Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einer Reise eines der bedeutendsten Dichters des zwanzigsten Jahrhunderts in der deutschen Geschichte in mehrere arabische Länder, darunter war Ägypten ein wichtiges Ziel seiner Reise zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Dieses Land gehört zu den wichtigsten kulturreichen Ländern der Welt, denn es hat eine etwa fünftausend Jahre alte Geschichte. Durch die Teilnahme an dem Seminar „R. M. Rilke und die europäische Literatur der frühen Moderne“ habe ich meine Kenntnisse über Rilkes Literatur erweitert. Zuvor habe ich einige von seinen ins Arabische übertragenen Werken gelesen. Diese haben mir die Motive gegeben, den Dichter und seine geschaffene Dichtung noch mehr kennen zu lernen. Nach der Befassung mit dem Dichter und seiner nach der nach Ägypten unternommenen Reise geschaffenen Dichtung halte ich es für einen großen Gewinn in Geschichte der deutschen Literatur und kann ihre Betrachtung jedem interessierten Leser ans Herz legen. Die literarischen Werke von R.M. Rilke seit den 1900er Jahren sind nicht nur für die deutschsprachigen Leser lesenswert, sondern kann die Sichtweise dieses Dichters arabischen und auch weltweiten Leserkreisen vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1 Inhalte und Ziele der Arbeit
2 Biografie des Dichters
2.1 Kindheit und jugendlicher Werdegang
2.2 Rilkes Reisen
2.3 Reise nach Nordafrika
3 Rilkes Reise nach Ägypten
3.1 Ägyptenreise
3.2 Rilkes Beeindrücke über Ägypten vor der Reise
3.3 Beeinflussung der Eindrücke über Ägypten auf R.M. Rilke
4 Rilkes Aufenthalt in Ägypten
4.1 Rilkes Erlebnisse über die ägyptische Kultur
4.2 Beeinflussung der Ägyptenreise auf Rilke und sein spät geschaffene Dichtung
4.3 Rilkes Geschichte bei den Ägyptern
5 Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht Rainer Maria Rilkes Ägyptenreise von 1911 und deren tiefgreifenden Einfluss auf sein späteres literarisches Schaffen, insbesondere auf die Duineser Elegien. Ziel ist es, die Verbindung zwischen den realen ägyptischen Erfahrungen des Dichters und der dichterischen Verarbeitung dieser Eindrücke zu beleuchten.
- Biografische Stationen und Reisen Rilkes
- Reiseerlebnisse in Nordafrika und Ägypten
- Ägyptische Motive und Symbole in Rilkes Lyrik
- Einfluss der ägyptischen Kultur auf Rilkes Weltbild
- Werkgeschichtliche Analyse der Duineser Elegien im Kontext Ägyptens
Auszug aus dem Buch
3.3 Beeinflussung der Eindrücke über Ägypten auf R.M. Rilke
In einer seiner Gedichtsammlungen entsteht im Jahr 1908 das Gedicht „Der Käferstein“, das er vermutlich aus dem altägyptischen heiligen Käfer inspiriert. Der heilige Käfter bezeichnet als ein Symbol für die Selbstschöpfung. In den altägyptischen Zeiten herrscht die Vorstellung vor, dass der Käfer von selbst aus einer Mistkugel entstehe. Der Skarabäus bzw. Chepre wird deshalb als eine Form des Sonnengottes betrachtet. Wie der Käfer eine Mistkugel vor sich herschiebt, so dachte man, rollt der Chepre die Sonnenkugel über das Himmelsgewölbe hinweg, innerhabl des ewigen Zyklus von Tag und Nacht, von Leben, Tod und erneuter Wiedergeburt. Instinktiv erfasst Rilke die universelle Bedeutung des Skarabäus, wenn er schreibt:
Sind nicht die Sterne fast in deiner Nähe und was giebt es, das du nicht umspannst, da du dieser harten Skarabäe Karneolkern gar nicht fassen kannst
ohne jeden Raum, der ihre Schilder niederhält, auf deinem ganzen Blut mitzutragen; niemals war er milder, näher, hingegebener. Er ruht
seit Jahrtausenden auf diesen Käfern, wo ihn keiner braucht und unterbricht; und die Käfer schließen sich und schläfern unter seinem wiegenden Gewicht.
Rilke sieht die Verbindung des Skarabäus mit dem Universum und den geheimen Sternenmächten, indem er im Gedicht schreibt, dass der gesamte Raum der Ewigkeit auf seinen „Schildern“, auf seinen Flügeldecken lastet. Es scheint erstaunlich, das sich die dichterischen Äußerungen scheinbar spielerisch mit der Kultur des alten Ägypten verbinden, als sei in Rilke ein bis dahin nicht gekanntes Wissen um den Bau dieses antiken Weltgefüges erwacht. Erstaunlich ist auch, dass diese „ägyptischen Visionen“ lange vor seinem persönlichen Kontakt mit Ägypten entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Inhalte und Ziele der Arbeit: Einführung in das Thema der Ägyptenreise Rilkes und deren Bedeutung für sein Werk sowie die Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2 Biografie des Dichters: Überblick über Rilkes Kindheit, seine prägenden frühen Jahre und die zunehmende Reiselust, die ihn schließlich auch nach Nordafrika führte.
3 Rilkes Reise nach Ägypten: Beschreibung des Reiseverlaufs in Ägypten sowie der bereits vor der Reise vorhandenen Faszination und geistigen Vorbereitung auf dieses Ziel.
4 Rilkes Aufenthalt in Ägypten: Analyse der unmittelbaren Erlebnisse vor Ort, deren Niederschlag in Rilkes Dichtung und seine persönlichen Kontakte zu ägyptischen Lebenswelten.
5 Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ägyptenreise als wesentlicher Impuls für Rilkes spätes lyrisches Schaffen und dessen andauernde Bedeutung.
Schlüsselwörter
Rainer Maria Rilke, Ägyptenreise, Duineser Elegien, Lyrik, Literaturwissenschaft, Ägyptische Kultur, Skarabäus, Echnaton, Nordafrika, Inspiration, Werkgeschichte, Dichtung, Orient, Kulturgeschichte, Symbolik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Reise des Dichters Rainer Maria Rilke nach Ägypten im Jahr 1911 und analysiert, wie diese kulturellen Eindrücke seine spätere Dichtung, insbesondere die Duineser Elegien, beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören Rilkes Reiselust, seine briefliche und dichterische Verarbeitung ägyptischer Motive sowie die Frage nach der Verbindung zwischen authentischem Erleben und lyrischer Transzendenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das "Ägyptenerlebnis" zu einem maßgeblichen Faktor für Rilkes Entwicklung und sein wichtigstes lyrisches Spätwerk wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, die Briefwechsel, Gedichte und existierende literaturwissenschaftliche Beiträge heranzieht, um die Zusammenhänge zwischen Leben und Werk Rilkes herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Einordnung, die Beschreibung der Ägyptenreise selbst sowie die detaillierte Analyse der Beeinflussung seines Werkes durch ägyptische Symbole wie den Skarabäus oder den Kopf des Pharaos Echnaton.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rilke, Ägyptenreise, Duineser Elegien, Dichtung, kulturelle Inspiration und Werkgeschichte.
Welche Rolle spielt die Figur des Pharaos Echnaton für Rilke?
Rilke war fasziniert von Echnaton (Amenophis IV.); er sah darin eine Entsprechung zu seinem eigenen Weltverständnis und fühlte sich durch die Darstellung dieses Herrschers in der Stille und der Beziehung zur Unendlichkeit inspiriert.
Inwiefern beeinflusste die ägyptische Reise die Duineser Elegien?
Die Reise bot Rilke ein Reservoir an Bildern und Symbolen – wie etwa den Sphinx oder die altägyptischen Reliefs –, die er in seinen Elegien verarbeitete, um abstrakte Themen wie Vergänglichkeit und Transzendenz zu gestalten.
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- Hael Al-Dobeibi (Author), 2011, Rilkes Reise nach Ägypten und deren Einfluss auf ihn und dessen spät geschaffene Dichtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199950