Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Sociology - General and Theoretical Directions

Kritik in der Krise

Eine Diskussion der Möglichkeit kritischer soziologischer Theorie unter den Vorzeichen der Postmoderne und des Konstruktivismus

Title: Kritik in der Krise

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Kusch (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Gesellschaft wurde, vor allem geprägt durch die Schriften von Hegel und Marx, in der
sogenannten kritischen Theorie in das Beobachtungsfeld der kritischen Perspektive gerückt. Mit der
soziologischen Analyse von Gesellschaft, Ökonomie, Kultur und anderen Bereichen des sozialen
Lebens war nicht nur das Ziel verbunden eine möglichst adäquate Beschreibung und Erklärung
sozialer Phänomene zu liefern, sondern auch soziale Defizite aufzuzeigen, die der aktiven
Verbesserung bedürften. Die namentlichen Vertreter der Frankfurter Schule, Theodor W. Adorno,
Max Horkheimer und Jürgen Habermas, verknüpften analytische Soziologie infolge mit einer
aufklärerischen Ideologie. Die Möglichkeit und theoretische Tragbarkeit der Kritikführung als
soziologischer Gesellschaftsbeobachter provozierte jedoch auch Gegenpositionen, die nicht
unwesentlich damit verknüpft waren, dass diese, geprägt durch eine wissenschaftsinterne Reflexion
von Theorie, die Untragbarkeit von kritischer Positionierung durch den Forscher betonten.
Im folgenden sollen zwei ausgewählte Strömungen nachgezeichnet werden, welche die Prämissen
der kritischen Theorie in den Sozialwissenschaften stark in Frage gestellt haben. Zum einen die
Epoche der Postmoderne, die als wissenschaftliche und gesellschaftliche Richtung, die Stabilität,
Geltung und Aussagekraft moderner Prinzipien, Methoden und Institutionen in Frage stellt und zu
überwinden versucht. Zum anderen die Strömung des (Sozial)Konstruktivismus, die Wissenschaft
und damit im speziellen Fall die Soziologie, als konstruktivistische und aussagenkontingente
Wissenschaft fasst, da diese nur auf Basis von selektiv gewählten und kulturell geprägten
Konstrukten und Begriffen arbeite. Beide Strömungen werden hier als wissenschaftsreflexiv
verstanden. Soziologische Theorie wird demnach im internen Wissenschaftsbetrieb stetig in Frage
gestellt und modifiziert, womit ihr die Persistenz eines analytischen und gesellschaftsformenden
Potentials abgesprochen wird. Dies führt die soziologische Theorie, und speziell die kritische
Theorie, in eine Legitimisierungskrise ihres moralischen Impetus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Eigenheit soziologischer Erklärungen

2.1 Der Gegenstand des Sozialen und die Schwierigkeit der Erklärung sozialer Phänomene

2.2 Objektivität und Distanz als Ideal des Forschers

2.2.1 Emile Durkheim – Soziales als Dinge

2.2.2 Georg Simmel – Die Figur des Fremden

3. Die kritische Theorie und das Ethos des aktiven Eingreifens in die Welt

3.1 Max Horkheimer als Gründungsvater der Frankfurter Schule

3.2 Theodor W. Adorno – Kritik durch Dialektik

3.2 Jürgen Habermas – Theorie des kommunikativen Handelns

4. Kritik in der Krise – Konstruktivismus und Postmoderne

4.1 Der Positivismusstreit und die Frage nach Objektivität und Wertfreiheit

4.2 Bedingtheit, Reflexivität und Konstruktivismus. Implikationen für die kritische Theorie

4.3 Systemtheorie und die Beobachtung zweiter Ordnung

5. Möglichkeiten der Kritik. Gegenpositionen

5.1 Pierre Bourdieu – Kritik durch Aufdecken symbolischer Herrschaft

5.2 Axel Honneth – Kritik im Begriff der Anerkennung

5.3 Bruno Latour – Kritik durch Konstruktivismus

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, mit denen die kritische soziologische Theorie im Kontext postmoderner Ansätze und des Konstruktivismus konfrontiert ist. Ziel ist es, zu analysieren, wie der Anspruch auf eine aktive, gesellschaftsverändernde Kritik angesichts wissenschaftstheoretischer Zweifel an Objektivität und universalen Wahrheitsansprüchen aufrechterhalten oder neu definiert werden kann.

  • Grundlagen soziologischer Erklärungsmodelle und die Rolle des Forschers.
  • Entwicklung und Kernanliegen der Kritischen Theorie (Frankfurter Schule).
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Positivismus, Konstruktivismus und Systemtheorie.
  • Analyse zeitgenössischer Gegenpositionen und deren Beitrag zum Diskurs der Kritik.

Auszug aus dem Buch

3.2 Theodor W. Adorno – Kritik durch Dialektik

Horkheimers Schriften lassen sich vornehmlich mit der Zusammenarbeit von Theodor W. Adorno verbinden, innerhalb derer, im wohl bekanntesten Gemeinschaftswerk, nämlich die „Dialektik der Aufklärung“, das Modell der Dialektik geprägt, sowie ein kritischer, modernitätsskzeptischer, jedoch auch pessimistischer Grundton dominierend wird.

Das Modell der Dialektik versteht Adorno nicht tendenziös als reine dogmatische Schablone. Vielmehr weist er darauf hin, dass System und Einzelheit reziprok sind und somit nur in ihrer Reziprozität, also auch in ihren Widersprüchen und Antithesen zu erkennen seien (Bonacker 2000: 136ff). Soziale Phänomene müssen in der Soziologie in ihrer Vielschichtigkeit aufgedeckt werden (Meidl 2009: 132, Müller-Doohm in Kaesler 2006: 57, Bonacker 2000: 135). Einen besonderen Punkt nimmt hierbei das Verstehen gesellschaftlicher Verhältnisse im Hinblick auf Herrschaft und soziale Ungleichheit ein. Interessant für Adorno und die Kritische Theorie ist demnach prinzipiell die Frage, über welche Mechanismen und Verschleierungsprozesse Herrschaft generiert wird und in der Realität auftritt, was es notwendig mache, den Einfluss von Makro- auf Mikrostrukturen und vice versa nachzuzeichnen (Müller-Doohm in Kaesler 2006: 58).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass die klassische Kritische Theorie durch postmoderne und konstruktivistische Ansätze unter Druck geraten ist und ihre Legitimation hinterfragen muss.

2. Die Eigenheit soziologischer Erklärungen: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftstheoretischen Grundlagen soziologischer Forschung sowie das Ideal des objektiven Forschers anhand der klassischen Positionen von Durkheim und Simmel.

3. Die kritische Theorie und das Ethos des aktiven Eingreifens in die Welt: Hier werden die Kerngedanken der Frankfurter Schule vorgestellt, insbesondere die Ansätze von Horkheimer, Adorno und Habermas zur Verbindung von Theorie und gesellschaftlicher Praxis.

4. Kritik in der Krise – Konstruktivismus und Postmoderne: Das Kapitel analysiert die Herausforderungen durch den Positivismusstreit, die Bedingtheit von Theorie und die systemtheoretische Perspektive, die das Selbstverständnis der Kritischen Theorie infrage stellen.

5. Möglichkeiten der Kritik. Gegenpositionen: Es werden alternative Ansätze von Bourdieu, Honneth und Latour präsentiert, die neue Wege für eine kritische Soziologie aufzeigen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie sich kritische Theorie angesichts von Kontingenz und Reflexivität neu formieren kann, um weiterhin als gesellschaftskritische Kraft zu fungieren.

Schlüsselwörter

Kritische Theorie, Frankfurter Schule, Konstruktivismus, Postmoderne, Soziologische Theorie, Objektivität, Dialektik, Systemtheorie, Gesellschaftskritik, Reflexivität, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Pierre Bourdieu, Bruno Latour.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit diskutiert die Krise der klassischen kritischen Gesellschaftstheorie im Spannungsfeld zwischen traditionellem Aufklärungsanspruch und neueren wissenschaftstheoretischen Perspektiven wie dem Konstruktivismus und der Postmoderne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die wissenschaftliche Objektivität, das Verhältnis von Forschung und gesellschaftlicher Praxis, die Kritik der Aufklärung und die Möglichkeiten soziologischer Erkenntnisgewinnung unter reflexiven Vorzeichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie Kritische Theorie heute noch als gesellschaftsveränderndes Instrument begründet werden kann, ohne ihre reflexiven Grundlagen zu vernachlässigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftstheoretische Literaturanalyse, um die verschiedenen Positionen der klassischen Kritischen Theorie und deren Kritiker systematisch gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst klassische Positionen (Horkheimer, Adorno, Habermas) analysiert, anschließend die Herausforderungen durch Positivismus, Konstruktivismus und Systemtheorie erörtert und schließlich zeitgenössische Alternativansätze vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kritische Theorie, Konstruktivismus, Postmoderne, Reflexivität und gesellschaftliche Emanzipation charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Adornos Dialektik von einem dogmatischen Ansatz?

Adorno lehnt eine starre Schablone ab und betont, dass System und Einzelheit in einem reziproken Verhältnis stehen, wobei Widersprüche und Antithesen konstitutiv für das Verständnis sozialer Phänomene sind.

Warum stellt die Systemtheorie nach Luhmann eine Herausforderung für die Kritische Theorie dar?

Die Systemtheorie betrachtet Gesellschaft als funktional ausdifferenziert und operativ geschlossen; dies macht den klassischen Anspruch einer externen, moralisch motivierten Kritik an „der Gesellschaft“ als Ganzes theoretisch unmöglich.

Welche Rolle spielt die „Figur des Fremden“ bei Georg Simmel für das Selbstverständnis des Soziologen?

Der Fremde dient als Sinnbild für eine Beobachterperspektive, die Distanz bewahrt und somit weniger subjektiven Verzerrungen unterliegt, was für die Objektivität soziologischer Analysen relevant ist.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Kritik in der Krise
Subtitle
Eine Diskussion der Möglichkeit kritischer soziologischer Theorie unter den Vorzeichen der Postmoderne und des Konstruktivismus
College
University of Marburg
Grade
1,3
Author
Daniel Kusch (Author)
Publication Year
2012
Pages
28
Catalog Number
V198636
ISBN (eBook)
9783656249320
ISBN (Book)
9783656253006
Language
German
Tags
kritik krise eine diskussion möglichkeit theorie vorzeichen postmoderne konstruktivismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Kusch (Author), 2012, Kritik in der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198636
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  28  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint