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Zwischen Überhöhung und Verabschiedung

Zum Streit um den normativen Gehalt der Universität im 20. Jahrhundert

Title: Zwischen Überhöhung und Verabschiedung

Research Paper (postgraduate) , 2010 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Müller (Author)

Social Studies (General)

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Die Kontroverse um den normativen Gehalt der humanistischen Universitätsidee wird im 20. Jahrhundert an einer entscheidenden Konfliktlinie ausgetragen: Es geht dabei um die entscheidende Streitfrage, ob normative Prämissen der institutionellen Selbstbeschreibung sich als für Bildungsprozesse integrierende, bewahrenswerte (Ideen-)Ressource oder als hinderliche Blockade der Effizienz von Bildungsprozessen erweisen. Jene Bildungsprozesse sind in modernen Gesellschaften nicht mehr ohne Weiteres unabhängig von gesellschaftlich-technischem Wandel und Prozessen wie einer massiven Bildungsexpansion zu denken. Sowohl die bedingungslosen Fürsprecher, reformistischen Erneuerer als auch die Kritiker der neuhumanistischen Idee haben sich dabei im gesamten 20. Jahrhundert am „Mythos Humboldt“ abgearbeitet. Zwischen C. H. Beckers entschiedener Bejahung des neuhumanistischen Erbes, Max Schelers soziologisch informierter Ernüchterung und schließlich der systemtheoretischen Verabschiedung einer über normative Semantiken integrierten akademischen Vergemeinschaftung bleibt Humboldt der zentrale diskursive Bezugspunkt, zu dem sich jeder Neuansatz implizit oder explizit positioniert. Die Untersuchung zeigt, dass es offenbar falsch ist, dass Humboldt für die moderne Universität nur noch im Rahmen akademischer Sonntagsreden bedeutsam ist, vielmehr kommt kein bedeutender bildungspolitischer Entwurf und keine ernsthafte Theorie der Institution Universität an ihm vorbei.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Glanz und Elend der Universitätsidee

2. Der Mythos Humboldt als Erfindung des 20. Jahrhunderts

3. Universität und Krise der Geistesaristokratie

4. Versuch einer Rehabilitierung der „Gralsburg“

5. Max Scheler und das Ernüchterungspotential des soziologischen Realismus

6. Der Streit um die Universität in der „verwissenschaftlichten Zivilisation“

7. Das kommunikative Potential der Universität und seine systemtheoretische Hinterfragung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Streit um den normativen Gehalt der Universität im 20. Jahrhundert und analysiert, wie verschiedene wissenschaftstheoretische und bildungspolitische Entwürfe auf die Krise der klassischen Universitätsidee reagierten.

  • Die Spannung zwischen Ideal und Wirklichkeit im akademischen Betrieb
  • Die historische Konstruktion des „Mythos Humboldt“
  • Die soziologische Kritik an der „Geistesaristokratie“ und Bildungsbürgertum
  • Die Debatte um die Einheit von Forschung und Lehre
  • Systemtheoretische versus kommunikative Deutungen universitärer Aufgaben

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Glanz und Elend der Universitätsidee

Im April 1998 hält Jacques Derrida im Rahmen der „Presidential Lectures“ an der Stanford University einen international vielbeachteten Vortrag zur Zukunft der Universität. Es ist in diesem Zusammenhang vielleicht kein Zufall, dass Derrida von einer kalifornischen Eliteuniversität eingeladen wird, deren Siegel ein Satz des deutschen Humanisten Ulrich von Hutten ziert: „Die Luft der Freiheit weht“. Denn auch im überfüllten Hörsaal geht es an diesem Tag um nichts Geringeres als die Verteidigung der Freiheit der Universität als Prinzip.

Der Begründer der besonders an renommierten US-Literaturinstituten zu Einfluss gelangten dekonstruktivistischen Methode zeichnet in seiner Rede das Bild einer „université sans condition“, in den den auch an US-Hochschulen unter Legitimationsdruck geratenen humanities ein zentraler integrierender Stellenwert für die gesellschaftliche Funktion der Universität zukommt. In den Vereinigten Staaten stößt der Vortrag auf Begeisterung in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Auf Einladung seines alten Rivalen in der Kontroverse um den Begriff der Postmoderne, Jürgen Habermas, wiederholt Derrida den Vortrag 2001 in Frankfurt am Main und weiß seine Zuhörer auch dort in den Bann zu schlagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Glanz und Elend der Universitätsidee: Einführung in die aktuelle Problematik der Universität am Beispiel von Jacques Derridas Vortrag und Darstellung der Ambivalenz zwischen Ideal und Wirklichkeit.

2. Der Mythos Humboldt als Erfindung des 20. Jahrhunderts: Untersuchung der historischen Genese des Humboldt-Begriffs als ideologische Konstruktion des 20. Jahrhunderts.

3. Universität und Krise der Geistesaristokratie: Analyse der soziologischen Krise des Bildungsbürgertums und des Verhältnisses von klassischem Bildungsideal zu neuen gesellschaftlichen Eliten.

4. Versuch einer Rehabilitierung der „Gralsburg“: Betrachtung der Bemühungen von Akteuren wie C.H. Becker, die Universität als Ort zweckfreier Wissenschaft zu verteidigen.

5. Max Scheler und das Ernüchterungspotential des soziologischen Realismus: Darstellung der radikalen Kritik Max Schelers am Einheitsprinzip von Forschung und Lehre.

6. Der Streit um die Universität in der „verwissenschaftlichten Zivilisation“: Analyse der Auseinandersetzung zwischen Idealismus und Realismus im Kontext der Nachkriegszeit.

7. Das kommunikative Potential der Universität und seine systemtheoretische Hinterfragung: Diskussion von Habermas' Ansatz zur Rettung der Universität gegenüber der systemtheoretischen Kritik von Niklas Luhmann.

8. Fazit: Zusammenfassende Einordnung der Debatte um den normativen Gehalt der Universität als dauerhafte Herausforderung.

Schlüsselwörter

Universitätsidee, Humboldt, Bildung, Forschung, Lehre, Geisteswissenschaften, Soziologie, Max Scheler, Jürgen Habermas, Niklas Luhmann, Bildungsbürgertum, Normativität, Systemtheorie, Wissenschaftspolitik, Elite.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Diskurs über das Selbstverständnis und den normativen Gehalt der Universität im 20. Jahrhundert, insbesondere im Spannungsfeld zwischen klassischem Ideal und gesellschaftlichem Wandel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Bedeutung des Neuhumanismus, die soziologische Kritik an der akademischen Institution, das Verhältnis von Forschung zu Lehre und die Suche nach einer zeitgemäßen Identität der Universität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie verschiedene Denker und Epochen mit der krisenhaften Wahrnehmung der Universität umgegangen sind und ob ein normativer Kern gegen rein funktionale Anforderungen bestehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine ideengeschichtliche und diskursanalytische Methode, um die Argumentationsmuster führender Theoretiker wie Humboldt, Scheler, Habermas und Luhmann vergleichend gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die historischen Konstruktionen des Humboldt-Mythos, die Kritik der Geistesaristokratie und die Debatten um eine „verwissenschaftlichte Zivilisation“ und systemtheoretische Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Universitätsidee, Bildung, Forschung, Normativität, Systemtheorie und der soziologische Realismus.

Warum wird der „Mythos Humboldt“ als Erfindung des 20. Jahrhunderts bezeichnet?

Die Arbeit legt dar, dass die heute populäre Lesart des Humboldt-Modells erst in den 1920er Jahren ideologisch geformt wurde, um in einer krisenhaften Zeit eine zeitlose Legitimation für die Institution zu gewinnen.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Habermas von der systemtheoretischen Kritik?

Habermas versucht, die Universität als Ort des kommunikativen Handelns und der Selbstreflexion zu bewahren, während systemtheoretische Ansätze (Luhmann) die institutionelle Ausdifferenzierung als unumkehrbar betrachten.

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Details

Title
Zwischen Überhöhung und Verabschiedung
Subtitle
Zum Streit um den normativen Gehalt der Universität im 20. Jahrhundert
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Christian Müller (Author)
Publication Year
2010
Pages
31
Catalog Number
V199859
ISBN (eBook)
9783656263012
ISBN (Book)
9783656263524
Language
German
Tags
zwischen überhöhung verabschiedung streit gehalt universität jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Müller (Author), 2010, Zwischen Überhöhung und Verabschiedung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199859
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