögliche Umsetzungsmethoden für die Realisierung genutzt werden können.
Für das Konzept der persönlichen Zukunftsplanung kann man keine festgelegte Zielgruppe benennen. Aus dem Grundgedanken heraus wurde es als Unterstützungsmethode für Menschen mit einer sog. Geistigen Behinderung konzipiert, jedoch kann man dies nicht als totalen Indikatoren anerkennen. Ebenso wie Menschen mit einer Behinderung kann auch jeder andere Mensch davon profitieren, wenn er sich in einer Phase der Veränderung und des Umbruchs befindet. Es gibt keine Altersgrenze für das Durchführen einer persönlichen Zukunftsplanung. Wichtig für dieses Konzept ist lediglich der Wunsch nach Unterstützung für die jeweilige Lebensphase und die Veränderung in den unterschiedlichsten Lebensbereichen (vgl. Doose, S. (1999) S. 141ff).
Eine relativ einfache, aber sehr wichtige Methode der persönlichen Zukunftsplanung sind sog. Themenblätter. Diese können in unterschiedlichen Formen umgesetzt werden, zum Beispiel als Fragebögen, Mandala oder das Glücksrad. Wichtig ist dabei nur, dass sie gezielte Fragestellungen zu den Zukunftsplänen des Kunden beinhalten. Ziel der Themenblätter ist die Anregung zum Nachdenken und der Ideenfindung, sowie des Austauschs in Bezug auf die Lebensbereiche der Hauptperson, welche sich in einem Prozess des Umbruchs und der Veränderung befinden, diese können zum Beispiel Themenschwerpunkte in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Bildung und Freizeit darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Konzepts der persönlichen Zukunftsplanung und Formulierung der leitenden Forschungsfrage zur Steigerung der Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung.
2. Begriffsdefinition: Klärung der fachwissenschaftlichen Definitionen von Behinderung im Allgemeinen sowie der sogenannten geistigen Behinderung als Grundlage der Arbeit.
3. Bedeutung von Identität und Selbstbestimmung: Darstellung der Identitätsentwicklung als Persönlichkeitsgrundlage und Analyse des Stellenwerts der Selbstbestimmung unter Berücksichtigung von Autonomie und Teilhabe.
4. Das Konzept der persönlichen Zukunftsplanung: Historische Herleitung des Konzepts aus der Bürger- und Self-Advocacy-Bewegung sowie Detaillierung der praktischen Durchführung und Moderationsmethoden.
5. Fazit: Kritische Reflexion der Forschungsfrage und Bewertung des Potenzials der persönlichen Zukunftsplanung zur Förderung der Lebensqualität und Selbstbestimmung in der Praxis.
Schlüsselwörter
Persönliche Zukunftsplanung, Selbstbestimmung, geistige Behinderung, Identitätsentwicklung, Selbstkonzept, People First, Self-Advocacy, Teilhabe, Unterstützung, Moderation, Empowerment, Lebensqualität, Inklusion, Integrationsförderung, Assistenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie das Konzept der "Persönlichen Zukunftsplanung" dazu beitragen kann, die Selbstbestimmung von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung zu fördern.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Behinderung, die psychologische Bedeutung von Identität sowie die praktische Umsetzung von Unterstützungsplänen im Lebensalltag der Betroffenen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob durch dieses spezielle Planungs- und Unterstützungskonzept eine Steigerung der Selbstbestimmung bei der Zielgruppe erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die Fachliteratur sowie Konzepte aus der Independent-Living-Bewegung und der persönlichen Zukunftsplanung (Person Centered Planning) zusammenführt und reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, eine theoretische Herleitung der Bedeutung von Identität und Selbstbestimmung sowie eine detaillierte Beschreibung der Entstehung und Durchführung der Zukunftsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch die Begriffe Selbstbestimmung, Persönliche Zukunftsplanung, Empowerment, Teilhabe und Unterstützungsbedarf gekennzeichnet.
Welche Rolle spielt der Moderator bei der Zukunftsplanung?
Der Moderator fungiert als professionelle außenstehende Person, die den Prozess koordiniert, einen Rahmen für die Hauptperson schafft und durch Methoden wie das "Reframing" hilft, Ziele und Wünsche klarer herauszuarbeiten.
Warum sind sogenannte Themenblätter für das Konzept wichtig?
Themenblätter dienen als Anregung zur Selbstreflexion und Ideenfindung; sie helfen den Betroffenen, ihre Wünsche für Lebensbereiche wie Wohnen oder Arbeit konkret zu formulieren und strukturieren den Veränderungsprozess.
- Arbeit zitieren
- Heike Brodtmann (Autor:in), 2011, Mehr Selbstbestimmung für geistig behinderte Menschen durch persönliche Zukunftsplanung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/200320