Oskar Schindler war ein Mann voller Gegensätze. Einerseits war er seinerzeit für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt, der von rauschenden Festen, guter Unterhaltung und schönen Frauen geprägt wurde. Er war ein Frauenheld und trank regelmäßig. Zudem handelte er auf dem Schwarzmarkt, liebte Glücksspiel und war offizielles Mitglied der NSDAP.
Andererseits verdanken über tausend Menschen diesem Mann ihr Leben. 1967 wurde ihm in Israel der Titel ‚Gerechter unter den Völkern‘ verliehen. Zu seinen Ehren wurde ein Baum in der ‚Allee der Gerechten‘ gepflanzt.
Für die einen galt er als verschwenderischer Unternehmer, für die anderen war er der einzige Retter in großer Not. Doch was veranlasste Oskar Schindler zu seiner heroischen Tat?
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Lebenslauf
I. Die Person Oskar Schindler
II. Oskar Schindler und der Nationalsozialismus
III. Deutsche Emailwarenfabrik
C. Schindlers Wandlung
I. Errichtung des Krakauer Ghettos
II. Räumung des Krakauer Ghettos
III. Lager Plaszow
IV. Die Fabrik als Arbeitslager
D. Die Flucht aus Polen
I. Schindlers Liste
II. Umzug nach Brünnlitz
III. Das Leben in Brünnlitz
E. Nach dem Krieg
I. Das Leben in der Nachkriegszeit
II. In Erinnerung an Oskar Schindler
F. Die Beweggründe Oskar Schindlers
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Biografie Oskar Schindlers mit dem zentralen Ziel, die Motive für sein selbstloses Handeln während der Zeit des Nationalsozialismus zu ergründen und seinen persönlichen Wandlungsprozess vom opportunistischen Unternehmer zum Lebensretter nachzuzeichnen.
- Oskar Schindlers frühes Leben und seine Rolle als Industrieller
- Die Auswirkungen der NS-Ideologie und des Krieges auf Schindlers Umfeld
- Der Einfluss der Geschehnisse im Krakauer Ghetto und Lager Plaszow
- Die Entstehung und Bedeutung von „Schindlers Liste“
- Die Analyse der möglichen moralischen Beweggründe für seine Zivilcourage
Auszug aus dem Buch
III. Deutsche Emailwarenfabrik
Diese Emailfabrik, die er in ‚Deutsche Emailwarenfabrik‘, kurz DEF, umbenannte, versorgte die Deutschen Truppen mit Geschirr und Kochutensilien. Durch die weitreichende Verwendung seiner Produkte war Oskar Schindler ein angenehmes und wohlhabendes Leben möglich. So konnte er durch diese Form der Kriegsunterstützung der deutschen Wehrmacht der Gefahr einer eigenen aktiven Kriegsbeteiligung an der Front entgehen.
Jedoch stieg mit der wachsenden Bedeutung seiner Fabrik auch der Bedarf an Fabrikarbeitern. Insbesondere die Beschäftigung polnischer Arbeiter war ein günstiger Weg um an Arbeitskräfte zu gelangen. Durch den Einmarsch der deutschen Wehrmacht waren die wirtschaftlichen Möglichkeiten Polens stark eingeschränkt.
Als es Oskar Schindler 1941 möglich war, seine Fabrik durch zahlreichende Aufträge des Militärs zu erweitern, beginnt sein Wandlungsprozess. Sein Buchhalter Itzhak Stern, der jüdischer Herkunft war, ermutigte seinen Arbeitgeber möglichst viele Juden in der Emailwarenfabrik zu beschäftigen. Dabei hob er gegenüber Oskar Schindler insbesondere den Preisfaktor hervor. In Zeiten der Judenverfolgung war die jüdische Bevölkerung auf jegliche Form der Arbeit angewiesen und galt dabei zugleich als sehr günstige und zuverlässige Arbeitskraft. Obwohl es Oskar Schindler in erster Linie um die Kosten ging, ließ er sich gelegentlich zu Spuren von Mitleid hinreißen.
Die anfänglich kleine Fabrik erfuhr ein rapides Wachstum. Drei Monate nach der Übernahme beschäftigte sie 250 polnische Arbeiter, darunter 7 Juden. Ende 1942 war die Zahl der Arbeiter auf 800 gestiegen. Beinahe die Hälfte dieser Beschäftigten war jüdischer Abstammung.
Konfrontiert mit den Folgen des Krieges und dem menschenunwürdigen Verhalten der Nationalsozialisten gegenüber den Juden, sowie der drastischen Veränderung der Gesellschaft, musste der erfolgreiche Unternehmer und Opportunist seine Rolle überdenken. Seine Einstellung ändert sich zusehends.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Einführung in das kontroverse Leben Oskar Schindlers und die zentrale Fragestellung nach den Beweggründen für seine Rettungstaten.
B. Lebenslauf: Detaillierte Darstellung des Werdegangs Schindlers, seiner geschäftlichen Anfänge und seiner ersten Kontakte zum Nationalsozialismus sowie der Etablierung seiner Fabrik.
C. Schindlers Wandlung: Beschreibung der erschütternden Ereignisse in Krakau und Plaszow, die zu einem Sinneswandel Schindlers gegenüber der jüdischen Bevölkerung führten.
D. Die Flucht aus Polen: Analyse der Rettungsbemühungen, der Entstehung der berühmten Liste und der riskanten Verlegung der Produktion nach Brünnlitz.
E. Nach dem Krieg: Überblick über Schindlers schwieriges Nachkriegsleben, sein Scheitern als Unternehmer und sein späteres Gedenken sowie die filmische Aufarbeitung.
F. Die Beweggründe Oskar Schindlers: Kritische Reflexion der ungeklärten Motive für sein heldenhaftes Handeln angesichts seines früheren Lebensstils.
Schlüsselwörter
Oskar Schindler, Schindlers Liste, Nationalsozialismus, Holocaust, Zivilcourage, Krakauer Ghetto, Lager Plaszow, Deutsche Emailwarenfabrik, Zweiter Weltkrieg, Judenrettung, Menschenrechte, Amon Göth, Itzhak Stern, Moral, Biografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Leben und Wirken von Oskar Schindler, insbesondere seine Transformation von einem profitorientierten Unternehmer zu einem Retter jüdischer Menschen während der Shoah.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der Lebenslauf Schindlers, die grausamen historischen Umstände im besetzten Polen, die Funktionsweise der Rettungsbemühungen in Fabriken und die ethische Frage nach seinen Beweggründen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit versucht zu beantworten, was Oskar Schindler trotz seiner NSDAP-Mitgliedschaft und seines anfänglichen Opportunismus dazu bewog, sein Vermögen und sein Leben für die Rettung über tausend Menschen einzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten biografischen Analyse unter Heranziehung historischer Dokumente, Fachliteratur und Zeitzeugenaussagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von seiner frühen Karriere über die Gründung der Emailwarenfabrik und die drastischen Veränderungen durch die Räumung des Ghettos bis hin zur erfolgreichen Rettung durch die berühmte Liste.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Namen Oskar Schindler prägen Begriffe wie Zivilcourage, Holocaust, Schindlers Liste und Menschlichkeit das inhaltliche Profil der Arbeit.
Welche Rolle spielte Emilie Schindler bei der Rettung?
Emilie Schindler unterstützte das Handeln ihres Mannes aktiv, etwa durch die Beschaffung von medizinischen Geräten auf dem Schwarzmarkt für die Krankenstation in der Fabrik.
Was verdeutlicht das Zitat von Ludwik Feigenbaum?
Das Zitat unterstreicht, dass die genauen psychologischen Motive Schindlers auch für die von ihm Geretteten ein Rätsel blieben, für diese jedoch zweitrangig gegenüber der Tatsache seiner lebensrettenden Taten waren.
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- Anna Strasser (Autor:in), 2011, Oskar Schindler - Die Beweggründe für sein Handeln, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199179