Körpersprache ist ein internationales Phänomen. Die Theorie: Wenn wir in ein fremdes Land kommen, und die einheimische Sprache weder mündlich noch schriftlich beherrschen, dann können wir die nötigsten Gefühle oder die grundlegendsten Bedürfnisse mittels unseres Körpers meist verständlich ausdrücken. Die Praxis: Gerade Körpersprache hat international keinen wirklich gemeinsamen Nenner. Natürlich werden einzelne Andeutungen meist verstanden, jedoch sind es oftmals kleine Details, die sich zwischen unserer antrainierten Körpersprache und der non-verbalen Kommunikation der anderen Kulturen unterscheiden.
In dieser Hausarbeit möchte ich versuchen, herauszufinden was Körpersprache eigentlich ist, und wie verschiedene Kulturen auf Körpersprache reagieren, beziehungsweise angewiesen sind. Während meiner Arbeit lege ich großen Wert darauf, die Körpersprache vor allem als ,großes Ganzes‘ zu betrachten, damit ich die Feinheiten, auf welche ich zweifelsohne stoßen werde, deuten, werten und interpretieren kann.
Die Grundlage meiner Arbeit ist vor allem mein eigenes Verständnis von Körpersprache und meine eigene non-verbale Kommunikation. Ich denke, dass ich aufgrund dessen eine ausreichende Urteilsfähigkeit habe, die es mir erlaubt, ,fremde‘ Körpersprache korrekt zu deuten.
Ich beginne meine Arbeit mit einer Einführung in die Körpersprache allgemein, und der Frage, wo Körpersprache herkommt, wieso es sie gibt und was alles in die Kategorie ,Körpersprache‘ gehört. Am Ende meiner Arbeit möchte ich vor allem in der Lage sein, mir selbst erklären zu können, wieso wir Menschen unsere Körpersprache trotz ausgeprägter verbaler Fähigkeiten weiterhin so stark nutzen.
Ferner ist es mein Ziel, meine eigene Körpersprache besser zu verstehen, und die non-verbalen Signale meiner Mitmenschen genauer zu deuten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Ursprünge und Entwicklung
1. Was ist Körpersprache
2. Ursprünglicher Sinn und Zweck von Körpersprache
3. Forschungsansätze und Versuche
4. Stellung von Körpersprache in der heutigen Kommunikation
III. Internationale Unterschiede und etymologische Hintergründe
1. Einleitung
2. Europäischer Sprachraum
3. Asiatischer Sprachraum
4. Afrikanischer Sprachraum
5. Amerikanischer Sprachraum
6. Mögliche Missverständnisse zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft
7. Körpersprachliche Unterschiede internationaler Prominenz
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Körpersprache als internationales Phänomen und erforscht, inwiefern non-verbale Signale kulturabhängig sind, wie sie erlernt werden und welche Bedeutung sie in der heutigen, globalisierten Kommunikation für die zwischenmenschliche Interaktion und Selbstdarstellung haben.
- Ursprung und biologische Grundlagen der non-verbalen Kommunikation
- Kulturelle Spezifika und regionale Unterschiede in der Gestik
- Problematik von Missverständnissen im interkulturellen Austausch
- Bedeutung der Körpersprache als Mittel zur Imagepflege und Dominanz
- Vergleich körpersprachlicher Ausdrucksformen bei internationalen Persönlichkeiten
Auszug aus dem Buch
6. Mögliche Missverständnisse zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft
Aufgrund der verschiedenen non-verbalen Kommunikationsnormen kann es bei einer Begegnung zweier Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen sehr leicht zu Missverständnissen kommen. Dies geschieht, wie bereits erwähnt, weniger über die Mimik, sondern beinahe gänzlich über die Gestik.
Unangenehm wird es dann, wenn eine Geste aus dem eigenen Kulturkreis im Kulturkreis des Gesprächspartners gegenteilig oder gar negativ aufgefasst wird. Die Ursache dafür liegt klar in den erlernten Gesten. Während in Kontinent A eine Geste als positiv aufgefasst wird, ist diese auf Kontinent B verpöhnt.
Einige Beispiele: Die einfachsten Verwechslungen, ohne große Konsequenzen, außer einem Missverstehen, sind Ja/Nein-Gesten. Während man in Indien für ein „Ja“ den Kopf hin und her wiegt, oder in Äthiopien den Kopf zurückwirft, wird überall sonst auf der Welt einfach genickt. Für ein ,Nein‘ wird es noch ein wenig komplexer: Den Kopf zu schütteln ist zwar weit verbreitet, aber in vielen Kulturen wird diese Geste mit der Hand signalisiert. In Japan fächelt man mit der Hand, in Süditalien schnippt man die Hand am Kinn hoch, und in Griechenland zieht man sogar lediglich die Augenbrauen hoch. Zwar sind diese Gesten sehr unterschiedlich, aber es ist, ähnlich wie bei der Handaufzählung, wahrscheinlich, dass die Geste korrekt interpretiert wird, auch wenn das Gegenüber Rückschlüsse auf eine fremde Herkunft ziehen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung definiert Körpersprache als internationales Phänomen und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Bedeutung non-verbaler Signale sowie kulturelle Unterschiede zu untersuchen.
II. Ursprünge und Entwicklung: Dieses Kapitel erörtert die Definition von Körpersprache, deren angeborene sowie erlernte Anteile und ihren Stellenwert als Mittel der modernen Kommunikation und Imagepflege.
III. Internationale Unterschiede und etymologische Hintergründe: Hier werden spezifische körpersprachliche Normen in Europa, Asien, Afrika und Amerika verglichen, wobei auch auf die Risiken interkultureller Missverständnisse und das Verhalten von Prominenten eingegangen wird.
IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Körpersprache zwar schwer bewusst zu steuern, aber ein mächtiges Werkzeug zur Beeinflussung der Außenwirkung und zur Kommunikationsdominanz ist.
Schlüsselwörter
Körpersprache, non-verbale Kommunikation, Kulturunterschiede, Gestik, Mimik, interkulturelle Missverständnisse, Kommunikationsnormen, Imagepflege, Sozialverhalten, menschliche Interaktion, Etymologie, Fremdrituale, Körpersprache der Promis, Kommunikation, non-verbale Signale.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung der Körpersprache als non-verbales Kommunikationsmittel und beleuchtet, wie kulturelle Unterschiede die Interpretation von Gesten und Körperhaltung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursprüngen der Körpersprache, den regionalen Unterschieden in verschiedenen Sprachräumen sowie der Funktion von Körpersprache im beruflichen und sozialen Kontext.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Kulturen hinsichtlich ihrer non-verbalen Signale aufzuzeigen und ein besseres Verständnis für die eigene sowie fremde Körpersprache zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse, bei der fachwissenschaftliche Literatur (u.a. von Michael Argyle und Samy Molcho) ausgewertet und durch Vergleiche sowie Fallbeispiele konkretisiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biologische Basis der Körpersprache, die moderne Anwendung zur Imageoptimierung sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Gesten und Kommunikationsnormen in vier Kontinenten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem non-verbale Kommunikation, kulturelle Prägung, interkulturelle Kompetenz, Kommunikationsdominanz und Gestik-Etymologie.
Warum können trotz Globalisierung Gesten im Ausland leicht missverstanden werden?
Da viele Gesten nicht universell, sondern gesellschaftlich-kulturell erlernt sind, kann eine Geste in einem Land positiv besetzt sein, während sie in einem anderen Kulturkreis als Beleidigung wahrgenommen wird.
Welche Rolle spielt die Körpersprache für internationale Prominente?
Prominente nutzen die Körpersprache oft bewusst zur Selbstdarstellung, wobei ihre jeweilige kulturelle Sozialisation dennoch häufig durch spezifische Muster oder eine gewisse emotionale Offenheit erkennbar bleibt.
Inwieweit lässt sich Körpersprache aktiv verändern?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der bewusste Einsatz der Körpersprache, insbesondere der Körperhaltung, zwar trainierbar ist, aber aufgrund der tiefen unterbewussten Verankerung aus der Kindheit nur mit erheblichem Aufwand grundlegend modifiziert werden kann.
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- Anonym (Author), 2009, Internationale Körpersprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199270