Zunächst muss man voranstellen, dass das Verhältnis Sprache-Dialekt primär kein linguistisches ist, sondern vielmehr eines, das durch "Kriterien wie überregionale Verbreitung und Kodifizierung der Lautung, Orthographie, Morphologie, Syntax und Wortschatz bestimmt ist" (Dietrich/Geckeler). Häufig divergieren linguistische Gesichtspunkte mit dem Sprachbewusstsein der Sprecher, wenn es darum geht, zu beurteilen, ob es sich um eine Sprache oder einen Dialekt handelt, denn die Zuordnung wird oftmals nach unterschiedlichen und sogar kontradiktorischen Kriterien vollzogen. Sogar Linguisten sind sich in manchen Fällen nicht einig, ob man von Sprache oder Dialekt sprechen soll.
Inhaltsverzeichnis
1.)
Sprache
Dialekt
2.)
Das Asturische:
Das Andalusische:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegende terminologische Unterscheidung zwischen Sprache und Dialekt. Ziel ist es, die theoretischen Abgrenzungskriterien zu erläutern und diese anschließend exemplarisch auf das Asturische sowie das Andalusische anzuwenden, um deren sprachwissenschaftliche Klassifizierung einzuordnen.
- Definition von Standardsprache und Kommunikationssystemen
- Kriterien für die Bestimmung von Dialekten
- Historische und genetische Aspekte der Sprachvarietäten
- Einordnung des Asturischen als primärer Dialekt
- Klassifizierung des Andalusischen als sekundärer Dialekt
Auszug aus dem Buch
Dialekt
Für den Linguisten sind Dialekte die "primären Erscheinungsformen jeder historischen Sprache", die man als "regionale Varietäten" einer Sprache bezeichnet.
„Dialekt [griech. διαλεκτος ‘die im Umgang gesprochene Sprache’, lat. dialectus]. Sprachsystem, das
(a) zu anderen Systemen ein hohes Maß an Ähnlichkeit aufweist, so dass eine - zumindest partielle - wechselseitige Verstehbarkeit möglich ist;
(b) regional gebunden ist in dem Sinne, dass die regionale Verbreitung dieses Systems nicht das Gebrauchsgebiet eines anderen Systems überlappt;
(c) keine Schriftlichkeit bzw. Standardisierung im Sinne offiziell normierter orthographischer und grammatischer Regeln aufweist.
Unter genetisch-historischem Aspekt sind die Dialekte älter als die ‘Hochsprache’ und daher in ihrer heutigen Ausprägung als Reflex historischer Entwicklung anzusehen." Deshalb scheinen Dialekte "näher" an vorherigen Entwicklungen zu sein, denn sie weisen zum Beispiel oftmals stärkere Ähnlichkeit mit dem Lateinischen auf als die Hochsprache.
Was sicherlich auch ein typisches Charakteristika von Dialekten ist, dass diese meistens auf eine bestimmte Region begrenzt sind, also nicht im gesamten Land gesprochen werden, gleichzeitig aber auch viele Gemeinsamkeiten mit der Hochsprache haben und zumeist in informellen Kontexten Verwendung finden ("Sistema lingüístico derivado de otro; normalmente con una concreta limitación geográfica, pero sin diferenciación suficiente frente a otros de origen común." und "Ein Dialekt ist eine nicht kodifizierte Sprachform, die zum Beispiel zur nicht-formellen Kommunikation innerhalb einer lokalen Sprachgemeinschaft verwendet wird; es kann sich um die lokale oder regionale Varietät einer Sprache handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1.): Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Begriffe Sprache und Dialekt unter Berücksichtigung verschiedener linguistischer und soziolinguistischer Kriterien.
2.): Hier erfolgt die praktische Anwendung der zuvor definierten Kriterien auf das Asturische und das Andalusische, um deren Status als jeweilige Dialekte historisch einzuordnen.
Schlüsselwörter
Sprache, Dialekt, Standardsprache, Varietät, Linguistik, Asturisch, Andalusisch, Klassifizierung, Sprachwissenschaft, Soziolinguistik, Reconquista, Diasystem, Sprachvarietät, Kommunikationssystem, Normierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Abgrenzung zwischen den Begriffen "Sprache" und "Dialekt" und deren praktischer Anwendung auf spezifische spanische Varietäten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Standardsprachen, die Merkmale von Dialekten sowie die historische Einordnung regionaler Sprachformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine wissenschaftliche Grundlage für die Einordnung von Sprachvarietäten zu schaffen und zu prüfen, warum das Asturische und das Andalusische als Dialekte klassifiziert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte Analyse linguistischer Fachdefinitionen und historischer Entwicklungsdaten verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Definitionen von Sprache und Dialekt erarbeitet und anschließend die spezifischen Fälle des Asturischen und Andalusischen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sprache, Dialekt, Standardsprache, Asturisch, Andalusisch und historische Sprachvarietät.
Warum wird das Asturische als primärer Dialekt eingestuft?
Aufgrund seiner historischen Verbreitung, die bereits früh während der Reconquista in Spanien stattfand, wird es von den zitierten Autoren als primärer Dialekt des Kastilischen eingeordnet.
Was unterscheidet das Andalusische vom Asturischen in der Klassifizierung?
Das Andalusische wird als sekundärer Dialekt eingestuft, da es durch Differenzierungsprozesse der Gemeinsprache und lautliche Vereinfachungen nach der Reconquista entstanden ist.
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- Christina Müller (Author), 2008, Terminologische Unterscheidung 'Sprache'/'Dialekt' sowie Anwendung auf das Andalusische und auf das Asturische., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199066